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Montag, 31. August 2015

Frag doch mal... nach Urlaub!

Frag doch mal die Schwester, Teil 15:
Wie machen und wovon brauchen Schwestern eigentlich Urlaub?
Ehrlich gesagt: im ersten Moment war ich beleidigt, weil ich dachte, der Fragesteller macht sich über mich lustig oder will mir böse. Aber der Kontext der Frage war freundlich und so war schnell klar: Es war eine ehrliche Frage danach, wie wir eigentlich leben.
Also, erster Teil der Frage: wie machen wir Urlaub? - Sehr unterschiedlich!
Ich war jetzt zwei Wochen bei meiner Familie zu Besuch, ein häufiges Modell - wenn schwester noch Familie hat. Oft fahren aber auch mehrere Schwestern gemeinsam irgendwohin, z.B. in eine Ferienwohnung. Die meisten unserer eigenen Häuser haben auch kleine Einliegerwohnungen für Gäste, die man manchmal für Schwesternferien nutzen kann. Das ist aber nicht jedermanns Sache, man braucht doch einen gewissen Abstand.
Damit sind wir beim zweiten Teil der Frage: Wovon brauchen wir Urlaub? - Auch unterschiedlich!
Wir haben Schwestern, die eine Kinderdorffamilie leiten oder eine unserer Hausgemeinschaften, oder die sonst in irgendeiner Form Leitungsverantwortung übernommen haben. Die arbeiten meistens mehr als gut für die Gesundheit ist und sollten ihren Urlaub vom Arzt verordnet bekommen.
Dann gibt es Schwestern wie mich, die eine normale Arbeit haben, im Büro, im Haus, in einer Pfarrei etc. und daneben etliche Pöstchen und Aufgaben, die im Gemeinschaftsleben so anfallen. Wir brauchen unseren Urlaub genau wie jeder Arbeitnehmer, der zwar nicht kurz vor dem Burnout steht, aber doch hin und wieder einfach mal entspannen muss, um anschließend wieder mit Freude und neuer Kraft ranklotzen zu können.
Und schließlich gibt es noch die Schwestern, die keine große Arbeitsaufgabe mehr haben, weil sie zu alt oder krank sind. Sie haben kleine Aufgaben im Haus, manchmal auch noch in der Pfarrei, und natürlich sind sie die Stützen unseres gemeinsamen Gebetes. Tja, wovon brauchen diese Schwestern Urlaub? Natürlich sind sie nicht überarbeitet, aber die tägliche Routine und auch die normalen Zwänge und Rücksichtnahmen, die das Gemeinschaftsleben so mit sich bringt, können ganz schön Kraft kosten. Da tut es einfach gut, mal etwas anderes zu sehen, mal für kurze Zeit rauszukommen. Dann findet man seine Schwestern anschließend gleich wieder viel sympathischer.
Natürlich gibt es Verpflichtungen, die im Urlaub nicht enden. Wir bleiben Schwestern, auch wenn wir "privat" in der Sonne liegen und Eis schlecken. Als Ordensfrauen sind wir zum Stundengebet verpflichtet, das wir im Alltag morgens und abends beten. (Ursprünglich gibt es 7 "Horen", also Zeiten, zu denen gebetet wird, aber diese Verpflichtung gilt nur für die kontemplativen Gemeinschaften, nicht für uns apostolisch tätige Ordensleute.) Das Stundengebet soll den Tag durchziehen und ihn heiligen, und das tun wir, auch im Urlaub. Es ist wohl möglich, dass nicht jede Schwester dabei immer die volle Psalmzahl herunterbetet, wenn sie alleine ist, aber das ist auch nicht unbedingt nötig. Wir loben und preisen unseren Gott und pflegen unsere Beziehung zu ihm, gerade im Urlaub - mit dem Brevier und auf viele andere Arten. 

Freitag, 14. August 2015

Urlaub

Urlaub!
Ab sofort mache ich Urlaub.
Äh, wie jetzt? Schwester? Urlaub? Passt das?
Ja.
Oh ja!
Und vielleicht, ganz vielleicht, wenn ich sehr viel Lust dazu haben sollte, blogge ich auch im Urlaub ein bisschen.
Mal sehen.
Ansonsten: bis die Tage, erholt euch gut von mir, man liest sich!

Montag, 3. August 2015

Frag doch mal... nach der Natur!

Frag doch mal die Schwester, Teil 14:
Ist die Natur nicht grausam?
Anlass für diese Frage war der arme Löwe Cecil, über den z.Zt. so viel geschrieben wird. Nachdem er aus seinem Reservat gelockt und von einem Jäger rein zum Vergnügen, oder sagen wir mal aus sportlichem Ehrgeiz getötet wurde, braucht sein Rudel einen neuen Anführer. So weit, so gut. Aber was macht das Alphatier in so einem Löwenrudel, wenn es den Kampf um die Vorherrschaft gewonnen und seine Konkurrenten besiegt hat? Es beißt alle Jungen seiner Konkurrenten tot. Denn die könnten ihm schließlich auch gefährlich werden.
Und da setzt unsere Frage an: ist das nicht grausam?
Ja und nein.
Wieder möchte ich zuerst den Begriff klären, denn er hat zwei Bedeutungen. Man kann "grausam" benutzen im Sinne von "durch eine derartige Gefühlskälte, Skrupellosigkeit und meist Reuelosigkeit gekennzeichnet , dass es Grauen (im Sinne von Furcht, Entsetzen) hervorruft". Oder man benutzt das Wort adverbial, also für eine Tätigkeit. Die kann dann von einer derartigen Intensität sein, dass es starkes Leiden oder Unwohlsein hervorruft. Im ersten Fall hat "grausam" eindeutig eine moralische Komponente. Im zweiten nicht unbedingt.
Ich neige dazu, das Wort grausam moralisch zu verstehen. Cecils Nachfolger ist nicht grausam, wenn er die Jungen seiner Konkurrenten totbeisst. Er ist weder gefühlskalt, noch skrupellos oder reuelos. Er folgt seinem Instinkt, der sein Überleben sichert. Der Zahnarzt, der Cecil erschossen hat, den würde ich schon viel eher als grausam bezeichnen, denn der hat unnötiges Leid verursacht zum eigenen Vergnügen. Das nenne ich skrupellos und gefühlskalt - eben grausam.
Wie ist es nun mit der Natur insgesamt? Nehmen wir die moralische Komponente raus und sagen wir der Klarheit halber "schrecklich". Ja, die Natur ist wunderschön - aber es gibt eben auch diese andere, schreckliche Seite. Die Natur ist ein Kreislauf, ein ständiges Werden und Vergehen. Es kann kein neues Leben in all seiner Schönheit entstehen und seine Fülle entfalten, wenn nicht Altes vergeht und stirbt. Einfachstes Beispiel sind die Blätter, die im Herbst von den Bäumen fallen. Sie müssen fallen, nur so können neue nachkommen, nur so kann der Baum insgesamt wachsen - bis er irgendwann als ganzer stirbt. Bei uns Säugetieren fällt uns dieser Gedanke schwer, und wenn ein Löwe so brutal zur Sache geht, finden wir das fürchterlich - zu Recht! Ich meine: jeder Nichtvegetarier sollte vielleicht mal kurz innehalten, bevor er das ständige Fressen und Gefressenwerden in der Tierwelt als brutal abtut. Aber selbst der Körper eines Veganers ermordet permanent massenweise Bakterien und Viren - und ich für meinen Fall weine keine Träne um die Verlierer dieses ständigen Überlebenskampfes. Ist das jetzt grausam?
Ja, es ist nicht schön, dass wir nicht im Paradies leben, wo der Wolf beim Böcklein liegt und alle sich in Liebe und Harmonie verstehen. Das ist unsere Verheißung erst für das Ende der Zeit. Doch auch die Natur, die wir jetzt haben, ist von Gott geschaffen und von seinem Geist durchweht. Wir können seine Spuren darin überall finden. Es geht der ganzen Schöpfung wie uns Menschen: wir sind von Gott geliebt und gut geschaffen, haben uns aber vom Ursprung entfernt und warten jetzt voller Sehnsucht auf die Erlösung. Der Apostel Paulus sagt das im Brief an die Römer so: "Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes. Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung: Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt." (Kapitel 8, 18ff)

