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Mittwoch, 18. Februar 2015

Weniger ist mehr

Dieser Satz ist inzwischen nicht mehr neu - und auch nicht von mir. Aber immer wieder kommt er mir in den Sinn, weil er immer wieder passt:
An einem Abend, an dem schon jeder genug getrunken hatte um fröhlich zu werden - und der ein oder andere auch ein Glas mehr.
Bei dem Fest, wenn alle genug gegessen haben - und die meisten auch eine Portion Nachtisch zu viel.
In Diskussionen, wenn schon längst alles gesagt ist, was nötig war - und noch ein paar Sätze zu viel.
Bei der Arbeit, wenn der eine mehr als genug zu tun hat - und der andere mehr Freizeit, als ihm lieb ist. 
Immer ist es das zuviel, das uns nicht gut tut.
Was ist es bei Dir? Kannst Du es in den nächsten 7 Wochen etwas zurückschrauben?
Der Aschermittwoch ist ein Stoppzeichen. Halt mal an. Überleg, ob Du auf dem richtigen Weg bist, oder vielleicht abbiegen musst. Und dann weiter.

Mittwoch, 26. März 2014

Frühschicht: Gerechtigkeit

Heute morgen hatten wir wieder Frühschicht. An jedem Mittwoch in der Fastenzeit treffen wir - 12 Jugendliche des Kinderdorfes und drei Erwachsene - uns um sechs Uhr für eine halbe Stunde in der Kapelle, anschließend wird gemeinsam gefrühstückt.
Heute ging es um das linke untere Viertel des Hungertuches. Bettelnde Hände strecken sich nach oben, wo reiche Menschen mit Symbolen der Macht ausgestattet sitzen und Festmahl halten.
Wir lasen aus dem Propheten Jesaja: "Das ist ein Fasten, wie ich es liebe, spricht der Herr: den Armen und Unterdrückten Gerechtigkeit zu verschaffen!"
Ich hatte Sorge, der Jesajatext könnte zu abgehoben sein, aber die Jugendlichen waren voll dabei. Unrecht und Gerechtigkeit, das kennen sie! Über fairen Handel hatten wir schon mal gesprochen, dass wir mit unserem Einkauf keine Kinderarbeit unterstützen wollen und dass wir nicht wollen, dass wegen unserer zu billig gebleichten Hosen andere Leute bis zu den Knöcheln im Gift stehen müssen und krank werden. Mobbing haben viele von ihnen auch schon erlebt - und kriegten große Augen, als wir sagten, dass es das nicht nur in der Schule gibt, sondern auch bei uns Erwachsenen. Und schließlich erzählten sie von den Obdachlosen, denen sie begegnen und dass sie nicht so richtig wissen, wie sie sich ihnen gegenüber verhalten sollen. Geld geben - oder was zu essen? Oder gar nichts? Fifty-fifty kaufen? Auf jeden Fall wollen wir die Menschen wahrnehmen in ihrer Not und nicht von oben herab ein anonymes Almosen geben - auch wenn es uns schwer fällt.
Es war ein intensiver Morgen!

Sonntag, 23. März 2014

3. Fastensonntag: vom falschen Fasten

Neulich habe ich eine Predigt über das richtige und das falsche Fasten gehört. Mit Erlaubnis von Pater Manuel OP veröffentliche ich hier einen kleinen Ausschnitt, sozusagen das opening:

"Ein Igel stieß auf einen Garten, prall gefüllt mit herrlichen Früchten. Aber der Garten war von allen Seiten mit stabilem Maschendraht umzäunt. An einer Ecke freilich entdeckte der Igel eine winzige Öffnung. Durch die wollte er eindringen. Allein der mögliche Durchschlupf war zu eng. Da beschloss er, so lange zu fasten, bis er sich hindurch zwängen könne. Es dauerte geraume Zeit und kostete wohl auch einige Anstrengung bis der Igel hinreichend abgespeckt hatte. Endlich im Garten angekommen, schug er sich ein ums andere Mal mit den wunderschön reifen Früchten den Bauch voll - und, wie sollte es anders sein, zügig nahm er zu. Irgendwann sehnte sich der Igel zu seinen Gefährten zurück. Aber als er den Garten verlassen wollte, stand er vor demselbern Problem wie zuvor, als er hinein gewollt hatte: er war zu fett. Erneut war Fasten angesagt. Als er es endlich hinaus geschafft hatte, drehte er sich noch einmal um und sagte: "Garten, Garten! Du bist schön und deine Früchte schmecken herrlich. Nutzen aber hat man von dir nicht, denn hungrig nur kommt man in dich hinein und hungrig nur schafft man es wieder heraus!" 
Und die Moral von der Geschicht'? - Falsches Fasten lohnt sich nicht!"

