Sonntag, 30. Dezember 2012

Heilige Familie

Heute ist, bzw. war das Fest der Heiligen Familie. In der Predigt haben wir gehört, dass in der sogenannten "Hl. Familie" eigentlich gar nichts heilig war. Chaos von Anfang an. Unklare Vaterschaft, Stall, Flucht und heute erzählt das Evangelium vom renitenten 12jährigen Jesus, der seine Eltern frech vor den Kopf stößt. Kommt uns doch alles bekannt vor. Manches aus dem eigenen Leben, anderes aus den Nachrichten.
Umso mehr zelebrieren wir das Bild von der heilen Welt der heil(ig)en Familie. Man sieht es in den Krippen überall in unseren Kirchen.
Unsere Krippe sieht dieses Jahr etwas anders aus als sonst. Das Christkind hat nämlich auch Geschenke bekommen. Im Weihnachtsgottesdienst haben die Kinder des Kinderdorfes dem kleinen Jesus gebracht, was er wohl zu seinem Geburtstag gerne haben könnte: eine Decke, ein Brot, einen Geburtstagskuchen, Äpfel, einen Schutzengel, eine Friedenstaube und eine Menge selbstgemalter Bilder! 
 
So erbärmlich der Stall zu Bethlehem auch war: mit so viel Liebe ausgestattet wirkt die Szene dann doch richtig gemütlich, wie eine heile Welt. Und wenn ich davon eines lerne, dann ist es, dass wir vieles selber dafür tun können um unsere Welt zu einem heilen oder gar einem heiligen Ort zu machen.

Freitag, 28. Dezember 2012

Weihnachten - das setzt dem Mensch die Krone auf...

Kurz vor Weihnachten war ich bei meiner geistlichen Begleitung und habe mich intensiv dem Auf und Ab in meiner Gottesbeziehung gewidmet. Natürlich muss ich dafür auch immer auf meine Beziehungen zu den Menschen schauen, denn beides ist nicht voneinander zu trennen.
Weihnachten macht das ja besonders deutlich. Gott der Sohn wird Mensch! Das ist noch mehr als die Würde, die dem Menschen schon bei der Schöpfung verliehen wurde. Die Menschwerdung von Gottes Sohn krönt das Menschsein. Von jetzt an kann niemand mehr sagen, dass wir den Leib überwinden müssen, denn Gott selbst ist Fleisch geworden.
Was also ändert Weihnachten in meinem konkreten Alltag? Was ändert Weihnachten an dem ewigen:
hinfallen - aufstehen - weitergehen ?
Ich hatte keine Zeit mehr, diese Frage in der geistlichen Begleitung zur Sprache zu bringen. Aber ich habe ein Foto mit auf den Weg bekommen, mit einem Spruch dazu, der diese Frage beantwortet:



hinfallen -

     
aufstehen -

  
Krone richten-


weitergehen.



Irgendwie gibt dieses "Krone richten" allem eine neue Qualität. Es macht mich schmunzeln und ruft mir in Erinnerung, dass Gott mich so sehr liebt, dass er selbst Mensch geworden und in diesen Alltag gekommen ist.
Wenn ich meine "Krone richte", dann richte ich mich wieder auf Gott aus, dann kann ich mit dem menschgewordenen Sohn Gottes wieder aufstehen, auch wenn das Kreuz schwer ist, und ich wieder fallen werde. - Aber ich kann es froh und mit einem Lächeln tun.

Dienstag, 25. Dezember 2012

25. Türchen: Geburt des Wortes

Noch liegt mir das Wort nicht auf der Zunge,
noch liegt es in Windeln gehüllt in einer Krippe.
Noch ahnen die Menschen seiner Gnade nichts vom Friedenswort,
das ihnen geschenkt wird.
Aber schon staunen alle,
welche Verheißung in dem kleinen Wortkind steckt.
Noch bewahrt Maria alles in ihrem Herzen und denkt darüber nach,
über die Vollmacht dieses Worte Sünden zu vergeben, Heilung zu schenken,
über die so teuer erkaufte Rettung,
über das Wort, das auf meine Zunge gelegt
diesen Frieden weiterschenken soll.

Sr. Katharina Hemmers OP, Schwalmtal

Montag, 24. Dezember 2012

24. Türchen: Maria in der ersten Klasse

In jedem Jahr gibt es in der Advents- und Weihnachtszeit in mehreren deutschen Bahnhöfen menschengroße holzgeschnitzte Krippen, die junge Leute von verschiedenen Kunstgymnasien in Polen geschnitzt haben. Von Jahr zu Jahr wandern sie in einem Kreislauf weiter von Bahnhof zu Bahnhof und immer wieder kommt eine neue Krippe dazu. In Frankfurt findet sich diese Krippe in der B-Ebene des Hbf und wird zum Gottesdienst am Heiligen Abend auf dem Querbahnsteig vor Gleis 4/5 aufgebaut.
In einem der letzten Jahre brachten fleißige, ehrenamtliche Helfer eine der Krippen von Freiburg/Breisgau auf der Autobahn nach Frankfurt. Während sie noch unterwegs waren, kam der Anruf: "Ihr habt die Muttergottes vergessen!" Da war guter Rat teuer, denn zurückzufahren wäre zu aufwendig gewesen.
Wir überlegten, dass ja die Bahnhofsmission (BM) Frankfurt und die BM Freiburg durch das Schienennetz der DB verbunden sind und dass es stündlich einen durchgehenden Zug - von Basel kommend - gibt. Gäbe es eine Chance, dass die Muttergottes per Zug nach Frankfurt reist?
Der ICE Kurierdienst erwies sich als zu teuer. Einen Zugführer, der Maria im Führerstand mitnimmt, fanden wir auch nicht. Alle Versuche liefen ins Leere. Maria stand in Freiburg und sehnte sich bestimmt nach ihrer entflohenen Familie.
Am späten Nachmittag der erlösende Anruf: Maria ist im ICE 870 im Wagen 12, Ankunft Frankfurt Hbf um 19:08 auf Gleis 9. Ein Zugbegleiter hatte sie unter seine Reisenden aufgenommen! In unserem Bahnsteigplan der Bahnhofsmission trugen wir ein: "Maria, Muttergottes - Aussteigehilfe aus 1. Klasse"
In den Tagen des Advents freuten wir uns immer wieder an dieser getrennten und wiedervereinigten Heiligen Familie.


nach Sr. Klarissa Watermann, Frankfurt

Sonntag, 23. Dezember 2012

23. Türchen: Josef

"Josef, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau anzunehmen, denn das Kind ist von Gott."
Armer Josef! Ja, natürlich, Maria hat schon die Hauptrolle in dem Drama um diese ungewöhnliche Schwangerschaft. Aber sie ist wenigstens gefragt worden! Sie hat "Ja" gesagt zu Gottes unglaublichem Plan.

Und Josef? Steht daneben, wundert sich, träumt. Redet nicht. Nicht mal ein "Ja". Aber dann handelt er. Er schützt seine Verlobte, macht sie zu seiner Frau, das Kind zu seinem Kind und rettet damit beiden das Leben. Hätte er sich, wie es in der Bibel heißt "in aller Stille" von Maria getrennt, wäre sie wohl gesteinigt worden. Aber ganz einfach kann es für ihn auch nicht gewesen sein, sonst hätte ihm der Engel ja keinen Mut zusprechen müssen: "Josef, fürchte dich nicht..."
Wie oft brauchen wir so einen Helfer, der freundlich und stark zur Seite steht! Anpackt, ohne viele Worte. Und so Leben ermöglicht.

