Montag, 30. Dezember 2013

Weihnachten - und jetzt?

Das Volk, das im Dunkel lebt, 
sieht ein helles Licht; 
über denen, die im Land der Finsternis wohnen, 
strahlt ein Licht auf.
aus dem Buch des Propheten Jesaja 9,1

Weihnachten ist vorbei. Für den Einzelhandel und die Werbung schon seit fünf Tagen, schnell wird umdekoriert für Silvester.
In den Kirchen bleiben die Krippen noch stehen bis zum 6. Januar, dem Dreikönigstag, oder auch dem Fest "Erscheinung des Herrn". Früher ging die Weihnachtszeit sogar bis zum 2. Februar, "Maria Lichtmess".
So lange? Warum? In den Geschäften ist da schon Karneval angesagt, und der Osterhase sitzt schon in Warteposition. Sind wir Christen wieder mal von gestern?
Nein! Wir Christen sind von heute. Wir leben in der Gegenwart. Wir hecheln nicht unserer Zukunft hinterher. Jesus ist geboren. Gott ist Mensch geworden. Das ist ein kaum zu glaubendes Geschehen, und es ist nicht mit der "Stillen Nacht" erledigt. Es ist eine Zusage für heute. Für jeden neuen Tag.

Mittwoch, 25. Dezember 2013

Macht hoch die...25. Tür - Weihnachten


Endlich ist Weihnachten, Jesus ist geboren, Gott ist Mensch geworden, um uns zu erlösen. Natürlich passiert das nicht nur am 25. Dezember, es passiert jeden Tag. 
Es passiert nicht durch den "holden Knaben im lockigen Haar", vor 2.000 Jahren weit entfernt in Betlehem - sondern in uns. 
Unser Herz ist es, das sich öffnen muss, wie Maria, die Gottes Sohn empfing, ohne wirklich zu wissen, wie ihr geschah. 
Unser Geist ist es, der sich der Führung Gottes überlassen muss, wie Josef, der seine Pläne durchkreuzen ließ und einem Engel glaubte.
Wir sind es, die die Menschwerdung Gottes erkannt haben, darüber staunen, Gott dafür preisen - und sie jetzt weitererzählen sollen, wie die Hirten auf dem Feld und die Weisen aus dem Morgenland.

Komm, oh mein Heiland, Jesu Christ,
mein's Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein,
dein' Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heil'ger Geist uns führ und leit
den Weg zur ew'gen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr,
sei ewig Preis und Ehr.

Mit dieser letzten Strophe aus dem Lied "Macht hoch die Tür" von Georg Weissel beenden wir unseren diesjährigen Adventskalender. Wir wünschen gesegnete Feiertage und sagen danke fürs Lesen!

Dienstag, 24. Dezember 2013

Macht hoch die... 24. Tür - Heiligabend

Heute abend ist es soweit: Heiligabend.
Wochenlang haben wir uns vorbereitet, alle sind schon ganz aufgedreht, die Kinder, die Verkäufer und die... Sakristane. Die haben jetzt auch Streß! Heute abend werden die Kirchen so voll sein wie sonst nie im ganzen Jahr. Das will erstmal gemanaged werden! Extrastühle, Kerzen, Mikros, Liedblätter, Tannenbäume, Krippe - vom ganz normalen Messinventar mal ganz abgesehen.
Es gibt Leute, die gehen nur an Heiligabend in die Kirche, sonst nie. Und es gibt andere, die finden das nicht in Ordnung, weil sie immer gehen und heute abend dann plötzlich so ein Gedränge sein wird. Klar, das Gedränge mag ich auch nicht. Aber ich finde es schön, wenn Menschen wenigstens heute das Bedürfnis haben, in die Kirche zu gehen, wenn sie finden, dass das "irgendwie dazu gehört".
Was auch immer sie ohne den Gottesdienst vermissen würden, was auch immer sie im Tiefsten suchen: Gottes Türen sind offen für jeden, der bei ihm anklopft. Dann wollen wir die unseren auch öffnen.

Montag, 23. Dezember 2013

Macht hoch die ... 23. Tür

Türen werden nicht nur zugeschlagen.
Es gehen auch Türen auf.
Nur macht das weniger Lärm.

Hans Derendinger

Achte heute auf leise Möglichkeiten!
Lauf nicht achtlos daran vorbei!

Sonntag, 22. Dezember 2013

Macht hoch die... 22. Tür - Sonntag

"Alle Täler sollen sich heben, 
Berge und Hügel sollen sich senken."
"Bereitet dem Herrn einen Weg durch die Wüste."
Mit starken Bildern beschreibt der Prophet Jesaja, dass unüberwindlich scheinende Gewalten weichen müssen, wenn Gott kommt, um den Menschen zu erlösen.
Ist das nur eine Prophezeiung für die Endzeit? Müssen wir uns hier und heute mit Mauern, Gittern und Fesseln abfinden? Ich denke, nein.
Auch in dieser Welt können wir dafür kämpfen, dass Gerechtigkeit geschieht, dass Menschen frei werden. Dabei geht es nicht immer nur um die Zwänge, die uns von außen auferlegt werden. Manches tun wir uns auch selber an. Dieses Bild zeigt ein Gitter aus einem kontemplativen Kloster. Es ist schön und aufwendig gearbeitet. Die Nonnen hatten sich freiwillig in eine Welt des Gebetes zurückgezogen - eine gute Welt! Aber eines Tages haben sie beschlossen, sich mehr den Menschen zuzuwenden - ohne dabei den Kontakt zu Gott zu verlieren. Sie haben gemerkt, dass das geht, dass sie das Gitter öffnen und sich in Freiheit an Gott binden können.
Für mich ist das ein Vorbild. Ich möchte frei sein - aber in dieser Freiheit nicht vergessen, dass ich frei bin für Gott. Der Weg ist geebnet, damit Er in die Welt kommen kann.

Samstag, 21. Dezember 2013

Macht hoch die... 21. Tür

Bereitet dem Herr den Weg!
Ebnet ihm die Straßen!

So ruft uns der Prophet Jesaja im Advent auf: räumt alles weg, was das Kommen Gottes noch behindern könnte. Geschlossene Türen? Das geht gar nicht!

Wo muss ich mich noch öffnen, 
damit Gott zu mir kommen kann?

Freitag, 20. Dezember 2013

Macht hoch die... 20. Tür

So spricht der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, der öffnet, so dass niemand mehr schließen kann, der schließt, so dass niemand mehr öffnen kann: 
Ich kenne deine Werke, und ich habe vor dir eine Tür geöffnet, die niemand mehr schließen kann.
aus der Offenbarung des Johannes 3,7f.

Gott hat die Tür geöffnet - und jetzt?

