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Samstag, 13. Dezember 2014

Auf dem Weg: Bindung

Das Ende des Weges ist nicht absehbar,
aber auf jeden Fall gehen wir ihn gemeinsam.
Heute beenden unsere beiden Novizinnen ihr Noviziat. Sr. Martha Maria und Sr. Anna Maria werden in einem feierlichen Gottesdienst versprechen, für drei Jahre nach den evangelischen Räten der Armut, Keuschheit in Ehelosigkeit und des Gehorsams zu leben und unsere Ordensregeln zu befolgen.
Wir nennen das "Bindung".
Am Ende dieser drei Jahre werden sie erneut gefragt werden. Dann können sie die ewige Profess ablegen oder die zeitliche Bindung erst noch mal verlängern. 
Wir alle sind gemeinsam auf dem Weg. Manchmal sieht man ungefähr, wohin es geht, manchmal tapert man ahnungslos durch Nebel. Die beiden haben jetzt für die nächsten drei Jahre die Strecke abgesteckt. 
Wir vom Blog wünschen den beiden Gottes Segen für diesen Abschnitt, möglichst wenig Schlaglöcher und dass sie die nächste Wegkreuzung nach drei Jahren (nicht schon früher) gut gelaunt und energisch erreichen.

Samstag, 8. Februar 2014

Verantwortung

Unser Konvent in Riga hat eine neue Priorin gewählt. Mehrere Jahre lang war die Gemeinschaft ohne offizielle Leitung, weil keine der Schwestern lange genug Profess hatte, um regulär gewählt zu werden. Das kam auch allen ganz gut aus - wer will schon die Leitungsverantwortung, wenn eine kleine Gemeinschaft von jungen Schwestern (zwischen drei und fünf) ihren Alltag doch auch ganz gut ohne Hierarchie regeln kann?
Aber jetzt ging es nicht mehr anders, das Kirchenrecht verlangt es. Also haben die vier um den Beistand des Heiligen Geistes gebetet, sich gut besprochen und ... ausgerechnet die Jüngste gewählt. Sr. Hannah (aus unserem Blogschreiberteam!) ist mit 30 Jahren momentan die Jüngste in der Kongregation und auch diejenige, die als Letzte Profess gemacht hat (davon ist das Bild).

Ein Leitungsamt zu übernehmen verlangt immer auch etwas Mut, denn eine Priorin muss  auch schon mal unangenehme Dinge ansprechen oder allzu bequeme Kompromisslösungen verhindern. So sorgt sie dafür, dass wir  gemeinsam unserer Berufung folgen und uns nicht davon abbringen lassen, das, was wir gemeinsam als Anruf Gottes erkannt haben, auch umzusetzen. Auch wenn wir der Priorin später oft genau dafür dankbar sind, ist das in der Situation selber längst nicht immer so.   
Ich bete häufig für alle, die Leitungsverantwortung in unserer Kongregation wahrnehmen. Ohne diese mutigen Frauen würde unser Verein zusammenbrechen.
Dir, liebe Hannah, die Fülle des Heiligen Geistes!

Freitag, 6. September 2013

Rosenblätter-Regen

Am Sonntag waren eine meiner Mitschwestern und ich bei der Ewigen Profess einer Karmeliterin in Lettland. Bisher habe ich nur bei Dominikanerinnen die Feier miterlebt, in der eine Schwester sich Gott ganz hingibt und bis zu ihrem Tod an ihre Gemeinschaft bindet.
Natürlich wusste ich, dass alle Gemeinschaften irgendwelche schönen Eigenheiten in ihrer Gestaltung der Feiern hat, aber die kennt man ja nicht alle.
Hier durften wir nun erleben, dass sich die Schwester am Ende der Messfeier nochmal auf den Boden legte (man kennt diese Geste der Hingabe auch von der Feier der Priesterweihe). Alle anwesenden Priester segneten sie während ihre Mitschwestern einen Regen von Rosenblättern auf sie niedergehen ließen.
Die Rosenblätter sollen die Gnade Gottes symbolisieren. - Ein wunderschönes Zeichen!
Unter den Priestern war auch ein leiblicher Bruder der Schwester, beim Auszug griff er sich zwei Hände voll Blühtenblätter vom Boden und warf sie freudestrahlend über der Bank, in der ihre Familie saß, in die Luft... die Gnade Gottes, die wir erfahren, strömt immer auf die Menschen um uns herum über.
Bei der anschließenden Agape wurde kräftig gefeiert, mit Gesang und Tanz, aber da war dann keine Zeit mehr zu fotographieren.

Donnerstag, 8. August 2013

in alle Welt...

