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Dienstag, 19. Mai 2015

Erstkommunion im Kinderdorf

Neulich hatten wir ein wirklich besonderes Fest im Kinderdorf: Jenni* hatte sich dazu entschieden, katholisch zu werden.
Sowas kommt bei uns öfter mal vor. Kinder und Jugendliche, die keiner Konfession angehören oder muslimisch sind, lassen sich taufen, und manchmal konvertieren auch welche, die evangelisch sind, zur katholischen Kirche, so wie jetzt Jenni. 
Uns Erwachsenen ist dabei ganz wichtig, dass wir in keiner Weise aktiv missionieren oder die Kids gar bedrängen. Wir nehmen alle so, wie sie sind, und wer einen anderen Glauben hat als den katholischen, kann den auch leben. Allerdings leben wir als Gemeinschaft natürlich schon katholisch, d.h. wir feiern sonntags die Heilige Messe und übers Jahr verteilt allerlei christliche und manchmal speziell katholische Feste. 
Es ist eben nicht egal, wie man lebt und was man glaubt. Wir merken es in jeder Familienmesse: ob ein Ritual mit Leben gefüllt ist und mit Überzeugung gefeiert wird, oder ob es eine leere und tote Hülle ist, die ohne Verständnis absolviert wird, ist ein Riesenunterschied. Das spüren auch unsere Kinder. Und so will eben immer wieder mal eines ganz dazu gehören, zu dieser Gemeinschaft, die das alles mit Sinn füllt.
Wir hätten mit Jenni auch ihre Konfirmation gefeiert, wenn sie diesen Sinn in der evangelischen Kirche gefunden hätte. So aber wurde es eine verspätete Erstkommunion, ein wunderbares Fest, das sie mit ihrer Kinderdorffamilie, den Paten, einigen Verwandten und Freunden sowie den Schwestern feierte - sozusagen im kleinen Kreis.
Willkommen im Club!

*Name geändert

Freitag, 16. Januar 2015

Katholiken und Muslime

Es reicht!
Also ich meine: es reicht wirklich.
Bevor mir jetzt wieder jemand Blauäugigkeit unterstellt: Ja, ich habe mitbekommen, was in Paris passiert ist. Und in Nigeria - obwohl die Presse da eher zurückhaltend war. Und ich weiß, dass laut Weltverfolgungsindex von opendoors 18 der 20 Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden, islamisch sind. Ich habe mich übrigens auch mehrfach öffentlich zu all dem geäußert, v.a. zur Christenverfolgung im Irak, weil da Dominikanerinnen direkt betroffen sind.
Ich weiß, dass die Täter all dieser Verbrechen sich auf den Islam und auf den Koran berufen und ich relativiere das nicht.
Aber ich weiß auch, dass es Moslems gibt, die friedlich sind und keine Andersgläubigen umbringen. Ich kenne persönlich Moslems, die gut integriert in unseren westlichen Gesellschaften leben und denen das auch wichtig ist.
Wie das Zahlenverhältnis von friedlichen und fanatischen Moslems weltweit ist, wage ich nicht zu beurteilen. 
Dass es bei manchen Moslems stillschweigendes Einverständnis für die Fanatiker gibt, ist eindeutig.
Dass die stumme Ablehnung von Gewalt sinnlos ist, hat uns Deutsche das Dritte Reich gelehrt. Wenn man gegen die Fanatiker ist, muss man das laut sagen und auch was dagegen tun. Vielleicht müssen das die Moslems weltweit gerade lernen.
Aber eines kann und will ich nicht akzeptieren: Dass Christen, gerade die, die sich besonders fromm fühlen, hingehen und in einer unglaublichen Arroganz verkünden, wie "der Islam" tickt. Und dass alle Muslime Verbrecher seien, weil das der Koran vorschreibt. Und wer als Moslem friedlich sei, der habe seine Religion eben nicht richtig verstanden. Weil "der Islam" eine teuflische Religion sei.
Wenn ich so etwas lese - und um solche Kommentare kommt man z.Zt. kaum herum, wenn man im Netz unterwegs ist - dann muss ich tief durchatmen. Und dann freue ich mich, dass ich katholisch bin. Denn meine Kirche hat vor 50 Jahren eine klare Haltung zu den nichtchristlichen Religionen entwickelt und verkündet. Eine, mit der ich gut leben kann. 
Sie wurde veröffentlicht als Dokument des Zweiten Vatikanischen Konzils, und wer als Katholik behauptet, friedliche Moslems kennten nur den Koran nicht richtig, dem kann man antworten, sie seien in ihrer eigenen Theologie wohl auch nicht so fit. Denn unsere katholische Kirche betrachtet die Muslime "mit Hochachtung" und ermahnt uns, uns um "gegenseitiges Verstehen zu bemühen".
Das nimmt nicht weg, dass wir die Unterschiede sehen und uns auch mit den Fanatikern oder den Fehlern islamischer Regierungen kritisch auseinandersetzen. Aber "die Katholiken" betrachten "die Muslime" zunächst einmal mit Respekt.
Vielleicht sollte man hinzufügen: Schön wär's.

