Sonntag, 13. Oktober 2013

Sklaverei



Wir feiern 150 Jahre "Abschaffung der Sklaverei" und wie sieht es aus ? 

EU-Bericht: In Europa leben 880.000 Sklavenarbeiter

Es sind erschreckende Zahlen, die nach SPIEGEL-Informationen ein Ausschuss des Europäischen Parlaments ermittelt hat: In der EU leben Hunderttausende Menschen wie Sklaven, ein Viertel von ihnen wird sexuell ausgebeutet. Der volkswirtschaftliche Schaden geht in die Milliarden.
Korkernte in Spanien: Hunderttausende schuften in Europa als Sklavenarbeiter Zur Großansicht
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Korkernte in Spanien: Hunderttausende schuften in Europa als Sklavenarbeiter
Hamburg - Rund 880.000 Menschen in der Europäischen Union gelten als Sklavenarbeiter, mehr als ein Viertel von ihnen wird sexuell ausgebeutet. Das geht nach Informationen des SPIEGEL aus einem Bericht des CRIM-Komitees hervor. Das Komitee ist ein Sonderausschuss des Europäischen Parlaments, der organisiertes Verbrechen, Geldwäsche und Korruption in Europa untersucht.
Demnach machen organisierte Verbrecherbanden allein mit Menschenhandel jährlich Profite in Höhe von rund 25 Milliarden Euro. Dadurch wird in der EU jährlich ein volkswirtschaftlicher Schaden in dreistelliger Milliardenhöhe angerichtet. Insgesamt treiben 3600 internationale kriminelle Organisationen ihr Unwesen. Neben den 25 Milliarden aus dem Menschenhandel bringe ihnen der illegale Handel mit Körperorganen und Wildtieren 18 bis 26 Milliarden Euro ein. Der Schaden durch Cybercrime summiere sich auf 290 Milliarden Euro.

Eine "ernsthafte Bedrohung" geht dem Bericht zufolge von der grassierenden Korruption aus. Allein im öffentlichen Sektor habe man 20 Millionen Fälle registriert. Der Gesamtschaden: 120 Milliarden Euro pro Jahr. Die Kommission fordert von Polizei und Justiz der EU-Staaten eine verstärkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Um die gigantischen Probleme in den Griff zu bekommen, formuliert der Ausschuss konkrete Forderungen:
  • Europäische Steueroasen müssten verschwinden.
  • Der Kauf von Wählerstimmen soll überall zum Strafdelikt werden.
  • Wer wegen Geldwäsche oder Korruption verurteilt wurde, soll mindestens fünf Jahre lang keine öffentlichen Aufträge erhalten dürfen.
  • Zudem plädiert der Ausschuss für einen europaweiten gesetzlichen Schutz von Whistleblowern. Wer Missstände in Behörden oder Unternehmen aufdecke, dürfe nicht als Straftäter verfolgt werden.
Das EU-Parlament will am 23. Oktober über den CRIM-Bericht abstimmen.




Freitag, 11. Oktober 2013

Herbergssuche

Ach ja, bald ist wieder Weihnachten. Man kann es schon in den Geschäften sehen. Voll sind die Regale mit Süßwaren und Dekokram. Süßer die Kassen nie klingeln – oder so ähnlich…
Angesichts der Tatsache, dass wir tagtäglich in Radio und Fernsehen von Flüchtlingen hören, wird es mir da allmählich unwohl im Magen. 
Die Diskussionen, wie viele Flüchtlinge wohl unser Land verträgt und ob wir nicht vielleicht unserer Kultur beraubt werden, diese Fragen nerven mich zunehmend. 
Flüchtlinge gab es und wird es wohl (leider)  auch immer wieder geben. Aus gegebenem Anlass darf ich an die heilige Familie erinnern, die vor 2.000 Jahren von Israel nach Ägypten (!) fliehen musste.  Josef mit Maria auf dem Esel, Jesus im Arm: 1.000fach dargestellt. Haben wir uns an den Anblick so gewöhnt, dass wir vergessen, was es bedeutet, mit einem Säugling zu fliehen?
Und heute? Gründe zur Flucht gibt es viele. Politische Verfolgung, Bedrohung an Leib und Leben, religiöse Verfolgung (da stellen die Christen, auch wenn manche das nicht glauben, 80 % der Opfer – obwohl nur 30 % der Weltbevölkerung christlich ist) und, ja,  auch wirtschaftliche Not.
Wer flieht, will sich und seiner Familie ein gutes Leben verschaffen – sicher, ohne Angst und mit einem ausreichenden Lebensstandard. Ein gutes Leben, unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe und ihrem Glauben.
Niemand verlässt gerne seine Heimat, Papst Franziskus hat es gerade wieder auf den Punkt gebracht. Aber ein gutes Leben, das hat auch Gott uns zugesagt, es ist gut und richtig, dass wir uns danach sehnen.

