... oder Zölibatversteher Teil 2:
Gestern habe ich über die Einsamkeit geschrieben und darüber, dass ich mir den Zölibat ja freiwillig ausgesucht habe. Die darauf folgenden Kommentare haben mich zu einer Zölibatsversteher-Reihe angeregt. Erster Teil war gestern, zweiter heute, wie viele es noch werden, hängt von euren Kommentaren ab! :)
Erster berechtigter (!) Einwand: der Zölibat ist nicht ganz so freiwillig, wie ich es dargestellt habe. Schließlich kann in der römisch katholischen Kirche niemand Priester werden, der nicht das Gelübde der Ehelosigkeit akzeptiert (von einigen speziellen Ausnahmen abgesehen).
Für die klassischen Orden gilt das auch: z.B. kann keine Frau in unserer Gemeinschaft Schwester werden, ohne das Gelübde der "Keuschheit in Ehelosigkeit" abzulegen. (Ich halte den Einwand für berechtigt, trotzdem widerspreche ich. Damit es klarer wird, überspitze ich die Diskussion mal etwas.)
"Ist das nicht Erpressung?"
Nö.
Denn es muss ja kein Mann Priester und keine Frau Dominikanerin werden. Es gibt andere Berufe, die seelsorgliche Tätigkeiten ermöglichen, z.B. Diakon oder Pastoralreferent, und es gibt andere Möglichkeiten, der Dominikanischen Familie beizutreten, z.B. die Laiengemeinschaften. Aber wer diese eine spezielle Form (Priester/Schwester) wählt, muss die Bedingung des Zölibates akzeptieren.
"Typisch katholische Kirche!"
Ne, eigentlich nicht.
Mit anderen Worten: Augen auf bei der Berufswahl!
P.S.: Ich weiß natürlich, dass das jetzt sehr provozierend formuliert ist und nur einen kleinen Teilaspekt des Themas trifft, aber das musste eben auch mal gesagt werden. Ich fange aber mit dem dritten Teil lieber schon mal an...


