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Montag, 11. Februar 2013

Der Papst...

....tritt am 28. Februar zurück! Ich finde es großartig, dass er sich nicht aufgrund eines falschverstandenen Pflichtbewusstseins quält bis zum Schluss wie der letzte Papst, sondern in Würde Abschied nimmt. Hut ab!

Freitag, 16. September 2011

Abschied

Ich bin von Lettland zurück nach Deutschland versetzt worden, genauer gesagt nach Schwalmtal, an den Niederrhein. Heute mittag ging mein Flugzeug, meine Sachen bringen mir zwei unglaublich liebe Schwestern - Sr. Marjolein und Sr. Magda - mit dem Auto in wenigen Tagen nach.
Ich habe den Abschied kommen sehen. Ich bin mit der Versetzung einverstanden. Ich freue mich auf die Heimat, auf Menschen, Orte, Lieder, Feste ... - und deutsche Brötchen! Es wird eine Menge Arbeit auf mich zu kommen, auch Herausforderungen, das ist der eigentliche Grund für die Versetzung. Auch darauf freue ich mich. Und doch...

Ich habe Lettland in 2 1/2 Jahren liebgewonnen. Die Menschen, die Natur, die Musik, die Liturgie ... - und den lettischen Meerrettich! So fiel mir der Abschied nicht ganz leicht. Viele Menschen haben mir beim Abschiednehmen geholfen: Freunde, unsere Studentinnen aus dem Haus, Gemeindemitglieder und natürlich die Mitschwestern - mit allen habe ich Abschied gefeiert, mich drücken und mir liebe Sachen sagen lassen. Ich habe Blumen, Süßes, einen Bären mit der Aufschrift "Jemand in Lettland hat dich sehr lieb" und manch anderes geschenkt bekommen und bin manch einen wichtigen Ort noch mal angefahren.

Trotzdem... Eigentlich wollte ich gestern noch ein letztes Mal ans Meer fahren, ganz allein. Dann hab ich das nicht mehr geschafft, es war noch so viel zu packen und zu putzen, und außerdem fing es dann an zu regnen. Da dachte ich: "Du hast dich gar nicht richtig verabschiedet."
Aber ist das richtig? Ich war zweimal am Meer mit dem Bewusstsein: oft kommst du hier nicht mehr hin. Aber beide Male fand ich es nicht schön genug, ich wollte für meinen Abschied den optimalen Moment und habe mir eingeredet: "ich komme schon nochmal hierher!" Hätte ich doch die beiden Besuche intensiver genutzt...

Wenn das jetzt mit meinem ganzen Leben so geht? Wenn ich eines Tages sterbe und denke: aber ich wollte doch noch einmal ... ? Keine Chance: Wenn der Abschied kommt, muss man gehen. Es hilft, wenn man weiß, wohin man geht und man sich darauf freut. Aber vorbereiten sollte man sich trotzdem. Hier und jetzt leben und nehmen, was kommt und sich daran freuen - nicht warten auf das Leben an einem fernen, optimalen Tag.
Es ist noch nicht zu spät: heute ist der erste Tag vom Rest meines Lebens.

Freitag, 26. August 2011

Aufbruch



In der letzten Zeit kam ich gar nicht mehr dazu, hier von mir zu schreiben. Zum einen, weil sich so viel getan hat, zum anderen, weil manche Informationen erst bei meinen Schwestern ankommen sollten, bevor ich hier im Internet öffentlich darüber schreibe.

Ich erinnere mich noch sehr genau an jene schlaflose Nacht vor genau zwei Jahren, in der ich bei der Lektüre des „grünen“ Buches über P. Lataste über ein Zitat von ihm gestolpert bin, das mich nicht mehr losgelassen hat. P. Lataste ringt zu diesem Zeitpunkt um seine Berufung, er überlegt, ob er ins Kloster gehen soll:

