Dienstag, 4. September 2012

Gruppenmesse

Ein letzter Blick: die Kapelle ist fertig.
Eben hatten wir Gruppenmesse. Fast jeden Dienstagabend feiern wir in unserer Hauskapelle diese besondere Form der Eucharistie. Ursprünglich war sie als Ergänzung gedacht für die jüngeren Schwestern, die auch mal neue Liturgieformen erleben und probieren wollten. Deshalb haben wir dabei anfangs auch alle auf dem Boden gesessen. Aber mit den Jahren sind immer mehr ältere Schwestern dazugekommen, die es auch schön finden, einmal anders Messe zu feiern, im kleinen Kreis, mit Austausch über das Evangelium anstelle der Predigt und mit einer größeren Nähe auch bei der Kommunion.
Hinterher gibt's Auflauf!!!
...und Melone

Hinterher bleiben wir immer noch zusammen und essen etwas. Heute hatte eine Frau von der Laiengemeinschaft gekocht. Wir hatten gemeinsam die Messe vorbereitet und während sie den Auflauf gemacht hat, hab ich die Kapelle gestellt und Tisch gedeckt. Mit dem Priester waren wir 12, was ein ganz guter Mittelwert ist. Wir haben hier schon zu viert Messe gefeiert - und auch schon zu 24!

Jetzt habe ich das Sanktus-Lied im Ohr, das wir heute neu gelernt haben, im Sechs-Viertel-Takt, so schön! Das wird mich wohl in den Schlaf begleiten!

Heilig, heilig, heilig bist Du
Herr, unser Gott,
Schöpfer der Welt!
Himmel und Erde jauchzen Dir zu -
heilig bist Du!

Freitag, 31. August 2012

Der Hl. Josef ist einfach überall

Seit ich von der Bedeutung des Hl. Josef für die Dominikanerinnen gehört habe, ist mir dieser Heilige ein wenig näher gekommen. Eine Schwester hatte mal davon erzählt, dass z.B. nie ein neues Haus bezogen wurde, wenn nicht auch eine Josefsfigur dabei war, der für alle und alles sorgt.
Dieses Sorgen von ihm finde ich sehr sympathisch und habe es jetzt auch selbst erlebt.

Fast jedes Jahr fahre ich zu Exerzitien in ein Kapuzinerkloster in die Steiermark. Dort gibt es einen Meditationsraum, in dem wir während der Exerzitien viele Stunden verbringen. Obwohl ich schon sooft da war und eigentlich auch schon oft gelesen habe, dass über dem Raum eine kleine Holztafel hängt auf der St. Josef draufsteht, war mir das noch nie so bewusst, wie dieses Jahr.
Ich habe nur gedacht, das ist ja klasse, Josef, der, der sorgt und der der jetzt in diesen Exerzitien auch mit für mich sorgt.
Aber nicht nur da war er. In der Kirche, in der wir jeden Morgen Messe gefeiert haben, hängt seit ein paar Jahren das alte Altarbild über dem Altar und jetzt dürft Ihr dreimal raten, wer ist darauf? Na, wer schon... Der heilige Josef. Das habe ich vorher nie so beachtet, aber dieses Jahr, wo ich mein Versprechen abgelegt habe und wir für unsere noch kleine Laiengemeinschaft auch einen hl. Josef geschenkt bekommen haben, stach mir das Bild ins Auge. Und ich habe gedacht, na das ist prima, der Josef ist da, begleitet mich und sorgt in Kirche und Meditaitonsraum für mich.

Altarbild in der Kapuzinerkirche Irdning
Maria gibt Jesus aus dem Arm und lässt Josef für ihn sorgen....

Und nicht nur da, denn dann habe ich auch erfahren, zum ersten Mal bewusst, dass der ganze Konvent dem Hl. Josef geweiht ist. Bislang habe ich mir schon immer da gut aufgehoben gefühlt, aber dieses Jahr nochmal umso mehr, weil der Hl. Josef überall mit dabei war.
Und bei den Exerzitien durfte ich die beglückende Erfahrung machen: Josef sorgt für mich. Das hat einfach gut getan.
Aber nicht nur da, auch während meines Urlaubs in Österreich, habe ich ihn im Innsbrucker Dom getroffen und auch in der Pfarrkirche in einem Ort der Umgebung. Also, habe ich, angesichts dieser Winke mit dem ganzen Gartenzaun mir gesagt, so, dann lass ich eben Josef sorgen, für fast alles, (einkaufen waren wir dann noch selbst). Aber dennoch ist eine gute Erfahrung, erlebt zu haben, da sorgt nicht nur Gott für mich, da ist noch jemand. So ist er mir sehr viel sympathischer geworden, und ich kann nur sagen, es lohnt sich, ihn mal wieder zu beachten.



Mittwoch, 29. August 2012

Nachlese

 


Gestern kam Sr. Dominika in mein Büro. Stellt mir ein Kästchen auf den Schreibtisch. "So!" "Was ist das?" "Das sind Pralinen, die hab ich zum Jubiläum geschenkt bekommen. Ich hab noch mehr gekriegt, die kann ich gar nicht alle allein essen. Und deiner Kollegin nebenan hab ich ein paar Blumen mitgebracht, auch von meinen Geschenken. Ich weiß doch, dass ihr im Büro sonst immer vergessen werdet!"
Wow! Danke schön!

