Freitag, 13. Februar 2015

Frag doch mal nach der Säuglingstaufe!

Frag doch mal die Schwester, Teil 9:
Stimmt es, dass die Babytaufe nicht gültig ist, somit nicht nach Gottessinn, weil sie nicht biblisch ist? 
Ui, das ist wieder eine dieser Fragen, über die ich erst lange nachdenken musste. 
Die sachliche Seite ist schnell geklärt: Die Taufe von Kindern kommt in der Bibel nicht ausdrücklich vor. 
In den Evangelien wird nur berichtet, dass Johannes der Täufer in der Wüste die Menschen tauft. Zu ihm geht auch Jesus und lässt sich taufen, im Fluss Jordan. Jesus selber hat nicht getauft, wohl seine Jünger. Das Matthäusevangelium endet mit dem Missionsbefehl Jesu: "Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" (Mt 28,19). 
Später, in den Briefen und vor allem in der Apostelgeschichte (Apg) wird von mehreren Bekehrungen und Taufen in der jungen Gemeinde berichtet. Viele davon werden namentlich genannt, das sind immer Erwachsene. Manchmal heißt es allerdings "mit seinem ganzen Haus", z.B. in der Apg 16, 33: "Er ließ sich mit allen seinen Angehörigen taufen". Jetzt ist die Frage: wer war damit genau gemeint? Die Frau, die Kinder, die Bediensteten, die weiteren Verwandten? 
Um es kurz zu machen: man weiß es nicht genau. Es gibt Argumente für und gegen die Annahme, dass die Kinder mitgemeint sein könnten.
Es gibt auch schon sehr früh eine Diskussion darüber, ob man Kinder taufen soll oder nicht, mindestens seit dem zweiten Jahrhundert. Dazu könnte man jetzt viel schreiben und viele Bibelstellen zitieren, aber dafür verweise ich lieber auf den sehr interessanten Artikel in wikipedia.
Mich persönlich interessiert mehr die Formulierung "nach Gottessinn". 
Wenn wir mal ein bisschen von den einzelnen Bibelzitaten wegzoomen und versuchen, das Neue Testament insgesamt zu sehen, dann kommen wir vielleicht eher dahinter: was ist denn nach Gottessinn? Denn das muss doch die eigentliche Frage sein, hinter jeder unserer Diskussionen!
Wir Katholiken sagen z.B., die Taufe sei ein Sakrament, d.h. ein heilwirksames Zeichen. Evangelische Christen könnten hier widersprechen und sagen, dass wir uns das Heil nicht selber erwirken können - es ist uns doch schon geschenkt! Darauf könnten wir sagen, dass auch die katholische Kirche nicht mehr glaubt, dass wir uns das Heil durch die Sakramente verdienen können oder müssen, so ist das nicht gemeint - und so könnten wir fortfahren.
Aber wenn ich auf den Kern des Evangeliums blicke, dann sehe ich, dass es uns sagt: Gott wartet auf dich. Nein, eigentlich geht er Dir mit offenen Armen entgegen. Er ist in Jesus Mensch geworden, um dich zu befreien, und seine größte Sehnsucht ist es, dass du diese Befreiung nutzt, um Gott die Tür deines Herzens zu öffnen.
Wie du das machst, ist nicht so wichtig.
Hauptsache, du bist dabei, denn das Reich Gottes ist schon angebrochen. Merkst du es nicht?

Wer eine Frage für "Frag doch mal die Schwester!" hat, kann sie mir gerne schicken: sr.barbara@bethanien-op.org

Bildquelle: bardo/pixelio.de

Kommentare:

  1. Liebe Schwester Barbara,

    Ihre Argumentation ist Hirnvermüllung und erleidet deswegen Schiffbruch. Die Kirche ist im Recht, die Feinde unseres Glaubens - um solche geht es - müssen beweisen.
    Das lutherische Dogma sola scriptura ist falsch. ganz einfach falsch. Denn zuerst war die Kirche, mit der Kirche die Überlieferung, aus d e r die Schrift. Es waren lutherische Theologen, die die Abfassung der Schrift ins zweite Jht. hinausschieben wollten. Warum lachte niemand über einen derartigen Unsinn. Allein die Schrift, die als Geschichtenbuch herhalten muß, bringt den Glaubensverfall. Und Predigten, die diese Texte widerkäuen, statt Konsequenzen aufzuzeigen.

    Die Schulbuchkommission der DBK ist eine Schande.

    Nur weil es unser Pfarrer verstanden hat, uns Erstkommunikanten sorgfältig das Altarsakrament zu erklären und nicht von geweihtem Brot gefaselt hat, deshalb glaube ich seit 62 Jahren unverbrüchlich an die leibliche Gegenwart Jesu im Allerheiligsten Altarsakrament.

    Ach ja, vielleicht noch dieses: Ich bin vor- und nachkonziliarer Katholik. Der ominöse "Geist des Konzils" konnte mir, dank der Gnade Gottes nichts anhaben. Allerdings wurde ich durch ihn ein kritkathKons.

    Nix für ungut.

    Konrad Kugler

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  2. Nix für ungut, Herr Kugler, aber ich kann Ihnen beim besten Willen nicht folgen. Ich verstehe schon, was für eine Art Frustration sich in Ihnen gesammelt hat. Ich kann mir auch vorstellen, wieso das ein oder andere, was Sie schreiben, seine Berechtigung haben könnte. Aber wieso das Argumente gegen den aktuellen Text zur Säuglingstaufe sein sollen, erschließt sich mir nicht. Vielleicht deshalb, weil Sie einfach mal ganz allgemein Dampf abgelassen haben? Tut mir leid, damit kann ich nichts anfangen.

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