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Mittwoch, 19. März 2014

Die Freude des Evangeliums: Initiative ergreifen

In der Enzyklika "Evangelii gaudium" von Papst Franziskus sind wir inzwischen in Kapitel 1 "Die missionarische Umgestaltung der Kirche", Abschnitt I "Eine Kirche im Aufbruch". 
Übrigens: heute feiern wir das Hochfest des Hl. Josef, des Pflegevaters Jesu. Er hat ganz sicher im Sinne des folgenden Textes die Initiative ergriffen, sich eingebracht, begleitet und Frucht gebracht. Ob er auch gefeiert hat, ist nicht überliefert - aber wahrscheinlich.

Die Initiative ergreifen, sich einbringen, begleiten, Frucht bringen und feiern

24. Die Kirche „im Aufbruch“ ist die Gemeinschaft der missionarischen Jünger, die die Initiative ergreifen, die sich einbringen, die begleiten, die Frucht bringen und feiern. [...] Die evangelisierende Gemeinde spürt, dass der Herr die Initiative ergriffen hat, ihr in der Liebe zuvorgekommen ist (vgl. 1 Joh 4,10), und deshalb weiß sie voranzugehen, versteht sie, furchtlos die Initiative zu ergreifen, auf die anderen zuzugehen, die Fernen zu suchen und zu den Wegkreuzungen zu gelangen, um die Ausgeschlossenen einzuladen. Sie empfindet einen unerschöpflichen Wunsch, Barmherzigkeit anzubieten – eine Frucht der eigenen Erfahrung der unendlichen Barmherzigkeit des himmlischen Vaters und ihrer Tragweite. Wagen wir ein wenig mehr, die Initiative zu ergreifen! Als Folge weiß die Kirche sich „einzubringen“. Jesus hat seinen Jüngern die Füße gewaschen. Der Herr bringt sich ein und bezieht die Seinen ein, indem er vor den anderen niederkniet, um sie zu waschen. [...] Die evangelisierende Gemeinde stellt sich durch Werke und Gesten in das Alltagsleben der anderen, verkürzt die Distanzen, erniedrigt sich nötigenfalls bis zur Demütigung und nimmt das menschliche Leben an, indem sie im Volk mit dem leidenden Leib Christi in Berührung kommt. So haben die Evangelisierenden den „Geruch der Schafe“, und diese hören auf ihre Stimme. Die evangelisierende Gemeinde stellt sich also darauf ein, zu „begleiten“. Sie begleitet die Menschheit in all ihren Vorgängen, so hart und langwierig sie auch sein mögen. Sie kennt das lange Warten und die apostolische Ausdauer. [...]
Der Jünger weiß sein ganzes Leben hinzugeben und es als Zeugnis für Jesus Christus aufs Spiel zu setzen bis hin zum Martyrium, doch sein Traum ist nicht, Feinde gegen sich anzusammeln, sondern vielmehr, dass das Wort Gottes aufgenommen werde und seine befreiende und erneuernde Kraft offenbare. Und schließlich versteht die fröhliche evangelisierende Gemeinde immer zu „feiern“. Jeden kleinen Sieg, jeden Schritt vorwärts in der Evangelisierung preist und feiert sie. Die freudige Evangelisierung wird zur Schönheit in der Liturgie inmitten der täglichen Anforderung, das Gute zu fördern. Die Kirche evangelisiert und evangelisiert sich selber mit der Schönheit der Liturgie, die auch Feier der missionarischen Tätigkeit und Quelle eines erneuerten Impulses zur Selbsthingabe ist.
 

Mittwoch, 20. März 2013

Nehmen wir den Josef

Gestern hatten wir Gruppenmesse, natürlich zum Thema Hl. Josef. Wir haben darüber gesprochen, was er uns bedeutet und jede hatte einen anderen Aspekt beizusteuern. Eine Schwester war gerade aus Rom wiedergekommen und erzählte, dass sie sich dort mit jemandem darüber unterhalten hatte, weshalb der Papst ausgerechnet auf St. Josef in sein Amt eingeführt wurde. Eigentlich sei der Sonntag dran gewesen, aber da war in Rom Marathon oder so, jedenfalls ging kein anderes großes Event mehr. Na, und dann? "Dann nehmen wir eben den Josef!" Das nächstgelegene Hochfest, kam gerade recht. 
Es scheint auch zu Josefs Charakter zu passen: er ist immer zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Still und unscheinbar im Hintergrund tut er, was eben getan werden muss, damit Maria und ihr Kind leben können. Er steht nicht im Mittelpunkt, wird oft sogar übersehen - aber ohne ihn wäre es nicht gegangen. Wie wohltuend sind solche Menschen!
Hilf, Herr meines Lebens,
dass ich nicht vergebens
hier auf Erden bin!

