Donnerstag, 16. Juli 2015

Freiwillig? Naja...

... oder Zölibatversteher Teil 2:
Gestern habe ich über die Einsamkeit geschrieben und darüber, dass ich mir den Zölibat ja freiwillig ausgesucht habe. Die darauf folgenden Kommentare haben mich zu einer Zölibatsversteher-Reihe angeregt. Erster Teil war gestern, zweiter heute, wie viele es noch werden, hängt von euren Kommentaren ab! :)
Erster berechtigter (!) Einwand: der Zölibat ist nicht ganz so freiwillig, wie ich es dargestellt habe. Schließlich kann in der römisch katholischen Kirche niemand Priester werden, der nicht das Gelübde der Ehelosigkeit akzeptiert (von einigen speziellen Ausnahmen abgesehen).
Für die klassischen Orden gilt das auch: z.B. kann keine Frau in unserer Gemeinschaft Schwester werden, ohne das Gelübde der "Keuschheit in Ehelosigkeit" abzulegen. (Ich halte den Einwand für berechtigt, trotzdem widerspreche ich. Damit es klarer wird, überspitze ich die Diskussion mal etwas.)
"Ist das nicht Erpressung?"
.
Denn es muss ja kein Mann Priester und keine Frau Dominikanerin werden. Es gibt andere Berufe, die seelsorgliche Tätigkeiten ermöglichen, z.B. Diakon oder Pastoralreferent, und es gibt andere Möglichkeiten, der Dominikanischen Familie beizutreten, z.B. die Laiengemeinschaften. Aber wer diese eine spezielle Form (Priester/Schwester) wählt, muss die Bedingung des Zölibates akzeptieren.
"Typisch katholische Kirche!"
Ne, eigentlich nicht.
Eigentlich ist es doch bei den meisten Berufen so, dass man bestimmte Voraussetzungen mitbringen muss. Wer Polizist/in werden will, darf nicht einmal ein auffälliges Tattoo oder Piercing haben. Und jeder Beruf bringt seine eigenen Bedingungen mit sich: Kranken- und Altenpfleger werden kaum um den Schichtdienst herumkommen, und wer nicht schwindelfrei ist oder am liebsten drinnen arbeitet, sollte besser nicht Dachdecker werden. 
Mit anderen Worten: Augen auf bei der Berufswahl!

P.S.: Ich weiß natürlich, dass das jetzt sehr provozierend formuliert ist und nur einen kleinen Teilaspekt des Themas trifft, aber das musste eben auch mal gesagt werden. Ich fange aber mit dem dritten Teil lieber schon mal an...

Kommentare:

  1. Schwester Barbara sie wissen schon, dass das Zölibat für Priester in der Bibel nicht vorkommt? Es wäre also nicht notwendig, dass Männer die sich zum Priester berufen fühlen im Zölibat leben. Es ist auf keinen Fall eine Qualifikation für den Priesterberuf wie Sie meinen. Sonst könnte in der anglikanischen und altkatholischen Kirche keiner Priester werden.
    Ansonsten ist der Zölibat eine Lebensform für Christen, die jeder eingehen kann, der sich dazu berufen fühlt. Das geht auch außerhalb eines Ordens.

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    1. Ja, der Zölibat wurde einige Jahrhunderte nach Christus eingeführt. Nichtsdestotrotz ist er heute eine Bedingung für das Priesteramt in der römisch-katholischen Kirche. Nur darum ging es mir hier. Die Alternative der altkatholischen und anglikanischen Kirche verstärkt mein Argument, dass ja niemand die zölibatäre Priestervariante wählen muss. Es gibt andere Möglichkeiten, Gott zu dienen. Aber wer röm.-kath. Priester werden will, wählt auch den Zölibat - oder nimmt ihn zumindest in Kauf.

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    2. Okay, also mein Lieblingsthema: Die Vorraussetzung dafür, in der römisch-katholischen Kirche Priester zu werden ist es, ein Mann zu sein aber dieses Mannsein im "leiblichen" Bereich nicht ausleben zu dürfen. Irgendwie macht das für mcih wenig Sinn und ich lese das so auch nicht aus der Bibel.

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    3. In dieser "gezähmten" Form bietet der Kommentar praktisch keine Angriffsfläche mehr. :) Das Thema scheint mir sehr wichtig, deshalb kommt der nächste Artikel ausführlich dazu.

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