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Dienstag, 29. Oktober 2013

Was sich liebt...

Gestern nachmittag war ich mit dem Auto unterwegs. Sturm, Regen, Feierabendverkehr - irgendwann sah ich, dass ich zu spät zur Vesper kommen würde. Ich hielt am Straßenrand und rief zu Hause an um Bescheid zu sagen, schließlich muss ich zur Zeit vorsingen, da ist es nicht schön, wenn die Schwestern auf mich warten müssen.
Abends - schon halb im Bett - fiel mir dann ein, dass ich das Handy in der Hektik auf dem Autositz vergessen hatte. Mist! Also wieder anziehen, durchs halbe Haus in die Teeküche, wo die Autoschlüssel liegen, dann zu den Garagen. Inzwischen war es 22:30 Uhr.
Glücklich mit dem Handy auf dem Weg zurück zum Schwesternhaus geht meine Hand zum Hausschlüssel - und greift in eine leere Tasche! Ich hatte schon alles abgelegt.
Was jetzt? Alle Fenster schon dunkel, ich kann schlecht klingeln. Zum Glück hatte ich kurz vorher noch mit einer Schwester gesprochen, die rufe ich jetzt auf ihrem Zimmer an (ein Glück, dass ich ein Handy im Auto vergessen hatte und nicht ein Portemonnaie oder eine Jacke!). Sie ist auch sofort dran und ich erkläre meine Situation.
"Ich stehe vor der Tür und hab keinen Schlüssel." "Macht doch nichts" sagt sie freundlich "morgen gehen wir ja in die Kirche, da nehmen wir dich wieder mit rein."
Noch heute morgen beim Frühstück hat diese Geschichte für einen allgemein heiteren Tagesbeginn gesorgt.

Montag, 8. Oktober 2012

Viel Lärm um nichts?

Heute abend ist eine unserer Schwestern verloren gegangen. In den Zug gestiegen, aber nicht zur rechten Zeit am rechten Ort angekommen. Eigentlich keine große Sache, möchte man meinen. Vielleicht war nur der Zug verspätet und sie hat den Anschluss verpasst. Aber: inzwischen ist es dunkel, sie ist in einer fremden Stadt und auch nicht mehr die Jüngste - und außerdem hat sie kein Handy.
Also fangen wir hier an, uns kollektiv Sorgen zu machen. Erschwerend kommt hinzu, dass alle, die irgendetwas Relevantes wissen könnten, gerade außer Haus sind und ebenfalls keine Handies dabei haben. Sozusagen extrem erschwerte Kommunikationsbedingungen.
Als ich von der Sitzung des Gemeindeausschusses zurück kam, hing ein Zettel an meiner Tür: sie ist wieder aufgetaucht. Die Details werde ich wohl morgen erfahren, aber vermutlich war es viel Lärm um nichts. Und ich frage mich: wie haben wir Jahre und Jahrzehnte ohne Handies überlebt? Waren unsere Mütter jedes Mal so aufgeregt, wenn wir mal nicht pünktlich waren? Oder waren wir vielleicht einfach immer pünktlich, weil es noch eine andere Bahn war? Ich weiß es nicht, ich weiß es einfach nicht mehr...