„Wenn Jesus sich den Seelen schenkt, so schaut er wirklich nicht auf das, was sie einmal waren, sondern auf das, was sie sind; nicht darauf, ob sie gefehlt haben, sondern wie sie lieben! Ob reuig oder unversehrt – er wägt die Seelen, wie sie auch seien, nur nach dem Gewicht ihrer Liebe.“
Freitag, 22. Juli 2011
Maria Magdalena und die erste Liebe
„Wenn Jesus sich den Seelen schenkt, so schaut er wirklich nicht auf das, was sie einmal waren, sondern auf das, was sie sind; nicht darauf, ob sie gefehlt haben, sondern wie sie lieben! Ob reuig oder unversehrt – er wägt die Seelen, wie sie auch seien, nur nach dem Gewicht ihrer Liebe.“
Montag, 18. Juli 2011
Diplomfeier à la Bethanien
Doch auch die nächste Feierlichkeit ließ nicht lange auf sich warten: Zur Feier des Tages überreichte Sr. Angela den Studentinnen, die ihr Studium nun abgeschlossen haben, feierlich das Diplom der Eisenbahnstraße und den Doktorhut. Die drei staunten nicht schlecht, als Sr. Angela noch eine weitere Abs
Es ist so schön, dass ich in diesen Wochen immer wieder erleben darf, wie meine Schwestern aus den verschiedensten Konventen und Ländern meinen Weg begleiten, wie sie mich durch ihr Gebet und ihre alltägliche Unterstützungen durch die Prüfungsphase getragen haben und sich jetzt riesig mit mir freuen, mir Glückwünsche schicken und mit mir feiern - sei es mit Kevelaer-Wallfahrt und Ausflug ins Irrland, mit Milchreis oder Grillen... DANKE!!!
"Mit Jesus zum Segen der Kinder" - 10 Jahre Kinderdörfer GgmbH
Pater Franziskus OP feierte mit uns die Messe und predigte darüber, wie sehr es im Kinderdorf doch so ist, wie mit dem Leib Christi. So viele Glieder, einige müssen nah zusammen sein, andere brauchen mehr Abstand voneinander, jeder muss an seinem Platz sein, damit er werden kann, was er sein soll. Unsere Generalpriorin Sr. Sara Böhmer OP erinnerte uns dann beim geselligen Beisammensein dran, dass wir die Perspektive nicht vergessen dürfen.
"Was sind schon 10 Jahre?" Feiern wir doch schon in 5 Jahren 60 Jahre Bethanien - Kinderdörfer, 150 Jahre Dominikanerinnen von Bethaninen, 800 Jahre Predigerorden...
Aber 10 Jahre sind viel, "10 Jahre sind ein ganzes langes Kinderleben". So wichtig es auch ist, die großen Zusammenhänge zu sehen, wir wollen unseren Blick in die Kinderdörfer hinein, in jedes Haus, auf jedes einzelne Kind richten, da es uns von Gott anvertraut wird.
Ausgehend von der großen Perspektive, ausgehend von Gott, der vor etwa 2000 Jahren selbst Kind wurde bekommen wir den richtigen Blick auf diese 10 Jahre, auf jedes Kinderleben, das wir nach Kräften schützen, stärken und zur Entfaltung bringen wollen.
Sonntag, 17. Juli 2011
Grillabend in Leipzig
Freitag, 15. Juli 2011
"Heute hier, morgen dort"
Vorgestern Abend fuhr ich dann mit Sr. Angela nach Refrath. Unser kleines grünes Auto war voll mit meinen Lernsachen, die Sr. Hannah-Rita vielleicht noch für ihre Prüfungen brauchen kann, und den anderen Kisten mit Kleidung, Laptop und all dem, was ich in den nächsten Wochen noch brauchen könnte... Liebevoll wurde ich mit einem "Herzlichen Glückwunsch zum Diplom"- Schild an meiner Zimmertür, einer leuchtenden Sonnenblume und einer Schüssel leckeren Milchreis empfangen. Nach dem Abendessen hieß es dann schon wieder packen: Raus aus den Kisten, rein in den Rucksack, Schlafsack und Isomatte dazu,... startklar für den nächsten Morgen.