Was richtiges Fasten ist, kann man nachlesen in der Bibel, beim Propheten Jesaja, Kapitel 58 - oder demnächst in diesem Blog.

Freitag, 21. März 2014

Gute Aussicht


Gestern war ich in einem Jugendgottesdienst in der Nähe von Köln.Viele sind gekommen, vor allem aber auch Menschen,  die der Jugend schon  etwas entsprungen sind.
Zu Beginn der Messe kamen zwei Wanderer des Weges. Sie waren schon sehr müde. Das große Zweifeln brach aus, als die Wanderer erfuhren, dass es noch weiter bergauf geht.
Noch war der Gipfel nicht in Sicht.
Was nun?
Lohnt sich die Mühe?
Die einen sagen ja, die anderen gehen um.  
Und doch ist die Verheißung groß.
Eine gute Aussicht, gutes Wetter, ein Erfolgserlebnis und die Klarheit darüber, dass man mehr schaffen kann als man glaubt.
Gott hilft uns dabei.
So ist es sicher auch oft in der Fastenzeit. Wir machen uns auf den Weg und müssen auch sicher einige Hürden nehmen.
Bergauf - Bergab.
Immer auch versucht, aufzugeben...
In der Fastenzeit wollen wir uns wieder mehr auf Gott besinnen, in Kontakt mit ihm gehen und all das lassen, was uns von ihm fern hält.
Anstrengend, aber auch bereichernd, wenn man sich dem inneren Schweinehund stellt und daran denkt, wie reich wir beschenkt werden.
Eine gute Aussicht.
Oder?

Dienstag, 11. März 2014

Gewinn statt Verlust

Fortsetzung von "Verzicht auf den Verzicht"

Wie gesagt: ich will mich beim Fasten nicht überfordern. Dazu gehört für mich, dass die Fastenzeit eine Zeit des Gewinns ist, nicht des Verlustes. 
Besonders deutlich wird mir das, wenn ich mir irgendwelche Aktivitäten verbiete. Auf Facebook sehe ich manchmal Leute, die sich zu Beginn der Fastenzeit für sechs Wochen verabschieden. Bewundernswert. Aber wenn ich meinen Internetkonsum einschränke (was mir auch gut tut!), ist die entscheidende Frage für mich: was mache ich mit der gewonnenen Zeit?
Wenn ich dann gelangweilt rumhocke und missmutig meinen virtuellen Freunden hinterhertrauere, wenn ich anfange, stattdessen fernzusehen oder sonstwie die Zeit totzuschlagen, ist nichts gewonnen. Erst wenn ich die Zeit sinnvoll nutze, für die Beziehungen zu meinen Nächsten und zu Gott, erst dann hat der Verzicht einen Wert.
Ich habe mal einen wundervollen Spruch gehört, der mich nicht mehr loslässt:
"Wieso läuft mir nur ständig die Zeit davon?"
"Vielleicht hat sie Angst, dass Du sie totschlägst, wenn Du sie erstmal hast." 


Fortsetzung folgt...

