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Mittwoch, 22. Juli 2015

Warum weinst du?

Heute feiern wir Maria Magdalena, die Patronin unserer Gemeinschaft. Das Evangelium des Festtages ist die Ostererzählung aus dem Johannesevangelium, Kapitel 20, 11-18: Maria stand draußen vor dem Grab und weinte. ...

Ich finde es sehr spannend, die verschiedenen Ostererzählungen zu vergleichen. Im einen Evangelium ist von zwei Frauen die Rede, im anderen von dreien, nur bei Johannes ist Maria von Magdala alleine. In den anderen Evangelien erklären der oder die Engel (mal einer, mal zwei), dass Jesus lebe, dass das schon in der Schrift stehe, usw. Bei Johannes nicht. Hier stellen die beiden Engel nur eine Frage: „Frau, warum weinst du?“ Maria versucht eine Erklärung – aber sie bekommt keine weitere Antwort.
Dann entdeckt sie Jesus, ohne ihn zu erkennen und der wiederholt die Frage des Engels: „Frau, warum weinst du? Wen suchst du?“
Keine theologische Abhandlung, wie Johannes es sonst schon mal gerne schreibt. Keine Predigt, nicht einmal eine Erklärung. Während in den anderen drei Evangelien am Ostermorgen der Verstand bemüht wird, geht es hier ums Gefühl: „Warum weinst du?“

Tja, warum weint Maria? „Sie haben meinen Herrn weggenommen.“ Selbst im Tod ist die Trauer noch zu steigern, denn der Leichnam des Geliebten ist verschwunden. Und so sucht sie den toten Körper, wenigstens das.

Die Männer im Gefolge Jesu reagieren ganz anders, als sie vom leeren Grab erfahren, das ist die Vorgeschichte zu diesem Evangelium: Maria Magdalena hatte das leere Grab entdeckt und den Jüngern davon erzählt. Daraufhin liefern sich Petrus und Johannes den berühmten Wettlauf zum Grab, wundern sich – und gehen wieder nach Hause. Erst danach beginnt die heutige Perikope: „Maria stand draußen vor dem Grab und weinte…“ Als die Apostel schon wieder weg sind, fängt es für die "Apostola Apostolorum" erst richtig an. Als die Männer zwar gläubig, aber verwundert gehen, bleibt sie in ihrem Schmerz da – und wird so zur ersten Zeugin der Auferstehung.
Niemand kommt Jesus so nahe wie sie, die weinende Maria Magdalena. Auch die anderen Ostererzählungen sind spannend, und jede hat einen eigenen Charakter, bis hin zu den Emmausjüngern und dem zweifelnden Thomas. Aber die Sehnsucht und die Liebe der Maria Magdalena ermöglichen eine Gottesbegegnung völlig anderer Art, stiller, inniger, fast wortlos. Erst aus dieser Begegnung erwächst der Predigtauftrag: „Geh und sag meinen Brüdern…“
Ich halte das für eine wichtige Aussage auch über uns: Jesus ist auferstanden! Eigentlich feiern wir das in jeder hl. Messe. Aber oft genug versuchen wir, dieses Geheimnis mit dem Verstand zu begreifen. Mir jedenfalls geht es immer wieder so – obwohl ich doch weiß, dass das Entscheidende hier nicht zu verstehen ist. Oder wir rennen los wie Petrus und Johannes, um irgendetwas zu tun, um das Wunder irgendwie zu fassen zu kriegen. Mit solchem Aktionismus kann man wohl Spuren des Wunders entdecken und das kann auch genügen um zu glauben. Aber ihm selber werden wir nur begegnen, wenn wir Jesus wirklich vermissen, wenn wir uns wirklich nach ihm sehnen. Und nur, wenn wir dieser unserer Sehnsucht auch Zeit und Raum geben, dann werden wir Gott so intensiv begegnen können wie Maria Magdalena. Immer wieder neu muss unsere Liebe und unsere Begegnung mit ihm der Anfang und Ursprung unserer Sendung sein.

Dienstag, 21. Juli 2015

Um Himmels Willen!

... oder Zölibatversteher Teil 4
Ich habe versucht, in drei Artikeln auf verschiedene Argumente einzugehen, die immer wieder gegen den Zölibat vorgebracht werden. Was dabei aber noch gar nicht richtig zur Sprache gekommen ist - und das finde ich typisch für dieses Thema! - ist die Frage: wozu gibt es den Zölibat eigentlich?

Ja, ich verzichte auf einen Partner und das Ausleben meiner Sexualität - aber wozu?
Ja, ich verzichte auf eigene Kinder - und wozu?
Ja, ich bin manchmal einsam - wozu bloß!?