Montag, 27. Juli 2015

Frag doch mal... nach dem Feminismus!

Frag doch mal die Schwester, Teil 13:
Sind Schwestern Feministinnen?
Wie immer in dieser Reihe beantworte ich ja einfach die Fragen, die mir irgendwann irgendwo gestellt werden und freue mich über alles, was da kommt. Aber diese Frage finde ich schon besonders klasse, denn sie kommt von einem Mann, der uns schon eine ganze Weile kennt. Wenn er fragt, ob (alle) Schwestern Feministinnen seien, dann lässt mich das doch über unsere Außenwirkung nachdenken.
Andererseits könnte es natürlich sein, dass er unter einer Feministin einfach etwas anderes versteht als ich, insofern sollten wir vielleicht erst einmal die Begriffe klären.
Wenn man es ganz genau nimmt, dann tauchen die Vokabeln "Feministin" und "Feminismus" zum ersten Mal in Frankreich im späten 19. Jahrhundert auf. In Deutschland wurden diese Begriffe nicht sofort übernommen, weil sie rasch abwertend benutzt wurden. Erst in der zweiten Bewegung, in den 1970er Jahren, fingen auch die deutschen Frauen an, sich selber als Feministinnen zu bezeichnen. Gemeint war damit ganz grob gesagt die (politische) Bewegung der Frauenemanzipation, also die Befreiung der Frauen von Unterdrückung durch patriarchale Strukturen und das Streben nach Gleichberechtigung.
In diesem Sinne gibt es wahrscheinlich nicht so viele Ordensfrauen, die kämpferische Feministinnen sind. Es gibt sie, auch in den Reihen unserer Gemeinschaft der Dominikanerinnen von Bethanien. Aber es ist doch eine spezielle politische Richtung, die oft auch ein gewisses Aggressionspotential enthält. Und - etwas platt gesagt - der Kampf gegen die Männer liegt den meisten von uns nicht so.
Was uns aber sehr wohl liegt, das ist der Einsatz für Frauen. Eigentlich machen Frauenorden von Natur aus und von Anfang an nichts anderes, als die Rechte von Frauen zu stärken. Anfangs, als Frauen eigentlich nur als Ehefrauen und Mutter etwas galten, waren die Klöster die einzige echte Alternative. Die Ordensgemeinschaften des Mittelalters z.B. boten Frauen die Möglichkeit zu Bildung, Ansehen und Autonomie - wenn man so will zu Emanzipation.
Heute nehmen sich die Frauenorden gerne besonders der Mädchen und Frauen an. Wir Dominikanerinnen von Bethanien sind gegründet für Frauen, die straffällig geworden waren und keine Chance auf eine echte Rehabilitation hatten. Daraus ist u.a. der Schwerpunkt der Arbeit mit Gefangenen und mit Frauen in Not geworden. "Frauen in Not" bedeutet heute häufig Zwangsprostitution und Menschenhandel. Wer sich dagegen stemmt, kämpft zwar für Frauenrechte und auch gegen verbrecherische männliche Strukturen - aber ist sie deshalb eine Feministin? Ich weiß nicht...

Bild: sokaeiko@pixelio.de

Donnerstag, 16. Juli 2015

Freiwillig? Naja...

... oder Zölibatversteher Teil 2:
Gestern habe ich über die Einsamkeit geschrieben und darüber, dass ich mir den Zölibat ja freiwillig ausgesucht habe. Die darauf folgenden Kommentare haben mich zu einer Zölibatsversteher-Reihe angeregt. Erster Teil war gestern, zweiter heute, wie viele es noch werden, hängt von euren Kommentaren ab! :)
Erster berechtigter (!) Einwand: der Zölibat ist nicht ganz so freiwillig, wie ich es dargestellt habe. Schließlich kann in der römisch katholischen Kirche niemand Priester werden, der nicht das Gelübde der Ehelosigkeit akzeptiert (von einigen speziellen Ausnahmen abgesehen).
Für die klassischen Orden gilt das auch: z.B. kann keine Frau in unserer Gemeinschaft Schwester werden, ohne das Gelübde der "Keuschheit in Ehelosigkeit" abzulegen. (Ich halte den Einwand für berechtigt, trotzdem widerspreche ich. Damit es klarer wird, überspitze ich die Diskussion mal etwas.)
"Ist das nicht Erpressung?"
.
Denn es muss ja kein Mann Priester und keine Frau Dominikanerin werden. Es gibt andere Berufe, die seelsorgliche Tätigkeiten ermöglichen, z.B. Diakon oder Pastoralreferent, und es gibt andere Möglichkeiten, der Dominikanischen Familie beizutreten, z.B. die Laiengemeinschaften. Aber wer diese eine spezielle Form (Priester/Schwester) wählt, muss die Bedingung des Zölibates akzeptieren.
"Typisch katholische Kirche!"
Ne, eigentlich nicht.
Eigentlich ist es doch bei den meisten Berufen so, dass man bestimmte Voraussetzungen mitbringen muss. Wer Polizist/in werden will, darf nicht einmal ein auffälliges Tattoo oder Piercing haben. Und jeder Beruf bringt seine eigenen Bedingungen mit sich: Kranken- und Altenpfleger werden kaum um den Schichtdienst herumkommen, und wer nicht schwindelfrei ist oder am liebsten drinnen arbeitet, sollte besser nicht Dachdecker werden. 
Mit anderen Worten: Augen auf bei der Berufswahl!

P.S.: Ich weiß natürlich, dass das jetzt sehr provozierend formuliert ist und nur einen kleinen Teilaspekt des Themas trifft, aber das musste eben auch mal gesagt werden. Ich fange aber mit dem dritten Teil lieber schon mal an...

Mittwoch, 15. Juli 2015

Über Beziehungen und Einsamkeit...

