
Wenn man auf Reisen ging, dann konnte man nicht schon von der übernächsten Ampel aus zu Hause anrufen und sagen, dass man vergessen hat, das Bügeleisen auszumachen. Ne, ne...
Als wir damals auf Reisen gingen, da war das ein Abschied fürs Leben. Und das war so:
Das Kloster der Dominikanerinnen in Montferrand |
Eigentlich kommen wir nämlich aus Frankreich. 1866 hatte der fanzösische Dominikaner Jean Joseph Lataste in Montferrand eine kleine Ordensgemeinschaft gegründet: die Dominikanerinnen von Bethanien. Das ist eine andere Geschichte, auch ziemlich spannend, aber sie soll ein anderes Mal erzählt werden.
Jedenfalls wuchs die Gemeinschaft in Montferrand und bald kamen auch einige deutsche Schwestern dazu. Das ging auch ganz prima, aber dann kam das Jahr 1914 und wie ihr alle wisst, hatte Deutschland da plötzlich die Idee, einen Krieg zu starten. Keine gute Rahmenbedingung für Deutsche, die im Ausland lebten. Also machten sich 13 junge Schwestern auf den Weg, verließen fluchtartig das Kloster in Montferrand und versuchten, in ihre Heimat Deutschland zu gelangen.
Im Garten von Montferrand: Der heilige Josef - Schutzpatron Bethaniens - mit dem 5jährigen Jesus |
Trotzdem dachte eigentlich niemand an eine Trennung von den Schwestern in Montferrand, aber der Krieg dauerte und dauerte... und wie gesagt: es gab weder Handies noch Skype! Der Bischof von Roermond kümmerte sich um die jungen Frauen. Schließlich half er ihnen, eine eigene, bischöfliche Kongregation zu gründen. Das sind wir, die Dominikanerinnen von Bethanien von Venlo.
Immer noch war unser Leben dem der Schwestern in Montferrand sehr ähnlich. Die Gebetszeiten, sogar die Gestaltung der Gebäude und des Gartens (inklusive der Statue vom Hl. Josef mit dem 5jährigen Jesus) - alles sollte so sein wie zu Hause. Aber mit der Zeit drifteten wir auseinander.
Daran hat der hilfreiche Bischof seinen Anteil - aber das erzählen wir beim nächsten Mal...
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