Samstag, 22. Dezember 2012

22.Türchen

Nachdenkliches
Empfangen vom heiligen Geist zu unserem Heil:
Weihnachten - Jesus Christus ist die Mitte dieses Festes....
Mit ihm ist Maria untrennbar verbunden. Sie ist die Mutter des Herrn. Ohne sie könnten wir nicht Weihnachten feiern.
Jesus Christus ist empfangen durch den heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria.  Durch  Jesus gehört die Jungfrau Maria  in das Glaubensbekenntnis der Christen.
Sie hat ihn zur Welt gebracht.
Jesus ist wirklich geboren in unserer Welt, nicht scheinbar, sondern tatsächlich.
Er ist keine göttliche Idee, menschlich verkleidet.
Er ist in Fleisch und Blut eingegangen, er hat Hand und Fuß. (..........)
Jesus ist in unsere Welt gekommen, dorthin wo wir sind, dort hin wo Schafställe und Futterkrippen stehen. Dort hin wo Menschen hungern und frieren, einsam sind und ausgestoßen, dort hin wo Sünderinnen und Sünder leben, Aussätzige und verlorene Söhne, dorthin, wo man Gerechte verhöhnt und kreuzigt.
In diese unsere Welt ist er geboren..... (.........)
Durch ihn ist auch für uns ein neuer Anfang möglich, nicht später sondern hier und Jetzt, nicht weltflüchtig, esoterisch, sondern leibhaftig, nicht als unser Werk, sondern empfangen durch den heiligen Geist.
(Aus: Zeit mit Gott, Bischof Franz-Josef Bode)

Freitag, 21. Dezember 2012

21. Türchen: Zeitvermehrung

Alle Menschen haben genau gleich viel Zeit.
24 Stunden jeden Tag.
Wie kommt es nur, dass die einen zu viel Zeit haben
und die anderen zu wenig?

Gott wird ein Mensch. 
Er kommt in unsere Zeit.
Macht sich klein und verletzlich.
Ich will meine Zeit mit ihm teilen.
Damit vermehre ich nicht meine Zeit.
Aber ich mache mehr aus meiner Zeit.

Donnerstag, 20. Dezember 2012

20. Türchen: Oooohhh...

In diesen Tagen des Advent (genauer gesagt: nach dem 16. Dezember) singen wir in der Vesper die sogenannten "O-Antiphonen". Die Antiphon ist der Vers, der z.B. einen Psalm oder anderen Text einleitet und beendet - in diesem Fall den Mariengesang "Magnificat" am Ende der Vesper.


Die O-Antiphonen heißen nach ihrem Anfang: "Oh, Schlüssel Davids..." "Oh, Adonai..." "Oh, Spross aus Isais Wurzel..." "Oh, Emmanuel..." "Oh, Morgenstern..." Der da so bestaunt und gepriesen wird, ist Jesus, der Retter, der bald kommen soll. Ein Name erhabener als der andere, die Melodien ausschweifend und schön - als wollten wir gar nicht aufhören, von unserer Sehnsucht und Vorfreude zu singen. Und bei allem vorweihnachtlichen Trubel sind es vermutlich die O-Antiphonen, die mich am ehesten daran erinnern, worauf wir eigentlich zugehen, was das Ganze eigentlich soll.

Sr. Barbara

Mittwoch, 19. Dezember 2012

19. Türchen



Freut Euch!
Eine kleine Geschichte…

Ein kleiner Junge packt sich seinen Rucksack. Er packte ein paar Schokoriegel ein und einige Dosen Cola.
Er beschließt: „Heute werde ich Gott begegnen“.
Er macht sich auf den Weg und setzt sich auf eine Parkbank. Dort sitzt eine Frau. Er packt seinen Rucksack aus und holt einen Schokoriegel raus. Die Dame an seiner Seite schaut ein wenig und der Junge gibt ihr einen Riegel. Sie nimmt ihn gerne und schenkt ihm ein Lächeln. Später nimmt er die Cola und auch von dieser bietet er der Dame an. Die Dame schenkt ihm daraufhin ihr schönstes Lächeln. Der Tag geht so vorüber.
Am Abend fragt seine Mutter, was er denn gemacht habe und er antwortet: „Ich bin Gott begegnet.“.
Auch die Dame wird von ihrem Sohn auf ihre Fröhlichkeit angesprochen und gefragt, warum sie so gut gelaunt sei. Auch sie antwortet: „Ich bin Gott begegnet.“

Vielleicht wollen wir, heute an diesem Tag, unser Herz für unser Gegenüber öffnen und im Angesicht des Anderen Gott begegnen.
Auch ich möchte heute ganz gezielt Gott begegnen und bin gespannt auf das, was mir der Tag heute an Begegnungen beschert.

Freut Euch!!!!

Dienstag, 18. Dezember 2012

18.Türchen: Das kostbare Licht


Gestern kam in unserer Kapelle eine Gruppe von Pfadfindern an. In einem Gottesdienst übergaben sie unserer Pfarrei ein Licht, das sie selber von Pfadfindern einer anderen Pfarrei bekommen hatten. Die hatten es wieder von anderen und so weiter. Dieses Licht, diese kleine Flamme wird immer weitergegeben von einem zum anderen. Nach dem Gottesdienst konnte sich jeder eine Kerze an dem Licht vorne anzünden und vorsichtig mit nach Hause nehmen.
Was ist jetzt so kostbar an diesem Licht?
Es kommt aus Betlehem, dem kleinen Ort in Israel. Dem Ort, der heute von einer 6 Meter hohen Mauer umgeben ist und in dem vor 2.000 Jahren ein besonderes Kind geboren wurde. Jesus, von dem wir Christen sagen: er hat uns das Licht gebracht. Er hat uns aus der Finsternis befreit. Er ist das Licht der Welt.

Montag, 17. Dezember 2012

17. Türchen: noch einmal sage ich euch...

... freuet euch! Gestern war Gaudete-Sonntag. Eindringlich wurden wir zur Freude aufgefordert. Und wir haben uns gefreut. Wir haben nämlich zwei neue Novizinnen! Gestern erhielten in Eltville Sr. Anna Maria und Sr. Martha Maria das Kleid des Heiligen Dominikus. Sie wurden in das Noviziat aufgenommen, eine Zeit, in der sie prüfen und sich prüfen lassen wollen. Wir wünschen dazu Gottes Segen und die Fülle seines Geistes.

Sonntag, 16. Dezember 2012

16. Türchen

Ok,
ein drittes Mal.
Ich habe den Post irrtümlich (3x) gelöscht.
Grrrrr.

... und doch !
Gott will zu uns kommen und er schickt uns seinen Sohn.
Unbegreiflich.
Ich will in dieser Woche versuchen mich besonders auf das Kommen unseres Herrn einzustellen.

Vielleicht durch

- ein Stoßgebet über den Tag verteilt.
- einen zusätzlichen Besuch der hl. Messe
-einen Bibelvers oder Psalm, der mich über den Tag begleitet.

Freut Euch!

Samstag, 15. Dezember 2012

15. Türchen: täglich

Pianisten sagen es manchmal: Wenn ich einen Tag nicht übe, merke ich es selber. Wenn ich zwei Tage nicht übe, merkt es meine Frau. Wenn ich drei Tage nicht übe, merkt es das Publikum.

Ich bin keine Pianistin. Aber das Prinzip kenne ich von mir auch. Bei mir ist es das Beten. Wir beten jeden Tag mehrmals gemeinsam. Darüber hinaus hat jede von uns ihre private Meditationszeit. Und mit der geht es mir genauso, wie den Musikprofis mit dem Üben ihrer Melodien: Bete ich einen Tag nicht (weil ich einfach zu viel zu tun habe oder verschlafe oder so), merke ich es selber - spätestens am nächsten Tag. Bete ich zwei Tage nicht, merken es meine Mitschwestern. Bete ich drei Tage nacheinander nicht, dann kriegen es alle mit, denen ich begegne.

Ich glaube, das geht auch Menschen so, die nicht im Kloster leben. Man merkt ihnen an, was für Gewohnheiten sie haben. Wie ist es mit Ihnen? Haben Sie ein tägliches Ritual, das Ihnen gut tut, Sie vielleicht sogar gelassener macht und das Ihnen fehlt, wenn Sie es einmal auslassen?