... oder Zölibatversteher Teil 1
Kürzlich hat Matthias Fritz in dem Blog "raumrauschen" über die Einsamkeit geschrieben, die ihn als Priester manchmal blitzartig überfällt. Ich fand das mutig, und es hat mich auch angesprochen, weil ich das Gefühl kenne. Ich lebe zwar in einer Gemeinschaft und habe damit ein völlig anderes Leben als ein sogenannter „Weltpriester“, aber auch in Gemeinschaft kann man einsam sein.
Als ich den Artikel auf Facebook geteilt hatte, war einer der Kommentare „Wie kann man einem Menschen die menschliche Beziehung verweigern?“ 
Ist unsere Lebensform heutzutage wirklich so exotisch geworden, dass sie einer Erklärung bedarf? Möglicherweise, jedenfalls möchte ich diese Frage nicht so stehen lassen.
"Wie kann man einem Menschen ... verweigern?" Ich weiß nicht, wie es Matthias Fritz geht, aber ich lebe den Zölibat freiwillig. Ich hatte ein normales Leben (was auch immer man darunter versteht) und habe dann ein zölibatäres gewählt. Insofern verweigert mir auch niemand etwas.
"die menschliche Beziehung": eine interessante Formulierung. Ob der Autor wirklich der Meinung ist, jeder Mensch ginge nur EINE Beziehung zu einem anderen Menschen ein? Ich lebe eine Fülle von Beziehungen, seit ich im Orden bin sogar noch viel mehr als vorher, und ich vermute, dass es den meisten Priestern ähnlich geht. Wie kommt man auf den Gedanken, wer zölibatär lebt, verzichte auf menschliche Beziehung? Oder ist gar nicht "die menschliche Beziehung" gemeint, sondern die eine ganz besondere Art von Beziehung, nämlich eine intime Liebesbeziehung? Ich glaube, in dieser Unschärfe liegt die Ursache für ein großes Missverständnis unserer Gesellschaft.
Ist uns diese eine, intime oder auch romantische Beziehung so wichtig, dass neben ihr alle anderen verblassen? Mal ganz ehrlich: Das ist vielleicht bei Rosamunde Pilcher so, aber doch nicht im wahren Leben! Wie viele Menschen gibt es heute in unserer Gesellschaft, die keinen Partner finden, mit ihrem Partner kreuzunglücklich sind oder ihn nach einigen Jahren wieder verlieren? Wenn wir mal die ideologische Brille abnehmen, dann sehen wir, dass Priester und Ordensleute die Wahl hatten, sich zum Zölibat zu verpflichten oder nicht. Was für eine Wahl haben die zahllosen Menschen in unserem Land, die ungewollt als Single leben? Manchmal ist es nur eine Phase von ein paar Jahren, aber manchmal auch ihr Leben lang. Ganz zu schweigen von denen, die in einer Partnerschaft ohne Liebe gefangen sind. Lebenslange romantische und sexuelle Erfüllung ist etwas aus der Parship-Reklame.
Ja, ich bin manchmal einsam und ich vermute, dass das vielen meiner Schwestern und auch vielen Priestern ähnlich geht. Das liegt an unserer Lebensform und ich finde es gut, dass und wie Matthias Fritz das zur Sprache gebracht hat. Aber die Vorstellung, ein Mensch hätte überhaupt erst dann eine nennenswerte Beziehung, wenn er ein zufriedenstellendes Intimleben hat, beleidigt einen nicht unerheblichen Teil unserer Gesellschaft. Und das Schimpfen auf den Zölibat lenkt vom eigentlichen Problem ab: mitten in der Gemeinschaft anderer Menschen kann man einsam sein. Jeder. Der Priester, die Ordensschwester, der Single, die Witwe... Und auch, wenn die Schärfe der Einsamkeit in dem Moment niemand nehmen kann, sollten wir aufeinander achten. Lassen wir einander wenigstens nicht allein!

Donnerstag, 25. Juni 2015

Frag doch mal nach der Hölle...

Frag doch mal die Schwester, Teil 10
Im Januar und Februar hatte ich hier die Reihe "Frag doch mal die Schwester" gestartet. Nach einer längeren Zwangspause gibt es jetzt endlich eine Fortsetzung und zwar mit einer Frage, die mir oft gestellt wird:
Gib es eigentlich eine Hölle?
Wie immer bekommt ihr hier keinen Überblick über die theologisch-wissenschaftliche Diskussion. Ich gehe lieber anders an die Frage heran und setze dabei das christliche Gottesbild voraus:
Da sehen wir (ganz am Anfang der Bibel, im Buch Genesis) einen Gott, der den Menschen nach seinem eigenen Abbild erschafft, Ihm ähnlich (Gen 1,26). Er gibt ihm Regeln (nicht vom Baum der Erkenntnis essen!), aber er gibt ihm auch die Freiheit, sich an diese Regeln zu halten oder sie zu brechen - was der Mensch ja auch prompt tut. Als der Mensch vom Baum der Erkenntnis gegessen hat und ihm die Augen aufgehen für Gut und Böse, da vertreibt Gott ihn aus dem Paradies. Diese Erfahrung machen wir in der Tat: jedes Kind lebt sozusagen im vollkommenen Glück (Essen, Schlafen, jeden Tag neue Wunder entdecken), bis es versteht, dass es Gut und Böse gibt.
Aber diese Erkenntnis ist uns wichtig. Wir wollen keine Kleinkinder bleiben. Wir wollen mündig werden, wissen und verstehen, was los ist und Entscheidungen treffen. Im Leben und im Glauben.
Das ist in Ordnung, Gott respektiert unseren Wunsch nach Freiheit. Er will uns sogar frei.
Der Vater sah ihn schon von weitem kommen.
Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
Evangelium nach Lukas 15, 20
Durch die ganze Bibel zieht sich immer wieder die Aussage, dass Gott den Menschen liebt. Er will nicht unseren Tod, sondern unser Leben. Und Gott möchte, dass wir seine Liebe erwidern. Immer wieder wird dies unmittelbar mit der Erfüllung der Gebote verknüpft: "wenn Du den Herrn, deinen Gott, liebst, auf seinen Wegen gehst und seine Gebote achtest" (Deut 31). Im Neuen Testament wird es noch deutlicher: Jesus sagt unmissverständlich, dass Gott uns liebt und sehnsüchtig darauf wartet, dass wir auf diese Liebe antworten. Eine der schönsten Beispielerzählungen dafür ist die vom barmherzigen Vater bzw. vom verlorenen Sohn: Der Sohn wendet sich vom Vater ab. Als er schließlich seinen Fehler einsieht und umkehrt, erwarten ihn nicht Vorwürfe und Strafe, sondern ein Vater, der nur darauf gewartet hat, dass er endlich zurückkommt (Lukas 15, 11-32). Aber Liebe kann man nicht erzwingen. Liebe erfordert Freiheit.
Nun zur Hölle: Wenn Gott unsere freiwillige Liebe möchte anstatt unseren Gehorsam zu erzwingen, dann endet diese Haltung Gottes nicht nach unserem Tod. Er will unser Leben und unsere Erlösung, er bietet uns seine Nähe und Liebe an, aber wenn wir das partout nicht annehmen wollen, wird er uns nicht zu unserem Glück zwingen. Wir können uns gegen Gott entscheiden, auch in alle Ewigkeit. Und die Ewigkeit von Gott getrennt, das nennen wir halt Hölle. Ihre Existenz ist eine logische Folge der Freiheit des Menschen.
Es bleibt noch eine weitere Frage, nämlich ob jemand in der Hölle ist. Kann wohl ein Mensch, der die Herrlichkeit Gottes geschaut hat, sie immer noch ablehnen? Aber diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten, hier kann ich nur hoffen...

