Unsere Graugänse sind zurück. Im letzten Jahr war es ein Paar, das an unserem Weiher nistete, bis ihre fünf Jungen groß genug waren, dann ist die Familie in den Süden gezogen. Jetzt sind sie wieder da, wie viele können wir nicht genau sagen, aber mindestens sechs. Sie machen einen unglaublichen Radau und fliegen gern schon mal paarweise durch die Gegend und über unser Haus hinweg - Frühling halt.
Ich habe mehrere Mitschwestern, die vom Land kommen. Die haben mir versichert, dass Mastgänse nicht fliegen können. Man muss ihnen nicht die Flügel stutzen oder so. Sie schaffen es einfach nicht über den Zaun. Wieso bloß, es ist doch das gleiche Tier! Nun, vermutlich haben die Mastgänse im Laufe von Jahrhunderten der Zucht und Hofhaltung das Fliegen einfach gründlich verlernt.
Warum erzähle ich das? Weil ich glaube, dass uns Menschen beim Beten etwas ähnliches passiert. In welche Höhen und in welche Freiheit will Gott uns locken! Immer wieder hören wir von seinen Wundern - und die sind nicht etwa 2.000 Jahre alt, sondern können jederzeit passieren, jedem von uns. Der Heilige Geist Gottes weht, wann und wo er will. Und wir? Sitzen ängstlich am Boden und sagen: aber das hab ich ja noch nie gemacht. Wind zerzaust mir die Frisur und fliegen habe ich nie geübt. Ich bleibe lieber in meinem Pfarr-Hof, da weiß ich Bescheid und brauche mich nicht vor Überraschungen zu fürchten.
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