Denn gestern früh ging es sofort weiter. Sr. Hannah-Rita brachte Sr. Angela und mich noch mit dem berühmten kleinen Flitzer nach Köln zum Bahnhof und dann saßen wir stundenlang im Zug bis wir endlich unser Ziel am Nachmittag erreichten: Eisenbahnstraße 112, Leipzig. Mein erster Besuch hier, in meiner neuen Heimat, wohin ich ab September versetzt werde. Eine Woche bleibe ich jetzt hier, um den Konvent und die Stadt kennen zu lernen, ehe ich wieder meinen Rucksack packe und erst mal in meinen Urlaub aufbreche. Ich bin schon sehr gespannt! Hier gibt es viel neues zu entdecken. Und obwohl ich zum ersten Mal in Leipzig bin, hat es etwas von Heim-Kommen. Denn ich komme bei meinen Schwestern an, auch hier ist Bethanien und damit mitten in der fremden Stadt ein Stückchen Heimat.
Sonntag, 10. Juli 2011
Dogmatik -> Diplom -> Dankwallfahrt!
Juhu! Ich kann es noch gar nicht fassen... Nach der gestrigen Dogmatik-Prüfung hab ich es tatsächlich geschafft: Ich habe mein Theologie-Studium mit dem Diplom abgeschlossen. Das wochenlange Lernen hat ein Ende. Noch türmen sich Prüfungsunterlagen, Ordner, Skripte und Bücher in meinem Zimmer - aber: es ist tatsächlich vorbei. Das muss natürlich gefeiert werden! Und drum bin ich heute mit meinen Schwestern aus Haus Tabgha, bei denen ich mich in den letzten Wochen zum Lernen einquartiert habe und die mich in der Prüfungsphase so liebevoll begleitet haben, zur Dankwallfahrt nach Kevelaer aufgebrochen.
Einfach wunderbar! Festmesse mit Weihrauch und einem Chor aus Oxford – an Feierlichkeit kaum zu überbieten. Und dann auch noch eine sehr bethanische Überschrift über der Predigt: „berufen zur Hoffnung“. Ja, in unseren Konstitutionen heißt es: In jeder Situation der Einzelnen und der Gemeinschaft gilt als Leitmotiv der Wahlspruch P. Latastes: „Hoffen gegen alle Hoffnung“.
Ohne diese Hoffnung hätte ich es bestimmt nicht geschafft. Ich erinnere mich noch daran, wie ich die gesammelten Dogmatik-Skripte erstmals gesammelt vor mir liegen sah und angesichts der Stoffmenge dachte: Das schaff ich nie! Immer wieder kam ich beim Lernen an Punkte, wo ich meinte, dass wäre hoffnungs-los, das kann ich mir eh nicht alles merken. Und als ich in der Woche vor den Prüfungen mit vereiterten Nebenhöhlen krank im Bett lag und zwei Tage vor Beginn der Klausuren beim ärztlichen Notdienst statt an meinem Schreibtisch saß, sah ich meine Hoffnung auf ein baldiges Ende des Studiums schon schwinden...
Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg – so sagt man sprichwörtlich. Ich würde es heute umformulieren in: Wo eine Hoffnung ist, da ist auch ein Weg. Und wo noch kein Weg ist, da kann durch die Hoffnung einer entstehen.
Meine große Hoffnung, dass ich das Studium jetzt abschließen kann, hat sich erfüllt – und damit ist nun der Weg frei für all die Fragen, die mir kein theologisches Lehrbuch beantworten kann, weil sie meine ganz persönliche Berufung und meinen ganz eigenen Weg mit Gott betreffen. Jetzt geht es weiter mit dem lebenslangen Studium, das eine wichtige Säule in unserer dominikanischen Spiritualität ist. Gott sei Dank!