Montag, 10. März 2014

Wegkreuze


Die Fastenzeit hat begonnen und auch ich habe mir so einige Gedanken dazu gemacht.
Witziger Weise stolperte ich gestern über einen Text in dem stand, dass nun die vierzehntägige Bußzeit beginnt. 
Ein Fehler - sicherlich.
Aber ich kam nicht umhin, mir über diesen Fehler Gedanken zu machen und im Schluss reichen 14 Tage sicher nicht aus, um sich neu zu verorten.
Heute durfte ich Gast in einer Grundschule, im  Religionsunterricht sein.
Die Kinder hatten die Aufgabe zu überlegen, auf was sie denn  in der Fastenzeit verzichten wollten. Eine meinte auf Süßigkeiten.
Die Lehrerin erklärte, dass es gut sei, sich vielleicht nur eine Kleinigkeit auszudenken, damit man sein Vorhaben auch durchhalten könne.
Ein anderes Kind meinte, es würde in der Fastenzeit auf Brot verzichten. Es stellte sich heraus, dass  das Kind eine Allergie hatte. Also kein wirklicher Verzicht.
Wieder ein anderes Kind sagte: „ Ich verzichte in den nächsten vier Tagen auf Süßigkeiten!“  Die Nachfrage der Lehrerin war gesichert.
Die Begründung:  „Vier Tage kann ich gut überblicken, das kann ich schaffen, danach sehe ich weiter“.
Das Fasten ist sicher nicht einfach und fordert uns heraus. Fordert uns auf, Gewohntes zu lassen und Inventur zu betreiben, damit wir uns wieder auf das Wesentliche konzentrieren können und damit Platz schaffen für Gott.
Für mich ist das wie eine Baustelle.
Im Blick auf das Kreuz, auf den, der sich für uns hingegeben hat,  will ich diese Zeit nutzen, um alte bröckelige Mauern  neu  auf- und auszubauen. ----------------------------
Allen eine gesegnete Fastenzeit.


Sonntag, 9. März 2014

1. Fastensonntag: Anspannen - entspannen

Festtage sind keine Fastentage
Diesen Satz habe ich schon als Kind gelernt und je ernster ich das Fasten nehme, desto wichtiger wird er mir. Früher klang das fast schon wie ein Scherz, wie eine Ausrede: "Wir schlagen der strengen Kirche ein Schnippchen!"
Heute sind die Pausen in der Fastenzeit für mich notwendig, um meine Vorsätze dann wieder mit Freude und (meistens auch) Leichtigkeit durchhalten zu können.
Etwas anderes ist natürlich das Heilfasten, das hat sein eigenes Timing und seine eigenen Regeln. Wenn man da einen Tag aussetzt, macht man sich den Effekt kaputt und bekommt erst recht Hunger. Ich habe in manchen Jahren die Fastenzeit mit einer Woche Heilfasten begonnen, eine wertvolle Erfahrung.
Aber die ganze Fastenzeit nutze ich anders. Sie dient mir nicht zur körperlichen Entschlackung. Wichtiger ist mir inzwischen die Überprüfung und Korrektur schlechter Gewohnheiten. Und wenn man sich etwas versagt, was einem lieb geworden ist, kann es eben sehr ermutigend sein, wenn der Zeitraum überschaubar ist. In diesem Sinne: einen entspannten Sonntag!

Freitag, 7. März 2014

Verzicht auf den Verzicht

Die erste Woche der Fastenzeit ist schon fast vorbei. Okay, sie ist nicht lang, aber trotzdem: Motivation ist die halbe Miete!
Habt ihr gute Vorsätze? Und... durchgehalten?
Ich nehme mir meistens zu viel vor. Mehr als zwei verschiedene Sachen schaffe ich sowieso nicht, dann gebe ich irgendwann frustriert auf. Besser: von Anfang an reduzieren und mir überlegen, was wirklich wichtig ist. 
Bei vielem hilft mir die Frage: was tue ich stattdessen?
Wenn ich mir die Schokolade oder den Kaffee oder was auch immer ich sonst zu viel konsumiere sechs Wochen lang verkneife - was mache ich stattdessen? Ich fange z.B. in der Fastenzeit regelmäßig an, unglaubliche Mengen Tee in mich reinzuschütten - und merke daran erst, wieviel Kaffee ich sonst trinke. Sehr heilsam!
Früher war ich radikaler, da gab es dann nur Wasser. Aber ich habe gemerkt, dass mich das überfordert und frustriert. (Ich rede jetzt nicht vom echten Heilfasten, das habe ich auch schon gemacht und fand es toll, aber das ist etwas anderes.) Wenn ich merke, dass ich mir zu viel vorgenommen habe, muss ich einen Gang zurückschalten, sonst verliere ich die Freude. 
Fasten soll uns doch stärken - dafür brauchen wir Erfolgserlebnisse, auch beim Verzichten. Und die Erkenntnis, dass wir darin so begrenzt sind, ist auch eine Frage der Demut. Seien wir gnädig mit uns und unserer Schwachheit.

Fortsetzung folgt...