Bin ich zum Ordensleben berufen?
Kann ich ein solches Leben aushalten? Ich kenne es ja überhaupt nicht. Ich habe immer nur ein paar Tage oder Stunden im Kloster gelebt. Da habe ich mich sehr wohlgefühlt, aber wie wird es sein, wenn ich dieses Leben immer führen muss? Woran kann ich erkennen, ob ich berufen bin?
Pater Chevalier hat gesagt, das muss man ausprobieren, einen anderen Weg gibt es nicht. Dafür ist das Noviziat da. - Und Pater Chevalier hat gesagt: Wenn Gott jemanden beruft, gibt er ihm auch die Gnade, dieser Berufung entsprechend zu leben. Auf diese Gnade muss man vertrauen.
Die Leute sagen: Das Leben im Kloster ist hart und schwer. - Aber ist nicht jedes Leben hart und schwer, ja unmenschlich, wenn man nicht dazu berufen ist? Wenn es den eigenen Veranlagungen und Begabungen nicht entspricht? Wenn aber jemand zum Ordensleben berufen ist, fällt ihm dieses Leben leicht, dann macht ihn gerade ein solches Leben glücklich und frei zum Dienst am Nächsten, zum Dienst vor Gott.
Ja, ich glaube, der Prior hat recht, das muss man ausprobieren. Ich weiß nicht, ob Gott will, dass ich ein Ordensmann werde; aber er will, dass ich es versuche. Da bin ich ganz sicher. Wenn ich jetzt seinem Ruf folge, wird Gott weiter zu mir sprechen. Ich muss nur gut zuhören.“

Ich fand mich in diesen Überlegungen wieder. Damals war ich mit genau derselben Frage für ein paar Wochen nach Bethanien gekommen. Und mir wurde immer deutlicher bewusst, dass ich den nächsten Schritt tun musste. Ich habe mich schließlich auf den Weg gemacht, habe es ausprobiert. Es gab Phasen, in denen ich mir ganz sicher war, dass Gott will, dass ich in Bethanien lebe, dass genau das meine Berufung ist. Und doch gab es auch immer wieder Zeiten des Zweifels, des Infrage-Stellens, Zeiten, in denen ich mir nicht mehr sicher war, was Gott mit mir vor hatte oder in denen ich nicht mehr wusste, was ich selbst wirklich wollte. Die Kandidatur und das Postulat dienen genau der Klärung dieser Frage. Ja, beim Postulatsbeginn hatte ich meine Bereitschaft erklärt, mich zu prüfen und prüfen zu lassen, ob ich zu einem Leben in der Gemeinschaft der Dominikanerinnen von Bethanien berufen bin. Und – wie es auch P. Lataste sagt – in dieser Phase ist es ganz besonders wichtig, auf die leise Stimme Gottes in uns zu hören, mit IHM im Gespräch zu bleiben und SEINEM Ruf zu folgen. In den letzten Monaten war das manchmal sehr schwierig, inmitten des Prüfungsstress IHM wirklich zuzuhören – aber ich habe ganz deutlich gespürt, dass ER mir etwas zu sagen hat. Und ich habe mich sehr auf meinen Urlaub gefreut, darauf, endlich Zeit für IHN zu haben, zur Ruhe zu kommen und auf IHN hören zu können. Und doch war das, was ER mir zu sagen hatte, so ganz anders als ich erwartet hatte. Doch Schweige-Exerzitien brachten mir eine Klarheit, mit der ich nicht gerechnet hatte, zumindest nicht so schnell: Nein, ich bin nicht zum Ordensleben berufen. Ich liebe Bethanien und Bethanien ist und bleibt meine Spiritualität. Bethanien wird immer einen wichtigen Platz in meinem Herzen und in meinem Leben haben, aber das ist nicht die Lebensform, zu der ich berufen bin. Diese Erkenntnis ist zugleich schmerzhaft und befreiend. Es tut weh, so viele geliebte Menschen zurück zu lassen, es ist nicht leicht, den eigenen Lebensentwurf wieder über Bord werfen zu müssen und sich ganz neu zu orientieren. Aber es erfüllt mich auch mit großer Freude und Dankbarkeit, dass ich nun mehr Klarheit habe, dass ich diese wichtige Frage jetzt endlich beantwortet habe, und dass ich in Bethanien leben durfte. Und es war genau richtig, dieses Leben in Bethanien auszuprobieren, es war genau das, was Gott von mir wollte. Es war eine Zeit, die für mich kostbar und wertvoll war, in der ich mich selbst besser kennen gelernt habe und dem, was Gott mit mir vor hat (oder eben auch nicht) immer mehr auf die Spur kommen konnte. Trotz allem, was manchmal auch schwierig war, was nicht meinen Vorstellungen und Wünschen entsprach, kann ich insgesamt nun sehr zufrieden und versöhnt auf diese Zeit zurückblicken: Mit der gleichen Haltung mit der Gott – so wie uns der erste Schöpfungsbericht erzählt – auf sein Schöpfungswerk schaut: Und Gott sah, dass es gut war.

