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Freitag, 13. Dezember 2013

Macht hoch die... 13. Tür

Unser Hausmeister hat in der Kapelle den Stall und die Tannenbäume aufgebaut. Bald wird die Sakristanin alles schön schmücken und dann nach und nach auch die ersten Figuren aufstellen.
Aber noch nicht.

Noch sind die Türen zu.
Maria und Josef haben noch nicht um Herberge gebeten.
Das Kind ist noch nicht geboren.
Folglich ist auch noch kein Engel erschienen
(der bekommt dann seinen Platz vor der Tür im ersten Stock).
Also sind auch noch keine Hirten herbeigeeilt.
Die Könige kommen ja sowieso mit etlichen Tagen Verspätung.

Es ist eben Advent. Wir sind in Erwartung.

Dienstag, 4. September 2012

Gruppenmesse

Ein letzter Blick: die Kapelle ist fertig.
Eben hatten wir Gruppenmesse. Fast jeden Dienstagabend feiern wir in unserer Hauskapelle diese besondere Form der Eucharistie. Ursprünglich war sie als Ergänzung gedacht für die jüngeren Schwestern, die auch mal neue Liturgieformen erleben und probieren wollten. Deshalb haben wir dabei anfangs auch alle auf dem Boden gesessen. Aber mit den Jahren sind immer mehr ältere Schwestern dazugekommen, die es auch schön finden, einmal anders Messe zu feiern, im kleinen Kreis, mit Austausch über das Evangelium anstelle der Predigt und mit einer größeren Nähe auch bei der Kommunion.
Hinterher gibt's Auflauf!!!
...und Melone

Hinterher bleiben wir immer noch zusammen und essen etwas. Heute hatte eine Frau von der Laiengemeinschaft gekocht. Wir hatten gemeinsam die Messe vorbereitet und während sie den Auflauf gemacht hat, hab ich die Kapelle gestellt und Tisch gedeckt. Mit dem Priester waren wir 12, was ein ganz guter Mittelwert ist. Wir haben hier schon zu viert Messe gefeiert - und auch schon zu 24!

Jetzt habe ich das Sanktus-Lied im Ohr, das wir heute neu gelernt haben, im Sechs-Viertel-Takt, so schön! Das wird mich wohl in den Schlaf begleiten!

Heilig, heilig, heilig bist Du
Herr, unser Gott,
Schöpfer der Welt!
Himmel und Erde jauchzen Dir zu -
heilig bist Du!

Samstag, 8. Oktober 2011

Die Glocke

Heute wäre ich um ein Haar zu spät zur Vesper gekommen.
Vorher hatte ich noch fröhlich vor mich hin gearbeitet. Samstag ist immer ein toller Tag, eigentlich schon ab Freitag nachmittag, weil ich da ganz allein in meinem Büro bin. Die Mitarbeiter sind dann im wohlverdienten Wochenende und Mitschwestern verirren sich um die Zeit normalerweise nicht mehr nach hier oben. Also alles easy und entspannt, bis...
...ich plötzlich auf die Uhr sah und feststellte, dass es kurz vor halb sechs war. Samstags beten wir die Vesper früher, daran hatte ich eigentlich auch gedacht, aber die Uhr nicht im Blick gehabt. Keine Zeit mehr zum Umziehen, gerade noch Abspeichern und Rechner runterfahren saß drin.
Ich hab's noch rechtzeitig geschafft - und stellte dann fest, dass die Reihen in der Kapelle recht spärlich besetzt waren. Nach und nach trudelten alle Schwestern ein, aber es war schon seltsam.
Woran es lag? Ganz klar: unsere Glocke hatte nicht geläutet!
Normalerweise erinnert sie 10 min vor Beginn jeder Gebetszeit daran. Manchmal nervt sie mich, weil sie etwas scheppert. Aber kein Zweifel: das Läuten ist überaus hilfreich.
Und jetzt ist sie runtergefallen. Einfach so. Vielleicht war das Scheppern ja der Vorbote... Irgendwie sieht es traurig aus, wie sie da im Gras liegt. Okay, sie ist nicht gerade der Dicke Pitter - aber unsere Kapelle ist ja auch nicht der Kölner Dom. Sie passt zu uns, klein und manchmal etwas scheppernd, aber doch treu in ihrem Dienst für Gott. Und ohne geht irgendwie gar nicht. Jedenfalls nicht so richtig.
Hoffentlich hängt sie bald wieder jemand auf!