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Macht hoch die ... 19. Tür

Diese Tür ist die Kapellentür einer unserer Gemeinschaften. Der Künstler hat sich bemüht, eine für unsere Spiritualität wichtige Bibelstelle darzustellen. Maria  Magdalena salbt Jesus die Füße mit feinstem Öl und trocknet sie mit ihren Haaren. Diese Begegnung steht am Anfang seines Weges zu seinem letzten Osterfest in Jerusalem. (Joh 12, 1 - 8)
Zugleich werden die Gnadenströme dargestellt, die vom Kreuz ausgehen.
Beides vermischt sich hier dadurch miteinander, dass der Türgriff als ein Salbölkrug gestaltet wurde.
Jedesmal, wenn diese Tür geöffnet wird, kommt die Szene zu ihrer Vollendung, denn erst dann "fließt" das Salböl.
Die Begegnung mit Jesus kann die Tür unseres Herzens öffnen. Und wir können frei werden, so großzügig und liebevoll zu geben, was wir haben, wie Maria Magdalena. Und gleichzeitig werden wir beschenkt durch seine hingebungsvolle Liebe. Diese Liebe ist so groß, dass ER Mensch wurde und sich nicht zu schade war für Stall und Krippe.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Macht hoch die ... 18. Tür

Mir wurde die Tür in den Advent geöffnet, ganz unverhofft.
Im Advent halte ich jeden Samstag eine Stunde  Bibelstudium für Erwachsene, zur Vorbereitung auf Weihnachten. Wir beginnen immer mit einem gemeinsamen Gebet und dem Entzünden einer Kerze. Schon am Vorabend des 1. Adventssonntags haben wir damit begonnen uns zu treffen. Und die Kerze wurde von jemand anderem angezündet, nicht im Schweigen, sondern mit den Worten: Lumen Christi.
Diese Worte und unsere Antwort, "Amen", haben mich so tief getroffen, in ihrer Schlichtheit und Aufrichtigkeit, dass sie mich seither durch den Advent begleiten.
Sie waren in diesem Jahr der "Türöffner" für mein Herz.
Wir warten auf den, der mitten unter uns ist, auf Emmanuel, den Gott mit uns. - Hier in Lettland ist es in dieser Jahreszeit sehr dunkel, um so tiefer begreife ich, was es heißt, dieses Licht  zu erwarten, Gottes menschgewordenen Sohn in der Krippe. Er ist das Licht, das die Dunkelheiten unseres Lebens durchleuchten kann und will.
Während der Anbetung, wo er schon unter uns ist, merke ich die Sehnsucht der Wartenden und erinnere mich beim Öffnen der Tabernakeltüren an meinen "Türöffner" in den Advent: Lumen Christi

Dienstag, 17. Dezember 2013

Macht hoch die... 17. Tür

Wirklicher Advent entsteht aus dem Inneren. Aus dem Innern des glaubenden Menschenherzen und aus der Tiefe von Gottes Liebe.
Aber wir müssen seiner Liebe den Weg bereiten - indem wir Liebe üben. Nicht bloß mit Worten, sondern im Ernst, nicht in Gefühlen, sondern im Tun.

Romano Guardini

Montag, 16. Dezember 2013

Macht hoch die... 16. Tür

Klopf an meine Tür und störe mich!
Klopf an meine Tür und wecke mich auf!
Ich weiß weder den Tag noch die Stunde,
aber ich weiß, dass du kommst, o Herr.

Pierre Griolet

Sonntag, 15. Dezember 2013

Macht hoch die... 15. Tür


Eine aufwendig geschmückte Tür. Man sieht: hier wird ein großes Fest gefeiert, schon von weitem sollen die Gäste darauf eingestimmt werden.
Auch wir erwarten z.Zt. ein großes Fest, Weihnachten. Deshalb schmücken wir unsere Häuserfassaden, unsere Einkaufspassagen.
Doch Weihnachten bedeutet nicht, dass Gott im Mediamarkt erscheinen will. Wenn Gott Mensch wird in Jesus Christus, dann will er direkt in unsere Herzen kommen. Die müssten wir vor allem auf die Begegnung mit ihm vorbereiten und schmücken. Aber wie geht das?
Heute am Gaudete-Sonntag helfen uns die Texte des Gottesdienstes dabei: 
"Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! 
Noch einmal sage ich: freuet euch! 
Denn der Herr ist nahe."

Samstag, 14. Dezember 2013

Macht hoch die ... 14. Tür

Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen. Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die Tür verschließt, dann steht ihr draußen, klopft an die Tür und ruft: Herr, mach uns auf! Er aber wird euch antworten: Ich weiß nicht, woher ihr seid. ... Dann werden manche von den Letzten die Ersten sein und manche von den Ersten die Letzten.
aus dem Evangelium nach Lukas 13,24 f.+30
Eine Drohbotschaft, keine Frohbotschaft! - Oder einfach nur eine Erinnerung, dass unser Leben kein Sandkastenspiel ist? Gott nimmt uns ernst, uns und die Entscheidungen, die wir im Leben treffen.  Ja, er ist gnädig und barmherzig, aber es ist nicht einfach alles egal, was wir tun.

Freitag, 13. Dezember 2013

Macht hoch die... 13. Tür

Unser Hausmeister hat in der Kapelle den Stall und die Tannenbäume aufgebaut. Bald wird die Sakristanin alles schön schmücken und dann nach und nach auch die ersten Figuren aufstellen.
Aber noch nicht.

Noch sind die Türen zu.
Maria und Josef haben noch nicht um Herberge gebeten.
Das Kind ist noch nicht geboren.
Folglich ist auch noch kein Engel erschienen
(der bekommt dann seinen Platz vor der Tür im ersten Stock).
Also sind auch noch keine Hirten herbeigeeilt.
Die Könige kommen ja sowieso mit etlichen Tagen Verspätung.

Es ist eben Advent. Wir sind in Erwartung.

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Macht hoch die... 12. Tür

In drei Tagen ist Gaudete-Sonntag. Gaudete heißt "Freut euch", und der Sonntag heißt so, weil es in den Lesungen heißt: "Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: freuet euch! Denn der Herr ist nahe".
An diesem Sonntag wäre der Namenstag von unserer Schwester Gaudete. Er wäre es, denn sie ist gestern gestorben, hochbetagt und nach langer Krankheit. Kein trauriges Sterben, sondern ein Heimgehen, eine Erlösung. Wir sagen: "Sie hat es geschafft."
Trotzdem wird sie uns fehlen. 
Und wenn wir dann lesen "Freuet euch!", dann werden wir das tun - in der Gewissheit, dass sie im Himmel mitfeiert. Aber ein bisschen traurig werden wir auch sein. Und das ist gut so.

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Macht hoch die ... 11. Tür

Danach sah ich: eine Tür war geöffnet am Himmel; und die Stimme, die vorher zu mir gesprochen hatte und die wie eine Posaune klang, sagte: Komm herauf, und ich werde dir zeigen, was dann geschehen muss.
aus der Offenbarung des Johannes 4,1
Was will Gott mir heute zeigen?

Dienstag, 10. Dezember 2013

Macht hoch die ... 10. Tür

Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten, und wir werden Mahl halten, ich mit ihm und er mit mir.
aus der Offenbarung des Johannes 3, 20
Öffne ich heute Gott die Tür?

Montag, 9. Dezember 2013

Macht hoch die ... 9. Tür

Es kommt nicht so sehr darauf an, wie schön eine Tür ist.
Wichtiger ist meistens, wem sie sich öffnet.
b.o.
Wem öffne ich heute meine Tür?