DANKE!

Donnerstag, 9. September 2010

Noch einmal: Bethanische Gemeinschaft

 Thanksgiving-Dinner
bei Sr. Renata

Heute begegnen wir noch einmal einer Gemeinschaft, die von den Idealen von P.Lataste inspiriert ist: der "Community of the Resurrection" im Bergland von Maine. Man könnte meinen, in der Schweiz zu sein - nach der Atlantikküste ein absoluter Kontrast. Dieses Land ist in jeder Hinsicht vielfältig! Die Assoziation zur Schweiz ist nicht zufällig. Sr.Renata, die Gründerin und Priorin, ist Schweizerin und war früher Mitglied von Bethanien-Mont. Nun lebt sie mit fünf anderen Schwestern und einigen Freunden sowie drei Hunden in dieser wunderbaren Gegend. Die Hunde sind nicht zufällig - die Hundezucht ist die Haupteinnahmequelle dieser kleinen Gemeinschaft. Außerdem haben sie die Möglichkeit, Frauen in Not für einige Zeit aufzunehmen.
Die Sprachverwirrung ist komplett, denn Sr.Renata und Sr.Pia Elisabeth fügen den bisherigen Sprachen Englisch, Französisch und Deutsch auch noch Schwyzerdütsch hinzu!
Abschied: Sr. Sara, Sr.Pia Elisabeth
Die Schwestern haben uns ein verfrühtes Thanksgiving - Dinner vorbereitet. Thanksgiving ist eigentlich erst Ende November. Aber schon heute dürfen wir echten amerikanischen Truthahn genießen, dazu Bakes Potatoes, Dressing with Masherd Potatoes, Cranberrysauce und Peas and Carrots, und als Nachtisch Pie mit Icecream. Eine echte Überraschung - und ein Genuss! 
Danach heißt es Abschied nehmen: Sr. Pia Elisabeth wird bis Sonntag hier bleiben und von Maine aus nach Paris zurück fliegen. Ich fahre mit Ruth und Kathleen zurück nach Millis, und morgen wird der "dominikanische Teil" meiner Reise beginnen.
Es ist nicht einfach, die neuen "bethanischen Freunde" zurück zu lassen, aber wir wissen, dass die Verbindung bleiben wird!
Sr. Sara, z.Zt. Maine

Dienstag, 7. September 2010

Schon Abschied!

