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Dienstag, 20. Januar 2015

Ordensleute und der Kommunismus

Wenn man in einer Gemeinschaft lebt, versteht man sich mit den anderen mal besser, mal weniger gut. In diesem Video kommt Sr. Klarissa zu Wort, die sich bei den Ordensleuten für den Frieden engagiert. Ich teile durchaus nicht alle ihre politischen Ansichten, aber hier sagt sie ein paar Dinge, die ich gerne weitergeben möchte. Danke, Klarissa, für Deinen Einsatz für die Schwachen!
Armut unterm Bankenturm

Montag, 3. November 2014

Wenn ich einmal reich wär...

Ich frage mich, was ich mit meinem Geld machen würde, wenn ich Milliarden von Dollar oder Euros hätte. Noch mehr verdienen mit Reisetouren ins Weltall? Sicher eine großartige Freude für einige Menschen, die auch eine Menge Geld für interessante Dinge ausgeben können.
Oder würde ich mir einen großen Namen machen, weil mein Geld dazu beigetragen hat, ein wirksames Medikament für eine bislang unheilbare Krankheit, an der derzeit tausende von Menschen sterben, zu finden?
Oder würde ich mit diesem Geld ganz vielen Kindern helfen, die Opfer grausamer Ideen von Erwachsenen geworden sind? Wann hätte ich meinen Reichtum richtig gut und sinnvoll genutzt und wann verschwendet?
Wofür nutze ich mein Geld? Wofür nutzen wir unser Geld? Eine wichtige Frage auch und gerade im Orden und in der Kirche, aber eben auch in der Gesellschaft.

Mittwoch, 26. März 2014

Frühschicht: Gerechtigkeit

Heute morgen hatten wir wieder Frühschicht. An jedem Mittwoch in der Fastenzeit treffen wir - 12 Jugendliche des Kinderdorfes und drei Erwachsene - uns um sechs Uhr für eine halbe Stunde in der Kapelle, anschließend wird gemeinsam gefrühstückt.
Heute ging es um das linke untere Viertel des Hungertuches. Bettelnde Hände strecken sich nach oben, wo reiche Menschen mit Symbolen der Macht ausgestattet sitzen und Festmahl halten.
Wir lasen aus dem Propheten Jesaja: "Das ist ein Fasten, wie ich es liebe, spricht der Herr: den Armen und Unterdrückten Gerechtigkeit zu verschaffen!"
Ich hatte Sorge, der Jesajatext könnte zu abgehoben sein, aber die Jugendlichen waren voll dabei. Unrecht und Gerechtigkeit, das kennen sie! Über fairen Handel hatten wir schon mal gesprochen, dass wir mit unserem Einkauf keine Kinderarbeit unterstützen wollen und dass wir nicht wollen, dass wegen unserer zu billig gebleichten Hosen andere Leute bis zu den Knöcheln im Gift stehen müssen und krank werden. Mobbing haben viele von ihnen auch schon erlebt - und kriegten große Augen, als wir sagten, dass es das nicht nur in der Schule gibt, sondern auch bei uns Erwachsenen. Und schließlich erzählten sie von den Obdachlosen, denen sie begegnen und dass sie nicht so richtig wissen, wie sie sich ihnen gegenüber verhalten sollen. Geld geben - oder was zu essen? Oder gar nichts? Fifty-fifty kaufen? Auf jeden Fall wollen wir die Menschen wahrnehmen in ihrer Not und nicht von oben herab ein anonymes Almosen geben - auch wenn es uns schwer fällt.
Es war ein intensiver Morgen!

Sonntag, 22. Dezember 2013

Macht hoch die... 22. Tür - Sonntag

"Alle Täler sollen sich heben, 
Berge und Hügel sollen sich senken."
"Bereitet dem Herrn einen Weg durch die Wüste."
Mit starken Bildern beschreibt der Prophet Jesaja, dass unüberwindlich scheinende Gewalten weichen müssen, wenn Gott kommt, um den Menschen zu erlösen.
Ist das nur eine Prophezeiung für die Endzeit? Müssen wir uns hier und heute mit Mauern, Gittern und Fesseln abfinden? Ich denke, nein.
Auch in dieser Welt können wir dafür kämpfen, dass Gerechtigkeit geschieht, dass Menschen frei werden. Dabei geht es nicht immer nur um die Zwänge, die uns von außen auferlegt werden. Manches tun wir uns auch selber an. Dieses Bild zeigt ein Gitter aus einem kontemplativen Kloster. Es ist schön und aufwendig gearbeitet. Die Nonnen hatten sich freiwillig in eine Welt des Gebetes zurückgezogen - eine gute Welt! Aber eines Tages haben sie beschlossen, sich mehr den Menschen zuzuwenden - ohne dabei den Kontakt zu Gott zu verlieren. Sie haben gemerkt, dass das geht, dass sie das Gitter öffnen und sich in Freiheit an Gott binden können.
Für mich ist das ein Vorbild. Ich möchte frei sein - aber in dieser Freiheit nicht vergessen, dass ich frei bin für Gott. Der Weg ist geebnet, damit Er in die Welt kommen kann.