Dienstag, 4. März 2014

Alles hat seine Stunde

Heute ist Veilchendienstag. Heute abend wird der Nubbel verbrannt oder der Hoppeditz begraben oder was auch immer man tut, um den Karneval, Fasching oder die Fastnacht zu beenden.
Ich sitze schon wieder im Büro. Ich habe Karneval sehr gern, aber ich hab auch genug mitbekommen, mit den Kollegen, mit den Kindern, mit den Schwestern, am Fernsehen.
Morgen ist Aschermittwoch, Beginn der Fastenzeit. Aber schon vor einigen Tagen habe ich auf Facebook die ersten Posts dazu gesehen mit Einladungen oder ernsten und besinnlichen Texten. Klar: wenn ich zu einer Veranstaltung einladen will, muss ich das rechtzeitig vorher tun. Wir haben im Kinderdorf auch vor einer Woche die Einladung zu den Frühschichten für Jugendliche ausgehängt.
Aber das ist etwas anderes. 
Mir geht es hier um die Menschen, die sich die Vorfastenzeit zurückwünschen. (Man kann Karneval auch ignorieren, weil man Karneval nicht mag, okay, aber das meine ich nicht.) 
Das große Fasten begann früher 70 Tage vor dem Ende der Osterwoche. Es wurde in der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils abgeschafft. Bis in die 1960er Jahre wurde also schon drei Wochen vor Aschermittwoch anders gebetet und zumindest in den Klöstern auch gefastet. Diese drei Wochen sind jetzt weggefallen. Heute feiern, morgen fasten.
Ich will mich bestimmt nicht vor dem Fasten drücken. Ich weiß, dass es mir in jeder Hinsicht gut tut, deshalb freue ich mich eigentlich jedes Jahr auf diese Zeit. Ehrlich. Aber ich finde (um es mal mit den Worten des alttestamtentlichen Propheten zu sagen: Alles hat seine Stunde. 
Die Fastenzeit wurde von den Kirchen eingeführt, um sich auf das große Osterfest der Auferstehung Jesu vorzubereiten. Der Karneval wurde vom Volk eingeführt, um noch einmal einen drauf zu machen, bevor man fasten muss. Also eins nach dem anderen - sonst macht es doch keinen Sinn, oder?
(Übrigens: Deshalb fängt für mich der Karneval auch an Weiberfastnacht an, nicht am 11.11. - denn am 11.11. ist St. Martin und das ist ursprünglich mit Süßigkeiten für die Kinder und Gänseschlachten so was wie der Karneval vor dem Advent, der ja früher auch eine Fastenzeit war. Aber das nur in Klammern.)
Jedenfalls: Ich finde den kirchlichen Jahreskreis klasse. Er hilft mir, mich immer wieder auf das Wesentliche auszurichten. Und ich freue mich, dass wir gerade im Rheinland manches an Brauchtum haben, das als Ventil genutzt werden kann, wenn die Kirche zu streng wird. (inklusive Mottowagen im Rosenmontagszug!) Sinn machen solche Ventile natürlich nur, wenn auch Druck da ist. Wer gar nicht vor hat zu fasten, sondern das ganze Jahr hindurch gleichmäßig Süßes, Alkohol oder was auch immer in sich reinkippt - wieso sollte der eigentlich in den tollen Tagen besonders über die Stränge schlagen?
Aber das ist zum Glück nicht mein Problem. Ich erzähle lieber noch einen Witz (hab ich aus dem Radio, WDR 5):
Fragt ein Mann seinen Pfarrer: "Wenn ich unserer Gemeinde eine Millionen spende, komme ich dann in den Himmel?" Der Pfarrer darauf: "Sicher versprechen kann ich es Ihnen nicht, aber Sie sollten es auf jeden Fall versuchen!" Helau und Alaaf!


Dienstag, 19. März 2013

Internetfasten

Tja, nun ist es soweit!
Seit Samstag weiß ich, was es heißt, keine elektronischen Hilfsmittel zur Verfügung zu haben.
Ich habe mich daran gewöhnt.
Jetzt, wo unsere Frizbox kaputt ist, zeigt sich mir deutlich, wie sehr ich auf diese Hilfsmittel, wie Internet und Telefon, angewiesen bin.

Nun, jetzt muss ich dann wohl mehr in den direkten Kontakt gehen und wenn es wichtig ist, erst mal echte Briefe und Karten schreiben.
Und wer sich fragt, wieso ich das jetzt schreiben kann....
Ich hab einen Freund, der mir gerade für diesen Post sein Internet zur Verfügung stellt.