In Teil 3 hatte ich Jesus zitiert. Der spricht davon, dass es Menschen gibt, die "um des Himmelreiches willen" ehelos leben (Evangelium nach Matthäus, Kapitel 19). Aber was heißt das?
Der wichtigste Sinn des Zölibates ist es darauf hinzuweisen, dass es mehr gibt als das Leben hier auf der Erde. Das, was uns Menschen normalerweise am wichtigsten ist, Besitz, Macht und eben die Fortpflanzung, das soll für diejenigen, die die neue Welt Gottes bauen, nicht so wichtig sein. Deshalb geloben Ordensleute Armut, Gehorsam und Keuschheit. Wir nennen das ein eschatologisches Zeichen, der Hinweis auf die letzten Dinge, der sich aus der Radikalität ableitet, mit der Jesus in seine Nachfolge ruft.
Natürlich gibt es vor allem später im Mittelalter auch viel profanere Gründe. Da ging es z.B. um die Besitztümer und die Macht der Geistlichen. Ein unverheirateter Bischof war freier und musste weniger Rücksicht nehmen als einer, der wie ein weltlicher Fürst seine Nachkommen versorgen wollte.
Klingt schrecklich? Ja und nein. Ein bisschen davon ist eigentlich geblieben. 
Auch wir heute leben zölibatär, um frei zu sein. Ich hätte sehr gerne Kinder gehabt, am liebsten eine Kinderdorffamilie, aber das ging nicht. Dieser Verzicht ist mir nicht leicht gefallen. Aber jetzt brauche ich mir auch keine Sorgen um Kinderkrankheiten zu machen, um die richtige Schule und falsche Freunde. Ich bin frei, sowohl für die Kinder in unseren Kinderdörfern da zu sein, als auch mal eben ein paar Jahre nach Lettland zu gehen und dort mitzuarbeiten, oder mich überall sonst einsetzen zu lassen, wo es nötig ist. Ich kenne Priester, die in keiner Pfarre länger als ein paar Jahre bleiben. Überall bauen sie eine tolle Arbeit auf (keine Ironie!), und sobald die alleine läuft, werden sie versetzt, weil ihr Schwung woanders gebraucht wird. Das geht mit einer Familie nicht. 
Und schließlich gibt es noch einen Aspekt, der m.E. immer zu kurz kommt. In Teil 1 dieser Reihe habe ich ihn schon angedeutet. Wir wählen diese Lebensform freiwillig. Viele Menschen leben quasi zölibatär, aber ohne es zu wollen. Ich könnte auf Anhieb ein Dutzend Menschen aus meinem Bekanntenkreis nennen, die ungewollt kinderlos sind, viele davon auch ohne Partner. Ich weiß nicht, wie es den Weltpriestern geht. Aber als Ordensfrau lebe ich meine Gelübde auch in Solidarität mit denen, die unfreiwillig arm, gehorsam oder eben ehelos leben müssen. Mancher Not können wir nicht abhelfen, aber wir können sie solidarisch aushalten und ihr so einen Sinn geben.

Freitag, 17. Juli 2015

Wer hat's erfunden?

...oder Zölibatversteher, Teil 3:
Ja, wer hat den Zölibat eigentlich erfunden? Jesus jedenfalls nicht!
Das ist eines der beliebtesten Argumente gegen diese Lebensform, und in der Tat kann man ganz schön ins Schwitzen kommen, wenn man sich bei seiner zölibatären Lebensweise auf den Zimmermannssohn aus Nazareth berufen will. Er ist zumindest nicht eindeutig in seinen Aussagen.
Einerseits beruft er seine Jünger vom Fleck weg: "Folge mir nach!" ohne Rücksicht auf deren Familien und Frauen (die bis auf Johannes alle Apostel schon hatten). Andere, die ihm folgen wollen, warnt er, der Menschensohn (also er selber) habe kein ordentliches Zuhause. Selbst die fundamentalsten sozialen Verpflichtungen, den Vater zu beerdigen und sich von der Familie zu verabschieden, verbietet er seinen Nachfolgern (Lk 9, 57-62). Wenn er seine zwölf Jünger aussendet, dann dürfen sie keine Sicherheiten mitnehmen. Sie sind zu zweit, haben die Kleider am Leib, einen Wanderstab und die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben. Sonst nichts. (Mk 6, Lk 9, Mt 10)
Das alles klingt nicht gerade familienfreundlich. 
Ja, Jesus betont sogar, wer seine Familie verlasse um ihm zu folgen oder um des Evangeliums willen, der werde alles vielfach zurück erhalten. Und er zählt auf, was seine Jünger alles verlassen sollen: "Häuser, Brüder, Schwestern, Väter, Mütter, Kinder oder Äcker". So berichten es Matthäus und Markus, der Evangelist Lukas fügt auch noch die Frauen hinzu (Lk 18, 29).
Aber - wie gesagt - so eindeutig ist das nicht, denn eigentlich ist Jesus gegen die Ehescheidung. (Mt 19, 12) Nur wenn ein Fall von Unzucht vorliegt, darf der Mann seine Frau aus der Ehe entlassen. Darauf maulen seine Jünger: "Wenn das die Stellung des Mannes in der Ehe ist, dann ist es nicht gut zu heiraten." (!) Und da erklärt ihnen Jesus, dass es Menschen gibt, die gar nicht zur Ehe fähig sind, auch wenn das schwer zu verstehen sei. "Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht, und manche haben sich selbst dazu gemacht - um des Himmelreiches willen. Wer es fassen kann, der erfasse es." Also scheint es verschiedene Wege zu geben, oder?
Etwa 300 Jahre nach Christus hat die Diskussion begonnen, ob Priester enthaltsam leben müssen. Im Jahr 325 (Konzil von Nicäa) hat die morgenländische Kirche das für sich abgelehnt. Die abendländische Kirche legte es 1139 im Zweiten Laterankonzil fest (und spaltet sich in der Reformation ja auch in dieser Frage erneut). 
Was bleibt? Jesus hat sich nicht hingestellt und gesagt: "Sooft ihr das Abendmahl feiert, darf nur ein Mann den Kelch segnen, der keine Frau berührt hat!" Oder so ähnlich. Das hat er nicht gesagt.
Aber er hat zu einer sehr radikalen Nachfolge aufgerufen. Diese Radikalität verträgt sich nicht mit einem normalen, bürgerlichen Familienleben. Um des Himmelreiches willen kann man schon mal auf Dinge verzichten, die uns normalerweise als zentral für unsere Existenz erscheinen. Das kann nicht jeder. Muss aber auch nicht, denn es gibt verschiedene Arten, Jesus zu folgen.