Freitag, 14. Dezember 2012

14. Türchen: Stress!

Alle reden - alle Jahre wieder - vom Weihnachtsstress. Und wie schrecklich es sei, gerade in der Zeit vor Weihnachten, wenn man doch Ruhe und Besinnung möchte, in Hektik zu verfallen.
Gestern wurde mir klar, dass auch ich mir-nichts-dir-nichts in Vorweihnachtsstress verfallen bin. Ich ging abends zu Bett und mir fiel ein, dass ich nicht einmal geschafft hatte, alle meine Adventskalender zu öffnen! Ich habe mir einen auf einem Basar gekauft, an einem schreibe ich mit und vier (!) andere habe ich geschenkt bekommen. Gestern habe ich nicht einen einzigen davon geöffnet. Das ist der Overkill der Weihnachtsvorbereitung. 
Jetzt frage ich mich natürlich, was da zu tun ist. Einfach alle Kalender in die Schublade stecken für nächstes Jahr? Nein, auf keinen Fall! So liebe Menschen haben sie mir geschenkt! Und ruhiger werden die Tage davon auch nicht.
Lieber werde ich versuchen, eine feste Zeit einzuplanen, 10 Minuten oder so, die ich mir täglich selber für diese schöne Spielerei schenke. Ich gönne mir ein Stück Kindheitserinnerung, ein Stück Vorfreude und gleichzeitig etwas Besinnung, die nicht gleich Liturgie und tiefes, ernstes Gebet ist. Jeden Tag einen kurzen Moment - damit ich Weihnachten nicht nur organisatorisch überstehe, sondern wirklich feiern und mich daran erfreuen kann.

Donnerstag, 13. Dezember 2012

13. Türchen



Gebet

Wachse Jesus,
wachse in mir.
In meinem Geist, in meinem Herzen,
in meiner Vorstellung, in meinen Sinnen.
Wachse in mir in Deiner Milde, in deiner Reinheit,
in deiner Demut, deinem Eifer, deiner Liebe
Wachse in mir
mit deiner Gnade, deinem Licht und deinem Frieden.
Wachse in mir
zur Verherrlichung deines Vaters,
zur größeren Ehre Gottes.

Amen

Mittwoch, 12. Dezember 2012

12. Türchen


Einen Mensch beschenken heißt,
ihn mit anderen Augen zu sehen.

Einen Menschen beschenken heißt,
ihm sagen, ich bin Dir gut.

Einen Menschen beschenken heißt,
seine Augen zum Leuchten zu bringen.

(Luise Meuser)


Dienstag, 11. Dezember 2012

Advent und Kommunion

Kommunion und Advent


Auf den ersten Blick eine merkwürdige Kombination. Als ich aber letzten Sonntag mit den Kommunionkindern wieder Kinderkatechese hatte, da ist es mir aufgegangen.
Zunächst haben wir miteinander über den Advent gesprochen. Wir bereiten uns auf Weihnachten vor, öffnen jeden Tag die Türchen vom Adventskalender, und warten gespannt.
Einige Kinder wussten dann auch, dass Advent Ankunft bedeutet. Ankunft von Jesus in unserer Welt und in uns selbst.
Jesus kommt in mir und bei mir an. Und nichts anderes passiert beim Kommunionempfang!
Jesus kommt mir ganz nah, ja, wohl näher, als ich mir selbst komme.
So ist Advent auch ein Fest der Kommunion, der Gemeinschaft mit dem kommenden Herrn!
Das war für mich ein Aha- Erlebnis, auf das die Kinder mich gebracht hatten!
Danke! Wie heißt es doch so schön: Kindermund tut Wahrheit kund!
Das stimmt auch hier!
So wünsche ich allen, die das lesen eine gute Adventszeit in Erwartung und in Gemeinschaft mit dem Herrn!

11. Türchen












Gold, Weihrauch und Mhyrre
zählten zu den
wertvollsten Geschenken.
Was ist heute für und
wert-voll?
Manchmal brauchen wir
vielleicht nur
ein offenes Ohr,
eine Stunde Zeit
oder ein Lächeln, um uns reich
beschenkt zu fühlen.

(Aus: Sternenglanz Gedanken)

Montag, 10. Dezember 2012

10. Türchen


Ich brauche Visionen,
Sehnsüchte und Träume,
die mir ein neues Leben verheißen.


Ich brauche den Glauben,
dass es mehr gibt,
als ich zählen und messen kann.


Ich brauche Mut,
ja zu sagen und aufzubrechen,
obwohl mir Sicherheit fehlt

(Max Feigenwinter)

Sonntag, 9. Dezember 2012

9. Türchen: Sonntag

Gönne dich dir selbst.
Ich sage nicht: tu das immer,
ich sage nicht: tu das oft.
Aber ich sage: tu es immer wieder einmal.

Ratschlag des Bernhard von Clairvaux an seinen überarbeiteten Papst.

Samstag, 8. Dezember 2012

8.Türchen: Schale der Liebe

Schale der Liebe

Wenn Du vernünftig bist, erweise dich als Schale und nicht als Kanal, der fast gleichzeitig empfängt und weitergibt, während jene wartet, bis sie gefüllt ist. Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt, ohne eigenen Schaden weiter.
Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugießen, und habe nicht den Wunsch, freigiebiger zu sein als Gott.

Bernhard von Clairvaux
zitiert nach dem Kalender "Der andere Advent 2012/2013"

Freitag, 7. Dezember 2012

7. Türchen


Die Vorbereitungen zum Weihnachtsfest sind bei vielen in vollem Gange. Vielerorts schneit es sogar. Mit Besuchen auf dem Weihnachtsmarkt und dem Suchen nach den letzten Geschenken zu Weihnachten verpassen viele wohl möglich das Wesentliche.

Hape Kerkeling hat dazu auch was zu sagen. Sicherlich was zum Schmunzeln, aber auch was zum Nachdenken.
Ein Vorschlag des Comedian:
Weihnachten = Reichtum durch Verzicht auf Überfluss?

Hier ein Ausschnitt von einem,  sagen wir mal "Sketsch" zum Thema Advents- und Weihnachtszeit.
http://youtu.be/bAf1zgkBJAk

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Nächtlicher Besuch im Kloster

Heute Nacht war der Nikolaus bei uns. Der wirklich echte! Das konnte man an dem sehen, was er gemacht hat. Vom Bischof Nikolaus, der im 4. Jahrhundert in Myra gelebt hat, wird folgende Legende erzählt:
Ein Vater war unschuldig so verarmt, dass er seine drei Töchter nicht ordentlich verheiraten konnte. Als die Not so groß war, dass sie schon fürchteten, als Prostituierte zu enden, kam der Bischof heimlich des nachts und legte drei Klumpen Gold ins Fenster - genug für die Mitgift aller drei Mädchen.
Heute Nacht war er also bei uns - und hängte an jede Zimmertür drei Goldtaler. Morgens kam eine 80jährige Schwester ins Refektorium und sagte zur Priorin: "Hast du gesehen? Jetzt können wir endlich heiraten!"

6. Türchen

Mittwoch, 5. Dezember 2012

5. Türchen


An manchen Tagen scheint es, als hätte die Welt einen vergessen.
Müde und rau lässt sie uns alleine in der Dunkelheit stehen.
Dann ist es Zeit
nach dem Stern zu suchen.
Vertrauen auf ihn
lässt ein Licht erstrahlen,
das in uns einen
Hoffnungsfunken entzündet.
Genährt vom Glauben
lodert er auf und bringt
unser Innerstes zum Leuchten.

(Aus Sternenglanz Gedanken / Monika Pellhofer Grießhammer und Angelike Ziegler) )

Dienstag, 4. Dezember 2012

Barbara - eine starke Frau

Heute muss ich dem Adventskalender etwas hinzufügen: ein Bild meiner Namenspatronin. Die Heilige Barbara hat - falls sie denn tatsächlich gelebt hat - im 4. Jahrhundert in Kleinasien gelebt. Ganz sicher ist man sich nicht, aber das hat mich nie gestört, und die anderen Gläubigen auch nicht. Zu eindrucksvoll ist die Geschichte: Barbara ist die Tochter eines reichen Heiden. Der Vater ist so eifersüchtig auf die Ehre seiner schönen Tochter bedacht, dass er sie, als er auf eine Reise geht, in einen Turm einschließt. Trotzdem erfährt sie in dieser Zeit von Christus und wendet sich ihm zu. Sie lässt ein drittes Fenster in den Turm brechen als Zeichen der Dreifaltigkeit. Als der Vater davon erfährt, will er sie zwingen, vom Glauben abzuschwören, aber sie bleibt standhaft. Da lässt er sie grausam foltern und enthauptet sie schließlich eigenhändig. Daraufhin erschlägt ihn ein Blitz.