Wieder ein Fingerzeig Gottes(?!), der mir in der Fastenzeit die Möglichkeit einräumt, klar zu sehen.
Und zum Beginn in den Tag möchte ich mit einem Gebet starten, das mir vielleicht bewusst macht, auf was es im Leben ankommt.
So ganz undigital....

Herr, ich  danke Dir für diesen Tag.
Lass mich mit meinen Fähigkeiten nicht herrschen, sondern dienen.
Hilf mir auch mit denen auszukommen, die ich nicht leiden kann.
Bewahre mich davor, immer recht haben zu wollen.
Lass mich zuhören können.
Lass mich ehrlich und gewissenhaft sein.
Lass mich in allem Dir allein Ehre sein.
Segne mich und alle, die ich heute treffe!
Amen.

Montag, 11. März 2013

Auf ein Neues!

Die vierte Fastenwoche beginnt: durchhalten ist angesagt. Dazu fiel mir ein Zitat in die Hände, von dem ich mich ertappt fühlte:

Wer seine Vorsätze ständig ändert, wird nie zum Ziel gelangen.

Franz von Sales

In diesem Sinne werde ich meine Fastenvorsätze nicht ändern, nur weil ich vielleicht manchmal schwach geworden bin und sie nicht eingehalten habe. Nein! Ich fange einfach nochmal an: auf ein Neues!

Mittwoch, 6. März 2013

Werke der Nächstenliebe 3

Wenn die Kleiderspenden alle sortiert sind, bleibt ein großes Durcheinander an leeren Kartons und Müll zurück. Die 80 Kartons kann man noch mit lautem Hallo packen und wegfahren. Den Müll sieht niemand. (Vielleicht ist das auch ein Grund, weshalb mein Kleiderkeller noch so voll ist: sieht ja keiner, ob ich das endlich wegräume. Naja, und mir fehlt jetzt auch der Zeitdruck...)
"Wenn ihr Almosen gebt, soll eure linke Hand nicht wissen, was eure rechte tut." Ein starkes Bild, das Jesus gebraucht um uns zu sagen: es kommt darauf an, was du gibst, wem du hilfst - und nicht darauf, wie viele Menschen das wissen.
So steht dieses Bild für all die vielen Menschen, die im Verborgenen Gutes tun. "Euer Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es euch vergelten."

Dienstag, 5. März 2013

Werke der Nächstenliebe 2

Wenn wir eine Kleiderspende kriegen, kommt sie meist in Kartons oder Säcken. Wir sortieren sie und packen die guten Sachen (leider ist längst nicht alles gut genug zum Weiterschenken!) in möglichst gleich große Kartons mit Deckel.
Gerade haben wir 80 Kartons auf die Reise nach Lettland geschickt - ein kleiner Teil eines viel größeren Hilfstransports. Eine schöne Aufgabe: das, was wir zu viel haben, anderen Menschen, die zu wenig haben, zur Verfügung zu stellen.
Genau das ist der Sinn des "Almosengebens", das unbedingt zur Fastenzeit dazugehört. Wir können vor Gott noch so viele Gebete sprechen und fasten wie die Heiligen - es ist vollkommen sinnlos, wenn wir gleichzeitig den übersehen, der neben uns steht und der unsere Hilfe braucht.
Die Kinder haben ihre Fastenopferkästchen, in das sie die Münzen tun, die sie gespart haben, weil sie kein Süßes gekauft haben. Das haben schon wir vor Jahrzehnten so gemacht - und im Kinderdorf machen sie es noch heute so. Erwachsene brauchen keine Kästchen, sie kennen andere Wege, die Misereor Fastenaktion zu unterstützen.

Montag, 4. März 2013

Werke der Nächstenliebe 1

In der christlichen Fastenzeit geht es ja eigentlich um dreierlei: Fasten, Gebet und Werke der Nächstenliebe. Alles drei gehört zusammen.
Über das Fasten haben wir schon einiges geschrieben, übers Beten auch. Zur Zeit bin ich außerdem stark mit den "Werken der Nächstenliebe" beschäftigt, und zwar mit den Spenden, die wir für unsere Kleiderkammer in Riga bekommen.
Wenn ich etwas spende, eine Hose oder einen Pulli beispielsweise, dann hat das wieder einmal mit dem Loslassen zu tun. Das ist gar nicht so leicht. Ich kenne viele Menschen, die nicht gut loslassen können. Meist fällt es leichter, wenn man weiß, dass jemand anderer mit dem, was man selber lässt, noch etwas anfangen kann.
Die Fastenwochen sind in dieser Hinsicht gut zum Üben. Was sollte ich vielleicht endlich mal lassen?