So fühlen sich im Moment die meisten von uns: ziemlich ausgebrannt. Das Generalkapitel in Trogir endete mit dem Fest des Heiligen Dominikus und einer Eucharistiefeier in der Dominikanerkirche in Split, in der ein kroatischer Mitbruder seine Ewige Profess in die Hände des Ordensmeisters ablegte, und zwei kroatische Mitbrüder und ein amerikanischer Frater cooperator - ein Bruder, der nicht Priester werden wird - ihre zeitliche Profess erneuerten. Ein großes Fest!
2 1/2 Wochen Diskussion, geschwisterliche Begegnung, gemeinsames Beten, Ringen um Texte und Formulierungen, und das alles bei meistens mehr als 36 Grad Außentemperatur. Eine großartige Erfahrung!
Nun zerstreuen wir uns wieder buchstäblich in alle Welt. Rolando reist nach Manila, Dominic nach Kinshasa, Wijbe nach Zwolle, Peter nach Fribourg, Pako nach Chile, Augustin nach Oakland, Rick nach Grenoble, Richard nach Sidney, Josef nach Saigon, und ich in den Bayrischen Wald - dort wartet das nächste dominikanische Treffen: Studienwoche der deutschsprachigen Dominikanerinnen.
Wenn unsere Kerzen sich  ein wenig erholt haben, sind sie hoffentlich wieder in der Lage, die Welt zu entflammen!

Donnerstag, 1. September 2011

Profess-Feier

Gerade habe ich die Bilder vom Fotografen bekommen. Hier also ein paar Appetitmacher. Ein ausführlicheres Fotoalbum habe ich auf facebook veröffentlicht (da schreibe ich unter "SchwesterBarbara Offermann").
Die Kapelle war so voll, dass wir zuerst nicht wussten, ob wir einen Einzug schaffen, oder ob die Priester nicht einfach durch die Sakristei reinkommen sollten.
Aber es waren doch so viele, dass es schade gewesen wäre: vier Dominikaner, darunter unser Mitbruder Bischof Vilhelms Lapelis, zwei befreundete Priester aus Südlettland und dazu die beiden, die sonntags abwechselnd zu uns kommen. Mit den Messdienern, uns Konventsschwestern und der Generalpriorin, das gab schon eine ganz ordentliche Prozession. Also haben wir uns einen Weg durch die Menge gebahnt.
Nachdem alle ihre Plätze gefunden hatten, hat der Bischof die Messe eröffnet und Sr. Sara die Gäste begrüßt - auf lettisch! Sie hat auch später die gesamte Professformel auf lettisch abgenommen, das war schon toll.
Zunächst kam nur der kurze erste Teil: "Sr. Diana?" "Hier bin ich." "Was erbittest Du?" usw. In diesem Teil werden auch die anwesenden Schwestern gefragt, ob sie bereit sind, Diana aufzunehmen. Es war abgesprochen, dass der Text erst auf lettisch gelesen wird, dann auf deutsch. Erst dann sollten alle antworten (auf lettisch oder in ihrer eigenen Sprache): "Wir sind bereit".
Ich gestehe: Ich hab's verpatzt! Ich war so ergriffen, dass ich die Absprache einfach vergessen habe. Ich hab gar nicht mehr dran gedacht, dass die Gäste den Text ja nicht verstehen können und auf die Übersetzung warten. Nach dem lettischen Text habe ich mit großer Überzeugung gesagt: "Mees esam gatavas!" und mich ein wenig gewundert, dass nur so wenig Schwestern zu hören waren. Mmh. Ich bin bereit - ihr nicht? Sozusagen ein klassischer Frühstart - ohne Wiederholungsmöglichkeit.
Naja, dann ging der Wortgottesdienst weiter und nach der Predigt folgte dann der Hauptteil: Diana bekam ihre Professkerze, dann folgte die Anrufung des Heiligen Geistes, während der Diana die Venia machte, das traditionsreiche Zeichen der Ganzhingabe.
Der nächste Ritus ist das Sprechen der Professformel - in die Hände der Generalpriorin. In unserer Kongregation können wir uns aussuchen, ob wir das im Stehen oder im Knieen tun wollen. Diana hat gekniet, trotzdem war es ein Gelübde auf Augenhöhe: Sr. Sara saß, auf dem Schoß eine aufgeschlagene Bibel. So wird deutlich, dass das Fundament unserer Profess nicht etwa der Wille der Generalpriorin ist, sondern der Wille Gottes, nachdem auch sie sich ausrichtet.
Dann bekam Diana ihr Professkreuz ("Es stärke dich und sei im Tod das Zeichen deiner Treue") und musste schließlich noch den Vertrag unterschreiben - das Ganze hat ja immerhin auch rechtliche Konsequenzen.
Dann ging die Messe normal mit der Eucharistiefeier weiter und nach dem Schlusssegen kam draußen noch die Gratulation. Es war einfach ein wunderschönes Fest - Dank sei Gott!