Sonntag, 21. September 2014

Face To Face

Dieses Wochenende war ich in Erfurt. Eine schöne Stadt, so wie ich es sehen konnte und meine Zeit es zuließ.
Anlass meines Besuchs in Erfurt war ein Bloggertreffen. Für mich das 2. Mal.
Ich habe mich darauf gefreut denen zu begegnen, die man eigentlich nur vom Lesen her kennt.
Face to Face.
16 sehr unterschiedliche Teilnehmer mit unterschiedlichen Zielen hinsichtlich des Bloggens.
Herr Prof.  Matthias Sellmann ( Ruhruniversität Bochum / Pastoraltheologie) gab eine kurze Einführung in die Pastoraltheologie.
Frau Heiliger berichtete über Ihre Umfrage und die Auswertung ihrer Arbeit, die sie im Rahmen ihres Studiums gemacht hatte.
Interessant war die Positionierung der Blogger hinsichtlich der „Blogezoese“. Viele wollen sich nicht zu dieser Gruppierung zugeordnet wissen.
Der Begriff scheint missverständlicher zu sein, als das ursprünglich beabsichtigt war.
Ursprünglich wurde der Begriff  mit einem ironischen Augenzwinkern geprägt.
Nun wird der Begriff sehr ernst genommen und stößt bei einigen Nutzern und Lesern eher auf Ablehnung.
Eine Wirkungsweise, die sich die Mitglieder der kath. Bloggerszene wohl noch mal stellen müssen.
Vieles wurde diskutiert, vor allem aber, inwieweit die Blogs „missionarisch" wirken sollen, welche Möglichkeiten man schaffen kann, um höhere Zugriffzahlen zu erreichen, auch aber, wie Facebook für diese Zwecke eingesetzt wird oder werden kann.
Gut waren die Begegnungen in den Pausen und bei den Mahlzeiten, ebenso das gemeinsame Gebet, das immer wieder ein Zusammengehörigkeitsgefühl  gab und zeigte, dass kath. Blogger auch in der realen Welt den Glauben leben und praktizieren.
Das zeigte sich besonders im Stundengebet und vor allem beim Singen des SALVE REGINA, das - wie ich fand - gut gelang.
Leider war das Wochenende für mich auch von intensiven Kopfschmerzen geprägt, so dass ich am Nachmittag für
2 Stunden aussteigen musste und so den Vortrag von Peter Winnemöller  verpasste. (Sehr schade)
Und doch gab es in der Abschlussdiskussion noch einige wichtige Informationen, an denen wir gemeinsam arbeiten können.
Es wurde auch die Frage aufgeworfen, warum viele kath. Institutionen nicht bloggen.
Gerade für die Diözesen wäre es eine gute Möglichkeit, Menschen auf anderen Wegen zu erreichen. 
Die kath. Bloggerszene wird wahrgenommen, auch von der ofiziellen Kirche. Einige sehen das mit Sorge, andere sind da eher entspannt.
So könnten sich auch die Amtsträger innerhalb der Kirche mehr zeigen und ihre Botschaft verbreiten, denn in der Studie wurde deutlich, dass es kaum Seiten von Bloggern gibt, die für die Bistümer bloggen, obwohl das Bloggen enorme Möglichkeiten bietet. (...wäre da nicht die Angst vor den „neuen“ Medien)
Wer weiß, vielleich bloggt bald unser neuer Kardinal in Köln? Das wäre doch ein spannender Anfang!
Das Bloggen ist ein guter Weg, um Menschen aus allen gesellschaftlichen Zusammenhängen zu erreichen.
Es ist ein guter Weg, um Menschen von dem zu erzählen,  was unsere Hoffnung ist.
Insgesamt eine gute Veranstaltung und ich freue mich schon auf die nächste, 2015.
Und um es nicht zu vergessen:
Vielen Dank an Norbert Kebekus und Andrea Imsweiler für die gute Vorbereitung und Durchführung!!!