Vor ein paar Tagen bekam ich eine Einladung zu einer Fachtagung. Diese hatte das Thema: „Die Generation ICH.“ Wer mit dem Thema nichts anfangen kann möge hier kurz lesen:
http://www.heise.de/tp/artikel/32/32706/1.html
 
Ist es wirklich so, dass wir mehr und mehr nur nach uns selber fragen und zufrieden sind, unser eigenes kleines Privatleben zu regeln? Und falls ja: wie kann das sein? Was macht es uns so schwer, an die zu denken, denen es schlechter geht als uns? Vielleicht die Erkenntnis, dass wir dann teilen müssten? Dass wir von unserem Wohlstand abgeben müssten? Dass wir nicht so bequem weiterleben könnten wie bisher?

Sie fanden keinen Platz in der Herberge: Josef mit der hochschwangeren Mutter Jesu in Betlehem vor 2.000 Jahren – und 500 afrikanische Flüchtlinge in Lampedusa im Oktober 2013.
Weihnachten passiert jeden Tag. Auch bei uns im Ort gibt es Asylanten – und Migranten, die schlecht behandelt werden, weil man sie für Schmarotzer hält. Bei Ihnen auch? Holen wir Weihnachten aus den Kirchen auf die Straßen und kümmern wir uns um die Mitmenschen, die bei uns Hilfe suchen!

Montag, 7. Oktober 2013

Herbsttag

Herr: es ist Zeit.
der Sommer war sehr groß.
Leg deine Schatten
auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren
lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten,
voll zu sein;
gib ihnen noch zwei
südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke (1875-1927)

Freitag, 4. Oktober 2013

Gebet für Ägypten

Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben!
(Jeremia 29, 11)

Guter Gott,
die heilige Familie fand in Ägypten Aufnahme.
Sie wird dort bis heute tief verehrt.
Wie damals die heilige Familie,
so erleben auch heute viele Menschen
Furcht und Unsicherheit. Wir bitten dich:

Für alle, die Angst haben,
vor dem was auf sie zukommt:
Sei du ihnen Zukunft und Hoffnung, Gott!

Für alle, die niedergedrück sind
von Enttäuschung und Resignation:
Sei du ihnen Zukunft und Hoffnung, Gott!

Für alle, die verzweifelt sind,
weil ihre Freiheit schwindet:
Sei du ihnen Zukunft und Hoffnung, Gott!

Für alle, die um ihr Leben fürchten,
weil sie dich bekennen:
Sei du ihnen Zukunft und Hoffnung, Gott!

Für alle, die Armen und Verachteten
in deinem Namen Hoffnung und Zukunft schenken:
Sei du ihre Kraft und erfülle sie
mit der Freude deiner Nähe.
Amen

(Dieses Gebet bietet missio den Teilnehmern der Gebetskette an.)

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Gebetskette - aktuelle Liste

Unsere Gebetskette ist geschlossen! Wer sich trotzdem noch eintragen lassen möchte, kann das immer noch tun. Ich werde die Liste in Kürze an Missio schicken. Von dort wird sie weitergeleitet als Solidaritätsbekundung an den koptischen Patriarchen von Kairo.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Die Gebetskette beginnt

Wollt ihr mitmachen? Einfach bei mir melden (email, facebook-pn oder Kommentar), dann trage ich euch ein. Hin und wieder veröffentliche ich die aktualisierte Liste.
Mehr Info zur Aktion gibt es hier: http://www.missio-hilft.de/wms-gebetskette/

Dienstag, 1. Oktober 2013

Flucht nach Ägypten

Vor einiger Zeit hatten wir in diesem Blog eine Gebetskette - um dem Aufruf des Papstes zu folgen und uns dem weltweiten Friedensgebet für Syrien anzuschließen. 
Jetzt erreicht uns ein anderer Aufruf, diesmal von missio: Im Monat Oktober sollen die Menschen in Ägypten in die Mitte unserer Gebete gestellt werden. Wir wollen Gott um seine Hilfe bitten und gleichzeitig den ägyptischen Christen ein Zeichen der Solidarität senden. Sie sehnen sich nach einer solchen Unterstützung!
Wir werden wieder eine Liste aufstellen, in die ihr euch eintragen könnt (via email oder Kommentar). Wir hoffen, dass jeder Tag im Oktober von mindestens einer/einem übernommen wird. 
Wie, wann oder was ihr betet, überlassen wir euch (Hilfen und Anregungen gibt es bei missio, s.u.). Aber widmet die Gebete dieses Tages den Menschen in Ägypten!
Wenn die Liste voll ist, melde ich uns offiziell an. Dann wird unsere Aktion eine von vielen sein, die als Solidaritätsbekundung und Ermutigung an Ibrahim Isaac Sedrak, den koptisch-katholischen Bischof von Kairo und seine Gemeinde geschickt werden.
Hier der Link zur missio-Aktion: http://www.missio-hilft.de/de/aktion/monat-der-weltmission/2013-3/gebetskette/