Freitag, 29. April 2011

Strandspaziergang

Neulich bin ich am Strand spazierengegangen. Es war kurz nach Ostern, ich dementsprechend voller frommer und froher Gedanken. Bei herrlichem Sonnenschein hatte es schon einige Leute ans Meer gelockt, allerdings war der Strand noch nicht für die Saison "geputzt", überall lag noch das Treibholz und der Müll des Winters.
Plötzlich sah ich im Gegenlicht mit dem Rücken zu mir einen älteren Mann stehen, der offensichtlich gerade aus dem Wasser gekommen war, jedenfalls trocknete er sich mit einem großen Badetuch ab. "Potzblitz! So warm ist es doch auch noch nicht!" Indem ich das dachte, ließ er das Tuch sinken und - war darunter splitterfasernackt.
Damit nicht genug: Als ich wegsah, fiel mein Blick auf seinen Hund. Der hatte gerade die schmutzigste Pfütze des ganzen Strandes entdeckt, rannte begeistert darauf zu, um sich rücklings hineinzustürzen und wohlig darin zu wälzen.
Ich kann nicht genau sagen, was es war, aber die beiden passten zueinander. Die ganze Szene hatte etwas ausgesprochen Surreales. Hätte man genügend Zeit und die entsprechende Begabung, man sollte sich davon zu einem absurden Theaterstück oder einem nihilistischen Roman anregen lassen. Titel könnte sein: "Strandspaziergang"

Kommentare:

  1. Köstlich :). Und man stelle sich vor, wie absurd die Szene gewesen wäre, wenn der Hund ein Badetuch getragen und der Mann sich nackt in der Pfütze gewälzt hätte! :D

    herzliche Grüße!
    Giannina

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  2. Ja genau! Es hätte meine Überraschung nicht mehr wesentlich gesteigert... ;-)

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