Freitag, 26. Juni 2015

Frag doch mal ... nach der ewigen Verdammnis

Frag doch mal die Schwester, Teil 11:
Eigentlich war es nur Spaß, ein Foto auf Facebook, über das man den Kopf schüttelt und lacht, vielleicht sogar ein fake, wer weiß... Es ging um die Hölle und wer da alles reinkommt (Surfer, Skateboarder, Vegetarier, usw.). Aber dann wurde eine ernste Frage daraus:
"Gibt es einen Maßstab oder ein Merkmal, an dem ich erkennen kann, ob mich nach meinem irdischen Tod nicht auch der ewige Tod erwartet? Wenn ja, welchen?"
Das ist wieder so eine Frage, zu der es meterweise theologische Literatur gibt. Vielleicht klären wir erst mal die Begriffe: "ewiger Tod", was kann das sein? In diesem Zusammenhang meinte es die Hölle, aber was heißt das jetzt wieder?
Ich erkläre die Hölle gerne als ewiges Getrenntsein von der Liebe Gottes. Dazu passt auch die Formulierung "ewiger Tod", denn davon wäre das Gegenteil das "Ewige Leben" und bedeutete das Eingehen in die Liebe Gottes, die ewige Einheit mit Gott, umgangssprachlich eben den Himmel.
Dabei gehe ich von christlichen Vorstellungen und Lehren aus.
Also: woran kann ich jetzt erkennen, ob ich in die Hölle komme?
Jede Religion hat andere Vorstellungen von der Hölle und was man tun muss, um sie zu vermeiden. Das Christentum sagt klar: alleine schafft der Mensch das nicht. Muss er aber auch nicht. Denn Gott will nicht, dass wir Menschen verlorengehen, er will uns seine Liebe schenken und uns in seine Nähe holen. Weil wir zu schwach sind, diese Liebe richtig zu erwidern, hat er seinen Sohn Jesus geschickt, um uns den Weg zu zeigen und auch gleich von unserer Schuld zu befreien.
Ist denn jetzt alles gut? Die Hölle sowieso leer? Wozu die Aufregung?
Nein, so einfach ist es doch nicht. 
Gott schenkt uns seine Vergebung, seine Gnade. Dafür müssen wir nichts tun, nichts leisten. Wir müssen sie nur annehmen.
Es genügt, an die Liebe Gottes zu glauben und sie anzunehmen, dann ist uns das Ewige Leben sicher. (Natürlich hat dieser Glauben Konsequenzen. Wer glaubt, dass er von Gott so sehr geliebt ist, wie könnte der noch Böses tun? Aber das nur in Klammern, versteht sich ja eigentlich von selbst, oder nicht?) 
Beantwortet das schon die Frage? Ich fürchte nicht. Es fehlt noch ein entscheidender Punkt. Der Maßstab ist die Liebe. Habe ich die Liebe, dann habe ich das Leben. Aber woran erkenne ich das? Nun, man kann Gott einfach immer wieder fragen. Wer mit Gott spricht, hat die beste Chance, ihn irgendwann auch zu hören und zu verstehen. Konkret heißt das: Wir hören Gott in unserem Gewissen, in der Bibel, in der Lehre der Kirche. Und auch, wenn man doch mal gegen die Liebe verstößt (wir sagen "sündigt"), dann kann man immer noch die Kurve kriegen. In manchen Fällen hilft die Beichte, aber es gibt auch andere Arten, mit Gott wieder ins Reine zu kommen. Eine Garantie gibt es allerdings nicht. Wir können keine Platzreservierung für den Himmel erwerben, wir können nur an die Gnade Gottes glauben und auf seine Barmherzigkeit vertrauen. Er will unser Leben, nicht unseren Tod. Diesen Maßstab hat uns Jesus gezeigt.