Bild: Dieter Schütz@pixelio.de

Mittwoch, 27. Mai 2015

Schwestern wie ich

"Wenn es mehr Schwestern wie Sie gäbe, würde ich aus der Kirche austreten!"
Zugegeben: ich habe mich daran gewöhnt, dass der Umgangston im Internet rau ist, aber so etwas hatte mir auch dort bis dahin noch niemand gesagt.
Eine billige Retourkutsche lag mir schon auf der Tastatur, zum Glück konnte ich sie mir verkneifen. Statt dessen habe ich angefangen, über die Aussage nachzudenken.
Zuhören ist eine unserer
wichtigesten Aufgaben.
Man sollte sie nicht zu wörtlich nehmen, denn sie war zu später Stunde und im Eifer eines verbalen Gefechts geschrieben worden. Doch dahinter steckt ja mehr. Eine Haltung, eine Sicht auf unsere Kirche. 
"Wenn es mehr Schwestern wie Sie gäbe..."
Ich habe die gute Frau nicht darauf hingewiesen, dass es durchaus noch mehr Schwestern wie mich gibt. Sogar sehr viel mehr. Eigentlich wäre es sogar ausgesprochen vermessen von mir, wenn ich behaupten wollte, ich sei etwas Besonderes. Ich bin nur eine von vielen - vielleicht ein bisschen lauter. Ja, wir sind nicht alle so brav und demütig und wir haben auch nicht alle dieselbe kirchenpolitische Einstellung. Sind wir deshalb schlechte Christen? Schlechte Katholiken? Schlechte Schwestern? Ich glaube, das Problem lag vor allem bei der Schwester. Ein normaler Katholik darf alles mögliche. Eine Schwester sollte eigentlich heilig sein. Ist sie es nicht, dann gilt sie manchen sofort als scheinheilig.
"...dann würde ich aus der Kirche austreten!"
Was ist unsere Kirche nur für ein seltsamer Verein! Einerseits sagen wir, sie sei "die Braut Christi" und sie werde in Ewigkeit nicht von den Pforten der Hölle verschlungen werden (so steht es immerhin im Evangelium) - andererseits treten wir mal eben lustig aus, weil sie sich in eine Richtung entwickelt, die uns nicht passt. Ich weiß ja umgekehrt auch, dass es mehr Frauen wie meine Dialogpartnerin in unserer Kirche gibt. Das macht mich in solchen Momenten etwas ratlos und traurig, aber deswegen verlasse ich meine Kirche doch nicht. 
Im Gegenteil: ich bin froh, dass unsere Kirche so groß ist, dass sie sowohl Schwestern wie mich als auch Frauen wie diese in sich vereint. Jesus Christus hat uns alle gerufen. Er hat gerne diskutiert und um die rechte Art des Glaubens gerungen. Aber dabei hatte er Gott im Sinn und war voller Liebe zu seinen Mitmenschen. Wenn wir ihm folgen, wenn wir auf ihn schauen, dann könnten wir eigentlich
das Interesse an Flügelkämpfen verlieren.

Freitag, 13. Februar 2015

Frag doch mal nach der Säuglingstaufe!

Frag doch mal die Schwester, Teil 9:
Stimmt es, dass die Babytaufe nicht gültig ist, somit nicht nach Gottessinn, weil sie nicht biblisch ist? 
Ui, das ist wieder eine dieser Fragen, über die ich erst lange nachdenken musste. 
Die sachliche Seite ist schnell geklärt: Die Taufe von Kindern kommt in der Bibel nicht ausdrücklich vor. 
In den Evangelien wird nur berichtet, dass Johannes der Täufer in der Wüste die Menschen tauft. Zu ihm geht auch Jesus und lässt sich taufen, im Fluss Jordan. Jesus selber hat nicht getauft, wohl seine Jünger. Das Matthäusevangelium endet mit dem Missionsbefehl Jesu: "Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" (Mt 28,19). 
Später, in den Briefen und vor allem in der Apostelgeschichte (Apg) wird von mehreren Bekehrungen und Taufen in der jungen Gemeinde berichtet. Viele davon werden namentlich genannt, das sind immer Erwachsene. Manchmal heißt es allerdings "mit seinem ganzen Haus", z.B. in der Apg 16, 33: "Er ließ sich mit allen seinen Angehörigen taufen". Jetzt ist die Frage: wer war damit genau gemeint? Die Frau, die Kinder, die Bediensteten, die weiteren Verwandten? 
Um es kurz zu machen: man weiß es nicht genau. Es gibt Argumente für und gegen die Annahme, dass die Kinder mitgemeint sein könnten.
Es gibt auch schon sehr früh eine Diskussion darüber, ob man Kinder taufen soll oder nicht, mindestens seit dem zweiten Jahrhundert. Dazu könnte man jetzt viel schreiben und viele Bibelstellen zitieren, aber dafür verweise ich lieber auf den sehr interessanten Artikel in wikipedia.
Mich persönlich interessiert mehr die Formulierung "nach Gottessinn". 
Wenn wir mal ein bisschen von den einzelnen Bibelzitaten wegzoomen und versuchen, das Neue Testament insgesamt zu sehen, dann kommen wir vielleicht eher dahinter: was ist denn nach Gottessinn? Denn das muss doch die eigentliche Frage sein, hinter jeder unserer Diskussionen!
Wir Katholiken sagen z.B., die Taufe sei ein Sakrament, d.h. ein heilwirksames Zeichen. Evangelische Christen könnten hier widersprechen und sagen, dass wir uns das Heil nicht selber erwirken können - es ist uns doch schon geschenkt! Darauf könnten wir sagen, dass auch die katholische Kirche nicht mehr glaubt, dass wir uns das Heil durch die Sakramente verdienen können oder müssen, so ist das nicht gemeint - und so könnten wir fortfahren.
Aber wenn ich auf den Kern des Evangeliums blicke, dann sehe ich, dass es uns sagt: Gott wartet auf dich. Nein, eigentlich geht er Dir mit offenen Armen entgegen. Er ist in Jesus Mensch geworden, um dich zu befreien, und seine größte Sehnsucht ist es, dass du diese Befreiung nutzt, um Gott die Tür deines Herzens zu öffnen.
Wie du das machst, ist nicht so wichtig.
Hauptsache, du bist dabei, denn das Reich Gottes ist schon angebrochen. Merkst du es nicht?

