Gestern habe ich ein Video gesehen, das eine Frau heimlich in der syrischen Stadt Rakka gefilmt hat. Rakka gilt als die Hochburg der IS-Miliz. Die Frauen in dem kurzen Video sind alle vollständig verschleiert, im Kommentar heißt es, die Islamisten hätten am liebsten, wenn Frauen überhaupt nicht mehr auf den Straßen zu sehen wären.
Plötzlich wird die filmende Studentin von einem Auto angehalten. Zwei Männer fordern sie auf, ihre Kleidung zu ordnen: "Ich kann dein Gesicht sehen." Sie entschuldigt sich und richtet den Gesichtsschleier (Nikab). Der Beifahrer entlässt sie mit einem freundlich mahnenden "Gott liebt eine verhüllte Frau".
Darüber musste ich nachdenken.
| Bildquelle: dpa, Rheinische Post vom 25.09.2014 |
Ja, Gott liebt all diese vollständig verhüllten Frauen. Zweifellos. Im Alten Testament heißt es, Gott liebt alles, was er geschaffen hat, denn hätte er es nicht geliebt, dann hätte er es nicht geschaffen. Eine wunderbare Aussage. Und natürlich steht im Koran, dass die Frau sich verhüllen soll. Genauer gesagt steht in Sure 24 "Das Licht", die gläubige Frau solle ihre Augen niederschlagen und ihre "Scham hüten", ihre Reize nicht zur Schau tragen und "ihren Schleier über ihren Busen schlagen". (zit. nach der Reclamausgabe von 1960)
Aber wieso hat dieser Mann dann ein Problem damit, wenn er das Gesicht der Frau sehen kann?
Ich bin sicher: hätte Gott gewollt, dass Frauen für Männer unsichtbar sind - dann hätte er die Männer ohne Augen erschaffen.