Dienstag, 26. Februar 2013

Wochenend und Sonnenschein

Diese Woche ist ätzend! 
Am Montag war das schon klar: nur Ärger. Der Dienstag wird nicht viel besser werden, dann kommen drei Tage mit geballten, richtig doofen Terminen, Konflikte stehen dabei mit Sicherheit auch ins Haus. Super! Dazu fasten und dieser blöde Schneeregen...
Erst am Samstag, da hab ich mich mit einigen Schwestern verabredet, um Abstand zu kriegen, das wird bestimmt nett. Da kann ich dann alles Nervige vergessen. Wenn es doch nur schon Samstag wäre!

Wobei... naja... da fällt mir wieder ein Satz ein, der mir in Exerzitien mal sehr wichtig geworden ist: "Gott ist ein Gott der Gegenwart". 

Ich werde Gott hier und jetzt begegnen - oder überhaupt nicht. Wenn ich den Moment meiner Seligkeit auf das nächste Wochenende verschiebe, gebe ich der Gegenwart keine Chance und werde am wesentlichen vorbei leben.
Also gut. Versuche ich eben, Gott hier und jetzt zu treffen, mir seiner Gegenwart bewusst zu sein, trotz anstrengender Termine, mancher Konflikte und des nervigen Schneeregens.

Sonntag, 24. Februar 2013

Standhaft sein und standhaft bleiben







Sicherlich sind unsere Vorsätze auch in dieser Woche wieder eine Herausforderung an uns.
Die Versuchung läßt da sicher auch nicht lange auf sich warten.
Standhaftigkeit wird uns abverlangt, um über uns hinaus zu wachsen, mit der Hilfe Gottes. 
So wünsche ich allen, mit dem folgenden Text, zu Beginn dieser Fastenwoche Beständigkeit  und viel Segen.



Auf eigenen Beinen stehen.
Jeden Tag im Leben stehen,
das Alte neu bestehen.
Jeden Tag andere ausstehen
und zu sich selbst stehen.
Jeden Tag verstehen,
daß Gott hinter allem steht.
Jeden Tag aufstehen
zu neuem Leben
jeden Tag
neu.
(Petrus Ceelen)

Freitag, 22. Februar 2013

Methadon

Einer meiner Fastenvorsätze ist der weitgehende Verzicht auf Kaffee. Nicht vollständig, eine halbe Tasse beim Frühstück ist erlaubt, es geht mehr um die Zeit am Schreibtisch. Das mache ich seit ein paar Jahren und habe erfahren, dass mir das ziemlich schwer fällt. Ich trinke stattdessen schwarzen Tee und nenne das mein Methadon, meine Ersatzdroge, aber eigentlich geht es dabei nicht um eine körperliche Abhängigkeit vom Koffein.
Es geht auch nicht um den Geschmack, obwohl da der Kaffee schon ein wenig besser wegkommt als der Tee. Jemand sagte mir mal: "wenn du doch mal Kaffee trinkst, der aber kalt geworden ist, so dass er keinen Genuss darstellt, dann bricht er das Fasten nicht." Das ist nicht meine Vorstellung von Fasten.
Nein, mir geht es darum, dass ich mir eine Gewohnheit zugelegt habe, der ich folge, selbst wenn ich erkenne, dass sie mir schadet. Sogar wenn ich merke, dass ich allmählich wirklich zuviel Koffein in mich reinschütte, höre ich nicht auf. Selbst wenn ich weiß, ich werde nicht schlafen können. Selbst wenn er mir nicht mehr schmeckt, eben weil er kalt geworden ist, trinke ich immer weiter. Das schadet mir - körperlich, aber auch seelisch, denn es macht mich unfrei.
Gott will uns als freie Menschen, die sich ihm mit ganzer Hingabe zuwenden. Daran soll uns die Fastenzeit erinnern. Sie gibt uns die Chance, Ballast abzuwerfen, oder uns wenigstens bewusst zu machen, wo wir uns selber Fesseln anlegen, Tag für Tag. 
Sr.Barbara

Dienstag, 19. Februar 2013

Fastenzeit oder Fasnacht?