Samstag, 13. November 2010

"Nacht der Lichter" - beten wie in Taizé - in Bethanien


Kaum ist die Vesper vorüber beginnt die Verwandlung unserer Kloster- und Kinderdorfkapelle:
Vier Bänke werden weggetragen, um die 220 Teelichter werden aufgestellt, ein paar Tücher um die acht Ikonen schön aufzustellen und schon kommen sie, die Beter.
Unsere Kinder und Jugendlichen haben selbst alle Texte und Gebete vorgelesen und sind dabei über sich hinaus gewachsen. "Ich musste nicht nach vorne, und dann ging´s." - Das Schöne war, dass nicht jemand was vorbereitet hat und wir dazu gekommen sind, sonder wir einfach zusammen gebetet haben. Alle die da waren ob nun aus dem Kinderdorf oder aus der Pfarrei, es war unsere Zeit mit Gott.
Und dann war da noch der Gruß von den Brüdern!
"Gerne wären wir heute Abend mit Euch zusammen um mit euch gemeinsam zu beten und zu singen,auf das Wort Gottes zu hören und eine Weile still zu sein. [...] so, dass sich alle ohne Unterschied angenommen fühlen können,und sie spüren, dass sie jetzt in der Kirche am richtigen Platz sind,ob sie gut singen können oder nicht, ob sie getauft sind oder nicht,ob sie einen glücklichen oder einen unglücklichen Tag hinter sich haben."
Unsere jüngste Beterin fühlte sich ganz sicher am richtigen Ort. Sie legte ihre Puppe beiseite, schob alle Kissen, die sie finden konnte aneinander und vollzog in heiligem Ernst den wundervollsten Purzelbaum, den jemand für Gott machen kann.
"[...]Und in ein paar Wochen sind wir zum Europäischen Jugendtreffen zusammen –Silvester in Rotterdam! [...] Kommt, wenn ihr irgend könnt, zusammen mit anderen zum Treffen dazu,wir freuen uns auf euch, auf eine Zukunft in Gemeinschaft."

Wir freuen uns auch, Silvester sind wir in Rotterdam!


Samstag, 17. Juli 2010

Wohnkapelle

In diesen Tagen finden in unserem Haus Tanzexerzitien statt. Sr. Diana leitet sie, zusammen mit Sr. Hannah und zwei Priestern. 16 Leute sind gekommen, eine gute Gruppengröße. Ich freue mich über dieses Angebot. Unser großes Haus verändert sich, plötzlich werden alle Räume auf einmal genutzt - und manchmal zu ganz anderen Zwecken als sonst. Da ist z.B. das kleine Wohnzimmer im ersten Stock. Eigentlich benutzen wir es nur, wenn wir fünf es uns mal richtig gemütlich machen wollen, z.B. samstags abends. Hier sitzt auch schon mal eine alleine und sieht Nachrichten, oder liest was. Und unsere Besprechungen halten wir hier. Ein ruhiger Ort.
Das nutzen wir jetzt auf besondere Weise: Die Kapelle ist für mehrere Tage von der Gruppe belegt. Zum Tanzen sind die Bänke rausgeräumt! Eine Schwester ist außer Haus, d.h. es sind nur zwei übrig, die nicht an den Exerzitien teilnehmen. Und wo sollen wir beide beten? - Richtig: im Wohnzimmer!Wir haben mit winzigen Mitteln eine kleine Kapelle geschaffen, das Kreuz hängt sowieso dort, ein Marienbild (zu dem wir uns beim Salve Regina gerne umdrehen) auch. Kerze und Blümchen (gelb wie die in der großen Kapelle unter uns!) - fertig.
Immer wieder spannend: ein anderer Raum, eine andere Situation - und plötzlich stimmen die Kleinigkeiten nicht mehr, wann man sich verneigt, wer den Gesang anstimmt, wie lange man Pausen hält. Wir müssen uns fragen: "Worauf kommt es eigentlich an bei unserem Gebet? Was darf nicht fehlen - und was lassen wir einfach ruhig weg?" Und es wird klar: das Wesentliche an unserem Stundengebet ist schlicht das gemeinsame Stehen vor Gott.
Ein starkes Gefühl der Verbundenheit mit den anderen Schwestern entsteht - gerade dadurch, dass wir ein paar Tage lang getrennt beten. Dank an meine Schwestern und Dank an Gott für diese Tage!

Montag, 14. Juni 2010

Gefühlte Temperatur

Gestern abend bei der Komplet haben wir festgestellt, dass die Temperatur in unserer Kapelle sehr stark variiert! Auf der linken Chorseite ist es etwa 20 Grad wärmer als auf der rechten - jedenfalls ist das unsere einzige Erklärung beim Blick auf unsere Füsse gewesen!
m. Diana, Riga

Sonntag, 18. April 2010

Sonntag nachmittag

Gerade habe ich mit meiner Familie in Deutschland telefoniert. Via Skype, mit Bild. Meine Nichte hat Erstkommunion, "die ganze puckelige Verwandtschaft" war da und hat in die Kamera gewunken. Jetzt sitze ich hier, plötzlich wieder allein in Riga. Deutschland ist doch ganz schön weit weg. Der schöne freie Sonntagnachmittag ist auf einmal hohl.
Jazips und Selma haben mich aus dem Blues wieder raus geholt. Beide sind etwa 2 Jahre alt und gehören zu der kleinen Gemeinde, die sich sonntags abends in unserer Hauskapelle zur Messe trifft. Jazips weint regelmäßig verzweifelt und laut, wenn Mama, Papa oder die großen Geschwister den Altarraum betreten (weil sie eine Lesung vortragen oder als Messdiener oder so) - und er darf da nicht hin. Heute hat Mama ihn einfach mitgenommen. Sie las die Lesung, er stand ganz still daneben und guckte mit großen Augen die zwei Altarstufen runter auf uns. Dieser Blick! Für drei Minuten war er der König der Kapelle!
Und Selma? Nach der Kommunion: alle sind relativ ruhig und besinnlich. Plötzlich ein lautes Jauchzen! Selma ist ihrer Mama entwischt, bis zum Altar durchgekommen und lässt sich triumphierend auf die untere Altarstufe plumpsen. Ha, geschafft!
Sr. Barbara, Riga