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Dienstag, 2. Dezember 2014

Auf dem Weg: Aufbrechen

Heute ziehen wir um.
Es ist nur ein kleiner Umzug: unsere Büros müssen innerhalb des Geländes von einem Gebäude in ein anderes. Trotzdem muss alles einmal aus den Schränken raus und in Kartons verpackt werden.
Plötzlich merken wir, wieviel Zeug wir haben. Wir haben versucht, zu sortieren, aber man braucht halt so seine Sachen. Und von manchem will man sich auch nicht trennen...
Das ist in Ordnung, wenn man sesshaft ist. Aber auf dem Weg kann zu viel Gepäck schnell unangenehm werden.

Wie viel schleppe ich mit mir rum?
Bin ich noch frei für Veränderungen, wenn sie nötig sein sollten?
Oder fesselt mich mein Besitz?

Sonntag, 16. März 2014

2. Fastensonntag: Aufbruch

Am heutigen zweiten Fastensonntag lesen wir aus dem Buch Genesis: Abraham wird von Gott gerufen. Er soll aus seiner Heimat aufbrechen und in ein Land gehen, das er nicht kennt.
Obwohl diese Lesung mir so vertraut ist, hat sie mich diesmal doch sehr getroffen, denn wir sind gerade im Umzug. Natürlich ist unser Aufbruch im Vergleich zu dem Abrahams winzig, aber immerhin. Abraham war schon alt, das wird in der Bibel extra betont - und das sind viele meiner Schwestern auch. Die meisten kommen gut damit klar, einmal alles ein- und wieder auszupacken. Aber für ein paar ist es auch eine echte Herausforderung. Alles kriegt einen neuen Ort, nichts ist mehr, wie es vorher war. Das kann schon verwirrend sein. Und anstrengend.
Plötzlich wird so richtig deutlich, wie groß die Zumutung Gottes war, als er Abraham rief.
Ist Gott also ein harter, rücksichtsloser Gott? Ich denke nein. Ich glaube, er kennt nur unser Potential (manchmal besser als wir) und lässt uns so lange nicht ruhen, wie wir hinter unseren Möglichkeiten zurückbleiben. 
Überfordern will er uns aber nicht, deshalb hat er uns ja u.a. den Ruhetag gegeben. Einen erholsamen Sonntag!

Donnerstag, 13. März 2014

Umzug: Es geht los...

Heute geht's los!
Das ganze Schwesternhaus zieht um. 
Eigentlich ist es gar nicht so dramatisch, wir müssen nur in das umgebaute Haupthaus, das ein paar Schritte von unserem 60er-Jahre-Bau entfernt liegt. Viele Schwestern haben schon Sachen einzeln rüber gebracht, das Haus ist bekannt usw.
Aber trotzdem: 14 Frauen ziehen dort ein, davon sind 10 über 60 Jahre. Im Moment sind wir noch 20 im Haus, entsprechend viel Gewusel. Außerdem haben in diesem Haus seit über 50 Jahren bis zu 40 Schwestern gewohnt. Irgendeine Vorstellung, was sich da in den Kellerräumen ansammelt? Nein, bestimmt nicht!
Also: heute fangen wir erstmal mit den Schlafräumen der zweiten Etage an, morgen dann wahrscheinlich die der ersten. Bin gespannt, wann wir auch mit allen Gemeinschaftsräumen drin sind.

Freitag, 5. April 2013

Meditation


Nachdem nun Sr. Barbara ihren Umzug geschafft hat, bin ich dabei unsere Küche wieder auf Hochglanz zu bringen. (neue Küche)

Es braucht bei mir immer etwas länger, bis ich mich entschieden habe, eine Arbeit aufzunehmen.
Das Streichen hat für mich etwas Meditatives.

Erst abkleben. Jede Ecke, genau,  und dann mit dem Pinsel die schwierigen Stellen vorstreichen.


Bei der Arbeit dachte ich:
"Das geht mir auch oft im Gebet so.
Ich muss mich auf das Gebet einstellen.

Ich stelle mich den vielen kleinen Dingen, die in mir hoch kommen, die ich nach und nach an mir vorbeiziehen lasse.
Das Störende wird so beiseite geräumt und ich habe den Kopf frei für eine intensive Begegnung mit Gott.

Oft versuche ich schon früher im Gottesdienst zu sein,  mich zu sammeln und meine Gedanken zu ordnen,und frei zu sein für die Begegnung mit Gott.

Mal sehen wie es mit dem Boden verlegen ist.........

Donnerstag, 21. März 2013

Palmen

Bei unserem Büroumzug ist mir aufgefallen, wie viele Kreuze wir an den Wänden haben. Jedes ist mit kleinen Buchsbaumzweigen geschmückt, die im letzten Jahr an Palmsonntag geweiht worden sind. Wir haben im Büro den richtigen Moment verpasst, sie der Sakristanin zu geben, denn die verbrennt sie am Tag vor Aschermittwoch und macht daraus die Asche für die Aschenkreuze.
Zum Glück hat sie einen Korb aufgestellt für alle Nachzügler: im nächsten Jahr brauchen wir ja wieder Asche, bis dahin können sie auf dem Speicher der Kapelle vor sich hin trocknen. 
Und wir haben jetzt noch vier Tage Zeit, in den neuen Räumen die Kreuze wieder aufzuhängen, bevor wir neue "Palmzweige" segnen lassen.

Samstag, 2. März 2013

Das Ziel gibt dem Weg seinen Sinn.