Dienstag, 9. Juni 2015

Begeisterung


"Toll!" "Super!" "Die viele Arbeit hat sich echt gelohnt!" "Das müssen wir unbedingt wiederholen!" "Ich freu mich schon auf die nächste Jugendmesse."
So äußern sich Jugendliche und junge Erwachsene zu einem Jugendprojekt ihrer Pfarrei. Was war es? Ein Konzert? Eine Gospelmesse? Eine Jugendfreizeit oder aufwendige Auslandsreise? Nichts von alledem.
Die Jugendlichen hatten an Fronleichnam innerhalb der Prozession einen Stationsaltar gestaltet. Also: völlig normales Fronleichnamsfest mit völlig normaler Prozession, Messdiener, Weihrauch und was so an Drumherum dazugehört. Und natürlich mit dem völlig unverfälschten Kern: Jesus wird in Form der gewandelten Hostie in einer Monstranz durch die Straßen getragen und verehrt.
An dieser traditionellen Feier beteiligten sich die Jugendlichen also durch die Gestaltung einer von mehreren Stationen der Prozession und trugen so zur Verehrung des Allerheiligsten bei. Sie hatten dabei ihren eigenen Stil. Sie gaben ihrem Stationsaltar den Titel "Standsicher" und gestalteten ihn nicht konventionell mit weißem Tuch und Kerzen, sondern mit Holzpaletten und Schuhen. Sie hatten sich das gut überlegt und Texte dazu geschrieben.
Ich kenne diese ganze Aktion leider nur aus dem Internet. Genauer gesagt habe ich die Bilder entdeckt als Teil eines kleineren shitstorms, den ein besonders rechtsgläubiger Katholik losgetreten hatte. "Blasphemie!" "Unwürdig!" "Unfassbar!" So ungefähr waren die Kommentare zum Allerheiligsten auf einem Altar aus Schuhen. Virtuelle Prügel wurde angedroht, dem Bischof war das Ganze sowieso schon gemeldet worden.
Wohlgemerkt: auch diese Kommentierer kannten die Aktion nur aus dem Netz, kannten nur drei Bilder und interessierten sich weder für die Erklärungen der Jugendlichen, bzw. der begleitenden Hauptamtlichen noch für die Texte. In ihren Augen war die Sache klar: ein liturgischer Missbrauch, ein schweres Ärgernis, das man nach den Richtlinien von "Redemptionis sacramentum" umgehend dem Bischof nicht nur melden darf sondern sogar melden sollte.
Ich bewundere die jungen Leute, die sich nach und nach zu Wort meldeten, dabei aber ruhig und erstaunlich höflich blieben. Was sie sich an Beleidigungen gefallen lassen mussten, ist nicht zitierfähig. Ich kann durchaus verstehen, warum sich Menschen von diesen Bildern verletzt fühlen - wenn ich diese Gefühle auch nicht teile. Aber dass Katholiken derart hasserfüllt über andere Menschen herfallen, dafür schäme ich mich sehr.
Davon unabhängig ist die Frage, wieso diesen rechtsgläubigen Pharisäern ein weiß gedeckter Altar wichtiger ist als eine Gruppe begeisteter junger Leute, die offenbar wirklich intensiv über ihren Glauben nachdenken und ihn auch lebendig feiern. Aber das wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Eine Kirche, die nichts Besseres zu tun hat, als ihre eigene Jugend wegen liturgischer Formalitäten beim Bischof zu denunzieren, während um uns herum die Welt brennt und nach Erlösung schreit, verdient es auszusterben.
Aber nein, so negativ möchte ich diesen Artikel nicht beenden. Lieber möchte ich meinen Blick auf diese standsichere Jugend richten, die es bestimmt schaffen wird, die Botschaft vom barmherzigen Gott allen weiterzusagen, die sie hören wollen: bunt, froh, vom Heiligen Geist durchweht!