Sonntag, 13. Oktober 2013

Sklaverei



Wir feiern 150 Jahre "Abschaffung der Sklaverei" und wie sieht es aus ? 

EU-Bericht: In Europa leben 880.000 Sklavenarbeiter

Es sind erschreckende Zahlen, die nach SPIEGEL-Informationen ein Ausschuss des Europäischen Parlaments ermittelt hat: In der EU leben Hunderttausende Menschen wie Sklaven, ein Viertel von ihnen wird sexuell ausgebeutet. Der volkswirtschaftliche Schaden geht in die Milliarden.
Korkernte in Spanien: Hunderttausende schuften in Europa als Sklavenarbeiter Zur Großansicht
Getty Images
Korkernte in Spanien: Hunderttausende schuften in Europa als Sklavenarbeiter
Hamburg - Rund 880.000 Menschen in der Europäischen Union gelten als Sklavenarbeiter, mehr als ein Viertel von ihnen wird sexuell ausgebeutet. Das geht nach Informationen des SPIEGEL aus einem Bericht des CRIM-Komitees hervor. Das Komitee ist ein Sonderausschuss des Europäischen Parlaments, der organisiertes Verbrechen, Geldwäsche und Korruption in Europa untersucht.
Demnach machen organisierte Verbrecherbanden allein mit Menschenhandel jährlich Profite in Höhe von rund 25 Milliarden Euro. Dadurch wird in der EU jährlich ein volkswirtschaftlicher Schaden in dreistelliger Milliardenhöhe angerichtet. Insgesamt treiben 3600 internationale kriminelle Organisationen ihr Unwesen. Neben den 25 Milliarden aus dem Menschenhandel bringe ihnen der illegale Handel mit Körperorganen und Wildtieren 18 bis 26 Milliarden Euro ein. Der Schaden durch Cybercrime summiere sich auf 290 Milliarden Euro.

Eine "ernsthafte Bedrohung" geht dem Bericht zufolge von der grassierenden Korruption aus. Allein im öffentlichen Sektor habe man 20 Millionen Fälle registriert. Der Gesamtschaden: 120 Milliarden Euro pro Jahr. Die Kommission fordert von Polizei und Justiz der EU-Staaten eine verstärkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Um die gigantischen Probleme in den Griff zu bekommen, formuliert der Ausschuss konkrete Forderungen:
  • Europäische Steueroasen müssten verschwinden.
  • Der Kauf von Wählerstimmen soll überall zum Strafdelikt werden.
  • Wer wegen Geldwäsche oder Korruption verurteilt wurde, soll mindestens fünf Jahre lang keine öffentlichen Aufträge erhalten dürfen.
  • Zudem plädiert der Ausschuss für einen europaweiten gesetzlichen Schutz von Whistleblowern. Wer Missstände in Behörden oder Unternehmen aufdecke, dürfe nicht als Straftäter verfolgt werden.
Das EU-Parlament will am 23. Oktober über den CRIM-Bericht abstimmen.