Sonntag, 8. Dezember 2013

Macht hoch die ... 8. Tür - Sonntag

Eine Theatertür. Eine Attrappe. Die richtige Tür ist dahinter, groß und schön. Aber im Moment wird ein Stück gespielt, dafür wird die kleine Papptür gebraucht.
Plötzlich kommt mir unser Leben wie ein Theaterstück vor. Wir sitzen im Publikum oder spielen selber mit. Aber immer ist es nur eine Illusion, wenn wir diese Tür benutzen. Sie gehört zum Stück und sie ermöglicht auch den Weg zur richtigen Tür - aber sie ist nicht selber das Ziel.
Wer den Durchblick hat, der weiß, dass er am Ende des Stücks auch einfach um die Kulisse herumgehen kann. Er braucht die Papptür nicht, um zur richtigen Tür zu kommen. Höchstens - und das darf man nicht unterschätzen! - hat er das ganze Stück lang an dieser ollen Pappe beobachtet, was eine Tür ist und wie sie funktioniert. 
Wer mitgespielt hat, hat vielleicht sogar schon einen Blick hinter die Kulissen geworfen und wird nach dem Schlussapplaus (jetzt gerade!) durch die Papptür zur richtigen Tür gehen. Einfach, weil ihm die Attrappe lieb geworden ist und weil er sich in seiner Bühnenrolle wohl fühlt. Nicht, weil er sie mit der echten Tür verwechselt.
Vielleicht treffen sich dann Zuschauer und Mitspieler wieder. Und gehen durch die richtige Tür. Wohin? Weiter.

Samstag, 7. Dezember 2013

Macht hoch die ... 7. Tür

Viele Türen öffnen sich heute automatisch.
Aber die wichtigsten musst du immer noch selber öffnen.

Freitag, 6. Dezember 2013

Macht hoch die ... 6. Tür - Nikolaus

Heute ist der Gedenktag des Hl. Nikolaus, im 4. Jahrhundert Bischof in Myra. Es gibt viele Geschichten über ihn, aber meine liebste ist die:
Ein Mann hatte drei Töchter (so fangen auch Märchen an, ich weiß). Die Familie war ehrlich aber arm und so wusste der Vater nicht, wie er die Mitgift für seine Töchter bezahlen sollte. Schließlich waren sie in ihrer Verzweiflung so weit, dass die Töchter glaubten, sich selber verkaufen zu müssen.
Davon hörte der Hl. Bischof Nikolaus. Bei Nacht kam er zu dem Haus der Familie und warf für jede der Töchter ein Goldstück ins Fenster. So war die Not gewendet und die drei konnten heiraten.
An Legenden ist nicht so wichtig, ob sie wirklich passiert sind, sondern warum sie tradiert werden: weil die Menschen sich und ihre Erfahrungen darin wiederfinden. In unserer Gesellschaft müssen Mädchen keine Mitgift mehr in die Ehe mitbringen. Aber auch heute noch gibt es ungezählte Mädchen und Frauen, die sich verkaufen, weil sie keinen anderen Ausweg aus materieller Not sehen. Vielleicht noch schlimmer sind die Frauen dran, die mit falschen Versprechungen in die Sklaverei der Prostitution gelockt werden.
Gut, wenn es Menschen gibt, denen solche Schicksale nicht gleichgültig sind und die - wie der Hl. Nikolaus - aus der Not helfen. Das haben sich auch die (Ordens-)frauen gedacht, die SOLWODI gegründet haben, eine Organisation gegen Frauenhandel. Sie beraten und helfen ganz konkret im Kampf gegen Menschenhandel, Zwangsprostitution und Zwangsheirat: www.solwodi.de Im kleineren Stil helfen wir auch, z.B. in unserer Gemeinschaft in Lettland, wo wir regelmäßig Frauen in Not für eine Zeitlang aufnehmen. Nicht jeder kann alles tun, aber jeder kann ein bisschen tun.
Damit wird man nicht gleich ein Heiliger, aber jeder kann die ein oder andere Wunde an Körper und Seele seines Mitmenschen heilen. Tag für Tag.

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Macht hoch die ... 5. Tür

Durch verschlossene Türen kann kein Lichtstrahl fallen.

Lilli U. Kreßner


Lasse ich heute Licht herein?

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Macht hoch die ... 4. Tür - Barbara

Die Heilige Barbara lebte der Legende nach im 4. Jahrhundert in Kleinasien. Als sie Christin wurde, ließ ihr Vater sie in einen Turm sperren. Als sie sich weigerte, ihrem Glauben abzuschwören, ließ er sie foltern und tötete sie eigenhändig - so die Legende.
Keine Legende sondern eine Tatsache ist, dass heute im Jahr 2013 Menschen wegen ihres christlichen Glaubens gefangengehalten, gefoltert und getötet werden. Eritrea z.B. ist ein Land, in dem man als Christ schnell verdächtigt wird, dem Staat gefährlich zu werden. Viele Christen werden deshalb dort in Frachtcontainern gefangengehalten. Sie sollen ihrem Glauben abschwören.
Manchmal sind es sogar die eigenen Familienangehörigen, die einen Christen brutal misshandeln, z.B. in manchen islamischen Ländern, denn im Islam ist die Konversion verboten.
Das Land mit der heftigsten Christenverfolgung aber ist seit Jahren Nordkorea. Gerade erst am 3. November sind 80 Menschen öffentlich hingerichtet worden, darunter auch etliche Christen. Der Besitz einer Bibel genügt als Grund. Mehrere Hilfsorganisationen für verfolgte Christen dokumentieren all das seit Jahrzehnten, v.a. www.opendoors.de und www.kirche-in-not.de
Die Theologen sind sich nicht einig, ob es die Heilige Barbara wirklich gegeben hat. Aber soviel steht fest: Sie ist ein Urbild der Märtyrer, in ihr fanden Christen vieler Jahrhunderte sich mit ihren Nöten wieder. Beten wir für unsere bedrängten Geschwister - und wir können sicher sein, dass unser Gebet gehört wird.

Dienstag, 3. Dezember 2013

Macht hoch die ... 3. Tür

Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.
Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.
aus dem Johannesevangelium 10, 1+2

Wen lasse ich heute bei mir ein?

Montag, 2. Dezember 2013

Macht hoch die ... 2. Tür

So spricht der Herr:

Ich stehe vor der Tür und klopfe an.
Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet,
bei dem werde ich eintreten und wir werden Mahl halten,
ich mit ihm und er mit mir.

aus der Offenbarung des Johannes 3, 20


Höre ich heute, 
wie Gott bei mir anklopft?

Sonntag, 1. Dezember 2013

Macht hoch die ...1. Tür - Sonntag

Macht hoch die Tür,
die Tor macht weit!
Es kommt der Herr der Herrlichkeit...

