Montag, 1. Oktober 2012

Tut nix

Gestern ist es mir passiert - was ich bisher immer nur als Witz erzählt oder gehört habe, ist mir tatsächlich passiert. Ich habe einen wunderbaren frühherbstlichen Spaziergang gemacht durch Feld und Wald bei herrlichem Wetter, da kommt mir ein Mann mit zwei Hunden entgegen. Ich war schon einigen Hunden auf dem Weg begegnet, alle angeleint und freundlich. Aber diese, relativ groß, waren anders. Erstens sehr lebhaft und zweitens war nur der eine an der Leine. Der andere stürzte sich sofort auf mich, kaum dass er mich entdeckt hatte. Ich bin ganz langsam weitergegangen und habe den Hund nicht angesehen - hab mal gelesen, dass das das Beste sei.
Aber dieser Hund ließ nicht von mir ab, sprang laut bellend um mich rum, an mir hoch. Ach ja: muss ich betonen, dass ich Hunde nicht mag? Wenn sie lieb sind und ein bisschen auf Abstand bleiben, dann geht es, alles andere muss ich echt nicht haben.
Ich sage also zum Besitzer. "Können Sie bitte Ihren Hund zurückrufen?" Er müht sich auch nach Kräften, kämpft aber gleichzeitig mit dem anderen Vieh an der Leine - und natürlich hört Fiffi (oder Hasso oder wie auch immer) nicht die Spur auf sein Rufen. 
Dann kam der Satz. Der Satz, den alle Hundebesitzer in dieser Situationen sagen und der als Pointe in einem Witz schon ausgelaugt wäre, aber er kam wirklich: "Der tut nichts, der will nur spielen."
Mein Spazierweg am 30.09.2012!
Aus verständlichen Gründen gibt es
kein Bild der Hunde... ;-)
In dem Moment spüre ich Fiffis Zähne an meinem Arm (ich hatte wegen des warmen Tages meine Ärmel hochgestreift) und rufe diesmal schon ziemlich laut: "Können Sie nicht endlich Ihren Hund zurückrufen?" Darauf antwortet Fiffis Ernährer ("Herrchen" kann man wohl kaum sagen) doch tatsächlich: "Was glauben Sie, was ich die ganze Zeit tue?" und wiederholt kurz darauf, als Fiffi sich dann doch einfangen lässt, noch einmal: "Der will nur spielen."
Was sagt man dazu? Eigentlich nur eins: "Ach ja? Ich aber nicht!"

P.S.: nächstes Mal schreibe ich wieder was Frommes, versprochen. Aber manchmal muss man auch Dampf ablassen.

Kommentare:

  1. In Berlin herrscht eine wahrer Hundekult. Der geht bis dahin, daß, als ein Polizist ein Hunderl erschoß, weil das liebe, verspielte Tierchen gerade einem Kind das Gesicht zerfetzt hatte, wütende Proteste von Tierschützern hagelten, einen "Trauermarsch" für Hunderl gab es auch.
    In einem anderen Fall, wo das Opfer ebenfalls ein Kind war, wurde lange debattiert, der Hund solle keineswegs eingeschläfert werden, sondern psychologische Betreuung erhalten. Daß vielleicht ein Kind mit höllischen Schmerzen und entstelltem Gesicht mehr Anspruch auf psychologische Betreuung hätte, kam in der Diskussion nicht vor.
    (Du merkst schon, ich kann auch nicht so mit Hunden.)

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  2. Danke für die Solidarität! :) Vielleicht sollte ich hinzufügen, dass ich Hunde wohl vor allem deshalb nicht mag, weil mir schon zu viele schlecht oder gar nicht erzogene Exemplare begegnet sind. Bei Katzen ist das anders: die kann man nicht erziehen. Die fallen aber auch niemanden an (normalerweise).
    Barbara

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