Sonntag, 3. Juli 2011
Ran an den Ball!

Beim Fußball gibt es die unterschiedlichsten Arten von Fans. Manche sind unglaublich engagiert. Ich selber bin eher saisonal begeistert: während der WM teile ich Freude und Verzweiflung von unserer Mannschaft (egal ob Männer oder Frauen), aber dazwischen interessiert mich der Tanz mit dem Ball nicht weiter. Andere reden das ganze Jahr über immer wieder oder sogar immer nur über Fußball, kennen die Tabelle auswendig, die Aufstellung sowieso und wissen überhaupt genau Bescheid.
Aber von allen, allen diesen Fans (auch von mir) kommen Kommentare zum Spiel. Von "Mädels - Macht uns stolz!" über "Denen haben wir es aber gegeben!" bis zu "Oh, Mann, der hätt aber drin sein müssen!" und "Da läuft ja sogar meine Oma schneller!" Dabei haben die meisten dieser Kommentatoren nie einen Ball in der Hand gehabt - geschweige denn am Fuß.Der Fußball braucht seine Fans (beim Eröffnungsspiel Deutschland-Kanada saßen über 72.000 im Stadion), ohne wäre er nur halb so schön. Allerdings: sie wären völlig überflüssig, gäbe es da nicht die 22 SPIELERINNEN!

Und wenn man es recht bedenkt, findet der richtige Fußball doch eigentlich auf dem Rasen statt. Und zwar nicht nur wenn Tausende zusehen, sondern immer dann, wenn sich ein paar zusammentun und anfangen zu kicken. DAS ist Fußball. Wer Tag für Tag trainiert und selber über den Rasen läuft, erlebt Erfolg und Niederlage ganz anders als die Zuschauer aus der sicheren Distanz der Tribüne.
Was hat das jetzt mit der Religion zu tun?
Ich meine, dass es hier genauso ist: Es gibt heute viele Menschen, die genau wissen, was so läuft. Sie verfolgen, was der Papst und die Bischöfe sagen oder schreiben. Sie sehen und hören in den TV-Nachrichten von religiös motivierten Konflikten irgendwo in der Welt. Sie erleben in ihrem Umfeld, wie andere ihren Glauben praktizieren, dass Kopftücher getragen oder Kirchenglocken geläutet werden, dass in Klassenzimmern Kreuze hängen oder Geschäfte sonntags zu sind. Sie bilden sich ein Urteil darüber und kommentieren all das mehr oder weniger lautstark. Die Kommentare reichen von "Die spinnen ja! Alles Fanatiker!" über "Sollte verboten werden, ist gegen die Menschenwürde!" bis zu "Schön, dass es sowas heute noch gibt!" und "Wir lassen uns das im eigenen Land nicht verbieten."Ich finde es gut, wenn sich die Menschen für Religion interessieren und sich eine Meinung bilden. Ich schaue auch immer mal bei anderen vorbei: Was lehrt eigentlich der Buddhismus oder der Hinduismus? Wie lebt man heute als Moslem oder als Jude? Aber davon bin ich noch nicht religiös.
Religion beginnt erst da, wo Menschen beginnen, Gott zu suchen. Wenn sie anfangen, zu beten und mit anderen über ihren Glauben, ihre Hoffnungen, den tieferen Sinn ihres Lebens zu sprechen, nicht nur über die äußeren Formen. Wer das täglich tut, wer eine Beziehung zu Gott hat und täglich pflegt - oder sie zumindest gerne hätte und sucht - der ist religiös. Der erlebt Höhen und Tiefen der Gemeinschaft der Gläubigen dann auch ganz anders als diejenigen, die in der sicheren Distanz der Zuschauer bleiben.