Heute wird
hier in Tuzi und in den Pfarrgemeinden ringsum der Heilige Antonius gefeiert. 13
Dienstage mit Gebeten zu ihm sind nun vergangen.
Gefeiert
wird in unserer Gemeinde heute um 11.oo Uhr ein Gottesdienst. In Tuzi wurde gestern die Kirche schon festlich geschmückt.
Heute findet dort ein großer Gottesdienst im Pfarrzentrum statt. Gleichzeitig ist dort Patrozinium und so wird auch im Anschluss noch weiter gefeiert. Eine Art Kirmes.
Dort treffen sich die Menschen um miteinander zu erzählen, zu essen und zu trinken. (Ich werde davon berichten.)
Ich war schon öfters hier in Montenegro. Die Menschen hier leben eine Frömmigkeit, die ich kaum noch kenne.
Es beginnt damit, dass sich die Frauen auf der linken Seite des Altares versammeln, die Männer auf der rechten Seite.
Die Frauen nutzen die Zeit vor dem Gottesdienst in der Kirche, um sich kurz auszutauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen, was mitunter sehr lebhaft sein kann.
Die Väter und Kinder warten oft draußen, bis auch der Pfarrer erscheint. Erst dann gehen sie in die Kirche.
Ich habe schon oft gedacht, dass zum Gottesdienst keiner kommt, da die Gläubigen hier erst kurz vorher, fast „just in time“ zum Gottesdienst kommen.
Was mich allerdings von Anfang an irritiert hat, ist die Haltung zur Eucharistie.
Viele gehen nur dann zur Kommunion, wenn sie unmittelbar zuvor gebeichtet haben. Oft steht der Priester in der Nähe der Kirche um das Sakrament der Versöhnung anzubieten.
Viele gehen nicht zur Kommunion, obschon sie das nach „unserem Verständnis“ durchaus könnten.
Den Herrn will man hier nur empfangen, wenn man sich sicher ist, das nichts zwischen Gott und dem Menschen steht.
Das ist sicher schwierig, denn wir wissen alle aus unserem Alltag, wie schwierig es ist „sündenfrei“ in den Abend zu kommen.
Ich habe erlebt, wie schwierig es ist, in Deutschland der Kommunion fernzubleiben. Man fühlt sich als Außenseiter, als jemand, der nicht dazugehört. (Geschieden / Wiederverheiratet ist da mitunter ein Thema)
Hier fühlt man sich auch zur Gemeinschaft der Christen, die eben Sünderinnen und Sünder sind, zugehörig.
Ein überzogenes Maß an Selbstkritik halte ich sicher nicht für erstrebenswert, aber die Haltung, mit Gott (schwerwiegende) Dinge erst zu klären, bevor ich ihm begegne, erachte ich für grundsätzlich richtig, gerade auch im Hinblick auf die Solidarität zu den offensichtlichen „Sünderinnen und Sündern".
Viele
müssen bis zur Kirche einige Kilometer zurücklegen, so groß sind zuweilen die Entfernungen innerhalb der Pfarrei.
Kinder kommen
auch oft zu Fuß und mir wurde auch erzählt, dass einige bis zu zwei Stunden Fußweg
in Kauf nehmen.
Gesungen
wird eher zögerlich, was die Ordensschwestern allerdings wieder wettmachen. Sie
schaffen es auch, die Kinder für das Singen zu begeistern, so dass zum Lobe des
Herrn mehr als drei Stimmen zu hören sind.
Die Menschen
hier sind freundlich und hilfsbereit, auch wenn hier einiges nicht so
funktioniert wie ich es kenne und mir wünschen würde. Die Menschen tun das, was sie kennen
und können. Dazu gehört auch der Glaube, der sich durch ihr Leben und ihren
Alltag zieht.
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