Wer eine Frage für "Frag doch mal die Schwester!" hat, kann sie mir gerne schicken: sr.barbara@bethanien-op.org

Bildquelle: bardo/pixelio.de

Freitag, 6. Februar 2015

Frag doch mal nach der Krone der Schöpfung!

Eine sehr spannende Frage bekam ich schon vor einiger Zeit gestellt (Nr.8):
Was ist "die Krone der Schöpfung"?
Um es gleich vorweg zu nehmen: der Begriff ist nicht biblisch. Sicherheitshalber habe ich das nachgeschaut, und Prof. Barbara Schmitz von der Uni Würzburg hat es belegt: der Begriff entsteht erst in der Neuzeit und ist ein europäischer Gedanke ("Krone"!).
Trotzdem habe ich mir daraufhin noch mal die Bibel vorgenommen, denn die Schöpfungsgeschichte ist erstaunlich aktuell. Die Erschaffung der Welt in sechs Tagen entspricht beispielsweise ziemlich genau der Evolutionstheorie - natürlich nicht in den zeitlichen Dimensionen, die sind bildhaft formuliert, und es gibt auch Abweichungen, aber trotzdem kann man sagen: obwohl die biblische Erzählung theologische Aussagen macht und kein naturwissenschaftlicher Bericht ist, passt sie erstaunlich gut zu unseren heutigen Erkenntnissen und Theorien.
Das Buch Genesis erzählt: Zuerst entstehen Licht, Wasser und Erde. Dann entstehen auf der Erde Pflanzen. Die Gestirne beginnen, feste, regelmäßige Bahnen  zu ziehen. Dann entsteht tierisches Leben zuerst im Wasser, dann in der Luft, schließlich an Land. Schließlich erschafft Gott den Menschen "nach seinem Abbild", d.h. Ihm ähnlich. Wichtige Aussage ist bei all dem: alles, was Gott geschaffen hat, ist sehr gut.
Diese Erzählung ist aus der priesterlichen Tradition Israels, etwa aus dem Jahr 550 v.Chr., also über 2.500 Jahre alt. Ich meine, dass sie trotzdem noch immer dem Denken vieler Menschen heute sehr nahe ist: Die Welt ist hierarchisch aufgebaut, und der Mensch ist von allen Geschöpfen am höchsten entwickelt. Deshalb hat er das Recht (nach der Bibel auch den Auftrag), die restliche Schöpfung zu unterwerfen und zu beherrschen. Dabei gibt es in der christlichen Theologie inzwischen wohl einen weitgehenden Konsens, dass mit dem Herrschaftsbefehl ein Auftrag zur Pflege und Verantwortung für die Schöpfung verbunden ist und kein Freibrief zur Ausbeutung. 
Dies ist die eine Sichtweise.
Schon in der Bibel gibt es eine ganz andere, nämlich die zweite Schöpfungsdarstellung. Sie ist älter als die Priesterschrift, und beginnt mit der Erschaffung des Menschen. Der wird aus Ackerboden gemacht, danach wird die restliche Welt um ihn herum erschaffen. Schließlich sucht Gott jemanden, damit der Mensch nicht so allein ist, findet aber nichts, was dem Menschen entspricht - bis er die Frau erschafft: "Endlich!" In diesem Bericht lautet der Auftrag an den Menschen, allem Geschaffenen Namen zu geben und die Welt zu bebauen und sie zu hüten. Klingt schon ganz anders, nicht?
Auch hier wird er als Haupt der Schöpfung dargestellt, trotzdem meine ich, dass dieses Bild einer anderen Sichtweise der heutigen Welt näher ist: der Mensch wird mitten in einen Garten gesetzt, er ist nur EIN Teil der Schöpfung. Heute geht man mehr und mehr dazu über, den Wert von Tieren und Pflanzen, der Natur insgesamt zu entdecken und zu schätzen.
Ich neige ja dazu, immer noch den Menschen als ein besonderes Geschöpf zu betrachten, als besonders zur Beziehung mit Gott begabt ("Gott ähnlich"), aber ich muss zugeben, dass wir natürlich in unserem Wissen und Begreifen sehr begrenzt sind. Wer weiß schon, welche Dimensionen der Gotteserkenntnis es noch gibt, von denen wir nichts ahnen?

Wenn Du/Sie eine Frage für "Frag doch mal die Schwester" hast/haben: ich nehme alles entgegen unter sr.barbara@bethanien-op.org

Donnerstag, 5. Februar 2015

Frag doch mal nach dem Fisch!

Frag doch mal die Schwester, Teil 7:
Bildquelle: www.katholisch.de
Warum ist eigentlich der Fisch ein so wichtiges Symbol für die Christen?


Das ist der Fisch in der Tat, immer wieder taucht er auf. Man könnte daran denken, dass Jesus ja vor allem Fischer gerufen hat, ihm zu folgen.
Bei der „wunderbaren Brotvermehrung“ teilte er nicht nur Brot, sondern auch Fisch. Als er nach seinem Tod und seiner Auferstehung seinen Jüngern erscheint, erkennen ihn die Emmausjünger am Brotbrechen, aber es gibt auch eine Szene, wo er mit zwei Jüngern Fisch isst.
Also: Fisch war in der Welt Jesu einfach sehr wichtig.
Aber das ist nicht der Grund, warum er bis heute für uns so wichtig ist.
Das liegt vielmehr daran, dass die ersten Christen in der Urgemeinde sehr schnell verfolgt wurden. Um in der Verfolgung die Gleichgesinnten erkennen zu können, brauchten sie ein Geheimzeichen. Die Gemeinde sprach damals griechisch und deshalb nahm sie den Fisch, auf griechisch Ichthys. Diese Buchstaben waren nämlich die Abkürzung für ein kurzes Glaubensbekenntnis: Jesus Christus ist der Sohn Gottes, unser Retter.
Diese Übersicht habe ich mal für eine Jugendlichen-Taufe verwendet.
Leider kenne ich den Autor nicht. Tiki Küstenmacher?
Heute kann man diesen Fisch bei uns z.B. als Autoaufkleber finden. Das ist einerseits eine Mode, andererseits hat unser Glaube fast schon wieder etwas von einer verschworenen kleinen Minderheit bekommen. Wer sich im Alltag zu Jesus Christus bekennt, kann sich schon mal ganz schön allein fühlen - da tut es gut, wenn die Glaubensgeschwister sich zu erkennen geben.

Montag, 2. Februar 2015

Frag doch mal nach der Todesstrafe!


Weiter geht es mit unserer Reihe "Frag doch mal die Schwester", Teil 6.
Schon vor einiger Zeit bekam ich folgende, knifflige Frage gestellt:
Als "die Juden" bei Pilatus sind und Jesus anklagen, sagen sie, ihr Gesetz erlaube ihnen nicht, einen Menschen zu töten. Deshalb brauchten sie die Römer, die die Drecksarbeit erledigen und Jesus kreuzigen sollen. So steht es beim Evangelisten Johannes 18, 30.
An einer anderen Stelle haben "die Juden" aber keinerlei Probleme mit der Todesstrafe, nämlich als sie die Ehebrecherin zu Jesus bringen. Die wollen sie zu Tode steinigen - wie es das jüdische Gesetz vorsieht. Also, was denn jetzt:  
durften die Juden die Todesstrafe vollstrecken oder nicht?

