In
der Enzyklika "Evangelii gaudium" von Papst Franziskus sind wir
inzwischen in Kapitel 1 "Die missionarische Umgestaltung der Kirche", Abschnitt I "Eine Kirche im Aufbruch".
Übrigens: heute feiern wir das Hochfest des Hl. Josef, des Pflegevaters Jesu. Er hat ganz sicher im Sinne des folgenden Textes die Initiative ergriffen, sich eingebracht, begleitet und Frucht gebracht. Ob er auch gefeiert hat, ist nicht überliefert - aber wahrscheinlich.
Die Initiative ergreifen, sich einbringen, begleiten, Frucht bringen und feiern

24. Die Kirche „im Aufbruch“ ist die Gemeinschaft der missionarischen Jünger,
die die Initiative ergreifen, die sich einbringen, die begleiten, die Frucht
bringen und feiern. [...] Die evangelisierende Gemeinde spürt, dass der
Herr die Initiative ergriffen hat, ihr in der Liebe zuvorgekommen ist (vgl.
1 Joh 4,10), und deshalb weiß sie voranzugehen, versteht sie, furchtlos die
Initiative zu ergreifen, auf die anderen zuzugehen, die Fernen zu suchen und zu
den Wegkreuzungen zu gelangen, um die Ausgeschlossenen einzuladen. Sie empfindet
einen unerschöpflichen Wunsch, Barmherzigkeit anzubieten – eine Frucht der
eigenen Erfahrung der unendlichen Barmherzigkeit des himmlischen Vaters und
ihrer Tragweite. Wagen wir ein wenig mehr, die Initiative zu ergreifen! Als
Folge weiß die Kirche sich „einzubringen“. Jesus hat seinen Jüngern die Füße
gewaschen. Der Herr bringt sich ein und bezieht die Seinen ein, indem er vor den
anderen niederkniet, um sie zu waschen. [...] Die evangelisierende Gemeinde stellt sich durch Werke und Gesten in das
Alltagsleben der anderen, verkürzt die Distanzen, erniedrigt sich nötigenfalls
bis zur Demütigung und nimmt das menschliche Leben an, indem sie im Volk mit dem
leidenden Leib Christi in Berührung kommt. So haben die Evangelisierenden den
„Geruch der Schafe“, und diese hören auf ihre Stimme. Die evangelisierende
Gemeinde stellt sich also darauf ein, zu „begleiten“. Sie begleitet die
Menschheit in all ihren Vorgängen, so hart und langwierig sie auch sein mögen.
Sie kennt das lange Warten und die apostolische Ausdauer. [...]
Der Jünger weiß sein ganzes Leben hinzugeben und es als Zeugnis für Jesus
Christus aufs Spiel zu setzen bis hin zum Martyrium, doch sein Traum ist nicht,
Feinde gegen sich anzusammeln, sondern vielmehr, dass das Wort Gottes
aufgenommen werde und seine befreiende und erneuernde Kraft offenbare. Und
schließlich versteht die fröhliche evangelisierende Gemeinde immer zu „feiern“.
Jeden kleinen Sieg, jeden Schritt vorwärts in der Evangelisierung preist und
feiert sie. Die freudige Evangelisierung wird zur Schönheit in der Liturgie
inmitten der täglichen Anforderung, das Gute zu fördern. Die Kirche
evangelisiert und evangelisiert sich selber mit der Schönheit der Liturgie, die
auch Feier der missionarischen Tätigkeit und Quelle eines erneuerten Impulses
zur Selbsthingabe ist.
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