So singen wir im Advent, wenn wir uns auf Weihnachten vorbereiten. Gott will zu uns kommen, Er will Mensch werden. Dafür wollen wir die Türen öffnen, sozusagen das Unsre dazu tun, damit die Begegnung stattfinden kann.
Deshalb haben wir in diesem Jahr unseren Blog-Adventskalender unter das Thema "Macht hoch die Tür" gestellt. Vielleicht kann ja der ein oder andere Eintrag helfen, Deine/Ihre Tür ein Stückchen weiter zu öffnen.
Eine gesegnete Adventszeit!

Donnerstag, 28. November 2013

Worum es geht

Unser Konvent in Lettland verschickt jedes Jahr an alle Freunde und Förderer zwei Briefe - einen zu Pfingsten und einen zum Advent. Da es Unsinn wäre, sie mit europäischem Porto von Riga aus zu verschicken, mache ich den Versand von unserer Verwaltung in Deutschland aus.
Jetzt sitze ich also in einem Wust aus Adventsbriefen, Umschlägen und Briefmarken. Eine schöne Arbeit. Sie wäre vielleicht auf Dauer ein wenig eintönig, würde mir nicht immer wieder beim Kuvertieren ein Satz ins Auge fallen: "Ein Kind ist uns geboren!" Noch ist es nicht so weit, aber wir gehen darauf zu, darum geht es, dafür lohnt sich alles.
Eine gesegnete Adventszeit!

Dienstag, 26. November 2013

Kleines Glück

Nicht weil es zur letzten ARD-Themenwoche passt, sondern einfach so fiel mir jetzt am Wochenende etwas ein: wieviel Glück ich doch habe. Nicht das Megalos der Fernsehlotterie, sondern kleines Glück.

Dass ich in ein fremdes Haus komme und die Gastschwester die Heizung ein klein bisschen höher gedreht hat, als ich es mir in meinem Spartick erlaubt hätte - das ist ein kleines Glück.
Dass ich beim Weihnachtsbasar mit mir ringe, ob ich noch Geld für eine Tasse Kaffee habe und dann spendiert mir eine Freundin einen, was zu einem richtig schönen Gespräch führt - das ist ein kleines Glück.
Dass beim gemeinsamen Aufräumen überraschend einer der Jungs mit einer letzten Schüssel frischer Pommes von Helfer zu Helfer geht - das ist ein kleines Glück.
Dass der schöne Text, den ich schon so lange vergeblich suche, plötzlich und ohne Kommentar einfach in meinem Fach liegt - das ist ein kleines Glück.

Kleines Glück haben wir alle, immer wieder. Es sind oft nur kurze Momente der Wärme und Freude. Die Kunst ist, sie nicht achtlos vergehen zu lassen, sondern sie wahrzunehmen, zu genießen, dafür dankbar zu sein und daraus Kraft zu schöpfen.

Mittwoch, 20. November 2013

Herbstdeko

Immer mal wieder verändere ich die Gebetsecke in meinem Zimmer. Im Moment ist dort Herbst. Aus den Exerzitien habe ich ein paar Eicheln und Kastanien mitgebracht. Als ich zurückkam, hatten mir meine Schwestern Blumen aufs Zimmer gestellt, die gehören auch dazu.
Inzwischen sind sie ganz vertrocknet und verwelkt.
Ich lasse sie trotzdem stehen. Nicht aus Faulheit. Nein.
Sondern weil das so gut in die Jahreszeit passt: alles stirbt jetzt.
Sogar meine Osterkerze hat den Anstand, allmählich zu verschwinden.
Das könnte einen traurig stimmen.
Tut es manchmal auch.
Aber dann wieder fällt mir ein: am kürzesten und dunkelsten Tag des Jahres...
da ist Weihnachten!
Da feiern wir die Ankunft Gottes in dieser Welt - ab da wird es wieder heller werden.
Und danach kommt dann irgendwann ziemlich sicher auch wieder ein Frühling.


Montag, 18. November 2013

Martinsmarkt-Verhandlungen

Wenn die Stimmung anfängt, sich dem Novemberwetter anzupassen (innen wie außen alles grau und kalt), dann ist es Zeit, schöne Erinnerungen hervorzuholen:
Gestern hatten wir unseren traditionellen Martinsmarkt im Schwalmtaler Kinderdorf. Ein Büdchen stand neben dem anderen mit Selbstgebasteltem, mit Aktionen für die Kinder oder mit kulinarischen Genüssen. Der Erlös geht seit Bestehen des Marktes an zwei Projekte in Togo und Südafrika. Seit er immer größer wird, bleibt ein Teil auch für das Kinderdorf. In diesem Jahr wird das Kinderdorf seinen Anteil mit den Menschen in den Philippinen teilen. Also eine gute Sache - aber immer auch einfach eine Gelegenheit, sich z.B. mit Adventsdeko zu versorgen und natürlich ein großes Kinderdorffamilientreffen.
Viele Menschen waren gekommen: Ehemalige mit ihren Familien, Freunde und Förderer, Nachbarn. Gerade hatte ich eine Freundin getroffen und mit ihr einen Glühwein getrunken. Jetzt wollten wir unsere Tassen zurückbringen. Für das Tassenpfand konnten wir am benachbarten Stand noch eine Waffel kaufen - gute Idee!
Am Waffelstand steht Herr B., der Leiter unserer Tagesgruppe. Ich frage ihn fröhlich: "Nehmen Sie auch die leere Tasse als Bezahlung für die Waffel? Es kommt grade aus!" Er pariert: "Nö, aber 'ne volle Tasse, die würd' ich akzeptieren!"
Normalerweise treffe ich ihn nur hin und wieder im Treppenhaus, denn mein Büro liegt fast genau neben der Tagesgruppe. Wenn er gerade losmuss, um Kinder abzuholen oder wegzubringen, dann begegnen wir uns manchmal und grüßen uns freundlich. Mehr nicht. Jetzt entdecken wir unvermutet, dass im je anderen mehr steckt. Mehr Spaß und Witz, als im Alltag normalerweise Platz hat. Und weil das so viel Freude gemacht hat, hat er seinen Glühwein bekommen - und mir erlaubt, darüber zu schreiben.
Ein kleiner, warmer Moment, den ich in meiner Erinnerung festhalte für kalte Tage wie heute. Genauso wie den Kaffee mit Heidrun und Sabine, die ich dann auch noch traf. Eine Begegnung, die mich auf andere Weise gewärmt und gestärkt hat - aber das wäre mal eine eigene Geschichte...