Die Antwort ist jein. 
Die Juden durften Menschen steinigen, aber die Steinigung ist eine Körperstrafe, keine Hinrichtungsart.  Es führte auch nicht jede Steinigung zum Tode, der Tod wurde eher billigend in Kauf genommen. Im eigentlich juristischen Sinne hinrichten durften die Juden aber nicht, denn sie durften keine Waffen tragen, d.h. sie hatten nicht das Recht, ein Schwert zu tragen (jus gladii). Folglich durften sie ihre Verbrecher weder enthaupten noch kreuzigen.
Bleibt die Frage, warum sie Jesus nicht einfach gesteinigt haben, das haben sie ja sogar schon mal versucht. Aber das wäre eine zu schwache Strafe gewesen, selbst wenn sie tödlich geendet hätte. Zur Zeit Jesu war man immer derart vom Tod bedroht, dass das Sterben selber als Drohung nicht ausreichte. Es musste bei diesem Gotteslästerer und Volksaufwiegeler, der Jesus in den Augen der Hohenpriester ja war, schon eine echte Hinrichtung sein und zwar eine möglichst demütigende. Es ging ja auch um die Abschreckung für seine Anhänger. Da war das Heftigste im Angebot die Kreuzigung, und dazu waren die Juden eben nicht berechtigt.

Dienstag, 13. Januar 2015

Frag doch mal nach dem Zweiten Vatikanum!

Die heutige Frage ("Frag doch mal die Schwester", Teil 5) kommt von einer jungen Frau, betrifft eins meiner Lieblingsthemen und ist für mich eine echte Herausforderung:

"Gibt es eine kurze, knackige, aber gute Zusammenfassung vom 2. Vatikanum? Also konkret, welche Änderungen zu vorher etc.?"

Also, eigentlich ist die Antwort ganz einfach: Ja. 
Die Versammlung der Konzilsväter im Petersdom
Die beste Zusammenfassung, die ich kenne, ist das "Kleine Konzilskompendium" von Karl Rahner und Herbert Vorgrimler. Ein grünes Taschenbuch, erschienen im Herderverlag, steht in jeder Bücherei oder Bibliothek, die irgendwie mit der katholischen Kirche zu tun hat. Es liest sich ganz gut, enthält die kompletten Konzilstexte auf deutsch und erklärt viele Hintergründe. 
Allerdings hat es 775 Seiten, und vielleicht ist das doch nicht knackig genug...? Ich versuch mal, ein bisschen zu kürzen:
Das II.Vatikanische Konzil hat vom 11.10.1962 bis zum 8.12.1965 gedauert, unterbrochen vom Tod des Papstes Johannes XXIII. und der Wahl von Paul VI. Es war kurz gesagt ein update der Kirche, eine Aktualisierung ins 20. Jahrhundert.
Das erste Bemerkenswerte ist schon, dass das Konzil überhaupt stattgefunden hat, denn auf dem ersten Vatikanischen Konzil war das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes verkündet worden. Und nun meinten manche, eigentlich seien Diskussionen in der katholischen Kirche jetzt doch überflüssig. Weit gefehlt! Auf dem Zweiten Vatikanum wurde frei und offen diskutiert, viel mehr, als manche der Kirche vorher zugetraut hatten. Das war auch schon eine wichtige Änderung.
Im Vorfeld gab es eine Fülle von Themen, am Schluss kamen 16 Dokumente von unterschiedlicher Länge und Wichtigkeit heraus. Darin geht es u.a. um das Selbstverständnis der Kirche, um Liturgie, um die Rolle der Laien in der Kirche, um das Verhältnis der katholischen Kirche zu anderen Christen und zu anderen Religionen sowie um Religionsfreiheit. 
Konkrete Änderungen gab es so viele, dass manche Katholiken das Gefühl hatten, ihr Kirche hätte sich aufgelöst. Ich nehme mal drei Beispiele raus:
Das sichtbarste war wohl die Liturgie: bis zum Konzil wurde die Messe auf Latein gelesen, der Priester zelebrierte am Hochaltar, mit dem Rücken zur Gemeinde. Jetzt wurde gesagt, dass die "tätige Teilnahme" der Gemeinde wichtig sei. Die Menschen sollten verstehen, was in der Messe passiert und sie wirklich mitvollziehen. Also wurden die Texte in die verschiedenen Landessprachen übersetzt, die Altäre wurden von den Wänden abgerückt, die Priester wendeten sich den Gemeinden zu usw..
Eine andere Veränderung war die Rolle der Laien. Das ist heute vielleicht schwer zu verstehen, aber vor dem Konzil hatten eigentlich nur die Priester und die Ordensleute was zu melden. Normale Gläubige konnten ja nicht mal die Messe verstehen, sie hatten einfach ihren Rosenkranz zu beten und zu tun, was Herr Pastor sagte. Jetzt kommt das Konzil mit einem revolutionären Begriff: "das gemeinsame Priestertum der Gläubigen" (Lumen gentium 10) und das "hierarchische Priestertum". Beide sind zwar verschieden, gehören aber zusammen. Das soll heißen, auch die Laien sind nicht nur die (dummen) Schafe, die vom Hirten gehütet werden, nein, sie haben eine wichtige Aufgabe beim Aufbau der Kirche und des Gottesreiches. Das hat praktische Folgen in den Gemeinden gehabt, z.B. wurden danach die Pfarrgemeinderäte erfunden. In anderen Ländern geht das viel weiter: in Lateinamerika leiten Laien heute oft ganze Gemeinden. Eigentlich aus der Not heraus, weil es zu wenige Priester gibt, aber das Konzil hat eben ausdrücklich gesagt, dass die Laien einen Auftrag dazu haben, am Reich Gottes mitzubauen. Darin sind sie genau so wertvoll wie die Priester.
Ganz wichtig ist noch das Verhältnis der katholischen Kirche zu anderen Religionen. Bis zum Konzil hat die Kirche behauptet, die Wahrheit gepachtet zu haben. Außerhalb der (katholischen) Kirche gebe es kein Heil und keine Erlösung, war die feste Überzeugung. Jetzt entwickelt sich die Theologie weiter: Im Dekret über die nichtchristlichen Religionen heißt es, wir lehnen nichts von dem ab, "was in diesen [anderen] Religionen wahr und heilig ist". (Nostra aetate 2) Wir verkünden also weiter, dass Jesus Christus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, in dem wir die Fülle religiösen Lebens finden, aber wir können wesentlich entspannter mit Menschen umgehen, die das nicht glauben. Wir müssen sie nicht mehr bemitleiden, ablehnen oder missionieren - wie vor dem Konzil. Im Gegenteil. Da gibt es dann auch mal eine Formulierung wie diese: "Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslim, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat." Ganz vorsichtig kommt dann, worin sie sich von uns unterscheiden, aber zuerst mal ist das Verbindende wichtig. Ähnliches gibt es für alle großen Religionen, am meisten für die Juden. Dabei war eine ganz eintscheidende Veränderung die Art und Weise, wie geredet wurde: respektvoll statt herablassend, usw. Hier führt das jetzt aber zu weit, es waren ja eh nur ein paar kleine Beispiele.
Fazit: 
das II. Vatikanum hat die katholische Kirche einmal kräftig durchgeschüttelt und auf die Höhe der damaligen Zeit gebracht. Für Details empfehle ich das Kleine Konzilskompendium von Rahner/Vorgrimler. Meine Anmerkungen hier sind meist aus der Einleitung.

