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Sonntag, 8. Dezember 2013

Macht hoch die ... 8. Tür - Sonntag

Eine Theatertür. Eine Attrappe. Die richtige Tür ist dahinter, groß und schön. Aber im Moment wird ein Stück gespielt, dafür wird die kleine Papptür gebraucht.
Plötzlich kommt mir unser Leben wie ein Theaterstück vor. Wir sitzen im Publikum oder spielen selber mit. Aber immer ist es nur eine Illusion, wenn wir diese Tür benutzen. Sie gehört zum Stück und sie ermöglicht auch den Weg zur richtigen Tür - aber sie ist nicht selber das Ziel.
Wer den Durchblick hat, der weiß, dass er am Ende des Stücks auch einfach um die Kulisse herumgehen kann. Er braucht die Papptür nicht, um zur richtigen Tür zu kommen. Höchstens - und das darf man nicht unterschätzen! - hat er das ganze Stück lang an dieser ollen Pappe beobachtet, was eine Tür ist und wie sie funktioniert. 
Wer mitgespielt hat, hat vielleicht sogar schon einen Blick hinter die Kulissen geworfen und wird nach dem Schlussapplaus (jetzt gerade!) durch die Papptür zur richtigen Tür gehen. Einfach, weil ihm die Attrappe lieb geworden ist und weil er sich in seiner Bühnenrolle wohl fühlt. Nicht, weil er sie mit der echten Tür verwechselt.
Vielleicht treffen sich dann Zuschauer und Mitspieler wieder. Und gehen durch die richtige Tür. Wohin? Weiter.

Freitag, 30. November 2012

Monogamie XXL

Gestern war ich ins Kino eingeladen: "breaking dawn", der letzte Teil der Twilight-Saga.
Obwohl ich mich bisher nicht wirklich für diese Vampirgeschichten interessiert habe, war es ein sehr netter und unterhaltsamer Abend. Der Film selber ist ja eher für Teenies, frei ab 12 Jahre - auch wenn in einigen Szenen ziemlich gemetzelt wurde. Einschlägig konditionierte 12jährige stecken das heutzutage vermutlich locker weg, ohne auch nur mit dem Popcornkauen aufzuhören. Egal.
Was ich dagegen richtig gruselig fand, war die Vorstellung, dass diese Vampire nicht altern und nicht sterben. Einer erzählte, er habe jeden der amerikanischen Kriege mitgemacht. Zwei andere warteten seit 1.500 Jahren auf die passende Gelegenheit, sich an einem befeindeten Vampir zu rächen. Toll! So stelle ich mir vielleicht die Hölle vor, aber MEINE Ewigkeit sieht anders aus.
Das Paar im Zentrum der Geschichte, Bella und Edward, hat eine andere Zukunft vor sich. Sie sind jung, schön, verliebt - das absolute Teenie-Ideal. Und ich sitze im Kinosaal und denke: die nächsten 1.500 Jahre immer mit demselben Typen? Und immer und ewig 20 Jahre alt bleiben? Okay, die Kids können es noch nicht wissen, aber ICH bin froh, dass ich dieses Alter hinter mir habe. Ich war gerne dreißig - und auch vierzig! Jedes Alter hat seine Herausforderungen und Chancen. Was für ein Verlust, wenn sich da nichts tut.
Aber plötzlich wird mir klar, was der Film eigentlich will. Es geht um die ewige Liebe. Inmitten einer Gesellschaft, in der jede dritte Ehe geschieden wird und Beziehungen nicht so lange halten wie die gemeinsam gekauften Möbel, träumen unsere Teenager von der ganz großen Liebe. "Monogamie XXL", hardcore-Treue sozusagen - und von Gefühlen, die so tief sind, dass sie 1.000 Jahre locker überstehen.
Eigentlich ist es doch ein schöner Film...

Sonntag, 28. Oktober 2012

Stehplatz in der Ewigkeit

Sonntag morgen in der Spülküche. Sr. Anna und Sr. Berta erledigen eifrig das Frühstücksgeschirr.
Sr. Clara kommt dazu: "Ihr seid ja ganz allein! Ihr seid aber tüchtig! Ich helf euch schnell."
Sr. Berta: "Danke. Aber bedauern musst Du uns nicht, wir polieren ja schließlich an unserem goldenen Stühlchen im Himmel."
Clara: "???"
Berta: "Ja, so'n goldenes Stühlchen braucht doch jede von uns später mal. Oder wolltest Du in der Ewigkeit einen Stehplatz haben?"
Clara: "Och, ich bin ziemlich standfest!"


(Namen geändert)