Montag, 6. September 2010

"Mahl mit den Sündern"

Sieger Köder hat ein berühmtes Bid gemalt, das er "Mahl mit den Sündern" genannt hat. Jesus hält Mahl mit allen Ausgestoßenen unserer Gesellschaft: Farbigen, Behinderten, Kranken, Stigmatisierten. Viele von uns haben dieses Bild schon oft meditiert. Aber noch nie habe ich dieses Bild gelebt!
Heute ist Labour Day, ein nationaler Feiertag zum Ende der Sommerferien, und Ruth und Kathleen haben die gesamte bethanische Gemeinschaft zu einem Barbecue eingeladen, bei dem jeder etwas mitgebracht hat. 
Wir beginnen um 12:00 h mit der Eucharistiefeier. P.Wayne lädt uns zu Beginn der Messe ein, uns kurz vorzustellen und zu sagen, was uns hierher geführt hat. Eine interessante Gesellschaft, Evangelium so konkret, wie ich es noch nie erlebt habe: der ehemalige Inhaftierte, der 29 Jahre gesessen hat, der Bruder eines Inhaftierten mit seiner Familie, die Freiwillige, die seit einigen Jahren nach Norfolk geht, der schwer behinderte Ex-Gefangene, der nun Laiendominikaner ist, der ehemalige Kriminelle, den P.Wayne im Gefängnis getauft hat, die Josephsschwester, das befreundete Ehepaar, das mit den Enkeln gekommen ist - eine bunt zusammengewürfelte Gesellschaft. Und alle haben dasselbe Recht, hier zu sein, an der Eucharistiefeier teilzunehmen und am anschließenden Festmahl, denn wir alle sind Sünder, die die Barmherzigkeit Gottes erfahren haben und aus seiner Gnade leben. 
"Ich bin zwar der, der als Priester der Eucharistie vorsteht, aber eigentlich sind wir alle es, die diese Eucharistie feiern, denn wir alle sind der Leib Christi", sagt P.Wayne bei der Eröffnung. Und so ist es: ein buntes Fest, das alle Grenzen sprengt, weil Christus alle Grenzen gesprengt hat. Das macht uns zu Schwestern und Brüdern. Die neue Wirklichkeit hat bereits begonnen, das Königreich Gottes ist schon da, mitten unter uns. P.Lataste hat es vor fast 150 Jahren bereits erfahren, und hier setzt es sich fort. Welche Gnade, daran teilhaben zu dürfen!
Sr. Sara, z.Zt. Norfolk, USA

Kommentare:

  1. As one of the sinners in attendance, I can tell you that it was a blessing to be there. What a joy to be with my brothers and sisters!

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  2. Regarding the picture, where the caption asks, "Who is the priest and who is the ex-felon?" From the angle that picture is taken, you can't tell. But if the picture were taken of their feet, it would be easy to tell. The felon would be the one wearing an ankle bracelet.

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