Mittwoch, 13. März 2013

Stummer Jubel

Wir Dominikanerinnen in Waldniel sind in einer großen Verlegenheit! Das Konklave hat begonnen, bald, vielleicht schon sehr bald wird in Rom weißer Rauch aufsteigen. "Habemus papam", "Wir haben einen Papst!" wird ausgerufen werden. Alle katholischen Kirchen auf der ganzen Welt werden läuten, was die Glocken eben hergeben - nur wir nicht. Die kleine Glocke unserer Kapelle wird stumm bleiben. 
Wieso?
Ist es irgendeine seltsame Art des Protestes? Nein. Die Glocke ist schlicht und einfach wieder einmal kaputt. Die Reparatur (vorläufig) zu teuer.
Nun kann man "mit ohne" Glockengeläut leben (auch wenn es für ein Kloster echt komisch ist) - aber beim "Habemus papam" nicht läuten zu können... Eine schreckliche Vorstellung!
Was ist da zu tun?
Wir haben verschiedene Möglichkeiten erwogen: mit der Handglocke durchs Kinderdorf laufen usw. Es war nichts Gescheites dabei. Aber jetzt machte eine Schwester einen wirklich guten Vorschlag: vielleicht sollten wir mal unseren Freund Arne fragen, der könnte für uns läuten. Ob er das wohl tun würde? Er ist wirklich nett, wir kennen ihn gut, er wohnt direkt nebenan. Aber irgendwie habe ich doch Hemmungen, ihn zu fragen...
Arne ist der evangelische Pastor des Ortes...  :-)

Kommentare:

  1. Auf die Schnelle einüben:
    Liszt, Ihr Glocken von Marling.
    Und den Text abändern in "Ihr Glocken von Roma". ;-)

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  2. Pfarrer Arne hat per email geantwortet und schrieb, ich dürfte es für ihn hier einfügen: "Ich würde ja fast alles für Euch tun, aber da wäre die Verwirrung vermutlich doch zu groß, wenn wir plötzlich für den Papst läuten würden. Als Josef Ratzinger vor 8 Jahren gewählt wurde, stand ich zufällig mit Thorsten (dem katholischen Pfarrer, Anm. Sr. B.)) und einem Gast aus unserer Partnergemeinde unter den Glocken von St. Michael, als die Papstwahl durch Festgeläut bekannt gegeben wurde. Das fand ich schon sehr ökumenisch.
    Ich wünsche Euch jedenfalls, dass das Konklave einen Papst findet, der die katholische Kirche durch die Herausforderungen unserer Zeit führen kann. Ich persönlich würde mich über einen Asiaten, Afrikaner oder Südamerikaner freuen."

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  3. Marianne PaßlickSonntag, 17 März, 2013

    Hätte der evangelische Pfarrer Ihnen aus der Verlegenheit geholfen, wäre daß echte gelebte Ökumene und Freundschaft gewesen.

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