Die Geschichte liest sich wie ein Märchen, viele Elemente kommen auch in anderen Erzählungen vor. Aber das macht nichts. Barbara ist ein Beispiel, ein Vorbild, von ihrer Art hat es viele gegeben. Ihre Legende schildert sozusagen das Urbild einer Märtyrerin. Eine Schwester sagte heute morgen, eigentlich sei dieses Geschehen das gewesen, was man heute einen "Ehrenmord" nennt.

Barbara ermutigt uns, unserem Glauben treu zu bleiben - auch wenn Menschen um uns herum wüten und toben. Lassen wir uns nicht beirren. Gehen wir ruhig unseren Weg, den wir als Recht und Wahrheit erkannt haben. Dann wird Gott an unserer Seite sein.

4. Türchen






In allen Menschen, die uns täglich begegnen,
will Christuns geboren werden,
in ihnen wachsen,
leben,
auferstehen.

C.Lubich

Montag, 3. Dezember 2012

Adventkalender / 3. Dezember



Wir gehen Weihnachten entgegen oder - was wohl eher zutrifft - wir hetzen Weihnachten entgegen oder lassen uns auch mit anderen beschäftigt, entgegentreiben, jeder in seiner Gangart, in seinem Stil.

Angemessener wäre ein entgegenwarten. Allerdings nicht ein warten bloß auf das Fest....  Das entscheidendeist das warten auf Gott.  (G.Ebeling)

Sonntag, 2. Dezember 2012

2. Türchen

Siehe, ich komme bald.
Niemand
besitzt Gott so, dass er nicht mehr auf ihn warten müsste.

Und doch kann niemand
auf Gott warten
der nicht wüsste,
dass Gott schon längst auf ihn gewartet hat.

(Dietrich Bonhoeffer)

Samstag, 1. Dezember 2012

1. Türchen








Alles beginnt mit der Sehnsucht  (....) und wo Sehnsucht sich erfüllt, dort bricht  sie noch stärkerauf; dass es so bleibe, dass es nicht vorüber gehe.
Nelly Sachs, (jüdische Dichterin, 1891 - 1970)




Bild: Marktkirche / Essen

Adventskalender



Es ist zwar schon spät,  aber noch nicht zu spät!
Viele haben das erste Türchen im Adventskalender geöffnet und warten nun auf den Heiligen Abend.
Es gibt sicher unterschiedliche Möglichkeiten sich auf das Weihnachtsfest einzustimmen.
Ich war heute auf dem Essener Weihnachtsmarkt. Dort wollte ich ein bißchen schlendern, habe aber schnell feststellen müssen, daß es mir zu wuselig und zu laut war.
Gleich neben dem Weihnachtsmarkt war eine ev. Kirche.( Marktkirche )
Eine unglaubliche Ruhe und eine tolle Krippenausstellung.
Danach war ich im Essener Münster. Dort war Anbetung und ich empfand ein unglaubliches Kontrastprogramm. Draußen viele Menschen die nach Geschenken suchen und über den Weihnachtsmarkt gehen. In der Kirche Menschen, die beten und sich so auf die Ankunft des Herrn vorbereiten.

Auf dem Weg nach Hause dachte ich darüber nach und habe beschlossen einen Adventskalender zu machen.
Vielleicht mit einem schönen Bild, einem Text zum nachdenken, vielleicht auch was Lustiges. Mal sehen was mir in der Adventszeit so über den Weg kommt.

Also noch ist es nicht zu spät, und ich kann das erste Türchen noch einstellen! Viel Spaß dabei!

Freitag, 30. November 2012

Monogamie XXL

Gestern war ich ins Kino eingeladen: "breaking dawn", der letzte Teil der Twilight-Saga.
Obwohl ich mich bisher nicht wirklich für diese Vampirgeschichten interessiert habe, war es ein sehr netter und unterhaltsamer Abend. Der Film selber ist ja eher für Teenies, frei ab 12 Jahre - auch wenn in einigen Szenen ziemlich gemetzelt wurde. Einschlägig konditionierte 12jährige stecken das heutzutage vermutlich locker weg, ohne auch nur mit dem Popcornkauen aufzuhören. Egal.
Was ich dagegen richtig gruselig fand, war die Vorstellung, dass diese Vampire nicht altern und nicht sterben. Einer erzählte, er habe jeden der amerikanischen Kriege mitgemacht. Zwei andere warteten seit 1.500 Jahren auf die passende Gelegenheit, sich an einem befeindeten Vampir zu rächen. Toll! So stelle ich mir vielleicht die Hölle vor, aber MEINE Ewigkeit sieht anders aus.
Das Paar im Zentrum der Geschichte, Bella und Edward, hat eine andere Zukunft vor sich. Sie sind jung, schön, verliebt - das absolute Teenie-Ideal. Und ich sitze im Kinosaal und denke: die nächsten 1.500 Jahre immer mit demselben Typen? Und immer und ewig 20 Jahre alt bleiben? Okay, die Kids können es noch nicht wissen, aber ICH bin froh, dass ich dieses Alter hinter mir habe. Ich war gerne dreißig - und auch vierzig! Jedes Alter hat seine Herausforderungen und Chancen. Was für ein Verlust, wenn sich da nichts tut.
Aber plötzlich wird mir klar, was der Film eigentlich will. Es geht um die ewige Liebe. Inmitten einer Gesellschaft, in der jede dritte Ehe geschieden wird und Beziehungen nicht so lange halten wie die gemeinsam gekauften Möbel, träumen unsere Teenager von der ganz großen Liebe. "Monogamie XXL", hardcore-Treue sozusagen - und von Gefühlen, die so tief sind, dass sie 1.000 Jahre locker überstehen.
Eigentlich ist es doch ein schöner Film...

Sonntag, 25. November 2012

Mahl-Zeit


Vor einigen Monaten wurde ich gefragt ob ich mich wohl bereit erklären würde, die Kommunion im Krankenhaus auszuteilen.
Nach einer Bedenkzeit habe ich zugesagt und gestern an einer „Schulung“ teilgenommen.

Einige Fragen sollten in Arbeitsgruppen bearbeitet werden.
In unserer Gruppe beschäftigten wir uns mit der Frage nach dem Mahl. 
Wo und wann halten wir Mahl? 
Zu welchen Anlässen? (Trauer / Freude?)

Wir hatten eine intensive Diskussion.
Was bedeutet Mahl halten in unserer Zeit? 
Ist der Begriff noch Zeitgemäß?  
Bedeutet es ein Essen mit der ganzen Familie?
Bedeutet es ein Festessen?
Kann es auch ein Treffen bei Mc. D….  sein?

Uns wurde deutlich, dass Essen immer mehr ist als Nahrungsaufnahme.
Es ist Begegnung und Austausch mit meinem Gegenüber. Es ist ein Geschehen, dass man mit allen Sinnen genießt und teilt.

Es ist Stärkung.

Eine weitere Gruppe beschäftigte sich mit der Sonntagspflicht.
Schnell wurde klar, dass Gott gegenwärtig ist, in Brot und Wein, und wir gemeinsam an den Tisch des Herrn treten dürfen.
So können wir Kraft sammeln für die kommende Woche. 
Und dann ist es eben keine Pflicht mehr, sondern ein Geschenk, das wir entgegen nehmen dürfen, ohne etwas dafür leisten zu müssen.

Gott gibt und wir empfangen.
Einfach so.
Ich freue mich auf den Dienst im Krankenhaus.  Auf die Begegnungen  und die Gemeinschaft mit Menschen, die wie ich, nichts tun müssen, um die Gegenwart Gottes zu erfahren. 