Sonntag, 23. Dezember 2012

23. Türchen: Josef

"Josef, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau anzunehmen, denn das Kind ist von Gott."
Armer Josef! Ja, natürlich, Maria hat schon die Hauptrolle in dem Drama um diese ungewöhnliche Schwangerschaft. Aber sie ist wenigstens gefragt worden! Sie hat "Ja" gesagt zu Gottes unglaublichem Plan.

Und Josef? Steht daneben, wundert sich, träumt. Redet nicht. Nicht mal ein "Ja". Aber dann handelt er. Er schützt seine Verlobte, macht sie zu seiner Frau, das Kind zu seinem Kind und rettet damit beiden das Leben. Hätte er sich, wie es in der Bibel heißt "in aller Stille" von Maria getrennt, wäre sie wohl gesteinigt worden. Aber ganz einfach kann es für ihn auch nicht gewesen sein, sonst hätte ihm der Engel ja keinen Mut zusprechen müssen: "Josef, fürchte dich nicht..."
Wie oft brauchen wir so einen Helfer, der freundlich und stark zur Seite steht! Anpackt, ohne viele Worte. Und so Leben ermöglicht.

Freitag, 31. August 2012

Der Hl. Josef ist einfach überall

Seit ich von der Bedeutung des Hl. Josef für die Dominikanerinnen gehört habe, ist mir dieser Heilige ein wenig näher gekommen. Eine Schwester hatte mal davon erzählt, dass z.B. nie ein neues Haus bezogen wurde, wenn nicht auch eine Josefsfigur dabei war, der für alle und alles sorgt.
Dieses Sorgen von ihm finde ich sehr sympathisch und habe es jetzt auch selbst erlebt.

Fast jedes Jahr fahre ich zu Exerzitien in ein Kapuzinerkloster in die Steiermark. Dort gibt es einen Meditationsraum, in dem wir während der Exerzitien viele Stunden verbringen. Obwohl ich schon sooft da war und eigentlich auch schon oft gelesen habe, dass über dem Raum eine kleine Holztafel hängt auf der St. Josef draufsteht, war mir das noch nie so bewusst, wie dieses Jahr.
Ich habe nur gedacht, das ist ja klasse, Josef, der, der sorgt und der der jetzt in diesen Exerzitien auch mit für mich sorgt.
Aber nicht nur da war er. In der Kirche, in der wir jeden Morgen Messe gefeiert haben, hängt seit ein paar Jahren das alte Altarbild über dem Altar und jetzt dürft Ihr dreimal raten, wer ist darauf? Na, wer schon... Der heilige Josef. Das habe ich vorher nie so beachtet, aber dieses Jahr, wo ich mein Versprechen abgelegt habe und wir für unsere noch kleine Laiengemeinschaft auch einen hl. Josef geschenkt bekommen haben, stach mir das Bild ins Auge. Und ich habe gedacht, na das ist prima, der Josef ist da, begleitet mich und sorgt in Kirche und Meditaitonsraum für mich.

Altarbild in der Kapuzinerkirche Irdning
Maria gibt Jesus aus dem Arm und lässt Josef für ihn sorgen....

Und nicht nur da, denn dann habe ich auch erfahren, zum ersten Mal bewusst, dass der ganze Konvent dem Hl. Josef geweiht ist. Bislang habe ich mir schon immer da gut aufgehoben gefühlt, aber dieses Jahr nochmal umso mehr, weil der Hl. Josef überall mit dabei war.
Und bei den Exerzitien durfte ich die beglückende Erfahrung machen: Josef sorgt für mich. Das hat einfach gut getan.
Aber nicht nur da, auch während meines Urlaubs in Österreich, habe ich ihn im Innsbrucker Dom getroffen und auch in der Pfarrkirche in einem Ort der Umgebung. Also, habe ich, angesichts dieser Winke mit dem ganzen Gartenzaun mir gesagt, so, dann lass ich eben Josef sorgen, für fast alles, (einkaufen waren wir dann noch selbst). Aber dennoch ist eine gute Erfahrung, erlebt zu haben, da sorgt nicht nur Gott für mich, da ist noch jemand. So ist er mir sehr viel sympathischer geworden, und ich kann nur sagen, es lohnt sich, ihn mal wieder zu beachten.



