Posts mit dem Label Studienwoche werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Studienwoche werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 15. Mai 2011

OP-Studienwoche II: Katharina und Raimund oder: Predigerorden, Papst, Pest...

Nach Jordan und Diana standen für den weiblichen Teil der dominikanischen Ordensjugend in der zweiten Wochenhälfte noch zwei weitere große dominikanische Heilige auf dem Programm: Katharina von Siena und Raimund von Capua. Diesmal ging es weniger um diese Persönlichkeiten als vielmehr um die Kirchengeschichte, bzw. ihren Beitrag zur Ordensreform.
Um uns diesem Thema zu nähern, hatten wir alle schon Referate vorbereitet, um ein Verständnis für die Situation im Mittelalter zu bekommen. Ich durfte die Runde eröffnen mit der Rolle der Frau im Mittelalter - und wir alle staunten, wie viele Möglichkeiten Frauen damals schon offen standen. Dann ging es weiter mit der Pest, den Kreuzzügen, das Papsttum in Avignon und dem großen Abendländischen Schisma. Und immer wieder stellten wir Bezüge zu Katharina her. Ganz unverfroren schrieb diese Frau an Politiker und Päpste und kritisierte die Missstände ihrer Zeit - getrieben von ihrer tiefen Liebe zu Gott und der Kirche. Eine wirklich beeindruckende Frau!
Nachdem wir so mit den Hintergründen der Zeit vertraut waren, übernahm Sr. Judith als Novizenmeisterin wieder das Ruder und wir wandten uns der Ordensreform zu. Wir beschäftigten uns nun noch mit Briefen und Texten von Raimund von Capua. Mitten in der Krisenzeit erkannte Raimund, dass die Ideale seines Ordens nicht mehr richtig verwirklicht werden konnten und es so nicht weitergehen konnte. Als Ordensmeister ließ er in jeder Provinz einen Reformkonvent errichten, in dem all jene zusammenkommen sollten, die (wieder) nach strengeren Regeln leben wollten. Wichtig hieran ist, dass er niemandem die Reform aufzwingt, sondern dass diese freiwillig geschieht. Er weist sogar darauf hin, dass sich die Reformkonvente nicht als die besseren oder "eigentlicheren" Dominikaner fühlen sollen, sondern dass beide Formen nebeneinander bestehen können und das völlig ok ist. Wer allerdings in einen Reformkonvent gehen wollte, den durfte niemand - nicht mal der zuständige Provinzial - davon abhalten. Darum unterstanden diese Reformkonvente auch direkt dem Ordensmeister.
Was ich an Raimund und Katharina so faszinierend finde, ist, wie sie sich von nichts und niemandem abbringen lassen von ihren Idealen, dass sie an dem, was sie als notwendig erkannt haben, festhalten und dafür auch Widerstand in Kauf nehmen, dass sie sich treiben lassen von ihrer Liebe zu Gott, zur Kirche und zum Orden und somit einen Weg bahnen zum Heil der Menschen.

Samstag, 14. Mai 2011

OP-Studienwoche I: Jordan und Diana - oder: dominikanische Freundschaft

Ich komme gerade zurück von meiner ersten dominikanischen Studienwoche für die dominikanischen Noviziate im deutschsprachigen Raum. Von Montag bis Mittwoch ging es erst mal um Jordan von Sachsen und Diana von Andalo. Ausgehend von dieser dominikanischen Freundschaft ganz in den Anfängen unseres Ordens beschäftigten wir uns auch damit, was Freundschaft in der dominikanischen Familie für uns heute bedeutet.

Weil jeder von uns Freund(in) Gottes ist, können wir auch untereinander befreundet sein, denn diese Gottesfreundschaft quillt über, so dass wir auch Freundschaften mit Gottes anderen Freunden knüpfen.

P. Franz und Sr. Raphaela begeisterten uns für das Thema und brachten unserer heiteren Runde sowohl mit großem Ernst als auch mit ansteckendem Humor das Thema Freundschaft, die Biographien unserer beiden Heiligen und besonders Jordans Briefe an Diana näher. Und neben all dem Studieren setzten wir das Gelernte gleich in die Praxis um und er-lebten Freundschaft in unserem Orden. Wir kamen in Speyer, im Institut, zusammen als Schwestern und Brüder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz - optimale Voraussetzungen für dominikanische Begegnung! Und was lag da näher als zum Abschluss der gemeinsamen Tagung die Einladung der Schwestern von St. Magdalena anzunehmen, wo wir mit leckeren Torten verwöhnt wurden und spontan noch Edith Steins Zimmer und die Ausstellung besuchen konnten? Anschließend begleiteten wir Frater Jonas, Frater Julian und Frater Sebastian nach Worms, wo wir im Noviziatskonvent der Brüder nicht nur gemeinsam Vesper beteten, sondern noch spontan zum Grillen eingeladen wurden. Das waren einfach rundum gelungene Tage!!! Vielen Dank an alle, die dazu beigetragen haben!
Wie schön, dass wir noch nicht abreisen mussten, sondern im Kreise der Schwestern uns in der zweiten Wochenhälfte noch einem weiteren Thema zuwenden konnten...