Freitag, 16. November 2012

Gnade vor Recht

Gestern war ich im Brückenhaus zu Besuch. Meine Mitschwester Jordana war nicht da und als ich kam, war die Praktikantin mit den vier Kleinen beim Abendessen. 
Ich setze mich dazu, wir essen und trinken und die Unterhaltung beginnt, da sagt plötzlich Peter (drei Jahre) ganz ernst und nachdrücklich zu mir: "Du musst die Schuhe ausziehen!"
Da ich ein demokratisch denkender Mensch bin, käme mir nie in den Sinn, ein allgemeingültiges Gesetz einfach so für mich außer Kraft setzen zu wollen. Also frage ich: "Okay, habt ihr denn ein Paar warme Socken für mich?" Bereitwillig wird mir der Dicke-Socken-Vorrat gezeigt. Auf Gäste scheint der aber nicht eingerichtet und Größe 32 möchte ich nicht probieren. Das Haus ist aber nicht so kalt und so gehe ich auf normalen Strümpfen zurück in die Küche. 
Peter mustert mich, nun schon etwas strenger: "Wo sind denn deine Hausschuhe?" "Die hab ich im Schwesternhaus vergessen." Eine Weile fragt er mich nach dem Leben dort aus, aber er hat sein Thema gut im Blick behalten und kommt schließlich darauf zurück: "Dann musst du aber morgen an deine Hausschuhe denken." Das verspreche ich ihm gerne (wohl wissend, dass ich in den nächsten Tagen nicht wieder kommen kann), er bedenkt mich mit einem "dann-will-ich-noch-mal-Gnade-vor-Recht-ergehen-lassen"-Blick und der restliche Abend wird noch richtig lustig.

Sonntag, 11. November 2012

Heiß und lecker

Der Martinsmarkt ist vorbei. Hier meine schönste Anekdote:
Ich hatte mir einen Glühwein gekauft (muss ich nicht oft haben, aber so ein-, zweimal in jedem Winter hab ich das gern): schön heiß, lecker würzig und stark, wie er sein muss. Damit schlendere ich jetzt zu der Bühne, wo die Kinder die Martinslieder singen. Davor stehen schon die Kleinen vom Brückenhaus. Wir begrüßen uns und Sr. Rafaela nimmt den Kleinsten auf den Arm. Von da oben guckt er interessiert in meine Tasse: "Was ist das? Heiß?" Ja, heiß, und was für die Großen, usw. Das beeindruckt ihn aber nicht und auch Ablenken hilft nichts: er streckt begehrlich die Hand aus. - Da wird MIR allmählich heiß! Hoffentlich will das Kerlchen nicht probieren! 
Ein wenig zögernd halte ich dem Knirps (gerade 2 geworden!!!) meinen Glühwein hin, er schnuppert vorsichtig... verzieht das Gesicht: "BÄH!" "Ja, da hast Du aber recht, das ist auch gar nicht lecker." "Und heiß?" will er noch wissen. "Ja, außerdem viel zu heiß!"
Und dann konnten wir weiter die Lieder hören und singen.
(Puh, Glück gehabt!)

Samstag, 10. November 2012

Du bist

Das Vielerlei lasse ich hinter mir.
Auch meine Träume.
Auch meine unruhigen Pläne.

Ich will nicht mich, Herr,
das ist zu wenig,
ich will dir gegenüber sein,
dich finden.

Ich verlasse den Kreislauf
meiner kurzatmigen Hoffnungen
und meiner ungewissen
Selbstsicherheit.

Ich wende mich dir zu.
Ich warte auf dich.
Du bist.
Und ich bin in dir.
Nichts erwarte ich
als allein dich, Herr.

(aus "Am Ufer der Stille" von Jörg Zink)

Freitag, 9. November 2012

Versprecher - Meditation: Machwerk - Machtwerk

Immer wenn wir im Stundengebet den Psalm 135 beten, betet die Schwester die Neben mir sitzt an einer Stelle mit einem Versprecher. Als ich den Psalm heute alleine betrachtet habe habe ich sie innerlich gehört.
Im Psalm heißt es:
"Die Götzen der Heiden sind nur Silber und Gold, ein Machwerk von Menschenhand." 
Aber meine Mitschwester betet immer: "ein MACHTwerk von Menschenhand."
In den Gebetszeiten hat mich das meist irritiert oder sogar genervt, aber heute hat es mich tief berührt, denn ich habe den "Versprecher" in  Verbindung mit den folgenden Versen betrachtet.
Dort heißt es:
"Sie haben einen Mund und reden nicht, Augen und sehen nicht; sie haben Ohren und hören nicht; auch ist kein Hauch in ihrem Mund."
Natürlich trifft das auf Handgefertigte Götzenfiguren zu, keine Frage. Aber in Verbindung mit dem Versprecher ging mir auf:
Viele unserer Machwerke sind "Machtwerke". Werke um über andere zu herrschen. Wenn sie sich auf  unserer "Machtwerke" einlassen, wenn sie die Götzen anbeten, die wir aufstellen, dann gewinnen wir etwas, sei es nun Einfluss, Geld oder Anerkennung. Und natürlich laufen auch wir selbst Gefahr den "Machtwerken" anderer zu verfallen. Und werden wir dann nicht selbst genau so wie es in den Versen heißt? 
Wenn wir uns einlassen auf Machtwerke, dann verschließen wir unsere Augen und Ohren für unsere Mitmenschen und für Gott, wir werden orientierungslos in all unseren anderen Beziehungen, weil dann nicht mehr die Liebe sondern die Macht diese Beziehungen bestimmt.
Wie reich einen doch ein Versprecher beschenken kann. Ich habe heute dadurch einen neuen Anstoß bekommen mich von der Liebe und nicht von Machtstrukturen bestimmen zu lassen. - Danke.

Mittwoch, 7. November 2012

Studium heißt nicht nur pauken

Ich studiere nun schon seit einigen Jahren Theologie, doch jetzt steht das Ende vor der Tür.
Nur noch ein paar Monate und ich habe es hoffentlich geschafft, aber was denn eigentlich?
Im Moment freu ich mich darauf, dass das Pauken ein Ende haben wird, aber "Studium" ist so viel mehr als Wissen in meinen Kopf zu stopfen, gerade wenn es um Theologie geht.
Für uns als Dominikanerinnen meint Studium auch nicht nur das Studieren an einer Hochschule. Studium meint das zu lernen, was gewusst werden muss, um den Menschen auf ihrem Weg zu Gott zur Seite stehen zu können. - Das reicht von Kochen über Pädagogik, Musik  und Psychologie bis hin zur Theologie. 
Aber all das Wissen, was wir uns aneignen, ist nicht für jeden Menschen nötig. Nur wenn wir die Fragen der Menschen und ihre konkrete Situation mit unserem Wissen zusammen vor Gott bringen, werden wir erkennen, was wir durch Wort und Tat verkünden sollen. Dann ist es möglich, dass aus dem "gepaukten Zeug" Frohbotschaft, ja Heilswort Gottes wird.
Damit dies gelingt, hilft es ungemein, auch schon das Pauken auf Gott hin zu öffnen, sozusagen "auf den Knien" bzw. im Gespräch mit Gott zu studieren. Darum ist das Studium selbst eine der Gebetsweisen des Heiligen Dominikus gewesen.
Mir hilft dabei ein Gebet des Heiligen Thomas von Aquin:

Gebet vor dem Studium

"Über alle Worte erhabener Schöpfer, du hast aus den Schätzen deiner Weisheit [alles erschaffen] und die Teile des Universums in höchster Harmonie geordnet.
Du, so sage ich, der du die wahre Quelle des Lichtes und der Weisheit und der überragende Ursprung genannt wirst, du wollest über die Dunkelheiten meines Verstandes den Strahl deiner Klarheit ergießen und von mir die doppelte Dunkelheit nehmen, in der ich geboren bin, nämlich die Sünde und die Unwissenheit. Du, der du die Zungen der Kinder beredt machst, mögest meine Zunge formen und durch deinen Segen Anmut auf meine Lippen ausgießen. Schenke mir beim Erkennen Scharfsinn, beim Behalten Merkfähigkeit, beim Hinzulernen Weite und Leichtigkeit, beim Interpretieren feines Gespür und beim Formulieren die Gnade, mühelos die rechten Worte zu finden.
Du mögest dem Beginn die rechte Grundlage schenken, den Fortgang lenken und den Ausgang vollenden. Du, der du wahrer Gott und wahrer Mensch bist und der du lebst und herrschst in alle Ewigkeit. Amen."