Samstag, 30. Mai 2015

Drei in eins

Morgen ist Dreifaltigkeitssonntag. Viele Menschen können mit der Vorstellung der Dreifaltigkeit nicht viel anfangen. Gott, der Vater, Jesus, der Sohn und der Heilige Geist - wie sollen die drei denn alle EIN Gott sein? Schwierig.
Als ich vor einiger Zeit zwei Jugendliche auf die Taufe vorbereitet habe, musste ich mir deshalb etwas "begreifbares" ausdenken. Wir haben eine Art Windlicht gebastelt, in das man ein Teelicht stellen kann. Die drei Seitenfenster sollten die Mädchen selber beschriften. Zuerst haben wir zusammen überlegt, welche Eigenschaften die drei Personen Gottes haben und haben einen Teil davon auf das jeweilige Fenster geschrieben. 
Auf der grünen Seite steht jetzt: Gott Vater (ist) allmächtig, stark, gütig, ewig gleich.
Auf der gelben Seite: Gott Sohn (ist/war) sanft, hilflos, zornig, 33 Jahre auf der Erde
Auf der roten Seite: Gott Heiliger Geist (ist) Liebe, Weisheit, Schöpfer, immer neu
Das Entscheidende ist dabei, dass wir anschließend alle drei Seiten zu einem Windlicht zusammengefügt haben: die drei Personen mit ihren so unterschiedlichen, manchmal gegensätzlichen Eigenschaften ergeben eins.
Woher wir das wissen? Die Menschen haben Gott erfahren, er hat sich ihnen offenbart: manchmal stark und furchtbar, dann wieder leise und vorsichtig. Manchmal als Garant der Ewigkeit, dann wieder als ständig neu belebend und durcheinanderwirbelnd. Und Jesus hat uns gezeigt, dass Gott in sich Beziehung ist. 
Wie das alles sein kann? Das finde ich das Schöne an der Dreifaltigkeit: sie erinnert uns daran, dass Gott viel größer ist als unser Verstand. Und mal ganz ehrlich: wer braucht schon einen Gott, der so klein wäre, dass wir ihn durch und durch verstehen könnten?

Mittwoch, 27. Mai 2015

Schwestern wie ich

"Wenn es mehr Schwestern wie Sie gäbe, würde ich aus der Kirche austreten!"
Zugegeben: ich habe mich daran gewöhnt, dass der Umgangston im Internet rau ist, aber so etwas hatte mir auch dort bis dahin noch niemand gesagt.
Eine billige Retourkutsche lag mir schon auf der Tastatur, zum Glück konnte ich sie mir verkneifen. Statt dessen habe ich angefangen, über die Aussage nachzudenken.
Zuhören ist eine unserer
wichtigesten Aufgaben.
Man sollte sie nicht zu wörtlich nehmen, denn sie war zu später Stunde und im Eifer eines verbalen Gefechts geschrieben worden. Doch dahinter steckt ja mehr. Eine Haltung, eine Sicht auf unsere Kirche. 
"Wenn es mehr Schwestern wie Sie gäbe..."
Ich habe die gute Frau nicht darauf hingewiesen, dass es durchaus noch mehr Schwestern wie mich gibt. Sogar sehr viel mehr. Eigentlich wäre es sogar ausgesprochen vermessen von mir, wenn ich behaupten wollte, ich sei etwas Besonderes. Ich bin nur eine von vielen - vielleicht ein bisschen lauter. Ja, wir sind nicht alle so brav und demütig und wir haben auch nicht alle dieselbe kirchenpolitische Einstellung. Sind wir deshalb schlechte Christen? Schlechte Katholiken? Schlechte Schwestern? Ich glaube, das Problem lag vor allem bei der Schwester. Ein normaler Katholik darf alles mögliche. Eine Schwester sollte eigentlich heilig sein. Ist sie es nicht, dann gilt sie manchen sofort als scheinheilig.
"...dann würde ich aus der Kirche austreten!"
Was ist unsere Kirche nur für ein seltsamer Verein! Einerseits sagen wir, sie sei "die Braut Christi" und sie werde in Ewigkeit nicht von den Pforten der Hölle verschlungen werden (so steht es immerhin im Evangelium) - andererseits treten wir mal eben lustig aus, weil sie sich in eine Richtung entwickelt, die uns nicht passt. Ich weiß ja umgekehrt auch, dass es mehr Frauen wie meine Dialogpartnerin in unserer Kirche gibt. Das macht mich in solchen Momenten etwas ratlos und traurig, aber deswegen verlasse ich meine Kirche doch nicht. 
Im Gegenteil: ich bin froh, dass unsere Kirche so groß ist, dass sie sowohl Schwestern wie mich als auch Frauen wie diese in sich vereint. Jesus Christus hat uns alle gerufen. Er hat gerne diskutiert und um die rechte Art des Glaubens gerungen. Aber dabei hatte er Gott im Sinn und war voller Liebe zu seinen Mitmenschen. Wenn wir ihm folgen, wenn wir auf ihn schauen, dann könnten wir eigentlich
das Interesse an Flügelkämpfen verlieren.