Sonntag, 26. August 2012

260 Jahre in Bethanien

Drei der fünf Jubilarinnen warten
auf den Beginn der Messe.
Zusammen sind sie 260 Jahre in Bethanien! Sr. Antonia, Sr. Caritas, Sr. Dominika und Sr. Sabina haben gestern ihr goldenes Ordensjubliäum gefeiert, Sr. Helene sogar ihr Diamantenes.
Endlich geht es los: Zum Fest
mit Kreuzträger und Akolythen



Der Tag fing schon spannend an: wir sind von Zimmer zu Zimmer gegangen und haben die Festlinge mit Gesang geweckt und dem alten Ruf "benedicamus domino, Halleluja!" Die Antwort kam bei allen prompt und sicher (ist ja lang genug geübt, wenn auch in den letzten Jahren nur noch selten): "Deo gratias, Halleluja!"

Jede Jubilarin hatte ihre Kerze
auf dem Altar stehen.
Die Festmesse war um elf Uhr, schon eineinhalb Stunden vorher kamen die ersten Gäste. Die Kirche war natürlich rappelvoll. Für mich ist es immer wieder sehr bewegend, wenn alte Schwestern ihre Gelübde erneuern. Das ist nicht verpflichtend, sondern einfach nur ein schönes Ritual, dass bekräftigt: "Ja, auch nach 50 (60) Jahren bereue ich meine Entscheidung nicht." Genau das haben diese fünf Schwestern getan: sie haben noch einmal ihre Versprechen wiederholt, nach unseren Gelübden zu leben. Ich hoffe, sollte ich jemals mein Goldenes Ordensjubiläum erreichen, dann werde ich auch aus vollem Herzen sagen können, ich würde meine Gelübde jeder Zeit wieder ablegen!

Samstag, 25. August 2012

Jubiläum Drumherum

Eine der Jubilarinnen hatte ihre Schuhe
so schön geputzt, dass eine andere
Schwester das dekorierenswert fand.

Mit den Bildern von der eigentlichen Feier dauert es noch ein bisschen, denn da hat eine andere Schwester fotografiert. Ich habe wieder nur eines von vorher und eins von nachher. Aber ich kann schon verraten: es war ein wunderbares Fest! Sr. Helene ist 60 Jahre in Bethanien, Sr. Dominika, Sr. Caritas, Sr. Sabina und Sr. Antonia jeweils 50 Jahre. Das war schon sehr bewegend, diese fünf zu erleben: ihren Ernst bei der Gelübdeerneuerung - und ihre Freude bei der anschließenden Feier. Mehr darüber morgen. Hier nur noch ein Bild vom Aufräumen.
Sr. Rafaela und Sr. Vera Noel
erzählen beim Aufräumen der Aula
das Märchen vom Rotkäppchen
- synchron auf
tschechisch und koreanisch!

Freitag, 24. August 2012

Große Ereignisse...

Morgen haben wir ein großes Fest: fünffaches Ordensjubiläum! Wir werden an dieser Stelle natürlich noch berichten, aber bevor es fromm wird, haben wir erstmal 'ne Menge Arbeit. Wir erwarten einiges an Gästen und freuen uns darauf und damit nichts schief geht, hat Sr. Katharina, die Priorin, einen genauen Plan ausgetüftelt, wer was wann vorbereitet.
Soweit so gut.
Nur: Das Leben wäre ja furchtbar langweilig, wenn immer alles klappen würde, wie man es plant, nicht wahr? Ich sollte mit Sr. Maria (wie gesagt: bei mir heißen viele Schwestern Maria) zusammen einige Sachen vorbereiten, u.a. Tische schleppen und eindecken. Wir waren beide guten Mutes, bis klar wurde, dass wir keine gemeinsame Zeit dafür finden würden. Immer wenn die eine konnte, hatte die andere Termine!

Zum Glück sind wir ja nicht allein: rasch haben einige andere mit angepackt, u.a. eine unserer Postulantinnen, die extra für das Fest hergekommen ist. Sie ist so engagiert, dass ich mittendrin mal eben die Kamera holen musste. Jetzt ist fast alles fertig, der Rest kommt nach dem Abendessen, wenn das Refektorium gestellt werden kann.

Mittwoch, 22. August 2012

Hunde des Herrn

Wir haben zur Zeit eine tschechische Gastschwester. Sie hat mir von einem Heimatbesuch ein Armband mitgebracht, wohl ein Werbegag der dominikanischen Jugend: auf dem weißen Band steht "Hledej Pravdu" - was soviel bedeutet wie "Such die Wahrheit!"
Daneben sind vier Pfotenabdrücke zu sehen und noch "Domini canes" - das ist eine alte Verballhornung von Dominicanes (lat. für Dominikaner). Wenn man die Anhänger des Hl. Dominikus im Lateinischen nämlich trennt, werden daraus die "Hunde des Herrn" - wohl eine Anspielung auf die Inquisition. Eigentlich war das also nicht gerade schmeichelhaft. Aber im Laufe der Jahrhunderte hat der Name seinen Schrecken offensichtlich verloren.
Heute spielen wir gerne damit. Schließlich haben sich die Zeiten geändert (zum Glück tun sie das immer wieder). Aber eines bleibt gleich: wir suchen immer noch die Wahrheit! Such mit!