Zufälle

Am Sonntag war ich in unserer Kirche und fand im Gotteslob einen Gebetszettel.
Ein schönes Bild mit Pastellfarben, stehend auf einem Hügel, die Arme weit geöffnet und den Blick gen Himmel gerichtet.
Als ich den Zettel aufschlugn bekam ich zu lesen:

Der auf uns zukommt

Nicht im heftigen Sturm kommt Gott auf Elias zu, nicht im Erdbeben, nicht im Feuer.
Dem sanften Säuseln ausgesetzt, vernimmt Elias Gottes Stimme. ( Vgl. 1Kön. 19, 9a, 11-13)

Es hat mich nachdenklich gemacht. Der Alltag bei mir ist oft laut und schnell.
Ich kann Gott dann oft nicht mehr wahrnehmen. Der Alltag rennt an mir vorbei, und ich kann Gottes Nähe nicht spüren.

Dann ist es gut für mich, mich in die Stille zu begeben und zu hören.
Dann kann ich vielleicht auch die Fragen beantworten, die weiter auf dem Zettel stehen.
Ein Trost bei all dem, was in mir aufkommt, ist dann der Psalm 23, 1-4, der auf der letzten Seite steht:

Der Herr ist mein Hirte, nichts ist mir fehlen......

Montag, 5. November 2012

Ich bin die Neue

...die jetzt auch hier im Blog mitschreiben will!

Ich bin hier in Bethanien die Jüngste, zumindest, wenn man nach der Dauer der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft geht: seit Juli diesen Jahres bin ich auf dem Weg zur Dominikanerin von Bethanien und lebe jetzt im fünften Monat als Kandidatin im Konvent in Erbach.

Wie ich zu den Dominikanerinnen von Bethanien gekommen bin, ist eine längere Geschichte, die konkret mit den Jesuiten in der Katholischen Hochschulgemeinde in Göttingen im September 2006 begonnen hat und hoffentlich hier in und mit dieser Gemeinschaft lebenslänglich weitergeht. Aber das liegt schlussendlich nicht allein in meinen Händen...
Auf jeden Fall bin ich gerade sehr dankbar, hier leben zu dürfen und empfinde es als Geschenk, hier sein zu dürfen und bin gespannt, wie es so mit mir, den Schwestern und dem lebendigen Gott weitergeht. Ein bisschen davon möchte ich hier auf dem Blog erzählen.

Sonntag, 4. November 2012

Studientag

Gestern hat sich unserer Laiengemeinschaft wiederholt zu einem Studientag in Thorn getroffen.

Es war ein sehr dichter Tag, angefüllt mit Informationen, Auseinandersetzung mit sich und seiner Berufung und mit einem Treffen aller Schwestern der Dominikanerinnen von Bethanien von Venlo auf dem Friedhof in Venlo.

Wahrscheinlich werde ich heute nicht alles schreiben können, was ich dort erfahren habe, aber ich bin erfüllt und dankbar für diesen Tag.

Begonnen haben wir mit einem gemeinschaftlichen Morgengebet. Dort hörten wir dann  etwas über den Heiligen Martin von Porres.

Wir haben über sein Wirken erfahren und lernen dürfen, daß dieser gerade für die Laiendominikaner eine wichtige Rolle spielt.

Warum diese so war, kann man hier lesen:
http://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Martin_von_Porres.html

Im Anschluß daran haben wir uns mit der Ordensgeschichte der Dominikanerinnen von Bethanien von Venlo, genauer gesagt mit dem Mutterhaus in Venlo, befaßt.

Am 01. August 1914 wurde dieses Kloster gegründet. Heute steht es zum Verkauf. Am  Mittag hatten wir die Möglichkeit, uns das Kloster von innen anzuschauen.

Man konnte sich vorstellen, wie die Schwestern dort gelebt und gewirkt haben und es war auch schmerzlich zu sehen, daß ein solches Haus nun für einen anderen Zweck bestimmt sein soll.

Dennoch kann ich es verstehen, denn ein solches Haus muß instand gehalten werden, was immer mit erheblichen Kosten verbunden ist. Und wenn ich so recht überlege, sind Dominikanerinnen ja Wanderprediger und nicht auf einen Ort festgelegt.

Angrenzend an das Kloster befindet sich der Friedhof. Dort sind alle Schwestern beigesetzt, die in Venlo gewirkt haben. Gemeinsam mit der Generalpriorin haben wir die Kerzen vorbereitet, die dann nach einer kleinen Feier mit den Schwestern auf die Gräber verteilt wurden.

Für mich war es mehr als ein Ritual. Für mich war spürbar, daß sich Lebende und Verstorbene miteinander verbinden und ich hatte ein Gefühl davon, daß uns viele Fürsprecherinnen auf dem dominikanisch-bethanischen Weg begleiten.

Donnerstag, 1. November 2012

Alle Heiligen

Gestern noch zu Gast in der reformierten Gemeinde - heute saß der reformierte Pfarrer als Gast in unserer Allerheiligenmesse. Wir haben uns so gefreut - und er fand wohl auch gar nicht so schlimm, was wir so erzählt und gesungen haben. Das freut mich dann nochmal mehr, denn schließlich hat unsere Heiligenverehrung ja ein festes biblisches Fundament und es ist gut, wenn man das merkt.
Eine der Lesungen war heute aus dem ersten Johannesbrief, Kapitel 3: "Jetzt sind wir Kinder Gottes, aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir Ihm ähnlich sein werden, wenn Er offenbar wird, denn wir werden Ihn sehen, wie Er ist. Jeder, der dies von Ihm erhofft, heiligt sich, so wie Er heilig ist."
Überhaupt war heute viel davon die Rede, dass wir alle zur Heiligkeit berufen sind und dass das der Sinn des heutigen Tages ist, nicht nur die Verehrung der wenigen namentlich heiliggesprochenen Männer und Frauen. Der Apostel Paulus benutzt das Wort "Heilige" ja z.B. auch für alle Mitglieder der christlichen Gemeinde. Wir alle sollen heilig sein, denn Er ist heilig.
Als wir später zum Grab gingen, um Lichter aufzustellen, dachte ich das noch mal: dort ist eine Darstellung des auferstandenen Jesus mit Maria Magdalena. Er zeigt zum Himmel und sie sieht ihn verständnislos an. Es ist die Szene, wo er sagt: "Halte mich nicht fest. Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott." (Evangelium nach Johannes, Kapitel 20). Ich denke, genauso geht es uns oft: wir alle sind zur Heiligkeit berufen, nur verstehen wir oft nicht, wie nahe Gott uns ist und wie sehr er unser Leben und unsere Welt heiligen könnte, wenn wir ihn nur ließen. Allerheiligen ist eine gute Gelegenheit, sich wieder daran zu erinnern.

Mittwoch, 31. Oktober 2012

Reformation

Ursprünglich war der Heilige Dominikus ausgezogen, um den Katharern (später Ketzern) den rechten Glauben zu predigen. Das ist jetzt fast 800 Jahre her und in dieser Zeit hat sich in der Kirche ja so einiges getan.
Man kann über die heutige Kirche meckern wie man will: ich finde es schön, dass vieles möglich ist, was noch vor einem halben Jahrhundert völlig undenkbar gewesen wäre. Das musste ich heute abend denken, als - ausgerechnet am Reformationstag! - unser dominikanischer Mitbruder Frank in die benachbarte evangelische Gemeinde kam, um dort die Predigt  zu halten. Eben nicht um zu bekehren, sondern einfach als Gastprediger.. Einige von uns Schwestern waren natürlich auch da und brachten vom gemütlichen Beisammensein nach dem Gottesdienst sogar noch ein Souvenir mit: "Echte Lutherkekse"!   