Donnerstag, 16. September 2010

Dein Reich komme

Goldene Ketten
In einem Juwelierladen sehe ich eine Figur, die geradezu sinnbildlich für New York steht: alles ist machbar, alles ist käuflich, alles gehört dem, der genügend Geld hat. Die Figur stellt eine Frau dar, die nichts trägt - außer goldener Ketten an den Füßen...
Der heutige Tag steht im Zeichen des Eröffnungsgottesdienstes der 65. Vollversammlung der Vereinten Nationen. Am Nachmittag gibt es ein Treffen der NGO's mit dem Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, Monsignore Kuriakose. Bei ihm ein Priester, der mit ihm zusammenarbeitet. Thema der diesjährigen Vollversammlung sind die 8 Milleniumziele, im Zentrum die Abschaffung der Armut in der Welt. Davon sind wir noch weit entfernt! Msgr. Kuriakose unterstreicht die Bedeutung, für die Entwicklung im ganzheitlichen Sinn einzustehen.
Briefing der Vertreter des Heiligen Stuhl
Der Heilige Stuhl hat bei der UNO nur Beobachterstatus, und das ganz bewußt: wer abstimmen kann, verliert seine Neutralität, weil er sich zu einer Seite schlägt. Aber die Vertreter des Heiligen Struhl haben viel Einfluss, den sie auch nutzen, wenn es darum geht, Themen wie Menschenrechte, Afrika, Klima-gerechtigkeit, Human Trafficking etc. ins Gespräch zu bringen. Es tut gut, zwei so engagierte Vertreter der Kirche vorzufinden, die die Sache des Evangeliums vertreten wollen.
Generalsekretär Ban Ki-Moon
Am Abend ist der Eröffnungsgottesdienst, zu dem der Erzbischof von New York eingeladen hat. Vertreter vieler Religionen und Konfessionen sind der Einladung gefolgt, ebenso Mitglieder des Diplomatischen Korps, Josef Daiss, der Präsident der Vollversammlung - und Ban Ki-Moon, der Generalsekretär. 
Im Zentrum steht der Text aus dem Matthäusevangelium: ich war hungrig, und ihr habt mir nicht  zu essen gegeben. Ich war nackt und ihr habt mich nicht bekleidet... Wenn wir dies endlich ernst nähmen, wenn wir wahr machen könnten, was Jesus uns vorgelebt hat - dann könnte das Reich Gottes schon heute Wirklichkeit werden!
Dies ist der letzte Bericht meiner USA-Reise. Ich hoffe, diejenigen, die die Berichte verfolgt haben, konnten damit etwas anfangen. Danke für Ihr Interesse! Bis auf ein Wiederlesen!
Sr.Sara, z.Zt. New York

Mittwoch, 15. September 2010

Laus im Pelz

Das ist wohl die beste Umschreibung der Arbeit der NGO (Nicht-Regierungs-Organisationen) bei der UNO! Dank Sr. Margaret Meace habe ich die Gelegenheit, an zwei Komitee-Sitzungen teilzunehmen. Es ist harte Arbeit: wie finden wir den besten Weg, um irgendwie die Regierungen der Welt auf die Probleme der Zivilgesellschaft - sprich: der einfachen Menschen - hinzuweisen?
Trinity Church -
die älteste Kirche von New York
Ich lerne, dass dies grundsätzlich nur gemeinsam geht. Einzelkämpfer und Leute, die persöliche Erfolge verbuchen wollen, sind in den NGOs fehl am Platz. Es wird abgesprochen, zu welchen Themen z.B. wer ein Statement verfasst, das dann entweder mündlich bei einer offiziellen Kommissionssitzung der UN vorgetragen werden kann oder schriftlich eingereicht wird. Es wird versucht, Texte vorzubereiten, die der Generalsekretär evtl. in seinen Reden mit verarbeitet, so dass die Regierenden damit in Kontakt kommen. Es wird versucht, Best-Praxis-Beispiele aufzubereiten, denn manch gutwillige Regierung vor allem kleinerer Staaten ist dafür dankbar, weil man schlicht nicht weiß, wie manches Problem anpacken.
Sr. Margaret im Büro der NGO
Hier in New York geht es dabei um alle möglichen Themen von sozialer Gerechtigkeit: Rechte der Frauen, dauerhafte Arbeitsplätze, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Armutsbekämpfung, kaum ein Thema, das nicht die Aufmerksamkeit der NGO's hat. Es ist spannend, dies hautnah mitzubekommen. Die Arbeitsbedingungen sind sehr einfach, und der Platz in den Konferenzräumen begrenzt.
Nächste Woche werden die Regierungschefs erwartet. Dann hätte ich keine Chance gehabt, hier irgendwo mitzugehen, auch wenn die NGOs nicht in den UNO-Räumen arbeiten. Während der nächsten Woche wird das Gelände rings um die UNO hermetisch abgeriegelt. Heute konnte ich wenigstens einen Blick in den Plenarsaal werfen und an einer Führung teilnehmen.
Ground Zero
Am Nachmittag gehen wir zu Ground Zero. Es ist bedrückend. Sr. Margaret macht mich darauf aufmerksam, dass es ein Wunder in allem Elend war, dass die Türme in sich zusammengefallen und nicht explodiert oder umgekippt sind. Es ist unglaublich, dass die Häuser rundum noch stehen. Eine große Wunde in dieser Stadt, nicht nur äußerlich!
Beim Rundgang durch die Stadt kommen wir an der Trinity-Church vorbei. Sie erinnert mich an die Arbeit der NGOs. Scheinbar bedeutungslos, wird diese Kirche schon lange von den Wolkenkratzern überragt. Und trotzdem...
Sr. Sara, z.Zt. New York