Wer Fragen für "Frag doch mal die Schwester" hat, kann sie mir gerne an sr.barbara@bethanien-op.org schicken.

Samstag, 10. Januar 2015

Frag doch mal nach der "Taufe des Herrn"!

"Frag doch mal die Schwester", Teil 4:
Was bedeutet eigentlich "Taufe des Herrn"?

Diese Frage kam im Zusammenhang mit unserer Rede über das Ende der Weihnachtszeit auf.
"Taufe des Herrn" feiern wir nämlich immer am ersten Sonntag nach dem 6. Januar, als Abschluss der Weihnachtszeit. Gemeint ist die Taufe Jesu, und die Szene, um die es geht, wird in mehreren Evangelien beschrieben: Johannes der Täufer ist mit seinen Jüngern am Jordan. Er tauft dort die Menschen als Zeichen der Buße und Bekehrung von den Sünden. Er wartet auf den Messias, den von Gott gesandten Retter. Jesus geht zu ihm und will wie alle anderen getauft werden, stellt sich sozusagen in die Warteschlange.
Viel später wird Johannes Jesus fragen, ob er der Messias ist, aber jetzt ahnt das noch niemand. Jesus ist ein Nobody. Johannes kennt ihn zwar schon, denn sie sind verwandt. (Seine Mutter Elisabeth ist eine Kusine oder so was ähnliches von Maria, der Mutter Jesu.) Aber noch hat Jesus nicht begonnen, in der Öffentlichkeit aufzutreten.
Das kommt jetzt.
Als Jesus nämlich in den Jordan runtersteigt, öffnet sich der Himmel, und eine Stimme sagt: "Dies ist mein geliebter Sohn. Hört auf ihn." Die Stimme Gottes? So wird es jedenfalls berichtet. Genau wissen wir das natürlich nicht, aber dass diese Taufe stattgefunden hat, ist ziemlich sicher. Es war nämlich für die junge christliche Gemeinde eigentlich ein bisschen peinlich, dass Jesus sich da so klein machte. Das hätten sie bestimmt nicht dazu erfunden.
Jedenfalls ist die Taufe Jesu sozusagen der Startschuss für sein öffentliches Wirken - und deshalb schließt dieses Fest heute auch den Weihnachtsfestkreis. Ab Montag ist in der Kirche wieder liturgischer Alltag.

Wenn ihr eine Frage für "Frag doch mal die Schwester" habt, schickt sie einfach an >sr.barbara@bethanien-op.org<!
Bildquelle: Dieter Schütz@pixelio.de

Donnerstag, 8. Januar 2015

Frag doch mal, warum Gott zulässt, dass...

"Frag doch mal die Schwester", Teil 3:

Warum lässt Gott zu, dass manche Menschen mit Betrug mehr Erfolg haben als andere, die ehrlich sind?

Ursprünglich hatte der Fragesteller wohl an Schüler oder Studenten gedacht, die bei Prüfungen betrügen. Aber nach dem Terroranschlag gestern in Paris darf ich die Frage vielleicht noch etwas ergänzen:

Warum lässt Gott zu, dass Menschen andere verletzen und sogar ermorden? 
Warum lässt Gott überhaupt zu, dass Menschen Böses tun und damit durchkommen?

Gott hat uns Menschen geschaffen und liebt uns. Er hat uns die Freiheit gegeben, uns für oder gegen Ihn und Seine Regeln zu entscheiden. Das ist (laut der biblischen Legende) schon ganz am Anfang schief gelaufen, als Adam und Eva im Paradies gegen den Willen Gottes handelten. Sie aßen vom Baum der Erkenntnis. Jetzt wussten sie, was gut und was böse war. Damit verloren sie ihre Unschuld, ihr Paradies. Aber es geht nicht anders. Gott will ja keine Sklaven, keine Marionetten, die nur automatisch und ferngesteuert seine Gesetze erfüllen. Er hat uns nach seinem Wesen erschaffen, dazu gehört der freie Wille.
Soweit die Urlegende. Was bedeutet das jetzt für uns heute?
Wir Menschen wissen, was gut und was schlecht ist (meistens jedenfalls). Wir haben ein Gewissen. Trotzdem handeln wir nicht immer gut. Wir verletzen einander, wir schaden auch uns selber. Aber Gott greift nicht ein.
Gott respektiert unseren Willen. Er zwingt uns nicht seine Regeln auf, auch nicht die, die für uns und für die Welt gut wären. Gott vergewaltigt uns nicht.
Jetzt meinen manche, weil Er nicht mit Blitz und Donner dreinfährt, um viele üble Dinge zu verhindern, habe Er sich von der Welt abgewandt und kümmere sich gar nicht mehr darum, was hier passiert. Aber Gott hat noch ganz andere Möglichkeiten. Sein Heiliger Geist weht, wo er will und berührt die Herzen der Menschen. Er gibt uns Ideen, Mut und Kraft, Gutes zu wirken. Gott wirkt auch durch Menschen. Jeder von uns kann zu einem Werkzeug seines Friedens werden. Die Entscheidung dazu nimmt er uns allerdings nicht ab. Wir müssen schon selber losgehen.

Fragen für "Frag doch mal die Schwester" könnt ihr an sr.barbara@bethanien-op.org schicken.
Bildquelle: Dieter Schütz@pixelio.de

Mittwoch, 7. Januar 2015

Frag doch mal nach dem Ende der Weihnachtszeit!

"Frag doch mal die Schwester" 2:

Wann endet eigentlich die Weihnachtszeit?