Samstag, 26. März 2011

Boxenstopp IV: Maria sagt JA

Gestern war das Hochfest Verkündigung des Herrn. Darum beschäftigen wir uns in dieser Woche in der Fastenbox mit der Geschichte, mit der alles begann: mit dem JA von Maria zur Botschaft des Engels, ohne das wir weder Weihnachten noch Ostern feiern könnten. Wie es Maria damit wohl ergangen ist??? Der Evangelist Lukas erzählt uns diese Begebenheit in Lk 1,26-38. Heute wollen wir die Geschichte aus der Perspektive von Maria lesen, wie sie dieses so besondere Ereignis vielleicht in ihrem Tagebuch festgehalten hätte:
"Schwanger. Ich??? Aber... ich bin doch noch so jung! Was will ich denn jetzt schon mit einem Kind? Und ich bin doch noch nicht mal verheiratet. Skandal!!! Was werden die Leute nur sagen? Und Josef??? Wird er mich verlassen? Dann bin ich verloren, dann werde ich gesteinigt. Ich hab solche Angst. Wie soll das gehen? Das ist unmöglich!!! Ich kann das nicht...
Oder etwa doch? Das ist alles so unwirklich, so verrückt, das kann nicht wahr sein. Vielleicht bilde ich mir das alles nur ein... Aber diese Worte klingen noch in mir nach... Sei gegrüßt, Du Begnadete – was für eine komische Anrede! Begnadet? Ich??? Aber ich bin doch ganz normal... Der Herr ist mit Dir – naja, schon irgendwie, klar glaub ich an Gott, bete, geh zur Synagoge,... aber das??? Irgendwie ist mir das unheimlich... Fürchte Dich nicht, Maria! Fürchte Dich nicht!? Leichter gesagt als getan! Hilfe!!! Ich hab aber Angst! Fürchte Dich nicht??? Fürchte Dich nicht? Fürchte Dich nicht. Was war da noch? Irgendwas mit Geist? Der Heilige Geist wird über Dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird Dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Ich kann mir das nicht vorstellen! Oh mein Gott, wie soll das gehen? Die halten mich alle für verrückt! Das kann ich gar niemandem erzählen... Was mach ich nur??? Wie geht es weiter??? Ich bin ganz durcheinander und verwirrt... Heiliger Geist – heilig – Sohn Gottes – schwanger – Kind – begnadet... Mir ist schon ganz schwindelig... Ich muss irgendwie raus, ich muss erst mal weg hier, Klarheit in meine Gedanken bekommen... Elisabeth! Ja, zu ihr werde ich gehen, sie hat mich immer verstanden. Sie ist auch gerade schwanger... Vielleicht kann sie mir weiterhelfen...“

Wo geht es Ihnen wie Maria? Wo wird an Sie etwas herangetragen, was nach menschlichem Ermessen unmöglich erscheint? Wer spricht Ihnen das „Fürchte Dich nicht!“ des Engels zu? Bei welchen Menschen finden Sie Verständnis, Unterstützung und Rat – so wie Maria bei Elisabeth?


Samstag, 19. März 2011

Das Kapitel IX: Josef, der Arbeiter

Geschafft! Das Kapitel ist beendet, die Akten sind verabschiedet, das letzte Protokoll ist getippt. Zum Schluss haben wir einen wahren Abstimmungs-Marathon hingelegt. Da war es dann befreiend, dass beim Mittagessen einer einen (für die anderen neuen) Josef-Witz wusste:

Im Himmel ist Wahl. Die meisten Stimmen gehen an die CDU - aber ein paar auch an die SPD. Petrus sagt: "Also bitte, Herrschaften, so geht das aber nicht! Wisst ihr etwa nicht, was ihr zu wählen habt? Wir werden die Wahl wiederholen!" Also gibt es einen zweiten Wahlgang. Aber wieder gibt es ein paar Stimmen für die SPD. Petrus wiederholt seine Mahnung - etwas strenger. Aber auch im dritten Wahlgang gibt es immer noch eine rote Stimme. "Jetzt reicht's" sagt Petrus "Wer war das?" Da meldet sich Josef und sagt: "Na, ich bin halt Arbeiter..." "Das ist mir egal" sagt Petrus, "das geht nicht!" Da meint Josef: "Komm, Mariechen, wir nehmen Opa, den Jungen und den Vogel und gehen. Dann sollen die mal sehen, wie die hier klar kommen."

Freitag, 18. März 2011

Boxenstopp III: Joseph - Schutzpatron Bethaniens

Für Pater Lataste war der Heilige Joseph ein wichtiges Vorbild, darum hat er ihn als Schutzpatron für Bethanien gewählt. Morgen, am 19. März feiert die Kirche den Gedenktag des Heiligen Joseph.

Joseph hat Maria, die Mutter von Jesus, geheiratet. Hätte Maria Jesus als uneheliches Kind zur Welt brachte, wäre sie damals gesteinigt worden. Joseph hat Maria in ihrem JA zu Gott unterstützt, er hat sie und ihr Kind von Anfang an beschützt und mit Maria gemeinsam ermöglicht, dass Gott in Jesus Mensch werden konnte. Wie ein Vater hat sich Joseph um Jesus gekümmert und ihn als Kind angenommen. Dabei war der ganzen Familie klar, dass Jesus nicht sein eigenes Kind war. Besonders deutlich wird das an der Erzählung über den 12-jährigen Jesus, der auf dem Heimweg von der Wallfahrt nach Jerusalem verloren ging. Maria und Joseph suchten ihn überall und fanden ihn schließlich nach drei Tagen im Tempel. Als seine Eltern ihn sahen, waren sie sehr betroffen und seine Mutter sagte zu ihm: „Kind, wie konntest Du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht.“ Da sagte er zu ihnen: „Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?“ Doch sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte. (Nach Lk 2,41-52)

Auch in unseren Kinderdörfern nehmen unsere Kinderdorfmütter und MitarbeiterInnen fremde Kinder und Jugendliche an und erziehen Sie. Das ist nicht immer leicht und kann zu ähnlichen Missverständnissen und Konflikten wie zwischen dem pubertierenden Jesus und Maria und Joseph führen. Jesus weiß um seinen himmlischen Vater, und zu diesem kann Joseph nicht in Konkurrenz treten. So haben auch die Kinder und Jugendlichen, die in unseren Kinderdörfern aufwachsen, ihre leiblichen Eltern, die ihren festen Platz im Leben der Kinder und Jugendlichen einnehmen und behalten und die nichts und niemand ersetzen kann.

Doch auch im Hintergrund gibt es viele Menschen, die (wie der Heilige Joseph) anderen zu ihrem Recht verhelfen, und dabei oft übersehen werden. In der Buchhaltung, in der Werkstatt, bei Fahrdiensten und für die vielen kleinen und großen Handgriffe, die oft im Verborgenen geschehen... Lassen wir zum Schluss P. Lataste über den Heiligen Joseph zu Wort kommen:


„Es bleibt mir noch, euch in ihm euer Vorbild zu zeigen; doch ich habe schon so lange gesprochen, daß ich mich verpflichtet fühle, mich kurz zu fassen. Es bedarf ja auch keiner langen Reden, um das aufzuzeigen, was in seinem Leben am meisten in Erscheinung tritt, ich meine seine Verborgenheit. Welches Leben war mehr verborgen? Immer wenn das Evangelium uns von ihm spricht, zeigt es ihn uns niedrig, unbekannt, verborgen. Und wenn es uns nichts von ihm sagt, dann zeigt uns gerade dieses Schweigen mehr als alle Worte, wie unbekannt und verborgen sein Leben war. Er war unbekannt und verborgen nicht nur während seines Lebens, er war es auch in seinem Tode, von dem das Evangelium uns nichts sagt, und nach seinem Tod, nach welchem sein Gedächtnis durch 16 Jahrhunderte hindurch fast unbemerkt blieb.“