Heute Nachmittag haben wir nochmals die Gelegenheit, mit den Männern in Norfolk zu sprechen. Es ist das dritte Mal, dass wir hingehen. Die Männer sind uns schon sehr vertraut. Die Gesichter gehen mit uns. Phil hat diesmal seinen Hund mitgebracht. Im Gefängnis bilden Gefangene unter Anleitung Hunde zu Begleithunden für Behinderte aus. Sie nehmen sie überall mit hin und sorgen für sie, Phil ist stolz auf seinen Hund "Aristide".
Wir haben Fotos von der neuen Kapelle von Mont mitgenommen und erzählen den Männern davon. Einige haben ihre Portraits an den Künstler geschickt und werden später in der neuen Kapelle zu sehen sein. Man spürt das Bedauern, dass sie wohl nie die Gelegenheit haben werden, einmal selbst dorthin zu fahren. 
Richtig lebhaft wird das Gespräch, als es um die Seligsprechung geht. Die Kommission der Ärzte hatte das Wunder, die Heilung des Vaters einer Schwester auf Fürsprache von P. Lataste, bereits anerkannt, als die Theologen ihre Zweifel anmeldeten und neue Informationen verlangten. Das bringt die Männer geradezu in Rage. Sie haben selbst versucht, dem Heiligen Vater zu schreiben, und fragen immer wieder, ob sie nicht Wunder genug seien für eine Seligsprechung! Was kann es Größeres geben als die Bekehrung aufgrund der Worte von P.Lataste an diesem Ort?
Viele haben das Buch von Sr. Marie Emmanuelle "Maria Magdalena hat noch etwas zu sagen" gelesen, das ins Englische übersetzt wurde, und waren tief getroffen von den Worten der Predigt von P.Lataste. Und haben sie nicht Recht? Ist es menschlich erklärbar, dass Schwerverbrecher nicht nur neu ihren Glauben finden, sondern so weit gehen, Gemeinschaft leben und Profess ablegen zu wollen  und zwar nicht nur einige wenige? Wir können den Männern nur zustimmen!
Danach ist schon Abschied nehmen angesagt. Es ist schmerzhaft: Wir sind uns sehr nahe gekommen in diesen Tagen, und manche von ihnen werden ihr Leben hier verbringen müssen. Keine Chance, sich einmal zufällig irgendwo auf der Welt zu treffen. Manch einem stehen die Tränen in den Augen. Umarmen dürfen wir uns nicht - es ist den Männern verboten, Frauen zu umarmen -, aber wir haben uns auch so manches zu sagen.
Kathleen und Anne: "emotional erschöpft"
Wir lassen Brüder zurück: Josef, der auf das Urteil der Bewährungskomission wartet und vielleicht schon bald ins House of Hope ziehen kann. Moses, der am Sonntag Ewige Profess gemacht hat. Rocco, der schon seit 50 Jahren hier lebt und sich mit seinem Tod auseinander setzt. Michael, der gerade das Noviziat begonnen hat und hofft, nach 25 Jahren noch einmal eine Chance auf Bewährung zu bekommen. Frankie, der gerade seine Mutter verloren hat... Sie alle werden mit uns gehen in unserem Gebet und unserer Erinnerung.
Nghia, der im House of Hope lebt, hat für uns ein vietnamesisches Essen gekocht. Wir genießen den entspannten Abend, denn, wie Sr. Kathleen es ausdrückt, wir sind emotional erschöpft!
Saint-Exupéry hat im "Kleinen Prinzen" das bekannte Wort geprägt: "Du bist verantwortlich für das, was du dir vertraut gemacht hast". Unser Besuch in Norolk wird sicher nicht folgenlos bleiben!
Sr. Sara, z.Zt. Norfolk, USA

Freitag, 23. Juli 2010

Versetzt!

Gestern hatten wir einen wunderschönen Tag. Wir haben einen Ausflug gemacht, alle fünf Schwestern des Konventes zusammen mit unserer Generalpriorin Sr. Sara. Es ging nach Nordlettland, fast an die estnische Grenze. Das Wetter war perfekt, das Programm abwechslungsreich, Natur, Kultur, dazwischen lecker Picknick. Die Stimmung war super. Dazu könnte ich jetzt viele wunderschöne Bilder anhängen. Aber ich will nicht.

Das ganze war der Abschiedsausflug für unsere Jüngste, Sr. Hannah. Sie ist heute morgen mit Sr. Sara zusammen nach Deutschland geflogen, wohin sie ab sofort versetzt ist.
Das war lange geplant, alle wussten es. Ich verstehe auch, dass es sein muss und richtig ist usw. Trotzdem... Ich möchte schreiben: "Gehorsam ist ein blödes Gelübde!" oder "Wer braucht eigentlich Verfügbarkeit?" Aber ich weiß, dass das nicht den Kern der Sache trifft. Wir sind alle mit dieser Versetzung einverstanden. Niemand von uns murrt leise gegen "die Oberen", die uns das Leben so schwer machen. Das Leben ist ganz von selber nicht immer einfach.

Ich krieg mich schon wieder ein. Dann stell ich vielleicht auch ein paar schöne Bilder zusammen und schreibe nachträglich was über unseren Ausflug. Und auf jeden Fall sehen wir Hannah im Oktober wieder. Dann fliegen wir alle vier zu ihrer Ewigen Profess nach Deutschland.

Mittwoch, 21. April 2010

Abgesang auf meine Hausschuhe

Ich glaub meine Hausschuhe haben es hinter sich. Sie sind mir lange treu gewesen, aber jetzt ist es gut. Ich hab sie mir gekauft, als ich noch Postulantin war, ich denke vor etwa 9 Jahren! Sie haben mich überallhin begleitet: vom Niederrhein aus ins Noviziatspraktikum nach Rom und nach Hamburg, auf viele Reisen und jetzt nach Lettland. Ein bewegtes Hausschuh-Leben sozusagen.
Danke! - und tschüss
Sr. Barbara, Riga