Montag, 29. August 2011

Profess-Party

Vorgestern hat Sr. Diana ihre Ewige Profess abgelegt, das Versprechen, Jesus Christus bis zu ihrem Lebensende nachzufolgen - und zwar in der Gemeinschaft der Dominikanerinnen von Bethanien und nach den drei evangelischen Räten: Armut, Keuschheit in Ehelosigkeit und Gehorsam.
Da das so etwas ähnliches wie eine Hochzeit ist und ein Orden eine ziemlich große Familie darstellt, hatten wir eine ganz ordentliche Party zu bewältigen. Der Kern und Höhepunkt war natürlich die Liturgie. Leider habe ich davon noch keine Bilder, denn da hat ein Profi fotografiert, wir bekommen sie erst noch. Hier links ist nur die Probe zu sehen: "Wie lege ich mich in die Venia, ohne dass mein Skapulier verknittert?" Das ist gar nicht so einfach! Halb aus Spaß haben sich Tereze und Nellija daneben gelegt. Aber nur halb: schließlich hat dieses Gelübde ja auch damit zu tun, dass man in eine Gemeinschaft aufgenommen wird...
Auch von der anschließenden Gratulation haben wir noch keine Bilder, denn da waren wir Schwestern des Konventes vollauf damit beschäftigt, die etwa 100 Gäste zu bewirten. Das hat gut geklappt und auch Spaß gemacht, aber Zeit zum Knipsen blieb eben nicht. So werde ich mal wieder ein wenig erzählen, was passiert ist, bevor und nachdem der offizielle Fotograf kam...
Zuerst mal ist unsere Generalpriorin Sr. Sara angereist. Sie hat die Profess abgenommen ("In deine Hände, Sr. Sara, verspreche ich..."). Aber sie hat auch vorher mit Diana gesprochen - das ist ja schließlich nicht irgendeine Zeremonie - und sie hat unendlich viel mit angepackt. Darum habe ich von ihr auch nur ein Bild in der Küche gefunden - beim Abtrocknen! Hier steht sie rechts neben Sr. Nellija, die in diesen Tagen das organisatorische Oberkommando hatte.
Mit ihr zusammen kam Hannah, die bis vor einem Jahr noch hier gelebt hat. Sie hat den Blumenschmuck gemacht und viel gute Laune reingebracht, sozusagen den "Betriebsstoff", mit dem alles etwas leichter läuft.
Und schließlich kamen nach und nach zehn Schwestern aus Deutschland und den Niederlanden an. Mehr Platz zum Übernachten haben wir in unseren Gästezimmern nicht, außerdem ist die Reise ja weit. Bei einer Profess in Deutschland reist natürlich praktisch die ganze Kongregation an.
Es ist interessant, wenn die Zahl der Gäste die der Konventsschwestern so sehr übersteigt. Einerseits macht das plötzlich sehr viel Arbeit, andererseits helfen aber alle nach Kräften mit, was auch vieles erleichtert.
Und für unsere Gemeinde war es einfach nur faszinierend, so viele Schwestern zu sehen. Sie kennen uns sonst ja nur in homöopathischer Dosis.
Beim Festgottesdienst war die Kirche übervoll. Die Gratulation konnte draußen stattfinden, weil wir einen strahlenden Himmel hatten, und sogar zur Vesper sind noch sicher 20 Leute geblieben.
Danach hieß es aufräumen und schließlich konnten wir vier uns in die Klausur zurückziehen und noch ein bisschen Rekreation halten - also von all dem erholen und zu Atem kommen. Vor allem Diana und Nellija hatten noch gar nichts gegessen, aber wir hatten vorsorglich etwas vom Buffet reserviert. So haben wir noch recht lange entspannt zusammen gesessen.
Es war einfach schön, wie sich Diana freute, als sie dann endlich (!) ihre Torte bekam!

Samstag, 2. Oktober 2010

Einmal im Leben in der Kirche auf dem Boden liegen

Heute war ein besonderer Tag: wir haben die Ewige Profess von Sr. Hannah Rita gefeiert. "Bist du bereit, mit Deinem Leben die Barmherzigkeit Gottes zu bezeugen?", in dieser konkreten Gemeinschaft von Bethanien, zum Wohl der Menschen - bis zu ihrem Tod. "Ja, ich bin bereit." Und die Schwestern, die Gemeinschaft, werden sie Hannah als Schwester aufnehmen? "Seid ihr bereit?" "Wir sind bereit!" Die Feier ist voller Symbolhandlungen, eine schöner als die andere. Z.B. die Venia: Sr. Hannah hat sich in den Mittelgang der Kirche gelegt, während die Gemeinde den Heiligen Geist herabruft. Ein starker Ausdruck: ich mache mich zum Weg für Gott, ich gebe mich ihm ganz hin. Ein anderes Zeichen ist das Professkreuz, das man an diesem Tag erhält. Wir nehmen es im wahrsten Sinne des Wortes einmal mit ins Grab: "es sei im Sterben das Zeichen deiner Treue" lautete die Formel bei der heutigen Feier. Eine Profess ist ein öffentliches Ereignis, deshalb sind möglichst viele gekommen, Schwestern natürlich, Familie, Freunde, Kinderdörfler. Wir aus Lettland waren zu sechst angereist. in der Messe haben wir ein Lied gesungen, das übersetzt bedeutet: "Jesus, ach könnte ich dich doch immer lieben! Bleibe bei mir auf dem ganzen langen Weg!" Nachher wurde natürlich noch ordentlich in der Aula weitergefeiert, Mittagessen und Kaffee - und etwas Spass darf auch nicht fehlen!