Samstag, 16. November 2013

Kleider machen Leute

Neulich war ich auf einer Sitzung. Normalerweise wäre ich dort in Tracht erschienen, aber ich war drei Tage lang fast nur mit Bahn und Bus unterwegs, in extrem schmuddeligem Wetter - da habe ich die Jeans vorgezogen. Ich bin froh, dass wir das selber entscheiden können!
Eine interessante Beobachtung am Rande war nun für mich, dass diese Kleiderwahl offensichtlich Auswirkungen hatte. Einige der anderen Teilnehmer kamen ganz normal auf mich zu, begrüßten mich freundlich, plauderten, fachsimpelten. Einige andere aber schienen mich gar nicht zu bemerken - und das, obwohl wir uns erst vor wenigen Wochen auf einer anderen Tagung getroffen hatten. Ob sie mich in ziviler Kleidung einfach nicht erkannten? Oder ob ich ihnen gar etwas suspekt war mit meiner bunten Weste?
Ich will hier nicht über Gedanken und Haltung anderer spekulieren oder urteilen. Aber wieder einmal ist mir klar geworden, dass ich erschreckend abhängig davon bin, wie andere mich ansehen. Kleider machen Leute, und wie man aussieht, so wird man angesehen. Das wissen wir, das akzeptieren wir. 
Aber sollte es bei uns nicht anders sein? Sollten wir - wenigstens wir Ordensleute, aber eigentlich wir Christen insgesamt! - nicht tiefer sehen und uns von Äußerlichkeiten nicht ablenken lassen? Natürlich sollten wir das! Aber leider habe ich kein Geheimrezept dafür. Ich kann nur jedes Mal, wenn ich mich dabei ertappe, wieder neu versuchen, mich daran zu erinnern: dass der Wert eines Menschen sich nicht daran bemisst, was für Kleider er trägt. Und dass das für mich genauso gilt wie für alle anderen!

Donnerstag, 14. November 2013

Freund des Lebens

aus dem Buch der Weisheit (Kapitel 11, 23 ff):

[Gott,] du hast mit allen Erbarmen, weil du alles vermagst, und siehst über die Sünden der Menschen hinweg, damit sie sich bekehren. Du liebst alles, was ist, und verabscheust nichts von allem, was du gemacht hast; denn hättest du etwas gehasst, so hättest du es nicht geschaffen. Wie könnte etwas ohne deinen Willen Bestand haben, oder wie könnte etwas erhalten bleiben, das nicht von dir ins Dasein gerufen wäre? Du schonst alles, weil es dein Eigentum ist, Herr, du Freund des Lebens.

Dienstag, 12. November 2013

Mein Gott!

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen,
bist fern meinem Schreien, den Worten meiner Klage?
Mein Gott, ich rufe bei Tag, doch du gibst keine Antwort;
ich rufe bei Nacht und finde doch keine Ruhe.
Aber du bist heilig,
du thronst über dem Lobpreis Israels.
Dir haben unsere Väter vertraut,
sie haben vertraut, und du hast sie gerettet.

aus Psalm 22

Sonntag, 10. November 2013

Gedenken

Gestern war der 75. Jahrestag der Reichspogromnacht.
Jedes Jahr am 9. November kommt die örtliche Realschule zu einem ökumenischen Gedenkgottesdienst in unsere Kapelle - natürlich auch dieses Jahr.
 Die Jugendlichen der 10. Klasse hatten sich im Unterricht auch praktisch mit dem Thema auseinander gesetzt. Die Ergebnisse waren so eindrucksvoll, dass ich einige davon gerne noch einmal weiter verbreiten wollte.
Der Gottesdienst endete mit der Fürbitte, die seit der Liturgiereform in der katholischen Kirche am Karfreitag für die Juden gebetet wird:
"Lasst uns ... beten für die Juden, zu denen Gott, unser Herr, zuerst gesprochen hat:
Er bewahre sie in der Treue zu seinem Bund und in der Liebe zu seinem Namen,
damit sie das Ziel erreichen, zu dem sein Ratschluss sie führen will.
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast Abraham und seinen Kindern deine Verheißung gegeben.
Erhöre das Gebet deiner Kirche für das Volk,
das du als erstes zu deinem Eigentum erwählt hast:
Gib, dass es zur Fülle der Erlösung gelangt."


Donnerstag, 7. November 2013

Lebenssätze


Vor einiger Zeit hat mich ein guter Bekannter angesprochen und gefragt, ob ich als Kommunionhelferin im Krankenhaus tätig sein wollte. Da ich mir vorgenommen habe, dort ehrenamtlich zu arbeiten, wo viel Bedarf ist, habe ich zugesagt.
Am vergangenen Sonntag war ich wieder für diesen Dienst eingeteilt und wir hatten viele Patienten, die wir an diesem Tag besuchen sollten.
Oft haben wir nicht so viel Zeit,  denn wir müssen um 11.30 Uhr fertig sein. Das Mittagessen wird dann gebracht.
Gleich im ersten Zimmer hatte ich ein sehr schönes, intensives Gespräch mit einem Patienten. Ich habe viel Zeit auf das Gespräch verwendet, bevor wir miteinander gebetet haben.
Während des Gespräches habe ich immer wieder gedacht, dass ich sehr viel Zeit mit dem Patienten  verbringe und fragte mich, ob ich den anderen dann wohl noch gerecht werden könnte.

Im zweiten Zimmer ging es mir ähnlich. Zwei weitere Patienten wollten auch die hl. Kommunion empfangen.
Wir haben gemeinsam miteinander gebetet und Gott  in unsere Mitte gelassen.  Ein schönes Erlebnis.
Zu fortgeschrittener Zeit bin ich dann auch bei den anderen Patienten angekommen und siehe da, es war für alle ausreichend Zeit.

Ich bin froh, dass ich mich nicht habe treiben lassen. Ich bin froh, dass ich mich nicht auf den Gedanken eingelassen habe, dass ich "allen gerecht werden" muss.
An diesem Sonntag  habe ich erneut erfahren, dass sich alles zum Guten wendet, wenn ich auf meine innere Stimme höre und meiner Wahrnehmung vertraue. 
Das ist dann vielleicht die Gelassenheit, die mir oft fehlt, weil ich mich treiben lasse von vielen gelernten Lebenssätzen, die mal galten, jetzt aber ihre Berechtigung verloren haben.
Gut, dass ich das erleben durfte und hoffentlich passiert mir das immer öfter!

Montag, 4. November 2013

Ecclesia semper reformanda...

...oder: Dominikus und Katharina "under construction".
Neulich war ich mal wieder in Lage, einem der drei kontemplativen Dominikanerinnenklöster in Deutschland. Wenn ich Ruhe suche, bin ich da am besten aufgehoben.
Aber diesmal? Das halbe Haus war eine Baustelle! (Um es vorweg zu nehmen: ich habe trotzdem Ruhe gefunden!) Nun denkt man zur Zeit bei den Stichwörtern "bauen" und "Kirche" vielleicht unweigerlich an einen bestimmten Bischof, dessen Namen ich mir hier verkneife, damit mir niemand nachsagen kann, ich wollte die Zugriffszahlen auf unseren Blog mit falschen Suchbegriffen pushen.
Nein. Auch in der Kirche wird ganz seriös und notwendigerweise gebaut und renoviert, jawohl! Alte Häuser müssen einfach instand gehalten werden und genau dass macht das Bistum Osnabrück mit diesem seinem Kloster - das die Schwestern niemals selber unterhalten könnten.
Worum es mir hier geht: ich kam auf meinem Weg durch das Haus immer wieder an zwei Heiligenbüsten vorbei: Dominikus und Katharina von Siena, der Gründer unseres Ordens und sein wohl bedeutendstes weibliches Mitglied. Die Schwestern hatten sie sorgfältig in Plastik gehüllt, damit der Baustaub ihnen nichts anhaben konnte. Und plötzlich erschien mir dies wie ein Symbol für unsere Kirche:
Das äußere Gebäude muss hin und wieder umgebaut und ausgebessert werden. Die Kirche ist "semper reformanda", stets reformbedürftig. Dabei gehen die einen mit mehr Enthusiasmus vor als die anderen, manche stören sich mehr an Dreck und Lärm, andere nehmen beides gelassen als Begleiterscheinung der Erneuerung hin. Aber in einem sind sich alle einig: es gibt ein paar Dinge, die nicht verändert werden dürfen, die zu kostbar sind, zur Substanz gehören und die deshalb vor dem aufgewirbelten Staub geschützt werden müssen.
Ich glaube, es wäre nicht schlecht, uns bei allen Überlegungen und Konflikten, wieviel Reform unsere Kirche braucht, immer mal wieder in Erinnerung zu rufen, welche Schätze uns allen kostbar sind und was uns eigentlich zusammenhält. Eine gemeinsame Basis kann enorm hilfreich sein, wenn man klären will, wohin es eigentlich gehen soll...

