Übersetzt heißt das Restaurant "Zur Ostgrenze" und die lettische Freundin, die es mir gezeigt hat, versicherte mir, dass sich dort in den letzten 20 Jahren nicht viel geändert hat. Die Erinnerung an die gute alte Sowjetzeit wird erfolgreich aufrecht gehalten, in der Raumgestaltung, im abendlichen Bühnenprogramm.
Wir haben uns gefragt, wer hier herkommt. Touristen natürlich. Und Russen, die ja 60% der Bevölkerung Rigas ausmachen. Letten dürften wohl eher selten unter den Gästen sein. Die Eltern meiner Freundin beispielsweise würden nie hier herkommen.
Mit ihr spreche ich oft über ihr Land und ihr Volk und wie die wechselnden Besatzungen sie geprägt haben. Sie kennt das alles aus eigener (Familien-)Erfahrung - und gehört doch zur ersten Generation von Letten überhaupt (!) die 20 Jahre in Freiheit und nationaler Selbstbestimmung erlebt hat. Eine Generation, für die Hammer und Sichel nur eine skurrile Deko für die Touristen und die Ewiggestrigen ist.
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