Die Nonnen von Lage, Teil III: Stille

Neulich waren die Firmlinge unseres Pfarrverbandes bei uns in Waldniel zu Besuch. Wir haben einen sehr schönen Gottesdienst gefeiert und sie waren auch interessiert und freundlich. Bei der Vorbereitung hatte Sr. Katharina ausdrücklich darauf geachtet, keine zu langen Phasen der Stille einzubauen - trotzdem hatte ich das Gefühl, dass es einigen der Jugendlichen extrem schwer fiel, diese Momente auszuhalten. Kein Wunder: Wir reden nicht umsonst von der Reizüberflutung in unserer Gesellschaft.
Wie wäre es diesen Jugendlichen wohl in Lage ergangen? Hier habe ich während meiner Exerzitien eine beeindruckende Form von Reizreduzierung erlebt. Ich hoffe, meine Lager Mitschwestern verzeihen mir, wenn ich ein bisschen aus der Klausur plaudere, aber die Szene war für mich wirklich beispielhaft.
Das Refektorium in Lage: schlicht
Normalerweise wird in Lage beim Essen geschwiegen. Mittags gibt es eine Tischlesung und sonntags wird zu allen drei Mahlzeiten klassische Musik gespielt. An diesem Sonntag hatten die Nonnen einen Spielfilm gesehen. (Ich nicht, ich war ja in Exerzitien.) Das machen sie natürlich nicht oft, vielleicht hatten sie die DVD geschenkt bekommen. Jedenfalls hatten sie zwischen Non und Vesper einen sehr beeindruckenden Film gesehen. Beim Abendessen sagte die Priorin dann in die Stille hinein: "Wir lassen die Musik heute mal weg. Ich denke, wir haben ja alle noch mit dem Film zu tun."
Die Landschaft draußen:
auch nicht aufregend.
Genau richtig für meditative Spaziergänge!
Das ist Reizreduzierung, und ich meine, davon bräuchte unsere Gesellschaft mehr: Man hat etwas gesehen, gehört, geschmeckt, gelesen, gefühlt, erfahren - und anstatt dass wir es auskosten, verkosten, genießen und auf uns wirken lassen, wollen wir entweder immer mehr oder eilen direkt zum nächsten. Am besten immer mehrere Dinge gleichzeitig, als "multitasking" auch noch als eine erstrebenswerte Fähigkeit gepriesen. 
In Lage lerne ich, dass es nicht darauf ankommt, möglichst viel und vielerlei wahllos in meine Zeit zu stopfen. Viel wichtiger wird mir allmählich, eine bessere Auswahl zu treffen - und damit in die Tiefe zu gehen, mich davon verändern zu lassen. Denn in dieser Tiefe - dort wartet Gott.

Sonntag, 28. Oktober 2012

Stehplatz in der Ewigkeit

Sonntag morgen in der Spülküche. Sr. Anna und Sr. Berta erledigen eifrig das Frühstücksgeschirr.
Sr. Clara kommt dazu: "Ihr seid ja ganz allein! Ihr seid aber tüchtig! Ich helf euch schnell."
Sr. Berta: "Danke. Aber bedauern musst Du uns nicht, wir polieren ja schließlich an unserem goldenen Stühlchen im Himmel."
Clara: "???"
Berta: "Ja, so'n goldenes Stühlchen braucht doch jede von uns später mal. Oder wolltest Du in der Ewigkeit einen Stehplatz haben?"
Clara: "Och, ich bin ziemlich standfest!"


(Namen geändert)

Freitag, 26. Oktober 2012

Die Nonnen von Lage, Teil II: Nonnen? Schwestern?

 Als ich "Die Nonnen von Lage, Teil I" geschrieben habe, bin ich sofort gefragt worden: ja, was heißt das denn "monastisch, kontemplativ"? Und was ist "apostolisch tätig"? 
Nun, zunächst mal vorneweg: ich mag diese Begriffe nicht besonders, denn m.E. steckt man damit leicht Leute in Schubladen, und dann passen sie doch nie ganz. Ich werde mal versuchen, die beiden Kategorien zu erklären, aber ich orientiere mich hier v.a. an den Schwestern von Bethanien und an den Nonnen von Lage: es gibt so viele Ordensfrauen, dass es auf jeden Fall welche gibt, auf die das unten Stehende nicht genau zutrifft!
Apostolisch tätig nennt man die Ordensleute, die einer meist sozialen Arbeit außerhalb ihrer Gemeinschaft nachgehen. Sie haben ein "Apostolat", ein Werk, einen Auftrag, z.B. Krankenhäuser oder Schulen, Altenheime oder Kinderdörfer, sie arbeiten mit Menschen in Not oder in der Pfarrseelsorge etc.. Solche Ordensfreuen nennen sich "Schwestern". Die Kraft für ihre Arbeit kommt aus dem Gebet, meistens beten sie täglich zwei-dreimal gemeinsam, morgens die Laudes und abends die Vesper und nach Möglichkeit besuchen sie täglich die Heilige Messe. Außerdem meditieren sie individuell, das müssen sie irgendwo in ihren Arbeitsalltag einfügen.
Der Innenhof in Lage
"Nonnen" führen ein völlig anderes Leben, eben "monastisch und kontemplativ". Ihre erste Aufgabe ist das Gebet. Sie haben täglich sieben gemeinsame Gebetsweisen, ganz so, wie es sich schon vor Jahrhunderten in den Klöstern entwickelt hat. Dieses "Offizium" besteht aus Lesehore, Laudes, Terz, Sext, Non, Vesper und Komplet, dazu kommt täglich die Heilige Messe. Darüber hinaus haben die Nonnen täglich mehrere Stunden "Betrachtungszeit". Das ist in etwa vergleichbar mit den Meditationen der Schwestern, nur dass es fest in den Tagesablauf eingeplant ist: alle in der Gemeinschaft haben zur gleichen Zeit eine Stunde zum Beten frei. Und weil es so viel Zeit dafür gibt, ändert sich mit den Jahren auch die Art des Gebetes - es wird zur Kontemplation.
Natürlich müssen die Nonnen auch von irgendetwas leben. Manche haben eine Hostienbäckerei oder sie sticken Paramente (Priestergewänder usw.), das sind klassische Tätigkeiten für Nonnen, weil man dafür das Haus nicht verlassen muss. Denn das tun Nonnen nicht. Sie haben sich freiwillig eingesperrt und verlassen das Haus nur in wirklich wichtigen Fällen, wenn es gar nicht anders geht, z.B. für Arztbesuche. 
Das ist mal ein erster Versuch einer ziemlich groben Unterscheidung. In den nächsten Tagen möchte ich gerne zu dem einen oder anderen Punkt noch ein bisschen mehr schreiben. Aber eines kann ich jetzt schon sagen: überall gibt es Extremisten und Fanatiker. Aber die Nonnen von Lage sind weder das eine noch das andere. Sie betrachten die Gesetze und Regeln ihres Standes durchaus pragmatisch: was notwendig ist, wird getan, aber was das (geistliche) Leben behindert, wird geändert. Das gilt beim Gebet, bei der Klausur, beim Schweigen. Aber dazu später mehr...


Donnerstag, 25. Oktober 2012

Gebt den Kindern das Kommando

Seit Mittwoch Abend läuft in SWR 1 die Hitparade.
Dort werden die besten 1000 „Hits“ die die Hörer gewählt haben werden in den kommenden Tagen gespielt.
Heute Nachmittag lief  das Lied von Herbert Grönemeyer (Gebt den Kindern das Kommand)  und ich konnte nostalgischen Gedanken nicht mehr ausweichen.
Prompt ging mir durch den Kopf ,wie das mit den Kindern heute so aussieht.
Was würde passieren, wenn wir den Kindern das Kommando gäben?

Da fällt mir das Wort Partizipation ein, das in aller Munde ist und auch im Kindergarten seinen Platz haben soll.
Genauso wie die Sprachförderung, Gewaltpräventionsprogramme und vielzählige andere Bildungsprogramme für Kinder mit und ohne Migrationshintergrund.  

Es hat oft was von „Kopf auf – Bildung rein – Kopf zu.“
Vielleicht war es auch ein guter Einfall daß eine Firma das Thema aufgenommen hat, damit Erwachsenen über unsere „Zukunft“  Kinder mal wieder nachdenken und sich auf wesentliches beschränken und dem Bildungswahnsinn den Kampf ansagen.