Freitag, 1. November 2013

Allerheiligen im Krankenhaus

Die letzte Nacht habe ich  im Krankenhaus verbracht - bei Tobias (Name geändert). Tobias ist drei und aus unserem Kinderdorf in Schwalmtal. Es geht ihm schon wieder gut, aber bis heute morgen stand er noch unter Beobachtung und so haben seine Erzieher und ich uns an seinem Bett abgewechselt (seine Kinderdorfmutter ist gerade nicht da). 
Ich konnte erst um 21:00 Uhr, da schlief er friedlich. Mitten in der Nacht ging dann plötzlich Alarm, er hatte sich im Schlaf ein Kabel abgestrampelt. Jetzt standen wir beide hellwach vor dem laut piependen Gerät - getrennt von dem Gitter seines Bettchens. Es kam zu folgendem Dialog:
"Hallo Tobias! Das ist nichts Schlimmes, die Schwester kommt gleich und macht das blöde Ding aus." "Barara! Gehst du jetzt in die Kirche?"
So ist Tobias. Er hat mich irgendwann abgespeichert als eine von denen, die in die Kirche gehören. Und egal, wo wir uns sehen, ob ich sonntags zum Kaffeetrinken in seine Kinderdorffamilie komme, mit ihnen in Urlaub fahre oder eben jetzt um 4:00 Uhr morgens im Krankenhaus auftauche, als erstes fragt er mich: "Gehst du in die Kirche?"
Das ist Tobias, aber das ist auch Allerheiligen: Immer und überall sind wir zur Heiligkeit berufen. Wir alle sind die, die zu Gott gehören. Wir gehen nicht immer in die Kirche, aber wir sind die Kirche. Immer. Überall. Und wenn wir nach Gerechtigkeit dürsten, keine Gewalt anwenden, arm sind vor Gott, dann sind wir jetzt schon selig, sagt Jesus in seiner Bergpredigt.
Wir müssen uns nur hin und wieder daran erinnern, manchmal mit Hilfe eines Kindes.

Dienstag, 29. Oktober 2013

Was sich liebt...

Gestern nachmittag war ich mit dem Auto unterwegs. Sturm, Regen, Feierabendverkehr - irgendwann sah ich, dass ich zu spät zur Vesper kommen würde. Ich hielt am Straßenrand und rief zu Hause an um Bescheid zu sagen, schließlich muss ich zur Zeit vorsingen, da ist es nicht schön, wenn die Schwestern auf mich warten müssen.
Abends - schon halb im Bett - fiel mir dann ein, dass ich das Handy in der Hektik auf dem Autositz vergessen hatte. Mist! Also wieder anziehen, durchs halbe Haus in die Teeküche, wo die Autoschlüssel liegen, dann zu den Garagen. Inzwischen war es 22:30 Uhr.
Glücklich mit dem Handy auf dem Weg zurück zum Schwesternhaus geht meine Hand zum Hausschlüssel - und greift in eine leere Tasche! Ich hatte schon alles abgelegt.
Was jetzt? Alle Fenster schon dunkel, ich kann schlecht klingeln. Zum Glück hatte ich kurz vorher noch mit einer Schwester gesprochen, die rufe ich jetzt auf ihrem Zimmer an (ein Glück, dass ich ein Handy im Auto vergessen hatte und nicht ein Portemonnaie oder eine Jacke!). Sie ist auch sofort dran und ich erkläre meine Situation.
"Ich stehe vor der Tür und hab keinen Schlüssel." "Macht doch nichts" sagt sie freundlich "morgen gehen wir ja in die Kirche, da nehmen wir dich wieder mit rein."
Noch heute morgen beim Frühstück hat diese Geschichte für einen allgemein heiteren Tagesbeginn gesorgt.

Samstag, 26. Oktober 2013

Perspektivwechsel


Vor  gut zwei Wochen bin ich am Knie operiert worden. Manchmal kommt man eben nicht drum herum und plötzlich ist man nicht mehr so bewegungsfähig.
Eine ambulante Operation, die es erforderlich machte, mir Hilfe zu holen.
Uhhh, das fällt mir immer sehr schwer, aber  direkt nach der Operation ist das eben notwendig.
Nicht beweglich zu sein und vieles nicht wie gewohnt erledigen zu können, ist  für mich der wahre Horror.

Dennoch…
Meine Wahrnehmung hat sich in der Zeit verändert. Plötzlich sah ich viele Menschen mit Gehilfen, Rollstühlen.
Ich habe viele hilfsbereite Menschen getroffen, die mir geholfen haben die Treppen zu überwinden und vor allem
die Türen zu öffnen.

Es ist gut, einmal bewusst die Perspektive zu wechseln und seine Umwelt genauer wahrzunehmen und Menschen in den Blick zu nehmen, die nicht zu unserem nahen Umfeld gehören. Menschen, die anders leben als wir.  

Türen öffnen, das ist es, was wir tun sollten. Alle Menschen brauchen im Laufe ihres Lebens irgendwann mal Hilfe und Unterstützung, auch wenn man es nicht auf dem ersten Blick erkennt.
Das ist in meinen Augen eine wesentliche  Aufgabe des Christen, der das Wort Gottes im Alltag verkünden und leben will.