Mittwoch, 13. Mai 2015

Himmelfahrt

"Was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zu Himmel hingehen sehen."
Dieses Zitat aus der Apostelgeschichte (Kapitel 1, Vers 11) fasst für mich am besten zusammen, worum es am morgigen Fest "Christi Himmelfahrt" geht.
Die Vorgeschichte ist ja noch relativ bekannt: Jesus hatte gepredigt und geheilt und dabei die strenge jüdische Gesetzgebung manchmal gehörig in Frage gestellt. Damit war er den führenden Geistlichen unangenehm geworden, sie hatten ihn von den römischen Besatzern verhaften und zu Tode foltern lassen. Damit keine Wundergeschichten und Gerüchte entstehen, hatte man sogar das Grab noch bewachen lassen, trotzdem erzählten seine Jünger drei Tage nach seinem Tod plötzlich, er sei wieder (!) am Leben. Immer mehr Menschen berichteten, sie haben mit ihm gesprochen und gegessen. Er ist wieder da, "wir haben den Herrn gesehen"! Er war anders als vorher, manchmal erkannten sie ihn nicht sofort, aber er war es. Fing jetzt alles von vorne an?
Nein. Er ist nicht wiedergekommen, um die Massen zu mobilisieren und gegen die Römer oder die jüdische Geistlichkeit zu ziehen. Das ist nicht seine Art. Er kommt, sammelt seine Freunde und ruft ihnen die Quintessenz seiner Predigten ins Gedächtnis. Er macht ihnen Mut, denn sie sollen seine Botschaft in die Welt tragen. Es gibt noch viel zu tun. 40 Tage lang kommt er immer wieder und redet mit ihnen, dann verabschiedet er sich endgültig. Warum? Warum konnte er nicht bleiben?
Die Frage beantwortet sich von selbst, wenn man sie zu Ende denkt. Was wäre denn passiert, wenn er geblieben wäre? Er gehört ja nicht auf diese Welt und in diesen Körper, und er gehört nicht den Menschen in Galiläa. Er geht, um allen Menschen gleichermaßen nahe zu sein - überall auf der Welt und durch alle Zeiten. 
Wie sich das konkret abgespielt hat - in der Bibel steht "eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken" - das kann ich mir nicht so richtig vorstellen. Finde ich aber auch nicht so wichtig. Viel wichtiger ist mir, dass Jesus uns nicht allein gelassen hat. Er hat uns sozusagen seinen Nachfolger angekündigt: den Heiligen Geist. Der kam an Pfingsten zu seinen Jüngern und ist bis heute für uns Christen immer wieder spürbar. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.

Dienstag, 21. April 2015

Abendlicht

Gestern abend sah ich beim Spazierengehen diese Bäume. Vom Frühling noch keine Spur, kein Blättchen. Jedenfalls aus der Entfernung sahen sie noch ziemlich tot aus. 
Trotzdem ein wunderbarer Anblick, so eingetaucht ins Abendlicht.
Und plötzlich fand ich das ein Bild für unser Leben, das so vieles enthält, was abgestorben und leblos wirkt.
Manchmal fühlen wir uns enttäuscht und müde und wissen noch nicht, wie da wieder Leben reinkommen soll. Wenn wir uns von Gott anschauen lassen, wird plötzlich alles anders. In seinem milden Licht wird schön, was uns hoffnungslos vorgekommen ist. Er kann das Beste aus uns rausholen - wenn wir uns seinem Blick aussetzen. 
Wir müssen das nicht tun. Denn das ist der Unterschied zwischen uns und diesen Bäumen: sie können nicht vor dem Abendlicht fliehen. Wir dagegen können vor Gott weglaufen. Er zwingt uns seine Nähe nicht auf. Und so versuchen wir, seinem Licht auszuweichen. Vielleicht, weil wir fürchten, sein Licht sei ein greller Neonstrahler, der auch das Übelste zum Vorschein bringt? Nach allem, was Jesus uns von Gott erzählt hat, ist er mehr wie dieses Abendlicht...

Freitag, 3. April 2015

(Er)löser

Karfreitag.
Seit ich im Kloster bin, feiere ich ihn anders als früher. Morgens ist die Liturgie streng und düster, angelehnt an die jahrhundertealten dominikanischen Traditionen. Die Feier um 15:00 Uhr dagegen passen wir etwas an, denn wir leben mitten in unseren Kinderdörfern und möchten, dass möglichst auch unsere Kinder und Jugendlichen verstehen, worum es geht.
Die Passion lesen wir mit verteilten Rollen (das ist noch relativ normal), aber es hat sich eingebürgert, dass die Sprecher der kleineren Rollen in den Bänken bleiben und nur aufstehen, wenn sie dran sind. Das gibt eine unglaubliche Stimmung. Zum einen ist es spannender für die Kids: wo passiert als nächstes was? Aber auch geistlich ist es intensiver, denn plötzlich wird einem körperlich bewusst, dass die Pförtnerin, die Soldaten, die Juden, der Petrus... Leute aus dem Volk sind, Menschen wie du und ich. 
Ich erinnere mich an mein erstes Jahr als Novizin, da hatte ich auch so eine kleine Rolle. Ein Satz oder so. Und dann musste ich an einer Stelle zusammen mit einigen anderen aufstehen und laut in die Kirche rufen: "Weg mit ihm! Kreuzige ihn!" Mitten aus der Menge heraus. Das geht unter die Haut. So war es diesmal auch. 
Nachher haben wir zur Kreuzverehrung die Möglichkeit gegeben, geknotete Tücher am Kreuz abzulegen, als Zeichen für all das, was in uns verknotet und verkorkst ist, und was Jesus (er)lösen soll. Wer wollte, konnte einen solchen Knoten auch mit nach Hause nehmen, zur Erinnerung oder zum weiteren Nachdenken. Und - wer weiß - vielleicht bringen ja auch einige ihn in die Osternacht mit, um ihn im Osterfeuer zu verbrennen!

