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Sonntag, 6. April 2014

Misereorsonntag

Heute ist der fünfte Fastensonntag, der Passionssonntag. Die Kollekte geht in den deutschen Bistümern an das Hilfswerk Misereor.
Der Kampf gegen den Hunger braucht uns alle als Verbündete. Wir dürfen nicht achselzuckend hinnehmen, dass alle 5 Sekunden ein Kind an Unterernährung stirbt - 6,5 Mio im Jahr. 

Die diesjährige Fastenaktion stellt Uganda in den Mittelpunkt und die Frage, was unser Lebensstil mit der dortigen Armut zu tun hat. Allmählich dämmert es ja immer mehr Menschen, dass es da einen Zusammenhang gibt, aber die Augen zu öffnen und die wirtschaftlichen Notwendigkeiten in Frage zu stellen, das erfordert Mut. 
Es ist sicher nicht einfach gegen den Strom zu schwimmen - aber es ist genau das, was Jesus von uns verlangt. Öffnen wir unsere Augen, Ohren und Herzen für unseren Nächsten - ob er nun neben uns in der Kirchenbank sitzt oder in Uganda um die nächste Ernte kämpft.

Montag, 17. Februar 2014

Die UN - hellwach

Endlich! Nun hat es auch die Völkergemeinschaft gemerkt: Nordkorea ist nicht das Paradies, Kim Jong Un ist kein netter Mann. 
Sogar bis in die Tagesschau schaffte es die Meldung, dass die UN-Menschenrechtskommission inzwischen dahintergekommen ist, dass in diesem Land seit Jahrzehnten unhaltbare Zustände herrschen.
Vorsichtig wurden in dem Bericht die dortigen Arbeitslager mit den KZ zum Ende des Zweiten Weltkrieges verglichen. Alle, die schon seit Jahren auf diese Stellungnahme der UN warten, möchten laut rufen: Ja! Es sind KZ, genau so schlimm, wie bei Hitler und Stalin. Nur war Hitler 12 Jahre nach seiner Machtergreifung tot - die Kim-Dynastie terrorisiert Nordkorea jetzt seit über 50 Jahren!
"Die Menschen sind so hungrig, dass sie Bohnen- und Maisreste aus dem Kot von Tieren essen." hieß es in dem Tagesschaubeitrag. Das ist entsetzlich. Neu ist es nicht. 
Opendoors und Kirche in Not berichten seit langem über die Zustände in Nordkorea. Sie richten den Blick vor allem auf die Christen, die besonders stark verfolgt werden. Das Land steht seit 12 Jahren an der Spitze des Weltverfolgungsindex!
Hier ein paar mehr Informationen:
http://www.opendoors.de/verfolgung/laenderprofile/nordkorea/

Und jetzt? Wird der Bericht der Kommission etwas bewirken? 
Lassen wir nicht nach mit unserem Gebet für unsere verfolgten Geschwister in aller Welt, für die unschuldig Inhaftierten, für die Hungernden und die Opfer von Ungerechtigkeit und Willkür.

Montag, 27. Juni 2011

"Die Hungernden sättigt er mit seinen Gaben" oder: Baby im Kloster

4:50h Mein Wecker klingelt. Nein - so früh beten wir hier nicht! Aber ich hatte heute meine vorletzte schriftliche Diplom-Prüfung in Bonn...

5:30h Frühstück. Es gibt noch selbst gebackenes Brot von Sr. Sofia - lecker! Und Sr. Judith ist - wie bei jeder Klausur in diesen Tagen - extra auch so früh aufgestanden, um mir beim Frühstück Gesellschaft zu leisten und mich mit dem Segen zu verabschieden.

7:05h Strahlender Sonnenschein in Bonn, eine Parkbank vor der Uni und das Skript von Moraltheologie - letzte Gelegenheit, um den Stoff in mein Kurzzeitgedächtnis zu bekommen.

8:30h Die Klausurbögen werden verteilt. 4 Stunden Moraltheologie... meine Banknachbarin hat extra einen Kühlakku mitgebracht, um ihre duplos zu kühlen. Ich entscheide mich für die Strategie, die Schokolade vor dem Schmelzen zu retten, indem ich sie sofort esse.

13:40h Juhu! Geschafft! Vorbei! Sr. Hannah nimmt mich vor dem Prüfungsraum in Empfang, nachdem sie uns während der Klausur alle eifrig "bebetet" hat. Wir gehen zusammen Eis essen.

15:10h Heiß!!! Nach 1 1/4 Stunden im heißen Auto komme ich völlig verschwitzt wieder in Waldniel an. Schon den ganzen Tag hab ich darauf gewartet: Ich tausche den Autoschlüssel gegen den Kinderwagen und nehme ein Baby in Empfang. Der Kleine aus dem Kinderdorf darf heute den Tag im Kloster verbringen, weil seine Kinderdorfmutter mit allen Leiterinnen auf Klausurtagung unterwegs ist.

16:00h Wir starten unseren Spaziergang in den Wald. Kühler Schatten - wie wohltuend in der Hitze, und endlich Bewegung nach dem vielen Sitzen :-)

17:30h Zeit für das Fläschchen. Dass die Flasche erst auf Trinktemperatur abkühlen muss, stößt auf lautes Protestgeschrei. Doch dann zufriedenes Nuckeln... und der Kampf zwischen Hunger und Müdigkeit.

18:30h Wir beten Vesper. Die Flasche ist noch halbvoll. Das Baby ist noch halbwach. Also nehme ich den Kleinen samt Milchflasche kurzerhand mit in die Kapelle. Während wir die Psalmen beten, nuckelt er friedlich vor sich hin. Es gelingt ihm nicht ganz, mir mein Stundenbuch wegzustrampeln, so dass ich die Lesung doch bis zu Ende lesen kann. Glück gehabt! Wir stimmen - wie jeden Abend - das Magnificat an: "Die Hungernden sättigt er mit seinen Gaben" - und das Baby stimmt mit genussvollem Schmatzen und den letzten Zügen aus der Milchflasche in unser Gebet ein.