Mittwoch, 23. Oktober 2013

ebay schwarz-weiß

Vor einiger Zeit bekamen wir eine Anfrage: "Lebt eigentlich Sr. Theresia noch?" Die Sekretärin im Schwalmtaler Kinderdorf ist noch recht neu und so gab sie das Telefonat an mich weiter.
Es stellte sich heraus, dass es sich um eine Ehemalige handelte: in den 50er Jahren hatte sie in unserem Kinderdorf in Waldniel (damals hieß es noch nicht Schwalmtal) gelebt. Sie kannte Sr.Theresia noch von damals, auch wenn sie in einem anderen Haus war. Wieso erkundigte sie sich aber gerade nach dieser Schwester und nicht nach der, bei der sie aufgewachsen war?
"Oh, ich war bei Sr. Gaudete - aber zu der hatte ich immer Kontakt. Wissen Sie, ich habe bei ebay eine Postkarte entdeckt, da war das Haus drauf, wo wir gewohnt haben und daneben Gaudete. Jedenfalls dachte ich das. Als ich sie dann gekauft hatte, habe ich gesehen, dass es nicht unsere Gruppe war, sondern Sr. Theresias. Da habe ich mich gefragt, wie es ihr geht."
Sr. Theresia ist leider schon vor Jahren verstorben, aber als ich beim Abendbrot von dieser Geschichte erzählte, fragte Sr. Helene: "Wie heißt sie denn?" Sr. Helene und Sr. Gaudete waren die beiden ersten Kinderdorfmütter in Waldniel. Helene ist 84, aber als ich den Namen sagte, wusste sie sofort, um wen es sich handelte. "Die ersten Kinder kenne ich alle noch!"
Weil das Ganze ja mit dem Kauf einer Postkarte begonnen hatte, dachte ich, dass unsere Ehemalige vielleicht gerne ein paar Fotos hätte und habe sie danach gefragt. Da sagte sie, sie habe aus den wenigen Jahren bei uns keine Bilder von sich selber. Nun war Helene nicht zu stoppen: sie holte die alten Alben heraus und kreuzte mir alles an, was für diese Frau von Interesse sein konnte, Häuser, Gruppen, Einzelpersonen. Ich habe dann die ganzen Schwarzweiß-Fotos eingescannt und ihr zugemailt.
Es war eine gelungene Abrundung dieser virtuellen Begegnung. Sie erkannte sich und andere Kinder auf den Bildern und freute sich über diese Erinnerung. Dafür erzählte sie mir von ihrem Leben, das weiß Gott nicht gerade einfach war. Von verschiedenen Heimen und davon, dass sie in Bethanien die schönste Zeit ihrer Kindheit verbringen konnte - obwohl sie nur kurz und auch nicht ohne Enttäuschungen war. Nun haben wir ihr ein paar kleine digitale Puzzlestückchen schicken können - und wünschen ihr Gottes Segen auf dem weiteren Lebensweg!

Dienstag, 22. Oktober 2013

Herbst - wie schön!

Ich sitze an meinem Schreibtisch und muss ein paar private Dinge erledigen, wie Rechungen etc. Und dabei kann ich rausschauen und sehe, mitten in der Stadt, Bäume, die wunderschön verfärbt sind, sich im Wind wiegen. Rot, Rotbraun, grün, gelb, braun, einfach schön bunt und sie leuchten, wenn die Sonne drauf scheint.                                  
Es ist wie ein Geschenk, mitten in der Stadt soviel Natur zu sehen. Und manchmal verirrt sich das ein oder andere Blatt auf unseren Balkon und tanzt dort im Wind.
Einfach schön, dabei zuzusehen.
Zeit habe ich dafür, weil ich Urlaub habe und nicht nach meinem Terminkalender lebe, der sonst den Rhythmus vorgibt.
Herbst genießen und das vom Schreibtisch und auch vom Wohnzimmerfenster aus. Das ist richtig gut und in Gedanken falle ich in das Lob der Schöpfung ein. Besonders dann, wenn mir unverhofft Nüsse, Quitten, Äpfel und Tomaten von den Nachbarn geschenkt werden. Apfelkompott mit Quitten drin ist schon gemacht und schmeckt himmlisch.
Ja, ich kann einfach nur DANKE sagen....

Montag, 21. Oktober 2013

Kopfkarussell

Es gibt so Tage und Momente, da ist es einfach zu viel.
Nicht zu schlimm oder schrecklich.
Nein, einfach zu viel.
Heute ist so ein Tag.
Plötzlich finde ich mich an meinem Schreibtisch und in meinem Kopf beginnt ein Karussell aus Terminen von heute und morgen - und übermorgen, aus Gesichtern von Menschen, die mir heute real oder virtuell begegnet sind, für die ich bete, mit denen ich noch was tun oder besprechen muss, aus Pflichten und Aufgaben, die ich nicht vergessen darf, usw.
Stop!
Ich halte das Karussell an. Sehe in mich hinein.
Leere.
Leere ist immer ein guter Ort für Gott. Wenn ich aufhöre zu rotieren, kann ich mich wieder erinnern, dass er mein fester Halt ist. Er lässt mich nicht los und solange ich auch an ihm festhalte, kann mich ein solcher Wirbel nicht wirklich durcheinander bringen.

Heute ist Freitag. Weil im Blog im Moment auch viel los ist, programmiere ich diesen Beitrag erst auf Montag - wenn ihr das hier lest, bin ich in Exerzitien, in der Stille und natürlich offline.

Samstag, 19. Oktober 2013

"Tag der Einheit" - mit Gänsehaut

Ja, ich weiß, der Tag der Deutschen Einheit ist schon ne Weile her, aber mich lässt nicht los, was ich an diesem Tag zur Einheit der Christen erleben durfte, weit weg von Deutschland, in Riga.
Am 3. Oktober wurde in Riga das Gedenkzimmer für Bischof Boleslas Sloskans eingerichtet.
Seine Person alleine hat mich tief beeindruckt, er hat mehrere Gefangenenlager unter anderem in Sibirien und Folter überstanden. Sein Herzensanliegen, dem er viele Gebete widmete, war die Bekehrung Russlands. Letzlich in Belgien verstorben wurde er 1993 wieder nach Lettland zurück gebracht und ruht jetzt in der Krypta der Wallfahrtskirche im lettischen Aglona.
Bei der Feier waren aber nicht nur Katholiken. Es waren sowohl Vertreter der Orthodoxen Kirche, als auch der Lutheraner und der Baptisten gegenwärtig und es wurde ein gemeinsamer Gottesdienst gefeiert.
In dem Gedenkzimmer befindet sich eine Tafel, auf der die Namen aller Priester und Gemeindeleiter dieser Christlichen Gemeinschaften aufgeführt wurden, die in den Konzentrationslagern wegen ihres Glaubens Folter ertrugen und in den Tod gingen.
Einer der Festredner erklärte für die Fernsehzuschauer, warum wir unserer Märtyrer gemeinsam gedenken und ich bekam Gänsehaut, als er es sagte:
"Weil wir in unseren Märtyrern schon und unumkehrbar in Christus geeint sind, eine Christenheit. Denn sie starben alle als Zeugen für ihn, unseren gemeinsamen Herrn."
- Der Tag der Einheit.