Freitag, 27. Februar 2015

Liebe-deinen-Nächsten-Gedöns

Radio Vatikan berichtete heute von dem indischen Politiker Mohan Bhagwat, dem Führer der Hindu-Partei RSS. Er hatte im indischen Parlament Mutter Teresa von Kalkutta vorgeworfen, sie habe sich nur deshalb um die Armen gekümmert, damit diese aus Dankbarkeit zum Christentum konvertieren. 
Man kann das als vollkommen absurd abtun. Tut man das nicht, dann drängt sich trotzdem eine Frage auf: Warum um alles in der Welt kümmert ihr (Hindus) euch denn nicht selber um eure Armen? 
Was hindert den indischen Staat (u.a. also die RSS) daran, ein funktionierendes soziales Netz zu knüpfen, so dass niemand mehr auf der Straße krepieren muss? Dann wären die Schwestern von Mutter Teresa auf einen Schlag arbeitslos.
Etwa 2,5 % der Inder sind Christen. Sie haben 25 % der sozialen Einrichtungen des Landes aufgebaut. (Sie können sie natürlich nicht alleine betreiben. Die meisten Mitarbeiter z.B. bei den Projekten der Caritas sind Hindus.) Das ist in der Tat sehr verdächtig. Vermutlich wirklich eine hinterhältige Art zu missionieren: Zuerst bauen sie Krankenhäuser, Suppenküchen und Schulen und dann übernehmen sie das ganze Land. Das ganze "Liebe-deinen-Nächsten"-Gedöns ist vermutlich in Wahrheit ganz schön aggressiv.
Mal im Ernst: Am Beispiel Indien wird mir deutlich, wie unterschiedlich die Religionen mit derselben Situation umgehen - und was für gravierende Folgen das für die kulturelle Entwicklung ganzer Staaten hat. Wenn das Kastenwesen fester Bestandteil der Kultur ist, dann hat es wenig Sinn, eine Veränderung anzustreben. Bin ich in einer hohen Kaste, habe ich Glück - nein, gutes Karma - in einer niedrigen Kaste muss ich mein Schicksal halt möglichst geduldig ertragen. So oder so: ich komme aus meiner Kaste nicht heraus.
Wenn meine Religion mich dagegen lehrt, dass alle Menschen gleich geschaffen und von Gott gleichermaßen geliebt sind, dann kann ich Ungerechtigkeiten nicht akzeptieren. Wenn ich daran glaube, dass Gott selber Mensch wurde und sich als solcher für die Schwachen und Kleinen eingesetzt hat - auch im Streit mit den kirchlichen Würdenträgern! - dann kann ich mich nicht damit abfinden, dass Menschen unterdrückt werden.
Wenn ich glaube, dass Gott Mensch wurde und mir in jedem Menschen begegnen kann, gerade auch in den Schwachen und Armen, dann kann es auch passieren, dass mich mein Glaube dazu treibt, Menschen zu lieben, sogar solche Menschen, die in einem fernen Land einsam im Rinnstein sterben.
Und - ganz wichtig! - das alles beruht auf Glauben. Ich werde jemanden, der in einem anderen Glauben aufgewachsen ist, nur schwer von meinen Werten überzeugen können. Denn beweisen kann ich ihre Grundlage nicht.

Bildquelle: Radio Vatikan

Freitag, 13. Februar 2015

Frag doch mal nach der Säuglingstaufe!