Gestern begann in Basel mit dem Morgenstraich die Basler Fasnacht.  


Vor einigen Jahren habe ich daran teilgenommen und auch in diesem Jahr hatte ich es auf dem Plan.
In diesem Jahr ist mein Plan nicht ganz aufgegangen, aber ich habe mir vergangenen Sonntag den Buurefasnachtsumzug angesehen.

Auch dort wird viel Konfetti geworfen und man kann allerlei Gruseliges sehen. Hier und da kann ein Kind auch ein Bonbon erhaschen, das meist einzeln und persönlich an die Kinder verteilt wird.
Es ist ein faszinierendes Spektakel, in dem der Alkohol eher eine Nebenrolle spielt.

Und doch kommt in mir immer wieder der Gedanke hoch…
Es ist Fastenzeit!

Hier scheinen die Uhren anders zu schlagen........

Für mich ist die Fastenzeit eine Zeit des sich zentrierens.
Eine Zeit, in der ich herausfinden kann, was mein (gutes) Leben behindert.
Eine Zeit, in der ich ganz gezielt und vertiefend das Gespräch mit Gott suche.

Für mich ist die Fastenzeit eine Zeit der  Rückschau und eine Zeit des Innehaltens.
Eine Zeit des Da-seins.
Eine Zeit des neu Ausrichtens. 
Eine Zeit des Neuanfangs. 

Und...
Ich bin froh, um all die Menschen, die diese Fastenzeit ebenso ernst nehmen.
Im Gedanken daran lässt sich so ein von mir gefasster Fastenvorsatz trotz der Versuchung leichter verfolgen.
  

Umzug 5

Es gibt viele Arten zu fasten, meist gehört der Körper dazu. Manchen Menschen geht es vor allem um den Körper, sie fasten, um abzunehmen oder um zu entschlacken. 
Auch ich habe schon Fastenzeiten gehabt, in denen ich vor allem die Waage im Blick hatte, oder mein Heilfastentagebuch. Daran ist nichts Schlechtes. Aber heute habe ich andere Prioritäten. Heute finde ich, egal wie heftig ich faste - oder um mal wieder auf unser Bild vom Umzug zu kommen: egal wie anstrengend mein Umzug auch ist, ich will nie das eigentliche Ziel aus dem Blick verlieren. Dieses Ziel ist nicht meine Gesundheit, meine Schönheit oder mein Wohlbefinden. Mein eigentliches Ziel ist die Vorbereitung auf Ostern. Ich will offen werden für das Wort Gottes und das Geschenk seines Sterbens und seiner Auferstehung.
Drum kommt das Kreuz auch in den Umzugskarton hinein und egal, wohin ich ziehe, dort wieder an die Wand!

Sonntag, 17. Februar 2013

1. Fastensonntag

Sonntage sind keine Fastentage! Das habe ich schon als Kind gelernt. Mir war diese Regel immer wichtig, denn sie zeigt mir etwas von der Menschenfreundlichkeit unseres Gottes. Ja, Fasten ist gut und bringt uns Gott näher, aber der Sonntag ist ein heiliger Tag. Er ist sowieso Gott geweiht, er ist Gottes Geschenk an uns. 
Die katholische Kirche kennt eine ganze Reihe von Fastengeboten - und mindestens ebenso viele Ausnahmen davon. Heutzutage gehen wir an Ge- und Verbote der Kirche eher rational heran: bringen sie mich Gott näher? Dann ist es gut. Getreu der Weisung Jesu: "Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat."
Deshalb habe ich ein ziemlich entspanntes Verhältnis zum Fasten. Aber ich mag es nicht, wenn Leute eigentlich fasten wollen, aber dann jede Gelegenheit suchen, um doch nicht fasten zu müssen. Man sollte schon klar haben, was man will und sich selber gegenüber ehrlich sein.
Damit bin ich wieder beim Sonntag: Sonntage sind keine Fastentage! Sechs Tage versuche ich, meine Fastenvorsätze durchzuhalten - aber sonntags bin ich meist sehr dankbar für die Pause. Eine große Tasse Kaffee mit Keks! Ah! Da habe ich dann wirklich eine Ahnung von dem biblischen "und Gott ruhte am siebten Tag".