Freitag, 18. Oktober 2013

Die kostbare Perle

Am Mittwoch war unser deutscher Bethanientag. Das ist sozusagen eine nationale Vollversammlung unserer Gemeinschaft: alle deutschen Dominikanerinnen von Bethanien kommen einen Tag lang zusammen. Unser Thema war diesmal das Gleichnis von der kostbaren Perle.
"Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie." (Mt 13, 45f)
Unsere Novizenmeisterin Sr. Judith hatte dazu eine schöne Interpretation vorbereitet, ein Kinderbuch. Darin wird der Besitz des Kaufmanns üppig geschildert, eine riesige Villa hat er, mit 4 Kühlschränken, eine Pelzjacke usw... Übertragen auf unser Leben heißt das: Ja klar, wir haben all diesen Besitz einmal aufgegeben - aber sind wir wirklich sicher, dass wir wissen, was unsere Perle ist? Immer wieder neu müssen wir uns auf die Suche machen, damit wir nicht zu satt werden.
An diesem Tag haben wir wieder einmal miteinander Perlen gesucht: miteinander gebetet, aber auch darüber gesprochen, was uns eigentlich wichtig ist in Bethanien. Wir haben uns ausgetauscht darüber, weshalb wir einmal gekommen sind - und weshalb wir heute bleiben (das ist meistens ein Unterschied!).
Und ganz zum Schluss hatte Sr. Judith noch eine andere Interpretation für uns: Man kann das Gleichnis auch anders herum lesen. Nicht wir sind der Kaufmann, der die Perle sucht und findet, sondern... Gott. Er hat jede von uns gefunden und sagt: Du bist für mich so wertvoll, dass ich alles für dich hergebe.

Sonntag, 13. Oktober 2013

Sklaverei



Wir feiern 150 Jahre "Abschaffung der Sklaverei" und wie sieht es aus ? 

EU-Bericht: In Europa leben 880.000 Sklavenarbeiter

Es sind erschreckende Zahlen, die nach SPIEGEL-Informationen ein Ausschuss des Europäischen Parlaments ermittelt hat: In der EU leben Hunderttausende Menschen wie Sklaven, ein Viertel von ihnen wird sexuell ausgebeutet. Der volkswirtschaftliche Schaden geht in die Milliarden.
Korkernte in Spanien: Hunderttausende schuften in Europa als Sklavenarbeiter Zur Großansicht
Getty Images
Korkernte in Spanien: Hunderttausende schuften in Europa als Sklavenarbeiter
Hamburg - Rund 880.000 Menschen in der Europäischen Union gelten als Sklavenarbeiter, mehr als ein Viertel von ihnen wird sexuell ausgebeutet. Das geht nach Informationen des SPIEGEL aus einem Bericht des CRIM-Komitees hervor. Das Komitee ist ein Sonderausschuss des Europäischen Parlaments, der organisiertes Verbrechen, Geldwäsche und Korruption in Europa untersucht.
Demnach machen organisierte Verbrecherbanden allein mit Menschenhandel jährlich Profite in Höhe von rund 25 Milliarden Euro. Dadurch wird in der EU jährlich ein volkswirtschaftlicher Schaden in dreistelliger Milliardenhöhe angerichtet. Insgesamt treiben 3600 internationale kriminelle Organisationen ihr Unwesen. Neben den 25 Milliarden aus dem Menschenhandel bringe ihnen der illegale Handel mit Körperorganen und Wildtieren 18 bis 26 Milliarden Euro ein. Der Schaden durch Cybercrime summiere sich auf 290 Milliarden Euro.

Eine "ernsthafte Bedrohung" geht dem Bericht zufolge von der grassierenden Korruption aus. Allein im öffentlichen Sektor habe man 20 Millionen Fälle registriert. Der Gesamtschaden: 120 Milliarden Euro pro Jahr. Die Kommission fordert von Polizei und Justiz der EU-Staaten eine verstärkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Um die gigantischen Probleme in den Griff zu bekommen, formuliert der Ausschuss konkrete Forderungen:
  • Europäische Steueroasen müssten verschwinden.
  • Der Kauf von Wählerstimmen soll überall zum Strafdelikt werden.
  • Wer wegen Geldwäsche oder Korruption verurteilt wurde, soll mindestens fünf Jahre lang keine öffentlichen Aufträge erhalten dürfen.
  • Zudem plädiert der Ausschuss für einen europaweiten gesetzlichen Schutz von Whistleblowern. Wer Missstände in Behörden oder Unternehmen aufdecke, dürfe nicht als Straftäter verfolgt werden.
Das EU-Parlament will am 23. Oktober über den CRIM-Bericht abstimmen.




Freitag, 11. Oktober 2013

Herbergssuche

Ach ja, bald ist wieder Weihnachten. Man kann es schon in den Geschäften sehen. Voll sind die Regale mit Süßwaren und Dekokram. Süßer die Kassen nie klingeln – oder so ähnlich…
Angesichts der Tatsache, dass wir tagtäglich in Radio und Fernsehen von Flüchtlingen hören, wird es mir da allmählich unwohl im Magen. 
Die Diskussionen, wie viele Flüchtlinge wohl unser Land verträgt und ob wir nicht vielleicht unserer Kultur beraubt werden, diese Fragen nerven mich zunehmend. 
Flüchtlinge gab es und wird es wohl (leider)  auch immer wieder geben. Aus gegebenem Anlass darf ich an die heilige Familie erinnern, die vor 2.000 Jahren von Israel nach Ägypten (!) fliehen musste.  Josef mit Maria auf dem Esel, Jesus im Arm: 1.000fach dargestellt. Haben wir uns an den Anblick so gewöhnt, dass wir vergessen, was es bedeutet, mit einem Säugling zu fliehen?
Und heute? Gründe zur Flucht gibt es viele. Politische Verfolgung, Bedrohung an Leib und Leben, religiöse Verfolgung (da stellen die Christen, auch wenn manche das nicht glauben, 80 % der Opfer – obwohl nur 30 % der Weltbevölkerung christlich ist) und, ja,  auch wirtschaftliche Not.
Wer flieht, will sich und seiner Familie ein gutes Leben verschaffen – sicher, ohne Angst und mit einem ausreichenden Lebensstandard. Ein gutes Leben, unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe und ihrem Glauben.
Niemand verlässt gerne seine Heimat, Papst Franziskus hat es gerade wieder auf den Punkt gebracht. Aber ein gutes Leben, das hat auch Gott uns zugesagt, es ist gut und richtig, dass wir uns danach sehnen.

Vor ein paar Tagen bekam ich eine Einladung zu einer Fachtagung. Diese hatte das Thema: „Die Generation ICH.“ Wer mit dem Thema nichts anfangen kann möge hier kurz lesen:
http://www.heise.de/tp/artikel/32/32706/1.html
 
Ist es wirklich so, dass wir mehr und mehr nur nach uns selber fragen und zufrieden sind, unser eigenes kleines Privatleben zu regeln? Und falls ja: wie kann das sein? Was macht es uns so schwer, an die zu denken, denen es schlechter geht als uns? Vielleicht die Erkenntnis, dass wir dann teilen müssten? Dass wir von unserem Wohlstand abgeben müssten? Dass wir nicht so bequem weiterleben könnten wie bisher?

Sie fanden keinen Platz in der Herberge: Josef mit der hochschwangeren Mutter Jesu in Betlehem vor 2.000 Jahren – und 500 afrikanische Flüchtlinge in Lampedusa im Oktober 2013.
Weihnachten passiert jeden Tag. Auch bei uns im Ort gibt es Asylanten – und Migranten, die schlecht behandelt werden, weil man sie für Schmarotzer hält. Bei Ihnen auch? Holen wir Weihnachten aus den Kirchen auf die Straßen und kümmern wir uns um die Mitmenschen, die bei uns Hilfe suchen!