Klarer Fall: Früher war das am zweiten Februar. Das Fest wird oft "Mariä Lichtmess" genannt, heißt aber auch und besser "Darstellung des Herrn". An diesem Tag wird gefeiert, dass Maria und Josef ihren Erstgeborenen in den Tempel bringen, so wie es das jüdische Gesetz vorschreibt. Da wird er Gott geweiht und durch ein Geldopfer ausgelöst. Laut jüdischem Glauben gehört jede männliche Erstgeburt nämlich Gott.
Das passiert am 40. Tag nach der Geburt, also liegt das Fest immer im gleichen Abstand zu Weihnachten, eben am zweiten Februar.
Allerdings wurde diese Tradition in der Liturgiereform Mitte der 1960er Jahre geändert. Seitdem endet die Weihnachtszeit schon am ersten Sonntag nach dem sechsten Januar. Da ist das Fest "Taufe des Herrn". 
Das hat jetzt mit Weihnachten eigentlich nicht so viel zu tun, sondern mehr damit, dass ab mit diesem Tag in der Liturgie wieder die normale Zeit beginnt. Denn an "Taufe des Herrn" feiern wir den Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu. 
Aber dazu schreibe ich in einem der nächsten Artikel noch etwas mehr.
Jedenfalls wurde die Weihnachtszeit verkürzt (was ein Jammer ist, wegen der schönen Lieder, die man jetzt nur noch so kurze Zeit singen kann). Krippe und Weihnachtsbaum kann man aber trotzdem bis zum zweiten Februar stehen lassen (falls der Baum nicht zu sehr nadelt). :)
In diesem Sinne: genießt die letzten Weihnachtstage!

Wer eine Frage für die Reihe "Frag doch mal die Schwester" hat, kann sie mir gerne schicken: >sr.barbara@bethanien-op.org< Ich versuche dann, sie möglichst schlau zu beantworten.

Dienstag, 6. Januar 2015

Frag doch mal ... die Schwester Barbara!

In der letzten Zeit sind verschiedene Menschen mit ganz unterschiedlichen Fragen auf mich zu gekommen. Manchen war es unangenehm, fundamentales Wissen zu erfragen, aber ich finde es immer wieder spannend zu erfahren, was die Leute überhaupt an Kirche, Religion und Glauben interessiert. Außerdem gibt es ja keine doofen Fragen, sondern höchstens doofe Antworten. Deshalb beginne ich hier und jetzt die Reihe "Frag doch mal die Schwester Barbara". (Ich meine, ihr könnt es mit euren Fragen natürlich auch bei der Maus versuchen oder bei Wikipedia. Aber wer zu mir kommt, dem werde ich so gut ich kann antworten.)

Die erste Frage - passend zum heutigen Fest Dreikönige - bezieht sich auf diese Karikatur. 
Leider kann ich die Bildquelle nicht korrekt angeben, ich habe die Zeichnung auf facebook gefunden und dort geteilt. So kam dort auch die Frage auf, wer denn bitte der Araber sein sollte. Maria, Josef und Jesus sind die Flüchtlinge, die Hirten auf dem Feld sind die Juden, aber Neger und Araber?
Gemeint sind die "Heiligen drei Könige". Wenn in diesen Tagen die Kinder als Sternsinger durch die Gemeinden gehen, sehen wir sie ja auch: einer immer schwarz geschminkt. Aber die Frage ist trotzdem berechtigt: wo steht denn in der Bibel was von Negern und Arabern?
Man muss es ganz deutlich sagen: in der Bibel steht davon nichts. Dort werden nur die "Sterndeuter aus dem Osten" erwähnt. Die haben einen Stern gesehen, kommen nach Jerusalem und fragen dort den König Herodes, wo der neugeborene König der Juden sei. Der fragt die Hohenpriester, die gucken in die heiligen Schriften, da steht Bethlehem. Also gehen die Sterndeuter nach Bethlehem, unterwegs sehen sie auch wieder den Stern und folgen ihm bis zum Stall (weil in den heiligen Schriften nur der Ort stand, aber nicht die Straße und Hausnummer). Sie bringen dem kleinen Jesus Gold, Weihrauch und Myrrhe und gehen wieder. Allerdings vermeiden sie es, Herodes noch einmal zu begegnen, der den neugeborenen König als mögliche Konkurrenz gerne umbringen würde. Soweit die Erzählung des Evangelisten Matthäus, Kapitel 2.
Warum aber behaupten wir heute, diese Sterndeuter seien die drei Könige Caspar, Melchior und Baltasar? Warum schminken sich unsere Sternsinger schwarz?
Ein klarer Fall: da die biblische Vorlage in dieser Hinsicht nichts hergibt, haben sich im Laufe der Jahrhunderte die unterschiedlichsten Traditionen herausgebildet. Weder die Zahl der Könige noch ihre Namen sind festgelegt oder überprüfbar, erst recht nicht ihre Nationalität. 
Eine Tradition, die mir sehr gefällt, ist die Darstellung der drei als junger, mittelalter und alter Mann aus drei verschiedenen Erdteilen. Das soll nämlich bedeuten, dass alle Heiden (also alle Menschen, die keine Juden waren), Jesus suchen und finden - weltweit. (Heute müssten es fünf Könige sein, aber als die Legende entstand, waren dort, wo sie entstand, nur drei Erdteile bekannt: Europa, Asien und Afrika!)
In diesem Sinne ist meine Antwort: Der Araber ist eigentlich nicht nur ein Araber, sondern auch ein Jugoslawe, ein Rumäne und ein Bulgare. Und dann hat der Zeichner noch den dritten vergessen: den Vietnamesen, Chinesen oder Japaner.

Wer möchte, kann mir gerne eine Frage schicken, am besten per email (sr.barbara@bethanien-op.org), ich versuche dann, sie einigermaßen richtig zu beantworten - gerne auch anonym.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Auf dem Weg: Kreuzung

Heute war das Treffen unserer jüngeren Schwestern. Angefangen haben wir als U50, das sind inzwischen aber nicht mehr alle. Trotzdem trifft sich die Gruppe, die vor etwa 10 Jahren entstanden ist, immer noch fast in derselben Besetzung wie anfangs. 
Mit jeder Schwester, die nach dem Noviziat das Juniorat beginnt, entsteht wieder neu die Frage: muss die jetzt ihre eigene "junge Gruppe" aufmachen? Wann beginnt die nächste Generation? Aber da sie meist einzeln kommen, haben wir bisher noch jede Junioratsschwester in unsere Gruppe aufgenommen, heute auch wieder zwei. Damit sind wir jetzt zwischen 31 und 56 Jahre alt, gut gemischt.
Wir können uns nicht sehr oft sehen. Wir leben über alle Konvente der Kongregation verteilt, außer Italien und zwei Häuser in den Niederlanden. Natürlich sehen wir uns zwischendurch, aber da hat man nicht immer Zeit für ein richtiges Gespräch. Also bestehen unsere Treffen vor allem darin, uns gegenseitig auf Stand zu bringen: wie geht es dir? Was läuft in deinem Konvent?
Nur eine von uns ist in ihrem Haus allein mit lauter alten Schwestern, die meisten sind zu mehreren Jüngeren, zu zweit, dritt, viert. Aber allen tut es gut, mehr Kontakt zu bekommen und mehr voneinander zu erfahren. Schließlich werden wir - so Gott will - miteinander alt werden.
Heute haben wir einander also getroffen, voneinander erzählt, einander gestärkt. Und nun?
Jetzt haben sich unsere Wege wieder getrennt. Jede ist an ihren Platz zurück, wird ihren eigenen Weg weitergehen, aber verändert und ermutigt durch ein Gespräch an einer Kreuzung.