Es war mal wieder so weit, ich habe meinen Wohnort verändert.
Nach Abschluss meines Studiums bin ich in die Niederlande übergesiedelt. Hier widme ich mich dem Archiv unserer Gemeinschaft.
Ein anderes Land, andere Menschen und eine andere Sprache. Als Kandidatin, also ganz zu Beginn meiner Ordensausbildung, habe ich bereits einige Zeit in den Niederlanden verbracht, doch das liegt nun auch schon einige Jahre zurück. Seit ich den Weg in Bethanien begonnen habe, habe ich im Schnitt nicht länger als 2 Jahre an einem Ort verbracht. "Tja, Dominikaner sind Wanderprediger." - Das bekomme ich dann oft mit einem Augenzwinkern zu hören.
Es ist ein enormer Reichtum, der mir durch die Erfahrungen der verschiedenen Kulturen und Mentalitäten geschenkt wurde und wird. Mir hat das sehr dabei geholfen, mich selbst und meine Ansichten immer neu zu hinterfragen. Auch meine Gottesbeziehung wurde jedes mal hinterfragt, veränderte sich, fand neue Ausdrucksformen.
Doch das Wichtigste und Schönste: Gott war immer mit unterwegs, begleitete mich und kam mir entgegen.
Es ist mir nicht immer leichtgefallen weiter zu gehen und alles hinter mir zu lassen. - Gerade dann waren und sind mir die Psalmen treue Gebetshelfer.
Auch bei diesem Umzug berührten mich einige Verse aus Psalm 45, die wir in der ersten gemeinsamen Gebetszeit im für mich neuen Land beteten:
"Höre, Tochter, sieh her und neige dein Ohr, vergiß dein Volk und dein Vaterhaus! Der König verlangt nach deiner Schönheit; er ist ja dein Herr, verneig dich vor ihm!"
Auf einem Pilgerstab, den ich geschenkt bekommen habe, steht: "Das Ziel gibt dem Weg seinen Sinn." Das ist es, was ich immer wieder erleben darf. Das Ziel, die Begegnung zwischen Gott und den Menschen mit zu ermöglichen, ist jeden Weg wert, ob im Schatten oder im Licht.

Dienstag, 19. Februar 2013

Umzug 5

Es gibt viele Arten zu fasten, meist gehört der Körper dazu. Manchen Menschen geht es vor allem um den Körper, sie fasten, um abzunehmen oder um zu entschlacken. 
Auch ich habe schon Fastenzeiten gehabt, in denen ich vor allem die Waage im Blick hatte, oder mein Heilfastentagebuch. Daran ist nichts Schlechtes. Aber heute habe ich andere Prioritäten. Heute finde ich, egal wie heftig ich faste - oder um mal wieder auf unser Bild vom Umzug zu kommen: egal wie anstrengend mein Umzug auch ist, ich will nie das eigentliche Ziel aus dem Blick verlieren. Dieses Ziel ist nicht meine Gesundheit, meine Schönheit oder mein Wohlbefinden. Mein eigentliches Ziel ist die Vorbereitung auf Ostern. Ich will offen werden für das Wort Gottes und das Geschenk seines Sterbens und seiner Auferstehung.
Drum kommt das Kreuz auch in den Umzugskarton hinein und egal, wohin ich ziehe, dort wieder an die Wand!

Montag, 18. Februar 2013

Umzug 4

Die zweite Fastenwoche. Jetzt weiß ich schon, wie es geht, was ich will. Mich beschränken, loslassen, auf Dinge verzichten, die überflüssig sind und mich belasten. Einiges bin ich schon los geworden.
Wie ein fast leer geräumtes Zimmer. Plötzlich werden Flecken im Teppich und an der Tapete sichtbar. Die waren doch vorher nicht da...??? Doch, muss wohl. Hm...

Samstag, 16. Februar 2013

Umzug 3

Allmählich komme ich ins Fasten rein. Loslassen macht Sinn, das kann ich spüren. Es tut mir gut, mich von Überflüssigem zu trennen, von schlechten Gewohnheiten beispielsweise. Es werden Kräfte frei, von denen ich schon gar nichts mehr wusste.
Allerdings bin ich immer noch ziemlich am Anfang des Weges. Die erste Hemmschwelle ist überwunden - frei bin ich noch lange nicht.

Freitag, 15. Februar 2013

Umzug 2

Okay, inzwischen hab ich zwei Fastentage überstanden. Ich hab einen Überblick über das, was ich loslassen möchte. Ich weiß auch, was mir schwer fallen wird (wusste ich eigentlich sofort) und kann einschätzen, welche Fastenvorsätze realistisch waren.
Bei einem Umzug wäre das das Stadium: die meisten Sachen sind in Kartons, die Packer können kommen. Es kann so richtig losgehen. 

Donnerstag, 14. Februar 2013

Umzug 1

Unsere Nachbarn ziehen um. Wir bauen unser Haupthaus um und die ganze Verwaltung bleibt zwar auf dem gleichen Gelände, muss aber in andere Gebäude und wird auch nicht zurückkommen. Gestern waren die Kollegen von der Zentrale der Kinderdörfer dran.

Und wie sie da so packen, dachte ich, das ist genau wie in der Fastenzeit: Du weißt, Du willst aufräumen und dabei auch manches loslassen, das Du vielleicht nicht mehr brauchst. Du weißt, dass Dir das gut tun wird. Aber wenn Du anfängst, gibt es zuerst mal ein riesiges Chaos. 
Dann merkst Du nämlich erst, wie viel Kram Du überhaupt hast, wie viel Du mit Dir rumschleppst. Vorher war alles gut in Schubladen verstaut. Jetzt schau es Dir gut an: so viel Zeug! 

Willst Du das wirklich alles mitnehmen? In die neuen Räume? In die Zeit nach Ostern? Oder ist es Zeit, etwas auszusortieren?

Fortsetzung folgt...