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 (Werbung bitte wegdenken)

Bildung und Chancengleichheit ist wichtig und wendet Not!
Das alles geht aber nicht durch Schnellschüsse und Sparmaßnahmen. Kinder kosten, sie geben das aber um ein vielfaches wieder an uns (unsere Gesellschaft) zurück.

Dann frage ich mich, wie Jesus das wohl gesehen hätte. Es gibt viele Stellen in der Bibel die davon erzählen, wie Jesus zu Kindern stand.
Was wäre wohl wenn wir so würden, wie wir mal waren?
Kinder…

Vielleicht wären wir geduldiger, unbeschwerter, angstfreier versöhnlicher.
Wenn uns das gelänge, wäre unser Vertrauen auf Gott, auf unser aller Vater, möglicherweise um ein vielfaches stärker.
Ich wünsche mir, diesen Gedanken in mir zutragen und vielleicht nicht alles so schwer zu nehmen.

Hoffentlich  schaffen  wir es bald wieder, Kinder SEIN zu lassen und sie wachsen und werden lassen.

Hoffentlich gibt es bald wieder zahlreiche,  ernsthafte Politiker, die Kinder in den Blick  nehmen und sich es zu einer Herzensangelegenheit machen, auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen, um daraus folgend ein kindgerechtes Bildungsprogramm zu schaffen.


Mittwoch, 24. Oktober 2012

Die Nonnen von Lage, Teil I: Einleitung

Vor wenigen Tagen bin ich aus den Exerzitien wiedergekommen. Ich war in Rieste-Lage, bei Osnabrück. Dort leben Dominikanernonnen im Kloster "Zum gekreuzigten Erlöser". Sie sind unsere Mitschwestern im Heiligen Dominikus. Da gibt's natürlich ziemlich viele, aber gerade diese kleine Gemeinschaft ist uns Schwestern in Bethanien und besonders in Waldniel besonders nahe. 
Eigentlich komisch, denn wir sind so unterschiedlich wie nur was - wirklich! Aber diese Verbundenheit liegt daran, dass wir schon einige schwere Zeiten zusammen durchgemacht haben. Die Details würden hier zu weit führen.
Jedenfalls liebe ich Lage! Ich habe inzwischen geklärt, dass ich nicht zum monastischen, "kontemplativen" Leben berufen bin, also zum Leben mit dieser Art von Klausur und Gebet. Ich will schon in meiner "apostolisch tätigen" Gemeinschaft bleiben. Aber ich bin davon fasziniert. Immer wieder finde ich dort die Ruhe, die ich brauche, um wieder weiter zu können in meinem Alltag. Drum möchte ich hier ein bisschen von Lage erzählen... 


Fortsetzung folgt

Samstag, 20. Oktober 2012

Kontemplation

Hier ein Text von Andreas Knapp als kleines Mitbringsel aus meinen Exerzitien:

Kontemplation

Beim Zählen der Sterne
lachend immer wieder
von vorn beginnen

In der Zeitvergessenheit
der Brandung
Atem schöpfen

Den Zugvögeln
einfach nur zuschauen
wenn sie weiterziehen

Den Duft der Rose
ungepflückt
verschweben lassen

Lauschen auf die Stille
nach dem Wort

Nicht mehr fragen mussen
was bringt's

Warten ohne Erwartungen
absichtslos bei dir sein

Daran Genüge finden


Mittwoch, 17. Oktober 2012

Glaubenssätze

Am Sonntag hatte ich geplant mit ein Paar Frauen zur Bruder Klaus Kapelle in die Eifel zu fahren.
Leider kam mir eine hässliche Grippe dazwischen.
Bis in die Sonntagsmesse hab ich es dann aber doch geschafft. Dort konnte ich unsere Gruppe dann treffen und persönlich absagen.
Wir hatten eine kleine Andacht geplant und dabei wurde ich auf diese Glaubenssätze von Dietrich Bonhoeffer aufmerksam.
 Vielleicht ist es gut sich im Jahr des Glaubens mit den eigenen Glaubenssätzen auseinander zu setzen. Vielleicht finden wir ein Gegenüber mit dem wir darüber sprechen können. 
Und vielleicht können wir für Andere Hoffnung sein wenn wir über unseren Glauben sprechen.



"Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will.
Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen.

Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.
In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube, dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.

Ich glaube, dass Gott... auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet."

Dietrich Bonhoeffer

Dienstag, 16. Oktober 2012

Der Drachen ist weg!

Ein unbekannter hat im Emsland ein Ölgemälde zerstört.
Sicherlich kann man über Kunst streiten, dennoch ist es ein Werk, andem ein Künstler viele Stunden gearbeitet hat.
Der Pfarrer äußert sich dazu sehr barmherzig, denn er möchte nur das fehlende "Stück" zurück.
http://www.spiegel.de/panorama/salzbergen-unbekannte-schneiden-teufelsbildnis-aus-oelgemaelde-a-861627.html

Freitag, 12. Oktober 2012

Jahr des Glaubens

Gestern hat sich unsere Laiengemeinschaft erneut in Waldniel getroffen.
Wie immer haben wir die Aufgaben aufgeteilt und ich habe den  geistlichen Impuls mit Gebet vorbereitet.
Beim Vorbereiten traf ich auf eine Meditation zu einem Marienbild in Verbindung mit Pater Lataste.
http://en.wikipedia.org/wiki/Mater_Admirabilis
Ich bin auf Umwegen zu den Dominikanerinnen von Bethanien gekommen und zugegeben:
Maria ist war für mich bis vor kurzem eine Frau  mit der ich große Schwierigkeiten hatte.
Dafür gibt es viele Gründe, die vor allem in meiner Vergangenheit liegen.
Das Schöne ist:
Ich habe Maria nun kennengelernt als eine starke selbstbewußte Frau, eine glaubensstarke Frau, die sich den Schwierigkeiten ihres Lebens gestellt hat.
Immer im Vertrauen auf Gott.
Wie passend dieses Thema am Donnerstag abend war wurde mir dann erst klar, als ich feststellte daß gestern das Jahr des Glaubens begonnen hat.
Zugegeben, ich bin eigentlich keine Freundin von Tagen und Jahren mit bestimmten Themen. Aber im Jahr des Glaubens hoffe ich auf viele gute Begegnungen mit Menschen.
Ich hoffe auf gute und ehrliche Gespräche und hoffe, daß ich Maria als Schwester im Glauben weiter erfahren darf.

Leer werden

"Kein Gefäß kann zweierlei Trank in sich fassen. Soll es Wein enthalten, so muss man notgedrungen das Wasser ausgießen; das Gefäß muss leer und ledig werden. Darum: sollst du göttliche Freude und Gott aufnehmen, so musst du notwendig die Kreaturen ausgießen."

Meister Ekkehard, dominikanischer Mystiker

Damit verabschiede ich mich in die Exerzitien, bis später!

Montag, 8. Oktober 2012

Viel Lärm um nichts?

Heute abend ist eine unserer Schwestern verloren gegangen. In den Zug gestiegen, aber nicht zur rechten Zeit am rechten Ort angekommen. Eigentlich keine große Sache, möchte man meinen. Vielleicht war nur der Zug verspätet und sie hat den Anschluss verpasst. Aber: inzwischen ist es dunkel, sie ist in einer fremden Stadt und auch nicht mehr die Jüngste - und außerdem hat sie kein Handy.
Also fangen wir hier an, uns kollektiv Sorgen zu machen. Erschwerend kommt hinzu, dass alle, die irgendetwas Relevantes wissen könnten, gerade außer Haus sind und ebenfalls keine Handies dabei haben. Sozusagen extrem erschwerte Kommunikationsbedingungen.
Als ich von der Sitzung des Gemeindeausschusses zurück kam, hing ein Zettel an meiner Tür: sie ist wieder aufgetaucht. Die Details werde ich wohl morgen erfahren, aber vermutlich war es viel Lärm um nichts. Und ich frage mich: wie haben wir Jahre und Jahrzehnte ohne Handies überlebt? Waren unsere Mütter jedes Mal so aufgeregt, wenn wir mal nicht pünktlich waren? Oder waren wir vielleicht einfach immer pünktlich, weil es noch eine andere Bahn war? Ich weiß es nicht, ich weiß es einfach nicht mehr...