Frag doch mal die Schwester, Teil 9:
Stimmt es, dass die Babytaufe nicht gültig ist, somit nicht nach Gottessinn, weil sie nicht biblisch ist? 
Ui, das ist wieder eine dieser Fragen, über die ich erst lange nachdenken musste. 
Die sachliche Seite ist schnell geklärt: Die Taufe von Kindern kommt in der Bibel nicht ausdrücklich vor. 
In den Evangelien wird nur berichtet, dass Johannes der Täufer in der Wüste die Menschen tauft. Zu ihm geht auch Jesus und lässt sich taufen, im Fluss Jordan. Jesus selber hat nicht getauft, wohl seine Jünger. Das Matthäusevangelium endet mit dem Missionsbefehl Jesu: "Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" (Mt 28,19). 
Später, in den Briefen und vor allem in der Apostelgeschichte (Apg) wird von mehreren Bekehrungen und Taufen in der jungen Gemeinde berichtet. Viele davon werden namentlich genannt, das sind immer Erwachsene. Manchmal heißt es allerdings "mit seinem ganzen Haus", z.B. in der Apg 16, 33: "Er ließ sich mit allen seinen Angehörigen taufen". Jetzt ist die Frage: wer war damit genau gemeint? Die Frau, die Kinder, die Bediensteten, die weiteren Verwandten? 
Um es kurz zu machen: man weiß es nicht genau. Es gibt Argumente für und gegen die Annahme, dass die Kinder mitgemeint sein könnten.
Es gibt auch schon sehr früh eine Diskussion darüber, ob man Kinder taufen soll oder nicht, mindestens seit dem zweiten Jahrhundert. Dazu könnte man jetzt viel schreiben und viele Bibelstellen zitieren, aber dafür verweise ich lieber auf den sehr interessanten Artikel in wikipedia.
Mich persönlich interessiert mehr die Formulierung "nach Gottessinn". 
Wenn wir mal ein bisschen von den einzelnen Bibelzitaten wegzoomen und versuchen, das Neue Testament insgesamt zu sehen, dann kommen wir vielleicht eher dahinter: was ist denn nach Gottessinn? Denn das muss doch die eigentliche Frage sein, hinter jeder unserer Diskussionen!
Wir Katholiken sagen z.B., die Taufe sei ein Sakrament, d.h. ein heilwirksames Zeichen. Evangelische Christen könnten hier widersprechen und sagen, dass wir uns das Heil nicht selber erwirken können - es ist uns doch schon geschenkt! Darauf könnten wir sagen, dass auch die katholische Kirche nicht mehr glaubt, dass wir uns das Heil durch die Sakramente verdienen können oder müssen, so ist das nicht gemeint - und so könnten wir fortfahren.
Aber wenn ich auf den Kern des Evangeliums blicke, dann sehe ich, dass es uns sagt: Gott wartet auf dich. Nein, eigentlich geht er Dir mit offenen Armen entgegen. Er ist in Jesus Mensch geworden, um dich zu befreien, und seine größte Sehnsucht ist es, dass du diese Befreiung nutzt, um Gott die Tür deines Herzens zu öffnen.
Wie du das machst, ist nicht so wichtig.
Hauptsache, du bist dabei, denn das Reich Gottes ist schon angebrochen. Merkst du es nicht?

Wer eine Frage für "Frag doch mal die Schwester!" hat, kann sie mir gerne schicken: sr.barbara@bethanien-op.org

Bildquelle: bardo/pixelio.de

Donnerstag, 5. Februar 2015

Frag doch mal nach dem Fisch!

Frag doch mal die Schwester, Teil 7:
Bildquelle: www.katholisch.de
Warum ist eigentlich der Fisch ein so wichtiges Symbol für die Christen?


Das ist der Fisch in der Tat, immer wieder taucht er auf. Man könnte daran denken, dass Jesus ja vor allem Fischer gerufen hat, ihm zu folgen.
Bei der „wunderbaren Brotvermehrung“ teilte er nicht nur Brot, sondern auch Fisch. Als er nach seinem Tod und seiner Auferstehung seinen Jüngern erscheint, erkennen ihn die Emmausjünger am Brotbrechen, aber es gibt auch eine Szene, wo er mit zwei Jüngern Fisch isst.
Also: Fisch war in der Welt Jesu einfach sehr wichtig.
Aber das ist nicht der Grund, warum er bis heute für uns so wichtig ist.
Das liegt vielmehr daran, dass die ersten Christen in der Urgemeinde sehr schnell verfolgt wurden. Um in der Verfolgung die Gleichgesinnten erkennen zu können, brauchten sie ein Geheimzeichen. Die Gemeinde sprach damals griechisch und deshalb nahm sie den Fisch, auf griechisch Ichthys. Diese Buchstaben waren nämlich die Abkürzung für ein kurzes Glaubensbekenntnis: Jesus Christus ist der Sohn Gottes, unser Retter.
Diese Übersicht habe ich mal für eine Jugendlichen-Taufe verwendet.
Leider kenne ich den Autor nicht. Tiki Küstenmacher?
Heute kann man diesen Fisch bei uns z.B. als Autoaufkleber finden. Das ist einerseits eine Mode, andererseits hat unser Glaube fast schon wieder etwas von einer verschworenen kleinen Minderheit bekommen. Wer sich im Alltag zu Jesus Christus bekennt, kann sich schon mal ganz schön allein fühlen - da tut es gut, wenn die Glaubensgeschwister sich zu erkennen geben.